{"id":337402,"date":"2025-08-11T22:30:16","date_gmt":"2025-08-11T22:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337402\/"},"modified":"2025-08-11T22:30:16","modified_gmt":"2025-08-11T22:30:16","slug":"mit-der-kraft-des-mikrobioms-gegen-infektionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337402\/","title":{"rendered":"Mit der Kraft des Mikrobioms gegen Infektionen"},"content":{"rendered":"<p class=\"it\">12.08.2025<\/p>\n<p>Ein ausgeglichenes Darmmikrobiom tr\u00e4gt nicht nur zur Verdauung bei, sondern ist auch ein wichtiger Schutzfaktor gegen Infektionen. Forschende am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung (HZI) unter der Leitung von Prof. Till Strowig vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung (DZIF) wollen die Kraft des Mikrobioms zur Pr\u00e4vention schwerer Infektionen nutzen. <\/p>\n<p>Sie haben entdeckt, dass Bakterien der Art Klebsiella oxytoca krankmachende Bakterien aus dem Darm verdr\u00e4ngen k\u00f6nnen und wollen daraus ein lebendes Biotherapeutikum entwickeln. Das DZIF f\u00f6rdert die Produktentwicklung bis zur ersten Testung am Menschen nun mit 2,2 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Das Gleichgewicht der hunderten verschiedenen Bakterienarten im Darm kann durch Breitbandantibiotika gest\u00f6rt werden. Aus dem sch\u00fctzenden Mikrobiom kann dann eine Quelle f\u00fcr Infektionen werden, wenn sich krankmachende Bakterien in frei gewordenen Nischen ansiedeln. &#8222;Viele Infektionen im ganzen K\u00f6rper nehmen ihren Anfang im Darm. <\/p>\n<p>Krankmachende Bakterien k\u00f6nnen dort ein Reservoir bilden und sich von dort auf andere Organe ausbreiten. Wir wollen erstmals eine M\u00f6glichkeit schaffen, dieses Reservoir zu beseitigen, bevor eine Infektion entsteht, indem wir den Darm von sch\u00e4dlichen Bakterien befreien&#8220;, sagt Dr. Lisa Osbelt-Block, Projektleiterin und DZIF-Wissenschaftlerin, die als Postdoc in der Abteilung von Till Strowig arbeitet. &#8222;Anstatt neue antimikrobielle Substanzen zu entwickeln &#8211; die zwar ebenfalls unverzichtbar sind, aber immer auch Teile des Mikrobioms mitsch\u00e4digen &#8211; verfolgen wir einen mikrobiombasierten Ansatz.&#8220;<\/p>\n<p>In Laborversuchen und Mausmodellen konnten die Forschenden zeigen, dass Klebsiella oxytoca verschiedene Pathogene wie Salmonellen und Klebsiella pneumoniae aus dem Darm verdr\u00e4ngen kann. Allein K. pneumoniae verursacht j\u00e4hrlich etwa 800.000 Todesf\u00e4lle und der Erreger ist zunehmend resistent gegen g\u00e4ngige Antibiotika. Einerseits hat es K. oxytoca auf die gleichen N\u00e4hrstoffe abgesehen wie die krankmachenden Bakterien. Andererseits kann K. oxytoca auch die Bedingungen im Darm so ver\u00e4ndern, dass sich die Gemeinschaft n\u00fctzlicher Bakterien erholen kann. So wird das Gleichgewicht im Mikrobiom wiederhergestellt. <\/p>\n<p>Von der Laborbank zur Kapsel: Auf dem Weg zur klinischen Anwendung<\/p>\n<p>&#8222;Eine gro\u00dfe Herausforderung ist, dass wir ein lebendes Biotherapeutikum (LBP) entwickeln&#8220;, sagt Prof. Till Strowig, Leiter der HZI-Abteilung &#8222;Mikrobielle Immunregulation&#8220;, in der das Projekt unter dem Namen DeKox entstanden ist. &#8222;Anders als Probiotika, die frei verk\u00e4uflich sind, ist ein LBP ein Arzneimittel und muss als solches klinisch gepr\u00fcft und zugelassen werden&#8220;, erg\u00e4nzt Strowig, der auch Studienleiter in den DZIF-Forschungsbereichen &#8222;Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen&#8220; und &#8222;Ambulant erworbene Infektionen an mukosalen Grenzfl\u00e4chen&#8220; sowie Koordinator des DZIF-Br\u00fcckenthemas &#8222;Mikrobiom&#8220; ist. <\/p>\n<p>Mithilfe der F\u00f6rderung aus dem DZIF FlexFund wollen die Wissenschaftler zun\u00e4chst aus verschiedenen Produktkandidaten den besten f\u00fcr die weitere Entwicklung identifizieren. Zudem entwickeln sie Prozesse f\u00fcr die Produktion und Qualit\u00e4tskontrolle ihres Produkts. &#8222;Unser Ziel ist es, am Ende eine Kapsel in den H\u00e4nden zu halten, in der statt eines antibiotischen Wirkstoffs das gefriergetrocknete Bakterium enthalten ist. Damit w\u00fcrden wir dann in die erste Phase einer klinischen Studie gehen&#8220;, erkl\u00e4rt Osbelt-Block das Projektziel. Insbesondere Patienten mit hartn\u00e4ckiger K. pneumoniae-Besiedlung durch eine Immunschw\u00e4che k\u00f6nnten sp\u00e4ter mit dem LBP behandelt werden.<\/p>\n<p>Auf klinischer Seite arbeitet das HZI-Team eng mit der Arbeitsgruppe &#8222;Klinische Mikrobiomforschung&#8220; unter der Leitung von Prof. Maria Vehreschild an der Uniklinik K\u00f6ln zusammen. Die DZIF-Wissenschaftlerin und Infektiologin Vehreschild ist auf die Erforschung und Entwicklung mikrobiombasierter Therapien spezialisiert. Weiterhin ist Prof. Katharina Schaufler, Leiterin der Abteilung &#8222;Epidemiologie und \u00d6kologie antimikrobieller Resistenz&#8220; am HZI-Standort Helmholtz-Institut f\u00fcr One Health (HIOH), am Projekt beteiligt und wird Virulenztestungen der Produktkandidaten durchf\u00fchren, um deren Unbedenklichkeit nachzuweisen. <\/p>\n<p>Josef Penninger, Wissenschaftlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des HZI, zeigt sich beeindruckt von der Entwicklung des Projekts: &#8222;DeKox steht sinnbildlich f\u00fcr den translationalen Ansatz, den wir am HZI verfolgen m\u00f6chten. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit hat sich das Projekt von einer Fragestellung der Grundlagenforschung zur Vorbereitung einer klinischen Studie entwickelt! Ich gratuliere allen beteiligten Kollegen zur DZIF-F\u00f6rderung und w\u00fcnsche ihnen weiterhin viel Erfolg.&#8220;<\/p>\n<p>Die bisherige Entwicklung von DeKox wurde unter anderem von der Initiative GO-Bio initial des Bundesministeriums f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), durch den Translationsfond des HZI und durch Helmholtz-Innovationsprogramme unterst\u00fctzt. Im Rahmen des Ausgr\u00fcndungsprogramms Helmholtz Enterprise strebt das Team die Ausgr\u00fcndung seines Projekts unter dem Namen &#8222;Arvalus Therapeutics&#8220; an. Die finanzielle F\u00f6rderung durch das DZIF startete am 1. August 2025 und hat eine Laufzeit von 40 Monaten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.arvalus-therapeutics.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00bb Mehr zu Arvalus Therapeutics  <\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/infacthzi.podigee.io\/11-unser-mikrobiom\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00bb Weitere Informationen  <\/a><\/p>\n<p class=\"it\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.helmholtz-hzi.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung (HZI)<\/a><\/p>\n<p><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWeitere Nachrichten dieser Firma<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/analytik.news\/presse\/suchen.php?suchtext=%22Helmholtz-Zentrum+f\u00fcr+Infektionsforschung+(HZI)%22\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00bb alle Nachrichten dieser Firma<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"12.08.2025 Ein ausgeglichenes Darmmikrobiom tr\u00e4gt nicht nur zur Verdauung bei, sondern ist auch ein wichtiger Schutzfaktor gegen Infektionen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":132187,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-337402","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115012503230771024","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=337402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/132187"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=337402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=337402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=337402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}