{"id":336829,"date":"2025-08-11T16:50:14","date_gmt":"2025-08-11T16:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/336829\/"},"modified":"2025-08-11T16:50:14","modified_gmt":"2025-08-11T16:50:14","slug":"kinder-hohe-bildschirmzeit-man-sieht-eine-bedeutende-veraenderung-des-herz-stoffwechsel-risikos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/336829\/","title":{"rendered":"Kinder: Hohe Bildschirmzeit \u2013 \u201eMan sieht eine bedeutende Ver\u00e4nderung des Herz-Stoffwechsel-Risikos\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ausgedehnte Bildschirmzeit hat wohl weitreichendere Folgen als bisher angenommen. Besonders bei Heranwachsenden k\u00f6nnte sie die Grundlage f\u00fcr sp\u00e4tere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselprobleme legen. Dazu tragen vor allem zwei Faktoren bei.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wenn Kinder und Jugendliche viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, kann dies Studien zufolge mit Risiken einhergehen \u2013 etwa schlechtem Schlaf und Kurzsichtigkeit. Nun verweist eine Studie aus D\u00e4nemark auf ein weiteres m\u00f6gliches Problem: Demnach k\u00f6nnte viel Bildschirmzeit \u2013 also vor dem Fernseher, Computer oder Handy \u2013 m\u00f6glicherweise auch die Grundlagen legen f\u00fcr sp\u00e4tere Herz-Kreislauf- oder Stoffwechsel-Erkrankungen. <\/p>\n<p>Das berichtet eine Gruppe um den Kinderarzt David Horner von der Universit\u00e4t Kopenhagen im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.ahajournals.org\/doi\/10.1161\/JAHA.125.041486\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.ahajournals.org\/doi\/10.1161\/JAHA.125.041486&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">\u201eJournal of the American Heart Association\u201c<\/a>. Das Team hatte Daten von zwei verschiedenen d\u00e4nischen Gruppen mit insgesamt mehr als 1000 Heranwachsenden ausgewertet, deren M\u00fctter an einer Asthma-Studie teilgenommen hatten.<\/p>\n<p>Dabei flossen zum einen Daten von 18-J\u00e4hrigen aus dem Jahr 2000 ein, zum anderen von Zehnj\u00e4hrigen aus dem Jahr 2010. In der j\u00fcngeren Gruppe wurde die Bildschirmzeit im Alter von sechs und sp\u00e4ter im Alter von zehn Jahren abgefragt \u2013 die Angaben zur Bildschirmzeit beruhten in dieser Gruppe auf der Einsch\u00e4tzung der M\u00fctter. Die Kinder und Jugendlichen wurden au\u00dferdem auf Risikofaktoren f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht.  <\/p>\n<p>Begrenzen der Bildschirmzeit<\/p>\n<p>Zusammengenommen deuten die Daten darauf hin, dass die Bildschirmzeit mit dem Alter stieg: In der 2010-Gruppe lag sie im Alter von sechs Jahren bei durchschnittlich 2 Stunden pro Tag, im Alter von zehn Jahren dagegen bei 3,2 Stunden. Die andere Gruppe der 18-J\u00e4hrigen verbrachte im Mittel 6,1 Stunden pro Tage vor einem Bildschirm \u2013 allerdings gab es Smartphones im Jahr 2000 noch nicht.<\/p>\n<p>Insgesamt deutet die Analyse der Daten darauf hin, dass viel Bildschirmzeit sowohl bei den Kindern als auch bei den jungen Erwachsenen mit einer Zunahme von Risikofaktoren f\u00fcr sp\u00e4tere Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen verbunden ist. Dieses ermittelte das Team unter anderem aus Blutdruck, verschiedenen Cholesterinwerten im Blut, der Insulinresistenz und dem Taillenumfang.<\/p>\n<p>\u201eDas Begrenzen der Bildschirmzeit in Kindheit und Jugend sch\u00fctzt m\u00f6glicherweise langfristig die Gesundheit von Herz und Stoffwechsel\u201c, wird Erstautor Horner in einer Mitteilung der Zeitschrift zitiert. \u201eUnsere Studie liefert Belege daf\u00fcr, dass diese Verbindung schon fr\u00fch beginnt.\u201c<\/p>\n<p>Ein besonders wichtiger Faktor ist der Schlaf<\/p>\n<p>Der individuelle Zusammenhang ist allerdings in den beiden Datens\u00e4tzen nicht sehr hoch. \u201eDie Ver\u00e4nderung pro zus\u00e4tzliche Stunde ist klein, aber wenn sich die Bildschirmzeit auf drei, f\u00fcnf oder sechs Stunden pro Tag anh\u00e4uft, wie wir dies bei vielen Heranwachsenden gesehen haben, summiert sich das\u201c, erl\u00e4utert Horner. \u201eUnd wenn man das auf eine ganze Population von Kindern \u00fcbertr\u00e4gt, sieht man eine bedeutende Ver\u00e4nderung des Herz-Stoffwechsel-Risikos, das sich ins Erwachsenenalter fortsetzen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Ein besonders wichtiger Faktor sei dabei der Schlaf, betont das Team. Demnach ist sowohl eine kurze Schlafdauer als auch ein sp\u00e4ter Schlaf mit einem erh\u00f6hten Risiko verbunden. In anderen Worten: Bei gleicher Bildschirmzeit waren Kinder und Jugendliche, die wenig schliefen, st\u00e4rker von Risikofaktoren betroffen. Etwa 12 Prozent des gefundenen erh\u00f6hten Risikos gehen demnach auf das Konto von Schlafmangel und sp\u00e4tem Schlaf.<\/p>\n<p>Allerdings zeigt die Studie lediglich eine Verbindung auf, nicht unbedingt einen kausalen Zusammenhang, wie Renate Oberhoffer vom Lehrstuhl f\u00fcr Pr\u00e4ventive P\u00e4diatrie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) sagt. Doch dieser gefundene Zusammenhang klinge durchaus plausibel. <\/p>\n<p>Der TUM-Epidemiologe Sebastian Freilinger erg\u00e4nzt, die Effektst\u00e4rke pro zus\u00e4tzlicher Stunde Bildschirmzeit sei pro Kind zwar nicht sehr gro\u00df gewesen, auf Populationsebene sei die Wirkung aber durchaus sehr relevant. Und wenn weitere, etwa genetisch bedingte Risikofaktoren hinzuk\u00e4men, k\u00f6nnten die Folgen auch f\u00fcr einzelne Menschen im Erwachsenenalter durchaus betr\u00e4chtlich sein.<\/p>\n<p>Der Schlaf vor Mitternacht<\/p>\n<p>Eine Rolle spiele dabei die Passivit\u00e4t vor dem Bildschirm, sagt Oberhoffer. Wenn man sich jeden Tag \u00fcber Stunden nicht bewege, steige das sp\u00e4tere Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Inzwischen habe mit der Verbreitung von Smartphones die Bildschirmzeit bei Heranwachsenden wohl noch zugenommen, vermuten die beiden Fachleute.<\/p>\n<p>Oberhoffer, Expertin f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen, r\u00e4t zu ausreichend und auch zu fr\u00fchem Schlaf. \u201eDer Schlaf deutlich vor Mitternacht ist der bessere Schlaf\u201c, betont sie. Dies gelte insbesondere f\u00fcr junge Menschen in der Wachstumsphase.<\/p>\n<p>Dies empfiehlt Eltern auch die Kardiologin Amanda Marma Perak von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago, die ebenfalls nicht an der Studie beteiligt war: \u201eWenn sich eine Beschr\u00e4nkung der Bildschirmzeit schwierig anf\u00fchlt, kann man damit anfangen, die Bildschirmzeit nach vorn zu verlegen, und sich darauf zu konzentrieren, fr\u00fcher ins Bett zu kommen und l\u00e4nger dort zu bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Zudem sollten Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen, so Perak. \u201eWir alle nutzen Bildschirme, daher ist es wichtig, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu einem gesunden Gebrauch anzuleiten.\u201c<\/p>\n<p>Walter Willems, dpa\/rc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ausgedehnte Bildschirmzeit hat wohl weitreichendere Folgen als bisher angenommen. 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