{"id":334606,"date":"2025-08-10T19:35:11","date_gmt":"2025-08-10T19:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334606\/"},"modified":"2025-08-10T19:35:11","modified_gmt":"2025-08-10T19:35:11","slug":"warum-in-deutschland-trotz-sommerregen-der-grundwasserpegel-nicht-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334606\/","title":{"rendered":"Warum in Deutschland trotz Sommerregen der Grundwasserpegel nicht steigt"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Noch Anfang Juli sah es in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> nach einem \u00e4u\u00dferst regenarmen Jahr aus. Laut Fred Hattermann, Hydrologe am renommierten Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung, war das erste Halbjahr 2025 in ganz Deutschland \u00fcberdurchschnittlich trocken. An der Klimareferenzstation des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam sei es bis dahin sogar das trockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren gewesen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch dann regnete es einen Monat lang fast t\u00e4glich. \u201eDie ausgiebigen Niederschl\u00e4ge seit Anfang Juli waren gut: Im Oberboden gleicht der Regen derzeit das vorherige Defizit aus\u201c, res\u00fcmierte der Wissenschaftler im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion. Der Boden habe sich \u201ewie ein Schwamm aufgesaugt und ist wieder gut aufgef\u00fcllt, was f\u00fcr Vegetation und Landwirtschaft sehr gut ist\u201c, sagte Hattermann. \u201eJetzt muss man sehen, wie viel von dem Regenwasser der vergangenen Wochen tiefer sickert und das Grundwasser erreicht.\u201c Die Grundwasserpegel sinken nach Angaben des Experten in vielen Regionen Deutschlands seit Jahren. \u201eAktuell ist der weitere Abfall zwar etwas gestoppt, es gibt aber dort oft noch keine Trendwende.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bund, L\u00e4nder und Kommunen versuchen derweil, das Land auf Auswirkungen des Klimawandels einzustellen. Der Staatssekret\u00e4r im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, sagte unserer Redaktion mit Blick auf die vergangenen Jahre, dass auch in Deutschland \u201edie Folgen der Klimakrise immer drastischer\u201c w\u00fcrden. Seit 2018 gebe es h\u00e4ufiger Hitzewellen und D\u00fcrren, Starkregen und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/hochwasser\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochwasser<\/a>. Kommunen st\u00fcnden vor der Herausforderung, wirksame Vorsorge vor Klimarisiken treffen zu m\u00fcssen. Daf\u00fcr ben\u00f6tigten sie auch die finanzielle Unterst\u00fctzung von Bund und L\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie h\u00e4ngt das mit der Erderw\u00e4rmung zusammen? W\u00e4rmere Luft kann etwa mehr Wasser halten, was zu heftigeren Niederschl\u00e4gen f\u00fchrt. Daran sind in Deutschland weder Schienen, Stra\u00dfen, Abwasserkan\u00e4le noch Deiche, D\u00e4cher, Stromleitungen angepasst. Gerade am Beispiel der Bahn, die ihr mehr als 33.000 Kilometer umfassendes Schienennetz auf gr\u00f6\u00dfere Wassermassen vorbereiten muss, wird der Aufwand f\u00fcr Anpassungsma\u00dfnahmen deutlich. Geplant sind auch mehr nat\u00fcrliche Wasserspeicher in St\u00e4dten und auf dem Land: etwa Stra\u00dfenb\u00e4ume, Moore und W\u00e4lder, die bei hei\u00dfen Temperaturen f\u00fcr Abk\u00fchlung sorgen und wenn es regnet, das Wasser f\u00fcr sich nutzen.  <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Haushaltsentwurf f\u00fcr den sogenannten Klimatransformationsfonds (KTF) hat die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bundesregierung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesregierung<\/a> f\u00fcr 2026 Mittel f\u00fcr ein neues Sonderprogramm Naturschutz und Klimaanpassung eingeplant. So sollen die Gelder in renaturierte Flussauen, in Moore und artenreiche Laubmischw\u00e4lder flie\u00dfen, die besser mit steigenden Temperaturen zurechtkommen als die vielerorts in Deutschland vorherrschenden Fichtenw\u00e4lder. Um St\u00e4dte und Landkreise zu unterst\u00fctzen, sind laut Flasbarth dabei 500 Millionen Euro im Finanzplanungszeitraum des Klima- und Transformationsfonds (KTF) bis 2029 vorgesehen. Im ersten Jahr sollen 50 Millionen Euro flie\u00dfen, ab 2027 150 Millionen Euro pro Jahr.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAls langfristige L\u00f6sung verfolgt die Umweltministerkonferenz von Bund und L\u00e4ndern das Ziel, eine Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung im Grundgesetz zu verankern\u201c, f\u00fcgte Flasbarth hinzu. Da das Grundgesetz Bund und L\u00e4ndern grunds\u00e4tzlich getrennte Aufgaben zuweist, m\u00fcssen \u201eGemeinschaftsaufgaben\u201c in die Verfassung aufgenommen werden, wenn der Bund etwa den Kommunen finanziell dabei hilft, R\u00fcckhaltebecken zum Schutz gegen Hochwasser zu betreiben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Damit aber die Finanzierung klar eingegrenzt werden kann, braucht es einem Ministeriumssprecher zufolge eine in Bund und L\u00e4ndern einheitliche Definition und Systematik der Ausgaben, die eindeutig der Klimaanpassung zuzurechnen sind. Ein Beispiel: Ein F\u00f6rderprogramm f\u00fcr den St\u00e4dtebau kann zwar Ma\u00dfnahmen zur Entsiegelung und Abk\u00fchlung von Stadtvierteln beinhalten &#8211; wird aber derzeit nicht explizit als Klimaanpassungsma\u00dfnahme benannt. Ab 2026 soll das systematisch erhoben werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der regenreiche Juli kommt derweil vor allem den Pflanzen zugute, die aktuell Wasser aus dem Boden ziehen und wieder mehr Bl\u00e4tter bilden. Der Potsdamer Wissenschaftler Hattermann betonte: \u201eF\u00fcr Grundwasser ist Regen im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/winter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Winter<\/a> wichtig, wenn die B\u00e4ume keine Bl\u00e4tter haben: Dann f\u00fcllen sich die Grundwasserspeicher auf.\u201c Generell bringe der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/klimawandel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimawandel<\/a> Deutschland mehr Niederschlag, es verdunste aber auch mehr. Inzwischen sei es hierzulande gegen\u00fcber der vorindustriellen Zeit zwei Grad Celsius w\u00e4rmer. \u201ePflanzen haben mehr Hitzestress und fangen zudem fr\u00fcher an zu wachsen. Das bedeutet, dass die Zeit der Grundwasserbildung im Winter k\u00fcrzer wird.\u201c Auch Talsperren f\u00fcllten sich nicht so schnell auf. Au\u00dferdem gebe es lang anhaltende Wetterlagen, weil der Jetstream &#8211; ein Band starker H\u00f6henwinde &#8211; schw\u00e4cher wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sorgenkind bleibt weiterhin der Wald. Laut dem Waldzustandsbericht aus dem vergangenen Jahr ist nur noch jeder f\u00fcnfte Baum gesund. Hydrologe Hattermann erl\u00e4uterte: \u201eSind erst einmal die Kapillaren im Stamm unterbrochen, kann das nicht einfach mehr behoben werden.\u201c Wasser aus den Wurzeln gelange dann eventuell nicht mehr in die Baumkrone. Solche irreparablen Sch\u00e4den gebe es noch aus den sehr trockenen Jahren 2018 bis 2022. \u201eWenn man im Wald den Himmel sieht, ist das nicht gut. Das ist gerade vielfach der Fall.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch Anfang Juli sah es in Deutschland nach einem \u00e4u\u00dferst regenarmen Jahr aus. 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