{"id":336448,"date":"2025-08-11T13:25:11","date_gmt":"2025-08-11T13:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/336448\/"},"modified":"2025-08-11T13:25:11","modified_gmt":"2025-08-11T13:25:11","slug":"leserbriefe-zum-zollkompromiss-mit-den-usa-schwache-eu-ihre-sz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/336448\/","title":{"rendered":"Leserbriefe zum Zollkompromiss mit den USA: Schwache EU? &#8211; Ihre SZ"},"content":{"rendered":"<p>Merkw\u00fcrdige Schw\u00e4che<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Warum kam eigentlich Ursula von der Leyen so \u201eschwach\u201c daher, als es um die H\u00f6he der EU-Z\u00f6lle ging, die auch starken Einfluss auf die deutsche <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Wirtschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wirtschaft<\/a> haben? Warum macht sich auch die deutsche Wirtschaft, insbesondere die Automobilindustrie, so klein bei dem Thema?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Wenn ein Land mehr als 60 L\u00e4nder mit Z\u00f6llen belegt, dann ist \u201edie Konkurrenz\u201c aus deutscher Sicht ja ebenso von Z\u00f6llen betroffen. Machen wir uns also bitte nicht kleiner, als wir sind. Viele deutsche Produkte sind international sehr gefragt, die amerikanische Wirtschaft kann kaum interessante Produkte im Gegenzug anbieten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Jens Hagen, Breitscheid<\/p>\n<p>Wichtiger Erfolg<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Da es nie eine mit Machtmitteln ausgestattete Weltregierung gab, funktionierte die \u201eregelbasierte Weltordnung\u201c immer nur so gut, wie das st\u00e4rkste Land, die USA, dahinter stand. Und sie galt auch immer nur im mehr oder weniger von Amerika dominierten Teil der Welt. Inzwischen ist Amerikas Dominanz geringer geworden und mit ihr sein Geschmack an verbindlichen internationalen Regeln. An deren Stelle m\u00fcssen nun zunehmend bilaterale Vertr\u00e4ge treten. Die EU ist in diesem Spiel allein wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe gut aufgestellt\u00a0\u2013 wenn sie denn hoffentlich weiterhin einigerma\u00dfen zusammenh\u00e4lt. Der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Zoll\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zoll<\/a>-Deal zwischen der EU und den USA spiegelt die Machtverh\u00e4ltnisse wider, bei denen nat\u00fcrlich auch die milit\u00e4rischen Gewichte eine gro\u00dfe Rolle spielen. Aber immerhin: Obwohl Donald Trump die Europ\u00e4er am liebsten einzeln \u00fcbervorteilt h\u00e4tte, musste er am Ende doch die Europ\u00e4ische Kommission in Gestalt von \u201etough Ursula\u201c \u2013 aus seinem Munde eindeutig ein Kompliment\u00a0\u2013 als Verhandlungspartner akzeptieren. Das ist ein wichtiger Erfolg, den niemand, vor allem nicht die deutsche Regierung, durch \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Herumm\u00e4keln am Verhandlungsergebnis schlechtreden sollte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Axel Lehmann, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Echter Handelskrieg<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Wie w\u00e4re es denn, wenn die von Trump mit Z\u00f6llen belegten oder bedrohten Staaten sich einigen w\u00fcrden, die USA f\u00fcr einige Zeit vom Welthandel auszuschlie\u00dfen und sowohl nichts liefern als auch nichts abnehmen w\u00fcrden? Ja, das w\u00e4re ein schlimmer Handelskrieg mit heftigen Verlusten, aber es best\u00e4nde f\u00fcr mich die Hoffnung, dass Herr Trump nachgeben m\u00fcsste, weil er nur die Sprache der Macht versteht. Da auf die Deals sowieso kein Verlass und der Schaden schon gro\u00df genug ist, w\u00fcrde ich diese Option in Betracht ziehen. Die Hoffnung einzelner Staaten auf einen besseren Deal mit Trump sollten sie zugunsten einer gemeinsamen Aktion f\u00fcr einen freien Welthandel zur\u00fcckstellen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Michael Beck, Wolfenb\u00fcttel<\/p>\n<p>Unw\u00fcrdiger Verhandlungsort<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im genannten Bericht hei\u00dft es: \u201eEin Golfplatz in Schottland war Schauplatz des Treffens zwischen Trump und von der Leyen\u201c. Diesbez\u00fcglich m\u00f6chte ich anmerken, dass es f\u00fcr mich sehr unverst\u00e4ndlich und \u00e4rgerlich ist zu h\u00f6ren, dass Frau von der Leyen bereit war, eine so wichtige Vereinbarung, die den Warenhandel zwischen EU und USA regelt, im Rahmen einer privaten Golfreise des US-Pr\u00e4sidenten in einem Hotel auf seinem Anwesen in Schottland zu verhandeln.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Das geht nicht. Aus einem gesunden europ\u00e4ischen und pers\u00f6nlichen Selbstverst\u00e4ndnis heraus h\u00e4tte die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission einem derartigen Treffpunkt nie zustimmen d\u00fcrfen und dies noch au\u00dferhalb der EU. Annehmbar w\u00e4re nur ein gut vorbereitetes Treffen in Washington oder Br\u00fcssel gewesen. Wenn eine neutrale Zusammenkunft au\u00dferhalb einer Privatreise nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, dann nach Beendigung der Privatreise ein Treffen in Br\u00fcssel.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie leicht Europa es den USA macht, Vereinbarungen der Europ\u00e4ischen Union und des atlantischen B\u00fcndnisses vorzugeben. Dies zum Nachteil aller Beteiligten. Die ma\u00dfgeblichen Politiker innerhalb der Europ\u00e4ischen Union vermitteln somit stark den Eindruck, dass sie nicht bereit sind die Interessen der Europ\u00e4ischen Union global mit Selbstbewusstsein, Weitsicht und Verantwortung zu vertreten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Dr. Jens Lindemann, Stockdorf<\/p>\n<p>Warum keine Gegenz\u00f6lle?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Als 15-j\u00e4hriger Sch\u00fcler aus Sachsen, der sich derzeit f\u00fcr das Parlamentarische Patenschafts-Programm bewirbt, verfolge ich die transatlantischen Beziehungen mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit. Umso gr\u00f6\u00dfer war meine Entt\u00e4uschung \u00fcber den j\u00fcngsten Deal zwischen der EU und den USA. F\u00fcr mich wirkt dieser \u201eKompromiss\u201c nicht wie ein Sieg europ\u00e4ischer Verhandlungskunst, sondern wie ein symbolischer R\u00fcckzug. Die EU h\u00e4tte mit mehr Selbstbewusstsein auftreten m\u00fcssen \u2013 gerade wirtschaftlich steht Europa in vielen Bereichen noch stark da. Warum wurden nicht Gegenz\u00f6lle angedroht oder amerikanische Schw\u00e4chen, etwa im Agrarsektor oder bei Subventionen, genutzt?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Botschaft an meine Generation ist fatal: Europa knickt ein, wenn es ernst wird. Gerade in einer Weltordnung, in der China und die USA knallhart ihre Interessen vertreten, muss Europa St\u00e4rke zeigen \u2013 wirtschaftlich, politisch und auch psychologisch. Ich bin nicht f\u00fcr einen Handelskrieg \u2013 ganz im Gegenteil. Aber ihn um jeden Preis zu vermeiden, ist gef\u00e4hrlich. Ein entschlosseneres Auftreten h\u00e4tte zu besseren Verhandlungen gef\u00fchrt, ohne Europa so teuer zu stehen zu kommen. Ich schreibe diesen Leserbrief nicht aus Anti-Amerikanismus \u2013 im Gegenteil: Ich bewerbe mich mit Begeisterung f\u00fcr ein Austauschjahr in den USA. Aber genau deshalb w\u00fcnsche ich mir ein Europa, das auf Augenh\u00f6he verhandelt. Wir sind kein Anh\u00e4ngsel \u2013 wir sind ein eigener globaler Akteur. Und wir sollten uns auch so verhalten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Philipp Eckardt, Dresden<\/p>\n<p>Hinweis<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Leserbriefe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leserbriefe<\/a> sind in keinem Fall Meinungs\u00e4u\u00dferungen der Redaktion, sie d\u00fcrfen gek\u00fcrzt und in allen Ausgaben und Kan\u00e4len der S\u00fcddeutschen Zeitung, gedruckt wie digital, ver\u00f6ffentlicht werden, stets unter Angabe von Vor- und Nachname und des Wohnorts. 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