{"id":334596,"date":"2025-08-10T19:30:22","date_gmt":"2025-08-10T19:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334596\/"},"modified":"2025-08-10T19:30:22","modified_gmt":"2025-08-10T19:30:22","slug":"cote-dazur-warum-das-hinterland-buchstaeblich-wie-gemalt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334596\/","title":{"rendered":"C\u00f4te d\u2018Azur: Warum das Hinterland buchst\u00e4blich wie gemalt ist"},"content":{"rendered":"<p>Jenseits vom Gewimmel in Nizza, Cannes und Saint-Tropez lockt das stille Hinterland, wo Natur und Kunst eine wunderbare Allianz eingehen: Es gibt in Europa wohl keine Region, in der sich so viele Maler ansiedelten \u2013 was einen Besuch heute umso attraktiver macht.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Seit die englische Oberschicht im 19. Jahrhundert <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/nizza-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/nizza-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nizza<\/a> zu ihrer Winterhauptstadt machte, gilt die franz\u00f6sische Riviera als europ\u00e4isches Urlaubsparadies. Doch bei den Engl\u00e4ndern blieb es nicht. Genauso wenig wie bei Nizza oder bei den Superreichen, deren Luxusvillen noch immer vom Glanz der Belle \u00c9poque um 1900 k\u00fcnden.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst ist diese K\u00fcstenlandschaft zwischen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/marseille\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/marseille\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marseille<\/a> im Westen und Menton im Osten das ganze Jahr \u00fcber das Ziel von unz\u00e4hligen Touristen. Was sie hier erwartet? Zuallererst ein mildes, gesundes Klima. Dann das unvergleichliche, tats\u00e4chlich leuchtend blaue Meer. Gr\u00fcne Pinien, Palmen und Zypressen halten vertikal dagegen, an den Orangen- und Zitronenb\u00e4umen wachsen das ganze Jahr \u00fcber Fr\u00fcchte um die Wette.<\/p>\n<p>In der Luft mischen sich D\u00fcfte von Lavendel, Rosmarin und Thymian. Und wenn die Sonne alles mit ihrem Licht \u00fcbergie\u00dft und auch die landestypische Architektur aus wei\u00dfem Stein und braunroten Ziegeld\u00e4chern zum Strahlen bringt, dann erlebt man hier einen Rausch der Farben.<\/p>\n<p>Dieses Licht hat vor allem seit dem Aufkommen des Impressionismus vor rund 150 Jahren auch immer wieder Maler angezogen. Es gibt in Europa wohl keine Region, in der sich so viele von ihnen angesiedelt haben. Hier entfalteten sie nie gekannte Talente.<\/p>\n<p>Neue Wege f\u00fcr Touristen<\/p>\n<p>Auf diese Maler, von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/auguste-renoir\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/auguste-renoir\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Renoir<\/a> \u00fcber <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/henri-matisse\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/henri-matisse\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Matisse<\/a> und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/pablo-picasso\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/pablo-picasso\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Picasso<\/a> bis <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/marc-chagall\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/marc-chagall\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chagall<\/a>, besinnt man sich an der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/cote-d-azur-urlaub\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/cote-d-azur-urlaub\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">C\u00f4te d\u2019Azur<\/a> jetzt. Denn der \u00dcbertourismus wird auch hier zur Gefahr. Nat\u00fcrlich will man die Segler und Schwimmer, die Sonnenhungrigen an den Str\u00e4nden von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/cannes-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/cannes-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Cannes<\/a>, Nizza und St. Tropez nicht entbehren. Aber ein Gegengewicht muss her. Wenn die blaue K\u00fcste das Paradies Europas bleiben soll, braucht es neue Wege f\u00fcr die G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Und diese Wege f\u00fchren seit einigen Jahren vermehrt ins Hinterland. Die sanften H\u00fcgel hinauf, die so oft von alten Burgen bekr\u00f6nt sind. Zu den kleinen H\u00e4fen hinunter, wo Yachten und Jollen sanft vor sich hinschaukeln. \u00dcberall locken historische Zeugnisse, die Griechen, Ph\u00f6nizier, R\u00f6mer hier hinterlassen haben.<\/p>\n<p>\u00dcberall lockt aber auch die fantastische provenzalische K\u00fcche. Sie hat etwa das winzige Mougins bei Cannes zum Ort mit besonders vielen Sterne-Restaurants gemacht. Ber\u00fchmt ist auch Saint-Paul-de-Vence oberhalb von Nizza. Der etwas \u00fcberlaufene Ort ist eine Art Rothenburg ob der Tauber auf S\u00fcdfranz\u00f6sisch. Er punktet jedoch mit seinem Gasthaus \u201eLa Colombe d\u2019Or\u201c, einem Treffpunkt f\u00fcr Genie\u00dfer, der Salon S\u00fcdfrankreichs. Praktischerweise hinterlie\u00dfen besagte gro\u00dfe K\u00fcnstler viele Werke in dem Landstrich, der mehr und mehr Kulturreisende interessiert.<\/p>\n<p>Als Mekka der modernen Kunst gilt die Stiftung Maeght in Saint-Paul-de-Vence, die 2024 ihr 60-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um feierte. Die eleganten Pavillons schuf der katalanische Architekt Josep Llu\u00eds Sert. Da sie aus allen N\u00e4hten platzten und die 13.000 Werke des Privatmuseums nicht mehr angemessen pr\u00e4sentieren konnten, musste eine Vergr\u00f6\u00dferung der Ausstellungsfl\u00e4che her. Jedoch ohne die ockerfarben schimmernden Backsteinw\u00e4nde der Sert-Geb\u00e4ude zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Baumeister Silvio d\u2019Ascia aus <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/neapel-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/neapel-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neapel<\/a> fand eine verbl\u00fcffende L\u00f6sung: Statt dem ikonischen Bauwerk eine Konstruktion hinzuf\u00fcgen, schuf er ein raffiniertes Souterrain-Konzept. Am Hang der hinteren Seite unterh\u00f6hlte d\u2019Ascia einen Teil des bestehenden Geb\u00e4udes und schob ihm vier neue Schaus\u00e4le mit zwei breiten Fensterfronten unter.<\/p>\n<p>C\u00f4te d\u2019Azur als Quell der Inspiration<\/p>\n<p>Von hier blickt man jetzt auf die weltber\u00fchmten abstrakten Skulpturen von J<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/joan-miro\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/joan-miro\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">oan Mir\u00f3<\/a> und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/alberto-giacometti\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/alberto-giacometti\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alberto Giacometti<\/a>, Alexander Calder und Hans Arp. Innen haben die \u201egro\u00dfen Formate\u201c wieder geb\u00fchrend raumgreifende Auftritte, vor allem die viel Lebensfreude verspr\u00fchenden Landschaften von Henri Matisse und Pierre Bonnard. Diese beiden Maler haben mit ihren Landschaftsbildern \u2013 aber auch mit ihren Interieurs, in die das mediterrane Licht eindringt und alles in ein Feuerwerk der Farben verwandelt \u2013 den Inbegriff einer Kunst geschaffen, die aus den Gegebenheiten der C\u00f4te d\u2019Azur Funken schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Dabei waren sie gar nicht die ersten gro\u00dfen K\u00fcnstler, die in diese Gegend kamen. Das war der Impressionist Auguste Renoir. Sein 1907 erworbenes, damals zehn Hektar gro\u00dfes Grundst\u00fcck in Cagnes-sur-Mer liegt unweit von Saint-Paul-de-Vence. Dort baute er sich inmitten alter Olivenb\u00e4ume ein Haus im Stil des 18. Jahrhunderts und stattete es entsprechend aus. Es wurde sein Alterssitz. Seit 1960 fungiert der Ort als Gedenkst\u00e4tte, die auch heute noch durch ihren herrlichen freien Blick aufs Meer besticht.<\/p>\n<p>Auch Le Cannet, nur gut zwei Kilometer vom Meer entfernt, lohnt einen Abstecher: Diesen Ort hatte Post-Impressionist Pierre Bonnard ab den 1920ern als seinen Lebensmittelpunkt gew\u00e4hlt. Er liebte das glei\u00dfende Licht des S\u00fcdens, die Mimosen, Orangen und Eukalyptusb\u00e4ume, die hier in den Himmel wachsen. 2001 er\u00f6ffnete in Le Cannet ein Bonnard-Museum, das den Ort f\u00fcr Individualtouristen interessant macht.<\/p>\n<p>Kein einziger Souvenirladen lenkt vom gem\u00e4chlichen Leben ab, das sich hier abspielt wie eh und je. Wer sich tags\u00fcber am <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/strandurlaub\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/strandurlaub\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Strand<\/a> getummelt oder sich durch die verstopften Stra\u00dfen am Meer gequ\u00e4lt hat, kann in Le Cannet auf der Place Bellevue abseits der Massen den Abend genie\u00dfen, mit einem hinrei\u00dfenden Blick hinab auf Cannes.<\/p>\n<p>Wie viele Fleckchen an der franz\u00f6sischen Riviera hat auch Le Cannet eine k\u00fcnstlerisch ausgestaltete Kapelle. Hier ist es der Chagall-Sch\u00fcler Th\u00e9o Tobiasse, der 1989 mit dem Fries \u201eDas Leben ist ein Fest\u201c dem kleinen Gotteshaus St. Sauveur seinen Stempel aufdr\u00fcckte. Die reliefartig ineinandergeschobenen Holzplatten wirken wie ein Comicstrip und zitieren auch die durch die L\u00fcfte fliegenden Liebespaare, die ein Hauptmotiv in den Bildern Marc Chagalls darstellen.<\/p>\n<p>Der hat nat\u00fcrlich auch sein Gotteshaus. Es steht in Vence, das gleichfalls auf sympathische Weise dem \u00dcbertourismus trotzt. Hier wohnte der Meister von 1950 bis 1966; in der hiesigen Kathedrale, die kleinste <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreichs<\/a>, befindet sich Chagalls Moses-Mosaik. Es besticht mit lackierten Kieselsteinen, die in der Sonne schillern wie Brillanten.<\/p>\n<p>Jesus\u2019 J\u00fcnger, gezeichnet wie Pin-ups<\/p>\n<p>F\u00fcr viele ist indes die von Henri Matisse gestaltete Rosenkranzkapelle der k\u00fcnstlerische H\u00f6hepunkt. Die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Nonnen erbaute Kapelle muss man schon deshalb gesehen haben, weil sie so stilbildend wurde: Ihre Er\u00f6ffnung 1951 markiert n\u00e4mlich den Beginn der Entwicklung an der C\u00f4te d\u2019Azur, dass jeder K\u00fcnstler, der etwas auf sich h\u00e4lt, eine Kapelle gestaltet. Selbstverst\u00e4ndlich hat auch Pablo Picasso eine zum Ausmalen bekommen (in Vallauris), genau wie der Autor, Filmemacher und Zeichner Jean Cocteau (in Villefranche-sur-Mer).<\/p>\n<p>Cocteau w\u00e4re nicht der schwule Dandy gewesen, als der er heute vor allem bekannt ist, wenn er nicht die schlafenden J\u00fcnger, die Jesus im Garten von Gethsemane Gesellschaft leisten, gezeichnet h\u00e4tte wie Pin-ups: lasziv und muskul\u00f6s. Damit entsprechen sie jenem Typus, dem Cocteau und der homosexuelle Jetset der 1940er-Jahre in Villefranche nachjagte, als sich dort ein Marinest\u00fctzpunkt befand und die ausgehungerten Matrosen ihre Begierden gro\u00dfz\u00fcgig auf weibliche wie m\u00e4nnliche Objekte verteilten.<\/p>\n<p>Derartig erotisch aufgeladen ist die Rosenkranzkapelle von Matisse in Vence zwar nicht. Aber mit ihrem gro\u00dfen, in Azurblau, Wei\u00df und Zitronengelb gehaltenen Glasfenster, das einen Lebensbaum darstellt, wirkt das gesamte von Matisse gestaltete Kircheninterieur \u201eso fr\u00f6hlich, dass man einen Ballsaal daraus machen k\u00f6nnte\u201c.<\/p>\n<p>So empfand es jedenfalls der franz\u00f6sische Schriftsteller Louis Aragon. Was h\u00e4tte er wohl erst zu den rosa Priestergew\u00e4ndern gesagt, die Matisse ebenfalls entworfen hat? Erinnern sie nun an Mandelb\u00e4ume, die hier allj\u00e4hrlich im Fr\u00fchjahr bl\u00fchen, oder sind sie eine ironische Verbeugung vor den Schwulen, f\u00fcr die die C\u00f4te d\u2019Azur zu Matisses Zeiten ein Dorado war?<\/p>\n<p>Die Frage mag jeder nach seiner Fasson beantworten. Die Rosenkranzkapelle zeugt jedenfalls von einer spannenden Etappe im Werk des wohl vielseitigsten K\u00fcnstlers, der an Frankreichs S\u00fcdk\u00fcste gearbeitet hat. Wer mehr sehen will, begibt sich ins Mus\u00e9e Matisse in Nizza. Das zeigt vor allem seine sp\u00e4ten monumentalen Glas-, Keramik- sowie Papierarbeiten, die reine Farben und klare Linien in abstrakte Elemente aufl\u00f6sen. Heiter, farbenfroh, beschwingt wirbeln sie umeinander, jenseits von Zeit und Raum.<\/p>\n<p>Vergessene K\u00fcnstlerinnen des 20. Jahrhunderts<\/p>\n<p>Ganz irdisch, aber auch historisch, wird es hingegen im neuesten musealen Zuwachs der C\u00f4te d\u2019Azur, im \u00d6rtchen Mougins. Das im vergangenen Jahr gegr\u00fcndete \u201eFemmes Artistes Mus\u00e9e Mougins\u201c (FAMM) ist der Kunst von Frauen gewidmet. Es dominieren zeitgen\u00f6ssische, zum gr\u00f6\u00dften Teil gegenst\u00e4ndliche \u00d6lgem\u00e4lde. Aber es wird auch an weitgehend vergessene K\u00fcnstlerinnen des 20. Jahrhunderts erinnert.<\/p>\n<p>So sieht man ausdrucksvolle Arbeiten von Amedeo Modiglianis Lieblingsmodell Jeanne H\u00e9buterne, deren Portr\u00e4ts bezeugen: Sie war eine K\u00fcnstlerin aus eigenem Recht. Dasselbe gilt f\u00fcr Elaine de Kooning, Frau von Willem de Kooning, dem f\u00fchrenden Vertreter des abstrakten Expressionismus in den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/usa-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/usa-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a>.<\/p>\n<p>Von Elaine, die das offizielle Bildnis von Pr\u00e4sident <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/john-f-kennedy\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/john-f-kennedy\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">John F. Kennedy<\/a> in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/washington-d-c-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/washington-d-c-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Washington<\/a> anfertigte, stammt der selbstbewusste Satz, der f\u00fcr viele Frauen an der Seite eines ber\u00fchmteren Mannes gelten kann: \u201eIch arbeite nicht in seinem Schatten, ich arbeite in seinem Licht.\u201c<\/p>\n<p>Da ist es wieder, was den Zauber der franz\u00f6sischen Riviera ausmacht: das Licht. Im w\u00f6rtlichen wie im \u00fcbertragenen Sinne steht es f\u00fcr eine Region Frankreichs, in der Natur und Kunst eine so wunderbare Verbindung eingehen wie kaum irgendwo sonst auf der Welt. So geht es hier von einem Paradies zum anderen \u2013 und das hoffentlich noch viele hundert Jahre lang.<\/p>\n<p>Tipps und Informationen:<\/p>\n<p><b>Wie kommt man hin?<\/b> Von vielen deutschen St\u00e4dten fliegen etwa Lufthansa oder Easyjet t\u00e4glich direkt nach Nizza. Wer mit der Bahn anreisen will, f\u00e4hrt \u00fcber Paris und steigt dort Richtung Nizza um. Von dort geht es am besten mit dem Mietwagen ins Hinterland. Z\u00fcge fahren kaum ins Hinterland, Busse nur in gro\u00dfen Abst\u00e4nden.\u00a0<\/p>\n<p><b>Was sollte man gesehen haben?<\/b> Die Fondation Maeght in St.-Paul-de-Vence, ge\u00f6ffnet t\u00e4glich von 10 bis 18 Uhr, im August bis 19 Uhr, Eintritt 18 Euro (fondation-maeght.com).<\/p>\n<p>Das Mus\u00e9e Renoir mit seinen G\u00e4rten in Cagnes-sur Meer. Ge\u00f6ffnet t\u00e4glich au\u00dfer dienstags, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr im Sommer, von Oktober bis M\u00e4rz: 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Eintritt sechs Euro, f\u00fcr Besucher unter 26 Jahren kostenlos (ville.cagnes.fr\/musee-renoir)<\/p>\n<p>Das Mus\u00e9e Bonnard in Le Cannet, ge\u00f6ffnet t\u00e4glich au\u00dfer montags von 10 bis 18 Uhr, im Sommer bis 20 Uhr, Eintritt 7 Euro. Es gibt auch Mal-Workshops (museebonnard.fr).\u00a0<\/p>\n<p>Die von Henri Matisse gestaltete Chapelle du Rosaire (Rosenkranzkapelle) in Vence ist ge\u00f6ffnet dienstags bis samstags von 10 bis 11.30 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr, Eintritt 7 Euro.<\/p>\n<p>Femmes Artistes du Mus\u00e9e de Mougins (FAMM), ge\u00f6ffnet t\u00e4glich von 10 bis 20 \u00a0Uhr, Eintritt 16 Euro (famm.com).<\/p>\n<p><b>Wo wohnt man gut?<\/b>\u00a0\u201eHotel Windsor\u201c in Nizza, originelles Vier-Sterne-Hotel am Rande der Altstadt mit tropischem Garten, jedes der 36 Zimmer ist von einem anderen K\u00fcnstler gestaltet. Doppelzimmer ab 95 Euro (hotelwindsornice.com)<\/p>\n<p>\u201eHotel Carlton\u201c in Cannes, F\u00fcnf-Sterne-Legende der Belle \u00c9poque, in der Hitchcocks Klassiker \u201e\u00dcber den D\u00e4chern von Nizza\u201c gedreht wurde. Frisch renoviert und mit eigenem Strand, Doppelzimmer ab 500 Euro (carltoncannes.com)<\/p>\n<p>Im Hinterland ist das pittoreske \u201eLa Maison du Fr\u00eane\u201c in Vence zu empfehlen. Mitten im historischen Zentrum gelegen, stellt das kleine eigent\u00fcmergef\u00fchrte Haus einen idealen Standort f\u00fcr Erkundungen dar, Doppelzimmer ab 150 Euro (lamaisondufrene.com)\u00a0<\/p>\n<p><b>Weitere Infos:<\/b> provence-alpes-cotedazur.com; cotedazurfrance.de; france.fr<\/p>\n<p>Die Teilnahme an der Reise wurde unterst\u00fctzt von C\u00f4te d\u2019Azur Tourisme. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabh\u00e4ngigkeit finden Sie unter <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.axelspringer.com\/de\/was-uns-ausmacht\/downloads\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.axelspringer.com\/de\/was-uns-ausmacht\/downloads&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">go2.as\/unabhaengigkeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jenseits vom Gewimmel in Nizza, Cannes und Saint-Tropez lockt das stille Hinterland, wo Natur und Kunst eine wunderbare&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":334597,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,20934,548,663,3934,3980,156,13,94356,9822,700,14,15,16764,12,14641],"class_list":{"0":"post-334596","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-cannes","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-france","15":"tag-frankreich","16":"tag-headlines","17":"tag-impressionismus-ks","18":"tag-laenderportraets","19":"tag-mittelmeer","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-nizza","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-staedteportraets"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115006132994298511","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=334596"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/334596\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/334597"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=334596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=334596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=334596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}