{"id":335725,"date":"2025-08-11T06:37:12","date_gmt":"2025-08-11T06:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/335725\/"},"modified":"2025-08-11T06:37:12","modified_gmt":"2025-08-11T06:37:12","slug":"abschied-von-russland-muetterchen-es-ist-zeit-zu-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/335725\/","title":{"rendered":"Abschied von Russland: M\u00fctterchen, es ist Zeit zu gehen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">M inus 46 Grad. Ich war ein Eisklotz voller Schichten aus Mikrofasern, Fleece und Fell. Die Augen gingen kaum noch auf, der Raureif auf den Wimpern wog schwer. Ich sank im Schlitten aus Hartplastik zusammen. Mich beschlich immer mehr die Sorge, einzuschlafen und zu erfrieren, hier im Norden der Insel Sachalin, \u201eam Rande der Welt\u201c, wie das indigene Volk der Niwchen sie nennt. Knapp neun Flugstunden von Moskau weg, eine Nachtfahrt im Zug, vier Stunden in einem Bus, fast eine in einem anderen. Ich atmete sehr langsam, das Schneemobil ratterte durch den fest gewordenen Schnee in der Pomr-Bucht des Ochotskischen Meeres, weit im Osten Russlands.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Die Niwchen lebten hier bereits vom Fischfang und der Robbenjagd, als russische Zaren noch nicht mit japanischen Kaisern um die Vorherrschaft auf der Insel stritten. Sie lebten auf Sachalin, als zuerst das russische Zarenreich und sp\u00e4ter das sowjetische Terrorregime seine Gefangenen hier aussch\u00fcttete und in den Tod trieb. Es ist ihr \u201eLand der Ahnen\u201c. Mehr schlecht als recht trotzen sie heute den wirtschaftlichen Herausforderungen, der Fisch geht ihnen aus, weil die Bohrt\u00fcrme von Rosneft, einem der gr\u00f6\u00dften \u00d6lproduzenten weltweit, die Laichpl\u00e4tze der Lachse bedroht. Die Niwchen verlieren viele ihrer Verwandten an den Alkohol, sehen ihre Kinder wegziehen, weil das Festland mehr zu bieten hat als das Robbenfett in einem Holzverschlag und die Legenden, die die Alten nach und nach vergessen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Sind es die Gr\u00e4ber der Vorfahren, die sie in dieser nicht enden wollenden Sch\u00f6nheit aus Schnee und Eis halten? Ein Gef\u00fchl, das sich Heimat nennt? Schmerzvoll, es aufgeben zu m\u00fcssen und woanders nicht mehr das wiederzufinden, das einem so nah und vertraut ist? Ist es die Weite, die seltsame Stille, die gar nicht still ist, weil das Meer immer tost? Der knirschende Schnee, das Gef\u00fchl der Unendlichkeit?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Der Fischer, der mich hinter sich herzog, eine Viertelstunde bereits, stellte sich solche Fragen nicht. Er, der bis vor wenigen Minuten noch mit blo\u00dfen H\u00e4nden aus einem pr\u00e4zise ausgemessenen Eisloch Stinte, Dorsche, Grundeln in einen anderen Schlitten bef\u00f6rderte, pfiff gegen den Wind an, w\u00e4hrend ich nur noch einen Gedanken hatte: W\u00e4rme, gebt mir W\u00e4rme!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/!112039\/#matomo:pk_campaign=standard_wot-only&amp;pk_source=Online&amp;pk_medium=taz.de&amp;pk_kwd=textbox-wot-texte\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/wochentaz-kennzeichen-3zu2-klein-1.png\" loading=\"lazy\" height=\"363\" type=\"image\/png\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>wochentaz<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph last\">Dieser Text stammt aus der <strong>wochentaz<\/strong>. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist \u2013 und wie sie sein k\u00f6nnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und <a href=\"https:\/\/taz.de\/!112039\/#matomo:pk_campaign=standard_wot-only&amp;pk_source=Online&amp;pk_medium=taz.de&amp;pk_kwd=textbox-wot-texte\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">nat\u00fcrlich im Abo<\/a>.<\/p>\n<p>      Die Pioniere sind zur\u00fcck im Land<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">Ich wei\u00df nicht mehr recht, wie meine F\u00fc\u00dfe mich vom Schlitten ins Haus des Fischers getragen haben. Damals, 2019, noch weit vor dem Krieg, der von einer Minute auf die n\u00e4chste alles an Gewissheiten zerst\u00f6rte und einen undurchsichtigen Schleier auf das Land legte. Diesem Krieg, der alles in ein Davor und ein Danach teilt, der den Alltag in jeder Minute bestimmt. Die Arbeit sowieso.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"7\">Zu den Niwchen kann ich nicht mehr. Der Geheimdienst FSB, der schon vor sechs Jahren alles \u00fcberwachte und mich nach einigen Recherchetagen im Schnee sieben Stunden lang in einer grauen Amtsstube befragte, anbr\u00fcllte und erniedrigte, ohne auch nur ein Glas Wasser zu erlauben, hat nun alles unter Kontrolle. Das Frieren von heute ist ein anderes als das Frieren in der Bucht vor Sachalin.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"8\">Die Fischersfrau hatte mir den Pelzmantel abgenommen und mich in Richtung Gasofen bugsiert. Ich sp\u00fcrte Leben in mir aufsteigen, es zog von den Zehen in den Kopf, meine Augen blinzelten wieder, die Finger griffen nach einer Tasse warmen Tees. Die feuchten Wollsocken baumelten auf einer Leine \u00fcber dem Ofen, der hier nie ausging.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"9\">Ach, M\u00fctterchen \u2026<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"10\">So empf\u00e4ngst du deine Besucher*innen. Du l\u00e4sst sie zun\u00e4chst in der K\u00e4lte stehen. Kein L\u00e4cheln. Du blaffst sie an, bellst fast, musterst sie. Fremde erscheinen dir immer gef\u00e4hrlich, suspekt. Du zeigst ihnen die kalte Schulter \u2013 und eine r\u00fchrende Art von Neugier. Nach einer gewissen Zeit, wenn auch der Fremde sich ge\u00f6ffnet hat, wenn er dich angel\u00e4chelt hat \u2013 oder vielleicht auch angeblafft hat, weil er dachte, so geh\u00f6re es sich im Umgang mit dir \u2013 l\u00e4sst du ihn die W\u00e4rme versp\u00fcren, die von dir ausgeht. Manchmal auch eine gef\u00e4hrliche Hitze.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"11\">Ich bin eine etwas anders geartete \u201eFremde\u201c. Manchmal sagst du sogar, ich sei eine \u201eNascha\u201c, eine \u201eUnsrige\u201c. Geburtsland: Sowjetunion. 1980 war das. Meine deutschen Vorfahren hast du einst ins Lager gesteckt, hast sie schuften und hungern lassen. Sie haben deinen Gulag \u00fcberlebt, voller Angst und Traumata, die sie bis heute in sich tragen. Meinen ukrainischen Urgro\u00dfvater hast du vom NKWD, dem Vorg\u00e4nger des heutigen FSB, festnehmen lassen und ihm seine Identit\u00e4t genommen. Sein Sohn hat seinen Namen ge\u00e4ndert und nie etwas \u00fcber die Festnahme des Vaters erz\u00e4hlt. Die Vorw\u00fcrfe, die sich im \u201eFall\u201c gegen den ukrainischen Urgro\u00dfvater, der nur noch sowjetisch sein durfte, finden, sind teils wortgleich mit den Vorw\u00fcrfen gegen die heutigen Regimekritiker*innen. Es sind fast 90 Jahre vergangen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"12\">Ich bin nicht die \u201eDeine\u201c. Aber ich kenne deine Mechanismen von Dem\u00fctigung und Bestrafung von klein auf. Wei\u00df, dass ein Individuum ein Nichts ist f\u00fcr dich und das Kollektiv alles. \u201eImmer bereit!\u201c Dieser Spruch der Jungpioniere, auch mir ging er als Kind \u00fcber die Lippen \u2013 bis ich die zusammengebrochene Sowjetunion verlie\u00df und lernte, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Vielf\u00e4ltig, auch zweifelnd, Fragen stellend.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"13\">Die Pioniere sind zur\u00fcck im Land, nun nicht mehr sowjetisch, sondern russisch. Sie haben sich zur neu gegr\u00fcndeten \u201eJugendarmee\u201c gesellt, die in Wettbewerben feiert, wer am schnellsten eine Kalaschnikow auseinandernimmt und wieder zusammensetzt. Auch Fahnenappell und die milit\u00e4rische Grundausbildung in der Schule sind wieder da. Du bist ge\u00fcbt in Indoktrination, schon der Allerkleinsten. Ich erinnere mich an das Gedicht \u201eKakerlake\u201c des sowjetischen Kinderautors Kornej Tschukowski. Du bist wie der dicke Sch\u00e4dling dort: Ein \u201eschrecklicher Riese, rot und mit Schnurrhaaren\u201c tauchte bei allerlei Tieren auf und versetzte sie in Angst und Schrecken. \u201eBringt mir eure Kinderlein\u201c, schrie die Kakerlake bei Tschukowski. \u201eIch werde sie zum Abendessen verspeisen.\u201c<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>\n            Du duldest keine Fragen, keinen Zweifel. F\u00fcr dich gibt es ein st\u00e4ndiges Nelsja (Man darf nicht) und ein \u201eNado\u201c (Man muss). Warum die Menschen etwas nicht d\u00fcrfen oder etwas m\u00fcssen, erkl\u00e4rst du nicht. H\u00e4lt sich der Mensch nicht daran, wird er bestraft. Immer<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"14\">Du verspeist. Kinder und Erwachsene zugleich. Nicht der B\u00e4r, die Kakerlake m\u00fcsste dein Nationaltier sein, in jeder Ecke deines Riesenlandes versteckt sie sich, nicht auszurotten.<\/p>\n<p>      Barmherzigkeit war noch nie deine St\u00e4rke<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"16\">Ach, M\u00fctterchen \u2026<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-22\" pos=\"17\">Du duldest keine Fragen, keinen Zweifel. F\u00fcr dich gibt es ein st\u00e4ndiges \u201eNelsja\u201c (Man darf nicht) und ein \u201eNado\u201c (Man muss). Warum die Menschen etwas nicht d\u00fcrfen oder etwas m\u00fcssen, erkl\u00e4rst du nicht. Du stellst nur fest. H\u00e4lt sich der Mensch nicht daran, wird er bestraft. Immer. Barmherzigkeit war noch nie deine St\u00e4rke. Um ans Ziel zu kommen, kennst du nur Gewalt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-23\" pos=\"18\">Es gab eine Zeit, in der du dich ge\u00f6ffnet hattest. Eine chaotische Zeit, in der niemand wusste, wie mit Freiheit umzugehen sei. Und wie mit einer Wirtschaft, die zusammengebrochen war. Die Freiheit war nach einiger Zeit anstrengend, zu wild das alles. Selbst denken ist anstrengend, Verantwortung \u00fcbernehmen ist anstrengend. Du hast es gern gesehen, als die Menschen alles an dich \u00fcbergaben und auf ihrer Datscha das Leben genossen. \u201eDer Politik bin ich fern\u201c, sagen sie gern. Nicht alle nat\u00fcrlich. Wie lebt es sich in einer Gesellschaft des Umbruchs? In einer Gesellschaft, die Teile ihrer Geschichte verleumdet und eine Zukunft leben will, in der sie ihre Erz\u00e4hlung vom kulturhistorischen \u201eSonderfall\u201c jedem aufzubinden versucht?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"19\">Ich war als Kind gegangen und bin als Erwachsene zu dir zur\u00fcckgekehrt. Nach Russland. Ich bin durch den postsowjetischen Raum gereist. Habe als Austauschstudentin dein Unileben kennengelernt (sehr verschult), sp\u00e4ter als Gastredakteurin bei einer russischen Zeitung gearbeitet (als es noch unabh\u00e4ngige Medien gab). Ich bin Jahre bei dir geblieben, \u00fcberzeugt davon, dich meinen Le\u00adse\u00adr*in\u00adnen erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, deine Geschichte, deine Schmerzen. Ich blieb auch noch da, als viele Kol\u00adle\u00adg*in\u00adnen dir l\u00e4ngst den R\u00fccken gekehrt hatten. Dich zu verstehen, machte das lange Beobachten, Zuh\u00f6ren, Fragen stellen dennoch nicht einfacher.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"20\">Ich lernte hier die Liebe kennen, vor einem Gerichtsgeb\u00e4ude, wo sonst. Russlandberichterstattung ist weiterhin Gerichtsberichterstattung. Nur dass die Gerichte kaum mehr Jour\u00adna\u00adlis\u00adt*in\u00adnen in die Verhandlungss\u00e4le lassen. Nach ein paar Jahren woanders war ich wieder bei dir, zu einem Zeitpunkt, als deine Gesellschaft immer militaristischer wurde. Mehr als mein halbes Leben lang habe ich bei dir verbracht, habe unserem Kind deine Sprache mitgegeben, meine Sprache der Kindheit, die ich nicht Putin und seinen willf\u00e4hrigen Handlangern \u00fcberlasse.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-26\" pos=\"21\">Ich habe als F\u00fcnfj\u00e4hrige im Steppenwind zu Alla Pugatschowa herumget\u00e4nzelt, da war sie l\u00e4ngst eine Diva. Du hast sie, eine Nationalheilige fast, tief st\u00fcrzen lassen, weil sie R\u00fcckgrat bewies und dich f\u00fcr deinen \u00dcberfall auf die Ukraine kritisierte. Ihre Lieder sind heute wie gel\u00f6scht im Land. Ich mache sie oft laut im Auto an, wenn ich mit 80 Stundenkilometern \u00fcber die achtspurigen Stra\u00dfen durch das Moskauer Stadtzentrum brettere \u2013 ja, das darf man \u2013, vielleicht eine Art pers\u00f6nlichen Protests. Manchmal weinen der Himmel \u00fcber der Stadt und ich dabei um die Wette.<\/p>\n<p><a class=\"slides icon maximize_opahov large pswp-slides pl-0\" href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/7861132\/1200\/38950298-2.jpeg\" data-pswp-width=\"\" data-pswp-height=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/38950298-2.jpeg\" alt=\"Eine Stadtsilhouette in Hintergrund, im Vordergrund Blumen im Gegenlicht\" title=\"Eine Stadtsilhouette in Hintergrund, im Vordergrund Blumen im Gegenlicht\" height=\"474\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Seit Russland seinen Krieg gegen die Ukraine f\u00fchrt, hat sich ein Schleier \u00fcbers Land gelegt. Diese Aufnahme entstand in Moskau<\/p>\n<p>Foto:<br \/>\nInna Hartwich<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-28\" pos=\"22\">Du frisst einen auf, du machst krank, du l\u00e4sst Wut aufkommen und Hass und Mitleid, eine ganze Palette an Emotionen. Du l\u00e4sst Tr\u00e4nen vergie\u00dfen, um dich und deinetwegen und klebst doch an einem. Da hilft auch kein Gl\u00e4schen Wodka als Absacker, \u201ena possoschok\u201c, wie du sagst.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-29\" pos=\"23\">Die Willk\u00fcr ist dein st\u00e4ndiger Begleiter. Du hast dich in der Gewalt eingerichtet. In alten Verbrechen, die du nicht verarbeiten willst, auch Jahrzehnte nach diesen Verbrechen nicht; du w\u00e4lzt jeden nieder, der dies dennoch versucht. Auch mit neuen Verbrechen findest du dich ab, die du t\u00e4glich begehst und \u00fcber die du der ganzen Welt erz\u00e4hlst, all das sei nur zu deinem Schutz, zu deiner Verteidigung. Du l\u00fcgst dir in die Tasche und verdrehst die Tatsachen so geschickt, dass dir die Welt so viele Jahre alles M\u00f6gliche abgenommen hat, trotz deiner Kriege, Tschetschenien, Georgien, Ukraine, mit dir Gesch\u00e4fte machte, deine Gastfreundschaft hervorhob und deinen angeblichen Willen zur Partnerschaft.<\/p>\n<p>      Der Westen: Vorbild und Rivale zugleich<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-31\" pos=\"25\">Die russische Seele sei es, die sie so anlocke, die dich so besonders mache, schw\u00e4rmten die Unbelehrbaren stets. So manche\/r von ihnen schw\u00e4rmt wohl auch noch heute von ihr. Du hast diese Seele nie gehabt, du hast sie nur mittels des Franzosen Eug\u00e8ne-Melchior de Vog\u00fc\u00e9 bereits im 19. Jahrhundert ziemlich erfolgreich in die Welt hinaustragen k\u00f6nnen. Du lie\u00dfest dich damals auf einen Fremden ein, auch noch einen aus dem Westen. Vorbild und Rivale zugleich ist dieser Westen stets f\u00fcr dich. Du arbeitest dich an ihm ab, du brauchst ihn zum \u00dcberleben. Du klebst an ihm. Du bist eine z\u00e4he Sache.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-32\" pos=\"26\">Ach, M\u00fctterchen \u2026<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-33\" pos=\"27\">Matuschka. Mat\u2019. Mama. Russland ist weiblich, hervorgegangen aus der Vorstellung von der Erde als g\u00f6ttliche Mutter, die zum Symbol der St\u00e4rke, der Widerstandskraft und der Fruchtbarkeit stilisiert wurde. Diese St\u00e4rke willst du allen weismachen und bist zuweilen so erb\u00e4rmlich unsouver\u00e4n und infantil, weil du st\u00e4ndig auf andere zeigst und fast schon trotzig br\u00fcllst: \u201eAber die haben das auch gemacht! Wir d\u00fcrfen jetzt auch!\u201c Widerstand ist so eine Sache bei dir. Du machst dir die Menschen, die durchaus st\u00e4ndig am Klagen sind, gef\u00fcgig. Du nimmst ihnen immer mehr den Raum, sich dir zu entwinden. Verlangst, dass sie sich dir unterwerfen, egal, was du von ihnen willst. Sie sollen dir blindlings folgen, sollen Gehorsam leisten, gern vorauseilend, und blo\u00df nicht aufmucken. Den G\u00fcrtel enger zu schnallen, geh\u00f6rt mitunter zu deiner Spezialit\u00e4t. Manchmal bist du geradezu stolz auf deine Leidensf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-34\" pos=\"28\">Und das mit der Fruchtbarkeit? Im Ernst? Du schickst deine S\u00f6hne in den Krieg, du sagst schon den Kleinsten, es sei ihre Pflicht, f\u00fcr dich, die Mutter Heimat, auf Schlachtfeldern zu sterben, du nimmt allen die Zukunft und zwingst die Frauen, gern schon Schulm\u00e4dchen, zur Geburt von Kindern, die du zum Frischfleisch f\u00fcr deine imperialistischen Fantasien machst oder zumindest zu Mitl\u00e4ufer*innen. V\u00f6llig schonungslos.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-35\" pos=\"29\">Ich wei\u00df, du gibst dich aufopferungsvoll, ach so liebend, immer nur dein Kind im Blick. Mamotschka, Mamulja, Mamussik, geradezu lieblich kommen deine Namen daher. Doch du hast dich l\u00e4ngst mit deiner Rolle der aufopfernden Dienerin eines Verbrecherstaates abgefunden. Du als M\u00fctterchen Russland, so l\u00e4sst sich \u00fcber deine Entstehungsgeschichte herausfinden, hattest stets ein Zaren-V\u00e4terchen an deiner Seite. Der Monarch schloss eine heilige Allianz mit dir, die Ehe. Und schon geh\u00f6rtest du ihm, er sprach f\u00fcr dich und tat alles in deinem Namen.<\/p>\n<p>      Im Namen des Friedens l\u00e4sst du t\u00f6ten<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-37\" pos=\"31\">Das V\u00e4terchen ist kein Zar mehr, du hast dich l\u00e4ngst dem Pr\u00e4sidenten ausgeliefert. Dem Mann, einem Geheimdienstler, der in deinem Namen sagt, Russland kenne keine Grenzen. Der das Nachbarland \u00fcberf\u00e4llt und den Menschen weismacht, es sei gar kein \u00dcberfall, sei kein Krieg, es sei eine \u201emilit\u00e4rische Spezialoperation\u201c, nach drei Tagen beendet, die Soldaten w\u00fcrden mit Blumen empfangen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-38\" pos=\"32\">Eine \u00dcbersch\u00e4tzung von Anfang an. Du und er, ihr findet auch nach dreieinhalb Jahren keinen Weg mehr heraus, ihr habt alles auf diesen Krieg eingestellt, den ihr nicht Krieg nennt. Denn einen Krieg, so sagt der moderne Zar, dein Pr\u00e4sident, den f\u00fchrten die anderen, angeblich gegen dich, deine Interessen. Es ist eine pervertierte Geschichte, und du tr\u00e4gst sie mit, so stromlinienf\u00f6rmig wie die meisten um dich herum.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-39\" pos=\"33\">Wie machst du das? Wie schaffst du es, das Denken abzustellen und all das zu ignorieren, was nicht zu ignorieren ist? Du spaltest die Fakten so weit ab, dass du ganz verwundert dar\u00fcber bist, dass deine Verwandten in der Ukraine nicht mit dir sprechen wollen. \u201eAber ich, ich habe ihnen doch nichts getan\u201c, stammelst du allen Ernstes. \u201eIch, ich bin doch so friedliebend\u201c, sagst du und l\u00e4sst sogleich (ja, als unteilbare Gemeinschaft mit dem V\u00e4terchen) Drohnen und Raketen auf ukrainische St\u00e4dte niederregnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-40\" pos=\"34\">Das sei alles deins, behauptest du, du wollest das nur mal schnell \u201ebefreien\u201c. Deine \u201eBefreiungsk\u00fcnste\u201c aber sch\u00e4tzt niemand. Im Namen des Friedens l\u00e4sst du t\u00f6ten und versinkst im Sumpf aus Verwerflichem und Besch\u00f6nigendem. Du willst nicht nachdenken, willst nichts wissen, willst nichts f\u00fchlen. Du willst keinen Schmerz sp\u00fcren, der t\u00e4glich um dich ist, der tote Bruder, der verwundete Enkel, der verschollene Nachbar.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-41\" pos=\"35\">Du hast das russische Wort \u201egore\u201c vergessen und die Bedeutung dahinter. Sie ist so vielf\u00e4ltig: Leid, Schmerz, Kummer, Misere, Ungemach, Last, Ungl\u00fcck, Elend. Du willst all das von dir weisen, du Patriotin! Willst lieber im \u00fcberf\u00fcllten Caf\u00e9 deinen Sommerdrink schl\u00fcrfen, willst \u00fcber Br\u00fccken voller pr\u00e4chtiger Blumen laufen, willst Festivals feiern, jedes Wochenende, alles gratis, willst dich bet\u00e4uben in diesen Farben und Ger\u00fcchen, dich unterhalten lassen. Du willst im Sommerregen tanzen. Dabei tanzt du auf den Knochen Get\u00f6teter und Geschundener. Auf der Asche von verbrannten Babys und den \u00dcberresten von versch\u00fctteten Alten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-42\" pos=\"36\">Du hast dir eine scheinbar sorgenfreie Realit\u00e4t geschaffen. Bunte Kulissen, dekoriert mit \u00fcbergro\u00dfen Blumenk\u00fcbeln entlang der Einkaufsstra\u00dfen. Es ist eine \u201eVerdatschung\u201c der ganzen Gesellschaft, eine Flucht ins Gr\u00fcne, ein bisschen in der Erde buddeln, in der H\u00e4ngematte baumeln, in die Sonne hinausblinzeln. Hinter den Kulissen der Abgrund, in dem der Morast blubbert und stinkt. Was passiert, wenn du aus der H\u00e4ngematte hinaus- und in die Schlucht hineinf\u00e4llst?<\/p>\n<p>      Du raubst das Ich<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-44\" pos=\"38\">Du k\u00f6nntest der Welt deine dampfenden Vulkane von Kamtschatka zeigen, deine Schneetundra an der Barentssee. Du k\u00f6nntest sie den Steppenwind am Ural sp\u00fcren und den Lachs an den sibirischen Fl\u00fcssen schmecken lassen. Du k\u00f6nntest so vieles. Stattdessen drohst du mit Atomwaffen und zerst\u00f6rst H\u00e4user, Leben, Gewissheiten. Du bringst deine eigenen Leute hinter Gitter, weil sie dein verbrecherisches Tun anprangern. Du schmei\u00dft deine Leute aus dem Land und nennst sie \u201eausl\u00e4ndische Agenten\u201c, \u201eExtremisten\u201c, \u201eStaatsverr\u00e4ter\u201c, weil sie Krieg sagen zum Krieg. Du nimmst mit deinen fast t\u00e4glichen Vorschl\u00e4gen und Gesetzen jeden Raum zum Gestalten. Du raubst das Ich.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-45\" pos=\"39\">Zur\u00fcck bleibt die Tragik. Da ist L., jung, Anw\u00e4ltin, mehrere Sprachen beherrschend. Sie erkennt genau, was los ist bei dir, sie sieht bei den eigenen Eltern, wie gut du darin bist, die Hirne der Menschen zu vernebeln. Sie stritt mit Vater und Mutter, sie stritt f\u00fcr ihre Position. Aber selbst V\u00e4ter und M\u00fctter k\u00f6nnen denunzieren. L. verstummte. Nur in ihrem Innern schreit sie laut gegen dich an. Und gegen sich. \u00c4u\u00dferlich lebt sie ein unauff\u00e4lliges Leben. Bringt die Tochter in den staatlichen Kindergarten, wohl wissend, dass die Leiterin dieses Kindergartens Geld sammelt f\u00fcr die Ausr\u00fcstung der Soldaten im Donbass. Sie windet sich, sie holt sich psychiatrische Hilfe \u2013 und findet sich ab mit dir. Das Kind in einen Privatkindergarten geben? Von welchem Geld? Das Kind zu Hause lassen? Wer verdient das Geld? Eine Wahl zu haben, ist ein Privileg.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-46\" pos=\"40\">Da ist A., ein Kleinunternehmer. Niemand in seiner Umgebung sieht alles, was bei dir passiert, irgendwie kritisch. A. f\u00fchlt sich allein. Die Gesch\u00e4fte laufen schlecht, weil die Finanztransaktionen wegen der Sanktionen ein m\u00fchsames Ding sind. A. versteht das alles. Doch \u00fcberleben muss man irgendwie. Auch er findet sich ab mit dir.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-47\" pos=\"41\">Da ist S., einst in oppositionellen Kreisen aktiv. Nach Festnahmen fl\u00fcchtete er in ein Dorf im Norden, hier fischt er und schippt Schnee im Winter. Die Politik ist in seinem Kopf und manchmal auch an seinem Esstisch, wenn die Nachbarin vom verletzten Sohn bei der \u201eMilit\u00e4roperation\u201c erz\u00e4hlt. \u201eSo lange der Verbrecher im Kreml sitzt, so lange wird er unsere Kinder fressen\u201c, sagt S. zur Nachbarin. Die Nachbarin will es nicht h\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-48\" pos=\"42\">Da ist ein anderer A., ein Intellektueller, zum \u201eausl\u00e4ndischen Agenten\u201c abgestempelt. Er denkt, er schreibt, er wird immer weniger. Blass, grau, \u00adschmal. \u201eHier ist meine Bibliothek, hier sind meine Verwandten begraben. Es ist mein Land\u201c, sagt er.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-49\" pos=\"43\">Da ist das M\u00e4dchen V., das in der Schule eine Soldatenuniform tr\u00e4gt und von \u201eroten Raketen und Maschinengewehrsalven\u201c singt. Die Eltern daheim sagen: \u201eEs schadet ihr nicht.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-50\" pos=\"44\">Da ist der Jugendliche F., der so viele Fragen hat, zu sich, zum Leben, zu allem. \u201eDer Krieg, die Politik, die Sorgen um die Zukunft sind nicht die Themen, die erlaubt sind. Das versteht jeder\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>      Wir m\u00fcssen uns trennen<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-52\" pos=\"46\">Sie sind bei dir geblieben. Sie wollen, k\u00f6nnen nicht weg. Sie leben in dem Desaster, das du angerichtet hast und sie nicht verhindert haben, wie auch die Gegangenen und die Gegangenwordenen darin leben. Trotz allem tr\u00e4umen sich viele Exilant*innen\/Relokant*innen\/Emigrant*innen (die Gegangenen haben viele Namen f\u00fcr sich) wieder hierher, zu dir, ins Vertraute, Bekannte. Hier wartet zuweilen ein Strafverfahren auf sie oder es wurde bereits ein Urteil in Abwesenheit gegen sie gef\u00e4llt. Sie sind in Amsterdam, in Riga, in Tbilissi. Sie sind rund um die Welt verstreut und sagen: \u201eIch will in mein Moskau zur\u00fcck. In mein Russland.\u201c Dieses Moskau und dieses Russland aber gibt es nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-53\" pos=\"47\">Auch wir m\u00fcssen uns trennen. Vielleicht f\u00fcr lange.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-54\" pos=\"48\">Ach, M\u00fctterchen, \u043f\u043e\u043a\u0430 \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M inus 46 Grad. Ich war ein Eisklotz voller Schichten aus Mikrofasern, Fleece und Fell. 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