{"id":337709,"date":"2025-08-12T01:27:12","date_gmt":"2025-08-12T01:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337709\/"},"modified":"2025-08-12T01:27:12","modified_gmt":"2025-08-12T01:27:12","slug":"moenchengladbach-berlin-was-die-arbeit-in-einer-kita-ausmacht-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337709\/","title":{"rendered":"M\u00f6nchengladbach\/Berlin | Was die Arbeit in einer Kita ausmacht"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">M\u00f6nchengladbach\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Die Arbeit als Erzieher: Das ist nicht viel mehr als Windeln wechseln, Kaffee trinken und Sandburgen bauen, mag mancher denken. \u00dcber extreme Belastungen, Personalmangel, \u00dcberstunden und unangemessene Bezahlung klagen derweil viele Fachkr\u00e4fte. Wie sieht der Arbeitsalltag in Kindertagesst\u00e4tten also wirklich aus?<\/p>\n<p>In jedem Fall bunt, sagt Nicole Peters. Die Erzieherin aus M\u00f6nchengladbach arbeitet seit mehr als 30 Jahren als p\u00e4dagogische Fachkraft in einer Kindertagesst\u00e4tte: \u00abJeder Tag ist anders. Man kann morgens etwas planen, das am Nachmittag schon nicht mehr aktuell ist, weil sich die Bed\u00fcrfnisse der Kinder ver\u00e4ndert haben.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>In dieser Abwechslung sieht sie einen der gro\u00dfen Vorteile des Berufs. Vom Wechseln der Windeln, \u00fcber die Durchf\u00fchrung von Spiel- und Lernangeboten, bis hin zum Schreiben von Berichten und dem F\u00fchren von Eltern- und Entwicklungsgespr\u00e4chen &#8211; Nicole Peters ist oft Spielkameradin, Psychologin, Seelsorgerin und Lehrkraft in einem.\u00a0<\/p>\n<p>Darum geht es: St\u00e4rken der Kinder f\u00f6rdern<\/p>\n<p>Der Kern ihrer Arbeit ist und bleibt dabei immer die individuelle F\u00f6rderung der Kinder. \u00abFr\u00fcher wurden die Kinder von uns Erziehern bespielt, doch das hat sich stark gewandelt\u00bb, sagt Peters. \u00abHeute haben wir Erzieher einen Bildungsauftrag. Wir nehmen die Kinder mit, schauen, wo ihre St\u00e4rken, W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse liegen. Die Vielfalt, die sich in der Welt auftut, ist auch in der Kita deutlich sp\u00fcrbar.\u00bb<\/p>\n<p>Erzieherinnen und Erzieher tun also so viel mehr, als nur die Kinder zu h\u00fcten, bis die Eltern mit ihrer Arbeit fertig sind. Dennoch sei die gesellschaftliche Anerkennung f\u00fcr das Berufsfeld h\u00e4ufig zu gering, beklagt Doreen Siebernik, Funktion\u00e4rin in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Dabei sei die Phase bis zum achten Lebensjahr jene, in der Kinder am allermeisten lernen. \u00abDeswegen braucht es in den Kitas gut ausgebildete Fachkr\u00e4fte.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Fachkr\u00e4fte in bestimmten Regionen dringend gesucht<\/p>\n<p>Die sind aber schwer zu finden. Mit Blick auf die gesamte Bundesrepublik spricht Siebernik von einem gro\u00dfen strukturellen Fachkr\u00e4ftemangel. \u00abBis zum Ende des Jahrzehnts werden wir noch weit \u00fcber 2.000 Fachkr\u00e4fte brauchen, damit jedes Kind in Deutschland einen Kita-Platz in Anspruch nehmen kann\u00bb, sch\u00e4tzt sie. Allerdings gibt es regionale Unterschiede: W\u00e4hrend in manchen \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern die Kinderzahlen bereits zur\u00fcckgingen, sei der Personalmangel im Westen des Landes enorm.<\/p>\n<p>Fehlendes Personal, eine hohe Arbeitsbelastung, enormer Druck und nicht zuletzt die Konfrontation mit zahlreichen Viren, k\u00f6nnen schnell zur Last werden. \u00abWir wissen von den Krankenkassen, dass die physischen und psychischen Belastungen in den Kitas \u00fcberdurchschnittlich sind und zu hohen Krankenst\u00e4nden f\u00fchren\u00bb, so Siebernik.\u00a0<\/p>\n<p>Tanja Vo\u00dfen kennt die Herausforderungen. Als Gebietsleiterin des Kita-Tr\u00e4gers pro multis tr\u00e4gt sie die Verantwortung f\u00fcr einen reibungslosen Arbeitsablauf in insgesamt vier Kitas in M\u00f6nchengladbach. \u00abMan muss immer flexibel bleiben\u00bb, sagt sie zu den Anforderungen an Erzieher. \u00abEs ist ein Beruf, in dem st\u00e4ndig Bewegung herrscht, es nie langweilig wird und man nicht auslernt.\u00bb<\/p>\n<p>Es geht nicht ohne Empathie<\/p>\n<p>Von Berufsanf\u00e4ngern erwartetet Vo\u00dfen neben Flexibilit\u00e4t und ausgepr\u00e4gtem Teamgeist vor allem Empathie: \u00abIch muss akzeptieren, respektieren und damit umgehen k\u00f6nnen, dass wir eine Vielfalt von Kindern mit unterschiedlichen Ressourcen, Bed\u00fcrfnissen und Herausforderungen haben.\u00bb<\/p>\n<p>Sich individuell auf die Bed\u00fcrfnisse jeden einzelnen Kindes einzustellen, ist eine der gro\u00dfen Herausforderungen des Berufs, sagt auch Erzieherin Nicole Peters. Und dann sind da ja noch die V\u00e4ter und M\u00fctter.<\/p>\n<p>Kommunikation mit Eltern: \u00abManchmal echt herausfordernd\u00bb<\/p>\n<p>Wie die Rolle der Kita habe sich in den vergangenen Jahren auch das Verst\u00e4ndnis von Elternschaft ver\u00e4ndert. Manche Eltern k\u00f6nnten es nur schwer aushalten, wenn ihr Kind nicht der eigenen Struktur nach handelt, beobachtet Peters. Andere neigten dazu, dem Kind zu viele Entscheidungen abzunehmen. So sei die Kommunikation zwischen Eltern und Erziehern trotz viel Zuspruch \u00abmanchmal echt herausfordernd\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Auch schlichtweg der gro\u00dfe L\u00e4rm, fehlende Ressourcen und der Umgang mit Themen wie Inklusion oder Mediennutzung k\u00f6nnen fordernd sein, sagt Doreen Siebernik. Und dennoch ist die Gewerkschafterin sicher: \u00abEs ist der sch\u00f6nste Beruf, den man erlernen kann. Er gibt viel Kraft, fordert aber auch.\u00bb<\/p>\n<p>Die p\u00e4dagogische Arbeit mit den Kindern hat gro\u00dfe Auswirkungen auf ihren weiteren Weg. Das mitzugestalten, motiviert auch Nicole Peters in der t\u00e4glichen Arbeit in der Kita. \u00abDas Sch\u00f6nste ist, wenn ich mich zum Schuleintritt der Kinder beruhigt zur\u00fccklehnen kann und sage: Du wirst in der Schule gut klarkommen.\u00bb Dar\u00fcber hinaus liebt sie die Arbeit im Team, wie sie sagt &#8211; und all die kleinen unbedarften, herzlichen Momente mit den Kindern.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr Erzieherinnen und Erzieher an Gehalt drin ist<\/p>\n<p>Doch diese Momente alleine zahlen leider keine Rechnung. Was die Frage aufwirft: Werden Erzieher ausreichend bezahlt?\u00a0<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss man wissen: Auch wenn sich das Gehalt abh\u00e4ngig von Anstellungsart und Tr\u00e4ger um bis zu 15 Prozent unterscheiden kann, orientieren sich die allermeisten Arbeitsvertr\u00e4ge am Tarifsystem f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst, erkl\u00e4rt Gewerkschafterin Doreen Siebernik.<\/p>\n<p>Demnach liegt das monatliche Brutto-Einstiegsgehalt f\u00fcr p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte bei 3.400 Euro und kann im Zeitverlauf auf bis zu 4.541 Euro (nach mindestens 15 Jahren) ansteigen.\u00a0<\/p>\n<p>Tanja Vo\u00dfen, die Kitatr\u00e4ger-Gebietsleiterin, sagt: \u00abVor zehn Jahren waren Erzieher im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen noch schlecht bezahlt. Im Hinblick darauf hat sich sehr viel verbessert.\u00bb<\/p>\n<p>Doch Doreen Siebernik h\u00e4lt fest: Im Vergleich zu anderen p\u00e4dagogischen Berufen, wie Lehrkr\u00e4ften, seien die Gehaltsunterschiede noch immer gewaltig. Es sei zwar endlich in der Bundespolitik angekommen, dass Kitas wichtig seien und es hier um Bildung gehe. \u00abAber, wir haben noch eine Menge zu tun.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00f6nchengladbach\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Die Arbeit als Erzieher: Das ist nicht viel mehr als Windeln wechseln, Kaffee trinken und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":337710,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1849],"tags":[1140,3886,630,752,4941,3364,29,28431,548,663,3934,30,13,1710,1114,94846,3491,4455,14,15,1209,94847,624,12,94848],"class_list":{"0":"post-337709","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-moenchengladbach","8":"tag-arbeit","9":"tag-ausbildung","10":"tag-beruf","11":"tag-bildung","12":"tag-cjab","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-erzieherin","16":"tag-eu","17":"tag-europa","18":"tag-europe","19":"tag-germany","20":"tag-headlines","21":"tag-karriere","22":"tag-kinder","23":"tag-kindertagesstatte","24":"tag-kita","25":"tag-moenchengladbach","26":"tag-nachrichten","27":"tag-news","28":"tag-nordrhein-westfalen","29":"tag-padagogik","30":"tag-ratgeber","31":"tag-schlagzeilen","32":"tag-tmn2520"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115013199057384940","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=337709"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337709\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/337710"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=337709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=337709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=337709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}