{"id":334530,"date":"2025-08-10T18:52:27","date_gmt":"2025-08-10T18:52:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334530\/"},"modified":"2025-08-10T18:52:27","modified_gmt":"2025-08-10T18:52:27","slug":"atelierbesuch-bei-evelyn-kuwertz-sie-hat-auch-berlin-gestaltet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334530\/","title":{"rendered":"Atelierbesuch bei Evelyn Kuwertz: Sie hat auch Berlin gestaltet"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">\u00c4lter wirken sie, fast wie Erwachsene, die beiden M\u00e4dchen in ihren bunten Kleidern. Aufrecht stehen sie da, umgeben von graubraunen H\u00e4userw\u00e4nden, halten sich an den H\u00e4nden, blicken ernsthaft von der Leinwand. \u201eT\u00fcrkische M\u00e4dchen\u201c, 1983, eine \u00d6lmalerei der Berliner K\u00fcnstlerin Evelyn Kuwertz, zu sehen momentan im Ephraim-Palais. Man muss sie etwas suchen, sie h\u00e4ngt auf einer sogenannten Freistelle in der Sammlung zur Stadtgeschichte, geh\u00f6rt aber zu einer <a href=\"https:\/\/www.stadtmuseum.de\/ausstellung\/berliner-hoefe\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Sonderausstellung zu Berliner Hinterh\u00f6fen.<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">In einem Hof auf der Oranienstra\u00dfe hatte Kuwertz sie zuf\u00e4llig entdeckt. So steht es im Text zum Bild. Kuwertz hatte die Kinder gebeten, sie fotografieren zu d\u00fcrfen, auch, weil diese sie an ihre Nachkriegskindheit erinnerten, als ihre Familie, die aus der Steiermark nach Berlin gezogen war, als fremd wahrgenommen wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Das ist es vielleicht, was den Zauber der Berlinbilder Evelyn Kuwertz\u2019 ausmacht: Sie erz\u00e4hlen immer auch von der K\u00fcnstlerin selbst und ihrer Beziehung zu ihrer Stadt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Szenenwechsel: Ein Wagon der U-Bahn-Linie 1, Bahnhof Gleisdreieck. Sitzend im Vordergrund: ein Herr mit dunklem Haar und Schnauzbart, konzentriert in einer Zeitung lesend, ihm gegen\u00fcber eine Dame mit Kopftuch, sich an ihrer Handtasche festhaltend. Weitere vereinzelte Gro\u00dfstadtmenschen.<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/7857095\/1200\/IMG-0897-C-2.jpeg\" data-pswp-width=\"\" data-pswp-height=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG-0897-C-2.jpeg\" alt=\"Eine Malerei von Evelyn Kuwertz\" title=\"Eine Malerei von Evelyn Kuwertz\" height=\"1108\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>\u201eU-Bahnhof Gleisdreieck\u201c, 1979<\/p>\n<p>Foto:<br \/>\nEvelyn Kuwertz<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"5\">Evelyn Kuwertz hat das Bild f\u00fcr den Besuch in ihrem Atelier in Berlin-Tempelhof in der Mitte des Raumes aufgestellt. \u201eBahnhof Gleisdreieck\u201c, 1979, \u00d6l und Acryl auf Leinwand. Die K\u00fcnstlerin ist gerade dabei, ihr Werk zu sortieren, w\u00fcnscht sich einen Katalog, der alles zusammenfasst.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">Zu sehen bekommt man ihre Arbeiten selbst in Berlin nur selten. Der Gang ins Ephraim-Palais ist daher dringend \u00adempfohlen, auch um den Rest der <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ausstellung-ueber-Berliner-Hinterhoefe\/!6098180\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ausstellung \u201eBerliner H\u00f6fe \u2013 Zwischen Alltag, Arbeit und Begegnung\u201c<\/a> zu besuchen. 2026 wird die Galerie im K\u00f6rnerpark Kuwertz\u2019 feministisches Engagement in einer Gruppenausstellung vorstellen. Noch ein guter Anlass, sich mit <a href=\"https:\/\/evelyn-kuwertz.berlin\/\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">ihrem Werk<\/a> zu besch\u00e4ftigen, das zuletzt etwas in Vergessenheit geraten ist.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"7\">\n        <strong>Kritischer Realismus<\/strong>\n      <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">In den 1970er und 80ern malte sie bevorzugt die West-U-Bahn, die Ost-S-Bahn, Bahnh\u00f6fe \u2013 den S-Bahnhof Sch\u00f6neberg etwa, \u201eden Lichteinfall durch die tr\u00fcben teilweise zerbrochenen Glasfenster, die Architektur\u201c \u2013 im Stil des kritischen Realismus. Aufflatternde Tauben, treppensteigende junge Frauen, Wartende am Gleis, Selbstportr\u00e4ts.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"9\">Sp\u00e4ter weckten andere urbane Bauten ihr Interesse: Bunker. Der Hochbunker in der Pallasstra\u00dfe. Der Atombunker in der Uhlandstra\u00dfe unter dem Ku\u2019damm-Karree. Sie malte Menschen bei der Besichtigung, gruppiert in der m\u00e4chtigen Architektur. Immer wieder mit Bedeutung aufgeladene Orte. Die Oberbaumbr\u00fccke zwischen Ost- und Westberlin. Der Landwehrkanal, wo Rosa Luxemburg ermordet wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"10\">\u201eEs geht mir auch um die Assoziationen, die ein Ort ausl\u00f6st\u201c, sagt Kuwertz. \u201eIch gebe ihn nicht nur wieder, sondern interpretiere ihn, auch emotional.\u201c Der Blick einer Malerin auf ihre Stadt und auf sich selbst in ihrer Stadt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"11\">\n        <strong>Der See am Potsdamer Platz<\/strong>\n      <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">Mit der Wende zog es sie in den Osten. Eines der ersten Bilder jener Zeit \u2013 sie kramt es hervor, platziert es an der Wand: der Potsdamer Platz von einem Hochhaus aus von oben fotografiert. Niemandsland. Festgehalten mit Tempera und \u00d6l auf Leinwand. Zwischen 1992 und 95 entstand ein vierteiliges Bild zur Baustelle, die sich ebenda breitmachte. Hohe Kr\u00e4ne umgeben von Wasser, dahinter die Skyline.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"13\">Fasziniert habe sie, wie durch die Bauarbeiten mit einem Mal ein See entstanden war, durch das Grundwasser, das in die Baugruben schoss. Andere Bilder der Zeit zeigen die Neukonstruktion des Hotel Adlons, die Entkernung ganzer Stra\u00dfenz\u00fcge, den Umbau der Stadt, f\u00fcr den Kuwertz eine eigene Ausdrucksweise fand: Sie kippte Fassaden, legte sie wie halbtransparente Layer davor. \u201eDas war meine Interpretation des Wandels von Berlin Mitte.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/7857095\/1200\/1-mauero-ffnung-3.jpeg\" data-pswp-width=\"\" data-pswp-height=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1-mauero-ffnung-3.jpeg\" alt=\"Eine Malerei von Evelyn Kuwertz\" title=\"Eine Malerei von Evelyn Kuwertz\" height=\"1783\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>\u201eMauer\u00f6ffnung Potsdamer Platz\u201c, 1989<\/p>\n<p>Foto:<br \/>\nEvelyn Kuwertz<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"14\">In dem quadratischen Raum im Tempelhof, in einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Sorge-um-Arbeitsraeume-fuer-Kuenstler\/!6069078\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Atelier\u00adhaus des BBK<\/a>, das sie vor wenigen Jahren erst bezog, \u00fcberlagern sich die Arbeiten und mit ihnen die Zeiten. Wehm\u00fctig k\u00f6nnte einen der Blick auf das Berlin der Vergangenheit stimmen, gerade jetzt, wo Berlin schon wieder dabei ist, sich rasant zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-20\" pos=\"15\">\n        <strong>Berlin als malerisches Thema<\/strong>\n      <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"16\">Ihre Umgebung habe immer direkten Einfluss auf sie gehabt, sagt die K\u00fcnstlerin. \u201eEntweder es wirkt auf mich oder nicht. Wenn eine Situation im Ged\u00e4chtnis bleibt, dann fange ich an zu skizzieren und eine Bildidee entwickelt sich, sie wird umfangreicher und f\u00fchrt zu einem gr\u00f6\u00dferen, oft auch zu mehreren Bildern.\u201c Berlin war f\u00fcr Kuwertz lange das alles dominierende Thema, heute f\u00e4llt ihr zu ihrer Stadt nichts mehr ein.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-22\" pos=\"17\">Sie habe ja auch viel gemacht. Berlin war ihre Wirkungsst\u00e4tte, nicht nur als Malerin: \u201eBerlin hat mich gestaltet, aber ich habe auch Berlin gestaltet.\u201c Was sie meint, hat mit der Wahrnehmung und der Repr\u00e4sentation von Frauen in der Kunst zu tun, damit, was es bedeutet, K\u00fcnstlerin und Feministin zu sein. Heute wie damals, weil das heute anders w\u00e4re ohne eine wie sie.<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/7857095\/1200\/13-Berlin-Mitte-5.jpeg\" data-pswp-width=\"\" data-pswp-height=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/13-Berlin-Mitte-5.jpeg\" alt=\"Eine Malerei von Evelyn Kuwertz\" title=\"Eine Malerei von Evelyn Kuwertz\" height=\"666\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>\u201eBerlin Mitte\u201c, 1996<\/p>\n<p>Foto:<br \/>\nEvelyn Kuwertz<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"18\">Evelyn Kuwertz ist 1945 in \u00d6sterreich geboren, aufgewachsen aber in Westberlin. Als Tochter einer Arbeiterin und eines Mechanikers, erschien eine Laufbahn als K\u00fcnstlerin au\u00dfer Reichweite. Erst machte sie eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin, arbeitete vier Jahre in dem Beruf, bewarb sich dann doch an der Hochschule der K\u00fcnste und wurde aufgenommen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"19\">1969 war das, zur Zeit der Studentenbewegung. Politisiert sei sie da schon gewesen, sagt sie, sie wollte nicht bei irgendwem studieren \u2013 \u201eWir wollten eine freie Klasse\u201c. Wir, damit meint sie sich selbst, ihre Freundin und Kommilitonin Antonia Wernery und sechs Kommilitonen. Hermann Bachmann, dessen Meistersch\u00fclerin sie sp\u00e4ter wurde, sei damals der einzige Professor gewesen, der sie unterst\u00fctzte \u2013 funktioniert habe dieses Projekt nicht.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-26\" pos=\"20\">Erst mit Georg Kiefer, der als Gastdozent an der Hochschule \u00fcber Projektarbeiten referierte, er\u00f6ffneten sich M\u00f6glichkeitsr\u00e4ume. Zu Kuwertz und Wernery stie\u00df Brigitte Mauch, die Ausstellungsdesign studierte.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-27\" pos=\"21\">\n        <strong>Stereotypen aufgef\u00e4chert<\/strong>\n      <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-28\" pos=\"22\">In ihrem Projekt erstellten die drei ein Environment mit gro\u00dfen Bildtafeln \u201eZur Situation von Frauen in Familie und Gesellschaft\u201c. Stereotype Darstellungen von Frauen in den Medien, Alltagssexismus, aufgef\u00e4chert nach den Rollen als Mutter, Ehefrau, Sexualobjekt, Hausfrau, bildlich umgesetzt in vielerlei Techniken, Siebdruck, Collagen, Zeichnungen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-30\" pos=\"23\">\u201eNach anf\u00e4nglichem Misstrauen wurden wir von den Professoren respektiert. Wir haben auch unglaublich viel gearbeitet\u201c, erz\u00e4hlt Kuwertz. Den gr\u00f6\u00dften Raum gab es daf\u00fcr, gro\u00df genug auch, um dort zwischendurch Karate zu \u00fcben.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-31\" pos=\"24\">Geplant war eine Ausstellung 1973 in der Landesbildstelle, kurz vor der Er\u00f6ffnung wurde diese jedoch vom damaligen Berliner SPD-Schulsenator Gerd L\u00f6ffler verboten, \u201ewegen sittlicher Bedenken\u201c. Ansto\u00df nahm er an der Darstellung einer Vergewaltigung in der Ehe, damals legal wohlgemerkt.<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/7857095\/1200\/5-Ohne-T.-4.jpeg\" data-pswp-width=\"\" data-pswp-height=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/5-Ohne-T.-4.jpeg\" alt=\"Eine Zeichnung von Evelyn Kuwertz\" title=\"Eine Zeichnung von Evelyn Kuwertz\" height=\"979\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>\u201eOhne Titel\u201c, 1986<\/p>\n<p>Foto:<br \/>\nEvelyn Kuwertz<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-33\" pos=\"25\">Als Ersatz bauten sie die Ausstellung f\u00fcr einen Tag in der HdK auf \u2013 ein Skandal. Auch sp\u00e4ter wurden die Tafeln nie institutionell ausgestellt. Frustrierend sei das gewesen. \u201eWir waren sehr jung und unerfahren. Wir konnten das nicht so vermarkten wie ein Baselitz, als dessen \u201agro\u00dfe Nacht im Eimer\u2018 verboten wurde. So klug waren wir nicht\u201c, sagt sie. Aufbewahrt hat sie zum Gl\u00fcck alles, in der Galerie im K\u00f6rnerpark wird ein Teil davon zu sehen sein. Mehr als 50 Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-34\" pos=\"26\">\n        <strong>Vergessene Frauen der Kunstgeschichte<\/strong>\n      <\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-35\" pos=\"27\">1977 folgte ein Ausstellungsprojekt, das er\u00f6ffnen konnte, trotz H\u00fcrden. Gemeinsam mit Renate Gerhardt und <a href=\"https:\/\/taz.de\/Vom-kurzen-Moment-der-Freude\/!726853&amp;s=Sarah%2BSchumann&amp;SuchRahmen=Print\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sarah Schumann<\/a> hatte sich Kuwertz auf die Suche nach den vergessenen Frauen der Kunstgeschichte gemacht, historischen wie zeitgen\u00f6ssischen. \u201eK\u00fcnstlerinnen international 1877 \u2013 1977\u201c, war ein NGbK-Projekt, es brauchte jedoch zwei Anl\u00e4ufe, um den Vorschlag durchzubekommen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-36\" pos=\"28\">\u201eZu unpolitisch\u201c, \u201enicht relevant\u201c h\u00e4tten die m\u00e4nnlichen Mitglieder die Idee gefunden: \u201eEs war wie an der Hochschule, die M\u00e4nner haben das gar nicht wahrgenommen.\u201c Kuwertz und ihre Mitstreiterinnen mobilisierten Frauen, die extra f\u00fcr die Abstimmung in die NGbK eintraten. Die Ausstellung zeigte 182 K\u00fcnstlerinnen, nur Frauen, das war damals neu. \u201eWir waren die ersten in Deutschland, die Frida Kahlo zeigten\u201c, Kuwertz sagt es mit Stolz. Und auch etwas Trotz.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-37\" pos=\"29\">Gegenwind hatten sie von allen Seiten bekommen. Von Zurechtweisungen spricht Kuwertz. Sie h\u00e4tten damals nur geh\u00f6rt, was fehlen w\u00fcrde, sagt sie: \u201eWenn man \u00fcberlegt, welche Mittel wir zur Verf\u00fcgung hatten, wie klein die Gruppe der Frauen war, die dieses Projekt erarbeiteten, war das im Grunde ein Wahnsinn.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-38\" pos=\"30\">In den 1980ern geh\u00f6rte Kuwertz dann zu den Mitinitiatorinnen des <a href=\"\" class=\"link in-text-link\">\u201eVerborgenen Museums\u201c<\/a>, das in den Sammlungen Berliner Museen nach Werken von K\u00fcnstlerinnen forschte. Auch damit hatte sich bis dahin niemand besch\u00e4ftigt. Und daran erinnern muss man mittlerweile leider auch wieder: Seit 2022 hat das Museum keinen Ort mehr. \u00dcbernommen wurde es von der Berlinischen Galerie, geh\u00f6rt hat man von ihm seitdem nichts mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00c4lter wirken sie, fast wie Erwachsene, die beiden M\u00e4dchen in ihren bunten Kleidern. 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