{"id":335479,"date":"2025-08-11T04:07:15","date_gmt":"2025-08-11T04:07:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/335479\/"},"modified":"2025-08-11T04:07:15","modified_gmt":"2025-08-11T04:07:15","slug":"125-jahre-tura-bremen-spielleute-orchester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/335479\/","title":{"rendered":"125 Jahre Tura Bremen Spielleute-Orchester"},"content":{"rendered":"<p>\n     Starke Rhythmen, glockenhelle Fl\u00f6ten und abwechslungsreiche Melodien: Wo das Spielleute-Orchester vom Gr\u00f6pelinger Turn- und Rasensportverein (Tura) auftaucht, da ist es nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. In diesem Jahr steht f\u00fcr die Blau-Wei\u00dfen ein besonderes Ereignis an: Ihr 125. Geburtstag. Den m\u00f6chte das Gr\u00f6pelinger Musikensemble mit einem Jubil\u00e4umskonzert am 1.\u2009November im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen gro\u00df feiern. Er ist schlie\u00dflich etwas Besonderes, wei\u00df <a class=\"linked-story\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/dirigent-schmidt-seit-50-jahren-dabei-doc7e4byemq43p74hazlg1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Orchesterleiter Wolfgang Schmidt<\/a>: \u201e125 \u2013 das schaffen die wenigsten. Viele haben das Handtuch geschmissen.\u201c Denn w\u00e4hrend vor 30\u2009Jahren bremenweit in rund 20\u2009Spielmannsz\u00fcgen, Fanfarenz\u00fcgen und Blaskapellen musiziert wurde, sind es heute noch vier Gruppen. Auch die Gr\u00f6pelinger haben mit Mitgliederschwund und Nachwuchssorgen zu k\u00e4mpfen. \u201eAber wir k\u00e4mpfen\u201c, sagt Schmidt.\n<\/p>\n<p>Er trat 1965 als 14-J\u00e4hriger in den damaligen Tura-Spielmannszug ein, um eine Ausbildung an der kleinen Trommel zu absolvieren. \u201eDamals gab es allj\u00e4hrlich ein gro\u00dfes Sch\u00fctzenfest mit vier bis f\u00fcnf Musikkapellen, und die US-Army-Band hat einen Fr\u00fchschoppen gegeben. Das fand ich interessant\u201c, erkl\u00e4rt Schmidt sein Faible f\u00fcr die Musik. Anfangs seien noch viele \u00c4ltere aus der Zeit der Wiedergr\u00fcndung dabei gewesen, ab 1962 konnten dann auch M\u00e4dchen beim Spielmannszug mitmachen. Heute bilden die Musikerinnen mit 60 Prozent die Mehrheit des Ensembles. Als sich 1976 der bisherige Leiter verabschiedete, \u00fcbernahm auf Wunsch des Orchesters der damalige Stellvertreter Schmidt den Tambourstab und fing an, das musikalische Programm zu modernisieren. \u201eIch habe das nicht gleich \u00fcbertrieben, aber schon mal die ersten lateinamerikanischen St\u00fccke eingef\u00fchrt wie zum Beispiel Guantanamera \u2013 das konnten auch die \u00c4lteren noch mittragen.\u201c<\/p>\n<p>Repertoire und Instrumente wurden erweitert<\/p>\n<p>Heute enthalten die dicken blauen Noten-Ordner der Spielleute mehr als 100 Kompositionen von Pop und Rock bis Klassik, die zum Teil eigens f\u00fcr sie von Profis arrangiert wurden. Das Repertoire reicht vom Beatles-Potpourri \u00fcber \u201eIn the Mood\u201c, \u00fcber das durch Frank Sinatra ber\u00fchmt gewordene \u201eMy Way\u201c, das Phantom der Oper und den Fluch der Karibik bis zum Florentiner Marsch. Den \u201eFlori\u201c hatte die Gruppe zum ersten Mal bei der Musikschau der Nationen geh\u00f6rt und daraufhin in ihr Programm aufgenommen.<\/p>\n<p>Auch die Bandbreite der eingesetzten Instrumente \u2013 und damit der Klang des Orchesters \u2013 hat sich kontinuierlich erweitert. Urspr\u00fcnglich waren ausschlie\u00dflich Sopranfl\u00f6ten und kleinen Marschtrommeln \u00fcblich, heute geh\u00f6rt auch eine Marimba dazu. Eine Besonderheit sind die Melodicas \u2013 Blasinstrumente, die \u00fcber eine Klaviatur gespielt werden. \u201eDas haben wir in den 1970er-Jahren mal eingef\u00fchrt, das gibt in der Tiefenlage eine ganz andere Tonf\u00e4rbung\u201c, erz\u00e4hlt Schmidt, der irgendwann auch noch das &#8222;Show Marching&#8220; etablierte. Denn: \u201eWir wollten nicht nur einfach die Stra\u00dfe langlaufen, sondern auch mal Wellenbewegungen oder einen Zwischenstopp einbauen.\u201c Eine zw\u00f6lfmin\u00fctige Show mit 45 Leuten in der Stadthalle \u2013 \u201edas war in unserer gro\u00dfen Zeit, daf\u00fcr haben wir intensiv an 20 Wochenenden auf dem Sportplatz trainiert\u201c, erz\u00e4hlt der Orchesterchef. Spiralen, gegenl\u00e4ufige Kreise oder durcheinanderlaufende Achten habe die Gruppe bis heute drauf, so Schmidt weiter. \u201eDas ist f\u00fcr das Publikum interessant, die fragen sich dann immer: Wie kommen die da wieder raus?\u201c<\/p>\n<p>Gute Ausbildung zahlt sich aus<\/p>\n<p>Wer hier mitmusizieren m\u00f6chte, der erh\u00e4lt zun\u00e4chst eine anspruchsvolle Ausbildung in Theorie und Praxis inklusive Abschlusspr\u00fcfung durch den Orchesterchef h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Schmidt, der hauptberuflich als Chemielaborant bei <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/kaffee-hag-q1721037\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kaffee Hag<\/a> gearbeitet hat, ist \u00fcberzeugt: \u201eDas zahlt sich aus. So braucht man dann viel weniger Zeit, um Musikst\u00fccke einzustudieren.\u201c Rund 320 Interessierte hat er in fast 50 Jahren als ehrenamtlicher Orchesterchef ausgebildet. \u201eErst, wer es geschafft hat, trat in den Verein ein und zahlte dann den Mitgliedsbeitrag. Anders geht es hier in Gr\u00f6pelingen nicht\u201c, findet er.<\/p>\n<p>Aktuell sind bei den Spielleuten 30 Musikerinnen und Musiker im Alter von 18 bis 73 aus ganz Bremen aktiv. Zum Beispiel Sandra \u201eSandy\u201c Czerwinski an der Altfl\u00f6te, die den Spielleuten seit 40 Jahren die Treue h\u00e4lt \u2013 im Moment als \u201eLonesome Rider\u201c, wie sie lachend erz\u00e4hlt: \u201eAlle anderen Altfl\u00f6ten haben gewechselt oder aufgeh\u00f6rt.\u201c Czerwinski blieb und infizierte auch ihre Schwester und ihre Tochter mit dem Spielleute-Virus. Ihr Vater Norbert \u201eNobbi\u201c L\u00fcdtke hat rund 25 Jahre lang bei Umz\u00fcgen seine 18 Kilo schweren Trommeln geschleppt. Er war Schlagzeuger in einer Band, als auch er Mitte der 1990er-Jahre dazukam. \u201eIch dachte mir, da kann man ja vielleicht noch was lernen. Als ich die Aufnahmepr\u00fcfung machen musste, war ich fast 40 \u2013 und habe alles mit Note Eins bestanden!\u201c Trommler Marcel Jonas stellt bei den Spielleuten bereits die vierte Generation seiner Familie. \u201eMein Opa hat damit angefangen\u201c, erz\u00e4hlt sein Vater Torsten, und Marcel kann das gemeinsame Hobby nur allen w\u00e4rmstens weiterempfehlen. \u201eMan kommt viel rum und sieht viel, auch hinter den Kulissen von gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen. Musik ist ein Lebensgef\u00fchl und es ist sch\u00f6n, anderen damit eine Freude zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Begr\u00fc\u00dfungsst\u00e4ndchen f\u00fcr die Babys<\/p>\n<p>Und Freude haben ganz offensichtlich auch die Musikerinnen und Musiker, die sich gegenseitig Spitznamen geben, schon etliche gemeinsame Ausfl\u00fcge unternommen haben und wie eine gro\u00dfe harmonische Familie wirken. \u201eEs ist ganz wichtig, dass man eine gute Stimmung hat. Und in den musikalischen Alltag darf nie Langeweile einkehren\u201c, unterstreicht Schmidt alias \u201eGoofie 1\u201c. Und das mit der Familie treffe \u00fcbrigens wirklich zu. \u201eIm Laufe der Jahre haben sich viele bei uns kennen- und auch lieben gelernt \u2013 und dann gab es eben auch Nachwuchs.\u201c Den Anfang machten Schmidt und seine Frau Edith, die sich bei den Spielleuten kennenlernten und einander 1980 das Ja-Wort gaben. Seitdem folgten 44 weitere Hochzeiten und vor zwei Monaten das mittlerweile 57. Spielleute-Baby. Schmidt: \u201eWir haben oft vor Kirchen gestanden und den Hochzeitsmarsch gespielt. Und die Babys kriegen von uns immer ein Begr\u00fc\u00dfungsst\u00e4ndchen.\u201c<\/p>\n<p>                Zur Sache<\/p>\n<p>\n        Die Geschichte der Spielleute<br \/>\n        <br \/>Die Wurzeln des Spielleute-Orchesters reichen zur\u00fcck bis ins Jahr 1900, als sich im Gr\u00f6pelinger Turnverein \u2013 dem Vorl\u00e4ufer von Tura \u2013 ein f\u00fcnfk\u00f6pfiges Trommler- und Pfeiferkorps unter der Leitung eines beim Milit\u00e4r ausgebildeten Hornisten gr\u00fcndete. Die Gruppe wuchs zahlenm\u00e4\u00dfig immer mehr an und \u00fcberstand trotz Einschr\u00e4nkungen die Zeit des Hitler-Regimes, bis sie schlie\u00dflich 1941 bei einem Bombenangriff s\u00e4mtliche Instrumente verlor.\n    <\/p>\n<p>1950 dann der Neuanfang \u2013 der Spielmannszug, der seit 1956 in der Schule am Halmerweg probt, wurde in den Turn- und Rasensportverein (Tura) integriert. Dort entwickelte er sich zum Spielleute-Orchester, einer bekannten Concert-, Marching- und Show-Band. Sieben Mal war das Gr\u00f6pelinger Orchester ab 1988 bei der Musikschau der Nationen in der Bremer Stadthalle mit dabei und ist zu seinen Hochzeiten auch bei der Bundesgartenschau in Kassel, beim ZDF-Sonntagskonzert und bei der BBC im englischen Birmingham aufgetreten.<\/p>\n<p>Bei mehr als 40 Jahresabschlusskonzerten im Nachbarschaftshaus Helene Kaisen (Na\u2018) begeisterte das Ensemble bis 2019 das Publikum und marschierte regelm\u00e4\u00dfig bei Sch\u00fctzenumz\u00fcgen und Lampionumz\u00fcgen mit. 30 bis 35 Auftritte j\u00e4hrlich absolvieren die Spielleute zu Spitzenzeiten, aktuell sind es etwa zehn und \u2013 aus Altersgr\u00fcnden \u2013 Platzkonzerte statt Umz\u00fcge. Eine Ausnahme war das diesj\u00e4hrige Sch\u00fctzenfest in Wilstedt \u2013 die Veranstalter hatten f\u00fcr den Festumzug einen Kremserwagen organisiert.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81ue4b1m2k6wbpvgimk\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-groepelingen\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Starke Rhythmen, glockenhelle Fl\u00f6ten und abwechslungsreiche Melodien: Wo das Spielleute-Orchester vom Gr\u00f6pelinger Turn- und Rasensportverein (Tura) auftaucht, da&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":335480,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-335479","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115008165928456365","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/335479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=335479"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/335479\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/335480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=335479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=335479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=335479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}