{"id":335070,"date":"2025-08-10T23:59:26","date_gmt":"2025-08-10T23:59:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/335070\/"},"modified":"2025-08-10T23:59:26","modified_gmt":"2025-08-10T23:59:26","slug":"energiewirtschaft-zu-kurz-gedacht-ein-kritischer-kommentar-zum-interview-mit-swl-geschaeftsfuehrer-karsten-rogall-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/335070\/","title":{"rendered":"Energiewirtschaft zu kurz gedacht! Ein kritischer Kommentar zum Interview mit SWL-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Karsten Rogall \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2019 hat der Leipziger Stadtrat beschlossen, bis 2040 Klimaneutralit\u00e4t erreichen zu wollen. Als kommunales Unternehmen im Eigentum der Stadt Leipzig sind die Leipziger Stadtwerke ein zentraler Akteur bei der Umsetzung dieses Ziels. Ein Interview mit dem kaufm\u00e4nnischen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Stadtwerke Leipzig und dem Sprecher der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, Karsten Rogall, in der Zeitung f\u00fcr kommunale Wirtschaft (ZfK) hatte in Leipzig f\u00fcr einige Irritationen gesorgt.<\/p>\n<p>Die Leipziger Zeitung versuchte daraufhin<a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/08\/nachgefragt-bei-den-stadtwerken-forderungen-erneuerbare-energien-rogall-630728\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> mit einem weiteren Interview<\/a>, Klarheit in die Diskussion zu bringen. Als Leser trug das neue Interview bei mir jedoch nicht zur Aufl\u00f6sung der \u201eIrritationen\u201c bei. Besonders schwer f\u00e4llt es mir, die energiewirtschaftlichen Ungenauigkeiten und die Einseitigkeit unkommentiert zu lassen.<\/p>\n<p>Mit diesem Gastbeitrag m\u00f6chte ich daher einige Aussagen des Interviews mit Herrn Rogall unter die Lupe nehmen, einordnen und korrigieren. Aufgrund der Vielzahl an Aussagen konzentriere ich mich in diesem Beitrag auf die Aussagen zu Kosten des \u201eAusbaus der Erneuerbaren, Marktversagen, negative Preise am Strommarkt, Wirtschaftlichkeit sowie Daseinsf\u00fcrsorge\u201c. Die Themen \u201eAbregelung von Erneuerbaren, Netzausbau und W\u00e4rmewende\u201c werde ich in einem weiteren Beitrag behandeln.<\/p>\n<p><strong>Die Kernbotschaften meines Beitrags sind:<\/strong><\/p>\n<p>Die Risiken einer Nicht-F\u00f6rderung von Erneuerbaren \u00fcbersteigen die EEG-F\u00f6rderkosten bei Weitem, wie die Kosten der Gaspreiskrise zeigen.<\/p>\n<p>Die EEG-F\u00f6rderung von Erneuerbaren senkt den B\u00f6rsenstrompreis, welches bei der Bewertung der EEG-F\u00f6rderkosten zu ber\u00fccksichtigen ist. <\/p>\n<p>Aussagen zur Haushaltsbelastung und Wirtschaftlichkeit sind in vielen Punkten widerspr\u00fcchlich und mindestens einseitig, wie die Position zur F\u00f6rderung von Gaskraftwerken zeigt. <\/p>\n<p>Negative Preise sind kein \u201eIndiz f\u00fcr ein Marktversagen am Strommarkt\u201c, sondern zeigen lediglich, dass unflexible Stromerzeugung besteht, welche auch zu erheblichen Anteilen auf einen unflexiblen, fossilen Kraftwerkspark zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Der weitere z\u00fcgige Ausbau von Erneuerbaren sorgt f\u00fcr langfristig stabile Strompreise und erh\u00f6ht die Sicherheit und Widerstandsf\u00e4higkeit der Energieversorgung in einer weltweit unsicheren politischen Lage.<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderung und der weitere z\u00fcgige Ausbau der Erneuerbaren Energien ist entsprechend ein wichtiger Teil der Daseinsf\u00fcrsorge, und sollte somit auch im Interesse kommunaler Unternehmen sein, welche die Daseinsf\u00fcrsorge f\u00fcr sich beanspruchen.<\/p>\n<p>Kosten des erneuerbaren Ausbaus und fossile Subventionen<\/p>\n<p>Karsten Rogall bezeichnet die F\u00f6rderkosten der Erneuerbaren Energien (EE) f\u00fcr den Staatshaushalt als nicht tragbar und fordert daher, die F\u00f6rderung f\u00fcr Erneuerbare Energien zu beenden. Dabei unterschl\u00e4gt er nicht nur die preisd\u00e4mpfenden Effekte am Strommarkt, sondern l\u00e4sst auch die deutlich h\u00f6heren Kosten au\u00dfer Acht, die uns durch die Gaspreiskrise der vergangenen Jahre entstanden sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Karste-Rogall-Bild-L-Gruppe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-630729 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Karste-Rogall-Bild-L-Gruppe.jpg\" alt=\"Karsten Rogall.\" width=\"1380\" height=\"921\"  \/><\/a>Karsten Rogall. Foto: L-Gruppe<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderkosten des EE-Ausbaus (EEG-F\u00f6rderkosten) ergeben sich vereinfacht aus den Differenzkosten zwischen den garantierten Erl\u00f6sen und den am Spotmarkt erzielbaren Marktwerten. Bis zum 1. Januar 2023 wurden diese Kosten \u00fcber die EEG-Umlage an die Endverbraucher weitergegeben und werden seitdem aus dem Haushalt finanziert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Herr Rogall 2022 die Abschaffung der EEG-Umlage mit den Worten \u201eDie vorgezogene Abschaffung der EEG-Umlage ist vollkommen richtig [\u2026]\u201c (<a href=\"http:\/\/www.vku.de\/verband\/struktur\/vku-in-den-laendern\/sachsen\/pressemitteilungen\/pressemitteilung-vom-25022022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung, VKU vom 25.2.2022<\/a>) besonders begr\u00fc\u00dfte, sind diese Kosten f\u00fcr ihn nun nicht mehr tragbar, weshalb aus seiner Sicht die F\u00f6rderung gestoppt werden sollte. Dieser Logik folgend m\u00fcssten vorerst einige andere haushaltsbelastende Positionen sofort gestoppt werden.<\/p>\n<p>Nach einer <a href=\"http:\/\/ariadneprojekt.de\/media\/2024\/04\/Ariadne-Kurzdossier_Klimaschaedliche-Subventionen_April2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kurzanalyse im Forschungsprojekt Ariadne<\/a> aus dem Jahr 2024 bewegen sich die Einnahmeverluste des Haushalts aufgrund fossiler Subventionen im Verkehr auf 11,3 bis 14,8 Milliarden Euro pro Jahr. Ein Betrag, der sich mit der Erh\u00f6hung der Pendlerpauschale noch deutlich vergr\u00f6\u00dfert haben d\u00fcrfte. Dabei sind mindernde Effekte auf die Einnahmenh\u00f6he bei Abschaffung der Regelungen bereits ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Ebenso hat die Gaspreiskrise im Kontext des Ukrainekriegs die Risiken der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen klar gezeigt. Allein die Gas- und Strompreisbremse hat den Haushalt mit dem F\u00fcnffachen der j\u00e4hrlichen EEG-F\u00f6rderkosten belastet. Dabei sind weitere indirekte Kosten, wie z.B. die Auswirkungen auf die Wirtschaft und Inflation, noch nicht ber\u00fccksichtigt. Ein fr\u00fcherer und st\u00e4rkerer Ausbau von Erneuerbaren Energien h\u00e4tte die Kosten der Gaspreiskrise deutlich senken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die aktuell vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen der Bundesregierung werden nicht erw\u00e4hnt. Beispiele sind die \u00dcbernahme der Gasspeicherumlage, die mit 3,4 Milliarden Euro zu Buche schl\u00e4gt, oder die F\u00f6rderkosten f\u00fcr neue Gaskraftwerke, die nach aktuellen Sch\u00e4tzungen deutlich \u00fcber 20 Milliarden Euro betragen werden.<\/p>\n<p>Subventionen \u00fcbersteigen EEG-F\u00f6rderkosten<\/p>\n<p>Die obige knappe Auflistung zeigt bereits, dass anderweitige Subventionen und Risiken die EEG-F\u00f6rderkosten deutlich \u00fcbersteigen, ohne dabei einen positiven Beitrag f\u00fcr die Zukunft zu bringen. Der Forderung eines F\u00f6rderstopps f\u00fcr Erneuerbare aufgrund einer Haushalts\u00fcberlastung, wobei die \u00dcbernahme \u00fcber den Haushalt noch wenig zuvor deutlich begr\u00fc\u00dft wurde, kann aus dieser Perspektive nicht nachvollzogen werden.<\/p>\n<p>Dabei ist noch unterschlagen, dass die EEG-F\u00f6rderkosten nicht die tats\u00e4chlichen Gesamtkosten widerspiegeln. So muss beispielsweise der preisd\u00e4mpfende Effekt an den Stromm\u00e4rkten ber\u00fccksichtigt und von den EEG-F\u00f6rderkosten abgezogen werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien senkt die B\u00f6rsenstrompreise, was allen Verbrauchern, insbesondere der Industrie, zugutekommt.<\/p>\n<p>Ein Effekt, welchen Herr Rogall mit Verweis auf negative B\u00f6rsenpreise, die er f\u00e4lschlicherweise einseitig den Erneuerbaren zuschreibt, kritisiert. Zur Vollst\u00e4ndigkeit muss nat\u00fcrlich erw\u00e4hnt werden, dass der Umbau auf ein Erneuerbare Energiesystem einen Ausbau der Netzinfrastrukturen erfordert.<\/p>\n<p>Die dortigen Investitionskosten werden \u00fcber die entsprechenden zu veranschlagenden Zeitr\u00e4ume \u00fcber die Netzentgelte abgeschrieben und sind somit als Kostenblock zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/swl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-624974 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/swl.jpg\" alt=\"Das Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig an der Bornaischen Stra\u00dfe soll k\u00fcnftig mit Wasserstoff arbeiten k\u00f6nnen.\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Das Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig an der Bornaischen Stra\u00dfe soll k\u00fcnftig mit Wasserstoff arbeiten k\u00f6nnen. Foto: Ralf Julke<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon ist eine Energieversorgung, die prim\u00e4r auf Wind und Solar basiert, langfristig preisstabiler. Nach Abschreibung der anf\u00e4nglichen Investitionskosten ist ein solches System auf lange Sicht kosteng\u00fcnstiger als eine Energieversorgung, die von variablen Brennstoffpreisen abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Negative Preise, Marktversagen und Wirtschaftlichkeit<\/p>\n<p>Der Vorwurf des Marktversagens ist ein starker Begriff, den Herr Rogall in mehreren Abschnitten mit Bezug auf die negativen Preise am Strommarkt verwendet und insbesondere mit dem Ausbau von Photovoltaik-Anlagen verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Spricht man von negativen Strompreisen, bezieht sich dies \u00fcblicherweise auf den Day-Ahead Handel am EPEX Spotmarkt. Ein Blick in die Daten zeigt: vom Januar bis August 2025 traten in der deutschen Strompreiszone in 401 Stunden negative Preise auf. Der fossile Anteil der Stromproduktion lag in diesen Stunden im Durchschnitt immer noch bei rund 12 %. Der kleinste Anteil an fossilen Erzeugern lag bei 8 % der Produktion. In diesen Stunden lag der durchschnittliche Anteil von Wind und Solar bei 78 %. Im Maximum bei 83 %. (Eigene Auswertung, Daten: <a href=\"http:\/\/transparency.entsoe.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ENTSO-E Transparency Platform<\/a>)<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.smard.de\/page\/home\/wiki-article\/518\/105414\/negative-grosshandelspreise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesnetzagentur<\/a> folgend entstehen\u00a0 negative Strompreise \u201eauf kurzfristigen Stromm\u00e4rkten (\u2026), wenn eine hohe und unflexible Stromerzeugung auf eine gleichzeitig niedrige Nachfrage trifft.\u201c Die unflexible Stromerzeugung setzt sich dabei zusammen aus Erneuerbaren Anlagen, die \u00fcber das EEG gef\u00f6rdert werden, und unflexiblen, meist fossilen Kraftwerken.<\/p>\n<p>Vereinfacht ist es f\u00fcr EEG-Bestandsanlagen lohnenswert, negative Preise bis zur H\u00f6he der gleitenden Marktpr\u00e4mie zu akzeptieren, die diese F\u00f6rderung zus\u00e4tzlich zum B\u00f6rsenstrompreis enthalten. Die gleitende Marktpr\u00e4mie ergibt sich aus der Differenz zwischen der garantieten Verg\u00fctung und dem durchschnittlichen Monatserl\u00f6s am Gro\u00dfhandelsmarkt. F\u00fcr neue Anlagen, die an 2025 in Betrieb gehen, gilt dies nicht mehr, da die EEG-Verg\u00fctung bei negativen Prerisen auf Null gesenkt wird (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/eeg_2014\/__51.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 51 EEG<\/a>). Auch \u00e4ltere Anlagen sind \u00e4hnlichen Regelungen unterworfen, wobei diese an mehrere aufeinander folgende Stunden mit negativen Preisen gekoppelt sind. Das bedeutet, dass Anlagenbetreiber dieser Neuanlagen keinen Anreiz haben, in Stunden mit negativen Preisen Strom zu produzieren, auch somit nicht zu den negativen Preisen beitragen.<\/p>\n<p>Die obigen Daten verdeutlichen damit Altbekanntes: Eine hohe Stromerzeugung aus Wind und Solar senkt die Marktpreise, aber ausschlaggebend f\u00fcr negative Preise sind Anlagenbetreiber inflexibler Kraftwerke, die bereit sind, bei Geld f\u00fcr die Produktion von Strom zu bezahlen, anstatt diese weiter zu drosseln oder herunterzufahren.<\/p>\n<p>In diesem Kontext ist es erw\u00e4hnenswert, dass der weitere Ausbau von Solaranlagen und Windanlagen nahezu keinen Effekt auf negative Preise haben kann. Dies begr\u00fcndet sich damit, dass die EEG-Verg\u00fctung f\u00fcr \u00fcber das EEG gef\u00f6rderte Neuanlagen bei negativen Preisen auf null gesenkt wird (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/eeg_2014\/__51.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a751 EEG<\/a>). Das bedeutet, dass Anlagenbetreiber dieser Neuanlagen keinen Anreiz haben in diesen Stunden Strom zu produzieren, auch wenn sie es k\u00f6nnten. Dies reduziert die Einnahmen der erneuerbaren Anlagen und sch\u00fctzt inflexible alte Kraftwerke, die eigentlich nicht mehr den Marktanforderungen entsprechen.<\/p>\n<p>Ist es nun richtig, hier von Marktversagen zu sprechen? Offensichtlich nicht! Die zentrale Aufgabe des Day-Ahead-Spotmarkts, die Ermittlung der niedrigsten Erzeugungskosten f\u00fcr Energie, wird erf\u00fcllt, auch wenn dies aufgrund inflexibler Kraftwerke zu negativen Preisen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wirtschaftlichkeit und Marktdesign<\/p>\n<p>Und hiermit kommen wir zum Thema Wirtschaftlichkeit und Marktdesign: Der Spotmarkt ist ein Energy-Only-Markt. Dieses Marktdesign ist gut geeignet, um effizient den g\u00fcnstigsten Preis f\u00fcr erzeugte Energie zu ermitteln. Schlecht oder nur bedingt geeignet ist dieses Marktdesign unter anderem bei den Themen der Versorgungssicherheit und Gew\u00e4hrleistung der Netzfrequenzstabilit\u00e4t. Vor diesem Hintergrund ist auch der Prim\u00e4rregelleistungsmarkt nicht als Energy-Only-Markt konzipiert.<\/p>\n<p>Mit dem Argument der Versorgungssicherheit m\u00f6chte die Bundesregierung daher neue Gaskraftwerke f\u00f6rdern, da diese nicht wirtschaftlich am Energy-Only-Markt agieren k\u00f6nnen. Der Logik des Interviews folgend, d\u00fcrfte also keine F\u00f6rderung von Gaskraftwerken stattfinden, da es sich ja um eine deutlich \u00e4ltere Technologie handelt.<\/p>\n<p>Anders als bei Gaskraftwerken sieht es hingegen bei Batteriespeichern aus. Hier erfolgt aktuell ein <a href=\"http:\/\/www.battery-charts.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dynamischer Ausbau<\/a>, wobei die Anlagen zunehmend auf den Day-Ahead Spotmarkt dr\u00e4ngen. Sollten sich die geplanten Kapazit\u00e4ten realisieren, wird sich das Thema der negativen Strompreise mittelfristig erledigen, denn die Batteriespeicher werden bei hoher erneuerbarer Produktion Strom am Strommarkt einkaufen und bei niedriger erneuerbarer Produktion verkaufen.<\/p>\n<p>Damit stabilisieren Batteriespeicher die Marktpreise. In der Konsequenz wird der Marktwert von Wind und Solar erh\u00f6ht und der mittlere Strompreis am Spotmarkt sowie die EEG-F\u00f6rderkosten gesenkt werden. Dahingegen sind Gaskraftwerke, die am Spotmarkt agieren, die teuersten Stromproduzenten und helfen auch nicht dabei, die EEG-F\u00f6rderkosten zu verringern.<\/p>\n<p>Nochmals auf den Punkt gebracht: Energy-Only-M\u00e4rkte sind nur bedingt geeignet, um langfristige Investitionen anzureizen, auch wenn diese langfristig die Stromerzeugungskosten senken. Genau dies ist einer der Zwecke, welches das EEG erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Daseinsf\u00fcrsorge<\/p>\n<p>Mehrfach verweisen die Antworten des Interviews mit Karsten Rogall auf die Verantwortung der Leipziger Gruppe beim Thema Daseinsvorsorge. Allerdings sind auch die schnellstm\u00f6gliche Erreichung der Klimaneutralit\u00e4t sowie die Gew\u00e4hrleistung einer langfristig preisstabilen Strom- und W\u00e4rmeversorgung wichtige Bestandteile davon. Die Kosten des Klimawandels \u00fcbersteigen die Kosten f\u00fcr den Umbau auf ein klimaneutrales Energiesystem bei Weitem. <\/p>\n<p>Ein auf Erneuerbaren Energien basierendes Energiesystem ist aufgrund der geringeren Abh\u00e4ngigkeit von Importen fossiler Rohstoffe und volatilen Brennstoffpreisen deutlich widerstandsf\u00e4higer. Die Gaspreiskrise und der aktuelle \u201eDeal\u201c im Zollstreit mit den USA zeigen, wie fossile Brennstoffe als Druckmittel eingesetzt werden. Der weitere z\u00fcgige Ausbau der Erneuerbaren Energien ist eine Investition in die Zukunft und sorgt f\u00fcr langfristig stabile Preise sowie f\u00fcr eine resiliente Energieversorgung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Jahr 2019 hat der Leipziger Stadtrat beschlossen, bis 2040 Klimaneutralit\u00e4t erreichen zu wollen. 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