{"id":337862,"date":"2025-08-12T02:52:14","date_gmt":"2025-08-12T02:52:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337862\/"},"modified":"2025-08-12T02:52:14","modified_gmt":"2025-08-12T02:52:14","slug":"wie-eine-augsburgerin-auszog-um-das-leben-in-togo-zu-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337862\/","title":{"rendered":"Wie eine Augsburgerin auszog, um das Leben in Togo zu verbessern"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Onkel sollte sie zur Frau bekommen, ihre Familie, irgendwo im Norden Togos, hatte sie dem erwachsenen Mann versprochen. Das M\u00e4dchen flieht. Sie hat Gl\u00fcck und st\u00f6\u00dft auf organisierte Frauen des Selbsthilfeverbandes Refed, die sie verstecken und betreuen. In den D\u00f6rfern der Savannengegenden des Landes als M\u00e4dchen geboren zu werden, ist gef\u00e4hrlich. Beschneidungen und das Verschlie\u00dfen der Geschlechtsorgane, durchgef\u00fchrt mit rostigem Besteck oder Glasscherben, finden im Baby- und Kleinkindalter statt. M\u00e4dchen wie dieses vor solchen Schicksalen zu sch\u00fctzen, daf\u00fcr setzt sich seit vielen Jahren eine Augsburgerin ein.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eWenn sie \u00fcberleben, warten oft Zwangs- und sogenannte Tauschheiraten an \u00e4ltere M\u00e4nner. Beides ist in Togo verboten. Doch die Traditionen der M\u00fctter und \u00e4lteren Frauen im muslimischen Norden des Landes sind langlebig\u201c, erz\u00e4hlt Ursula K\u00f6nig (77). Mit neun oder zehn Jahren werden die M\u00e4dchen innerhalb der Gro\u00dffamilien verheiratet. \u201eIm Tausch gegen eine Kuh.\u201c Eigentlich eine agile, freundliche, energiegeladene Frau, wird K\u00f6nig ernst, wenn es um Togo und seine Bewohnerinnen geht. Seit 1988 ist sie mit dem Augsburger Togoverein, den sie gr\u00fcndete und dessen Vorsitzende sie bis heute ist, in der Region aktiv. Die tiefe Liebe zum Land begann mit einem Zufall.\n  <\/p>\n<p>            Augsburgerin Ursula K\u00f6nig: \u201eDie Armut hat mich fertig gemacht\u201c<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der B\u00fcrgermeister von <a href=\"https:\/\/augsburger-allgemeine.de\/augsburg-land\/ort\/Stadtbergen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Stadtbergen<\/a> fragte die gelernte Bankkauffrau und Fris\u00f6rin, ob sie als Teil einer Delegation mit ihre Tanzsportgruppe mit in die Partnerstadt Stadtbergens nach Togo reisen wolle. \u201eWir haben zugestimmt, sind dort dann in Trachten und historischen Gew\u00e4ndern aufgetreten. Die Dorfbewohner haben sich kaputtgelacht\u201c, erinnert sie sich. Allein sei sie dann zwischen den staubigen H\u00fctten und Unterk\u00fcnften herumgelaufen, um sich umzusehen. \u201eDiese Armut hat mich damals, 1988, fertig gemacht. Ich dachte, ich muss doch was tun, wollte die Welt ein bisschen besser machen.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zum Interview sitzt sie am gro\u00dfen K\u00fcchentisch in einer kleinen Wohnung im beschaulichen Hochzoll-S\u00fcd. Genau hier, berichtet sie, seien die Ideen, Pl\u00e4ne und Projekte weiterentwickelt worden, die von B\u00fcrgerinnen in Togo angesto\u00dfen und dann mit Spenden aus Deutschland umgesetzt wurden. \u201eZuerst habe ich alles gesammelt, was Togo nicht braucht\u201c, sagt sie lachend. Kleidung und Schuhe zum Beispiel. Angesagt war jedoch Bildung. Ein Kindergarten entstand in einer Kleinstadt in der Mitte des Landes. 2013 er\u00f6ffnete der Togoverein mit Partnern, Beh\u00f6rden und Bev\u00f6lkerung in der N\u00e4he der Kita eine weiterf\u00fchrende Schule mit M\u00f6glichkeit zur Hochschulreife. \u201eF\u00fcr beides haben wir die Mittel hier eingeworben. Das Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Privatspender haben sich beteiligt\u201c, berichtet sie.\n  <\/p>\n<p>            \u201eNoch nie so etwas Grausames gesehen\u201c: M\u00e4dchenbeschneidungen sind in Togo immer noch Thema<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Seit einigen Jahren unterst\u00fctzen der Togoverein zudem den unabh\u00e4ngigen Verband Refed im Kampf gegen M\u00e4dchenbeschneidung. \u201eAls ich 2022 mit Refed-Frauen auf einer Stra\u00dfe sa\u00df, weil mal wieder der Strom ausgefallen war, zeigten sie mir anhand einer Puppe, was bei einer Beschneidung passiert. Ich habe noch nie so etwas Grausames gesehen\u201c, erkl\u00e4rt sie. Social Media und Radiowerbung sind wichtig f\u00fcr die Reichweite. Daneben die Frauen, die \u00fcber Land reisen, mit Dorf\u00e4ltesten verhandeln, das Dorf zusammenrufen, und pers\u00f6nlich aufkl\u00e4ren. 1200 Euro, sagt K\u00f6nig, kosteten vier Aufkl\u00e4rungsveranstaltungen inklusive eines Radiosendeplatzes.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Grundlagenarbeit auf Augenh\u00f6he, das ist ihr wichtig. \u201eDer Bedarf ist real. Sie schreiben ihre Ideen und Antr\u00e4ge, wir entscheiden, was umsetzbar ist.\u201c 36 Mal war sie selbst in Togo, nahm Kollegen mit, um das ehrenamtliche Engagement effektiv zu teilen. Vor Ort \u00fcberwacht Aridia Frank, eine Togolesin, die in Deutschland studiert und lange im Allg\u00e4u gewohnt hat, die Umsetzung der Vorhaben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Katholische Deutsche Frauenbund Bayern verlieh K\u00f6nig den Ellen-Ammann-Preis f\u00fcr den Erfolg des j\u00fcngsten Projekts: Das im letzten Jahr er\u00f6ffnete Schutzhaus f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen in Dapaong. Ein bewachter, gesicherter Ort im muslimischen Norden des Landes, konzipiert von Refed. Ein Arzt, ein Psychologe und eine Sozialarbeiterin sind fest angestellt. \u201eDas Haus war gleich zu Beginn voll belegt, bis heute fanden dort 250 M\u00e4dchen Unterschlupf und einen neuen Lebensweg\u201c, erkl\u00e4rt K\u00f6nig. Eine R\u00fcckkehr in die Familie sei f\u00fcr diese meist nicht m\u00f6glich, sie gelten als versto\u00dfen. Wie das M\u00e4dchen, das vor ihrer Familie und Onkel floh. Sie habe, und dies sei eine der vielen Erfolgsgeschichten, so K\u00f6nig, inzwischen Maurerin gelernt und das Frauenschutzhaus mitgebaut.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Stefanie Schoene<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Togo<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Schule<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Onkel sollte sie zur Frau bekommen, ihre Familie, irgendwo im Norden Togos, hatte sie dem erwachsenen Mann&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":337863,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-337862","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115013533313951013","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337862","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=337862"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337862\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/337863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=337862"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=337862"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=337862"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}