{"id":334659,"date":"2025-08-10T20:03:12","date_gmt":"2025-08-10T20:03:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334659\/"},"modified":"2025-08-10T20:03:12","modified_gmt":"2025-08-10T20:03:12","slug":"muenchen-eine-zweite-familie-juedische-allgemeine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/334659\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Eine zweite Familie | J\u00fcdische Allgemeine"},"content":{"rendered":"<p>An nur einem einzigen Tag war es geschafft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten alles akribisch vorbereitet, und so verlief der Umzug vom Saul-Eisenberg-Seniorenheim in die neue Zaidman Seniorenresidenz, die von der Israelitischen Kultusgemeinde M\u00fcnchen und Oberbayern (IKG) in Kooperation mit der AWO M\u00fcnchen-Stadt betrieben wird, vor gut anderthalb Jahren im Winter 2023 reibungslos. Die Bewohner f\u00fchlten sich vom ersten Moment an wohl. <\/p>\n<p>Manches mochte neu sein, wie beispielsweise das Heizungssystem, das ganz anders funktioniert als die gewohnten alten Ventilheizungen. Auch die computergesteuerte Haustechnik bot eine besondere Herausforderung, und an der einen oder anderen Stelle ist noch die Bauleitung vor Ort. Aber die freundliche Atmosph\u00e4re und der gute Geist waren aus dem alten Haus in der Kaulbachstra\u00dfe in den Neubau im neuen Stadtviertel Prinz-Eugen-Park mit umgezogen.<\/p>\n<p>Anja M\u00fchlner, Einrichtungsleiterin der Zaidman Seniorenresidenz, ist deshalb auch voll des Lobes f\u00fcr ihr Team. Die Angestellten des Hauses verdienten gr\u00f6\u00dfte Wertsch\u00e4tzung: \u00bbSie leisten Gro\u00dfartiges, jeder Einzelne ist wichtig.\u00ab<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Bewohnerzahl hat sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit fast verdoppelt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mittlerweile leben 108 Seniorinnen und Senioren in dem Heim. Dabei hat sich die Bewohnerzahl innerhalb k\u00fcrzester Zeit fast verdoppelt, alle Zimmer sind belegt, berichtet M\u00fchlner. Vor allem aber h\u00e4tten sich die Erwartungen an die Leistungen einer solch modernen Einrichtung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich ver\u00e4ndert. <\/p>\n<p>Teilstation\u00e4re Tagespflege und Betreutes Wohnen<\/p>\n<p>So sorgen nun beispielsweise mehrere Fahrst\u00fchle, darunter auch ein Schabbat-Aufzug, daf\u00fcr, dass sich die Bewohner durch das gesamte Geb\u00e4ude bewegen k\u00f6nnen. Die teilstation\u00e4re Tagespflege wurde im vergangenen Jahr in Betrieb genommen, und im Juni dieses Jahres konnte der Bereich f\u00fcr Betreutes Wohnen er\u00f6ffnet werden. Sieben neue Bewohnerinnen und Bewohner sind bereits in ihre Appartements eingezogen.<\/p>\n<p>Ein weiteres zentrales Angebot des Hauses ist der Bereich f\u00fcr die Pflege von Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Die Familie Zaidman ist mit dem neuen Haus nicht nur als gro\u00dfz\u00fcgige M\u00e4zenin und Namensgeberin, sondern unter anderem auch in der Gestaltung des hellen Foyers durch Marc Schmerz, den Schwiegersohn von Brigita Zaidman und ihrem verstorbenen Mann Ghini, verbunden.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich darf in der Seniorenresidenz eine Synagoge nicht fehlen. Rabbiner Jan Guggenheim l\u00e4dt jede Woche zum Gebet in den Rundbau ein, dessen helle Architektur mit der Hauptsynagoge Ohel Jakob in der Innenstadt korrespondiert. Einmal im Monat gibt es zudem ein Schabbat-Dinner.<\/p>\n<p>J\u00fcdisches Leben sicher leben<\/p>\n<p>Zum j\u00fcdischen Profil des Hauses geh\u00f6rt auch die koschere K\u00fcche, die vom Gemeinderabbiner \u00fcberpr\u00fcft wird. \u00bbDie Bewohner k\u00f6nnen hier j\u00fcdisches Leben sicher leben\u00ab, betont Anja M\u00fchlner. Auch Talia Presser, die zusammen mit Karolina Shleyher und einem engagierten Team von Ehrenamtlichen den Treff \u00bbMif\u00adgasch Chawerim\u00ab organisiert, empfindet das Beisammensein als einen besonderen, gesch\u00fctzten Ort. Menschen, die aus Deutschland, Polen, Russland, der Ukraine oder Israel stammen, die hier zusammen lachen und manchmal weinen, und gemeinsam die j\u00fcdischen Feste feiern.<\/p>\n<p>Ein besonderes Highlight sei das Purim-Fest gewesen, so Talia Presser: \u00bbDie Megillat Esther wurde verlesen, und alle ersten Hemmschwellen untereinander waren verschwunden. Da wussten wir: Wir sind angekommen, wo wir ankommen wollten.\u00ab Mittlerweile sei das Zusammenkommen f\u00fcr alle das Symbol f\u00fcr eine zweite Familie. Mifgasch Chawerim organisiert w\u00f6chentlich Treffen f\u00fcr Gemeindemitglieder sowohl von au\u00dferhalb als auch von innerhalb der Seniorenresidenz.<\/p>\n<p>Konzerte, Zumba oder Yoga, die regelm\u00e4\u00dfige Presseschau, gemeinsames Hebr\u00e4isch-Lernen, Schiurim \u00fcber j\u00fcdische Religion und Traditionen oder Schach mit dem Lokalmatador Leonid Volshanik geh\u00f6ren zum regelm\u00e4\u00dfigen Angebot. Und bei den Aktionen von Mifgasch Chawerim wird es niemals langweilig. \u00bbWir sind den Referentinnen und Referenten sehr dankbar\u00ab, meint Presser, \u00bbes ist nicht selbstverst\u00e4ndlich und auch nicht immer leicht, was sie da jede Woche auf die Beine stellen.\u00ab <\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Erst k\u00fcrzlich kamen 50 Interessierte f\u00fcr den humorvollen Filmabend \u00bbOma &amp; Bella\u00ab zusammen. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die G\u00e4ste bleiben nicht aus. Erst k\u00fcrzlich seien 50 Interessierte f\u00fcr den humorvollen Filmabend Oma &amp; Bella zusammengekommen. Immer wieder gibt es auch Ausfl\u00fcge, wie beispielsweise den mit der Kunstp\u00e4da\u00adgogin Carolina Glardon in die Pinakothek der Moderne. Das h\u00e4tte anfangs niemand f\u00fcr m\u00f6glich gehalten.<\/p>\n<p>IKG-Pr\u00e4sidentin Charlotte Knob\u00adloch zeigt sich stolz auf das Erreichte: \u00bbIch freue mich, dass das Haus so gut l\u00e4uft und dass die verschiedenen Angebote nicht nur von den Bewohnern, sondern auch von G\u00e4sten angenommen werden. Das ist die sch\u00f6nste Best\u00e4tigung!\u00ab Die Anstrengungen vergisst Knobloch aber keineswegs: \u00bbSie haben sich alle gelohnt \u2013 und lohnen sich weiterhin.\u00ab <\/p>\n<p>Ihr gr\u00f6\u00dfter Dank gelte denjenigen, die dieses Projekt mit ihren gro\u00dfz\u00fcgigen Zuwendungen haben Realit\u00e4t werden lassen, allen voran die Familie Zaidman. Auch der Leitung des Hauses und den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich zum Wohl der Menschen in der Seniorenresidenz einsetzen, dankte sie von ganzem Herzen: \u00bbSie geben unseren Senioren ein Zuhause mit Neschume.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"An nur einem einzigen Tag war es geschafft. 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