{"id":337966,"date":"2025-08-12T03:53:23","date_gmt":"2025-08-12T03:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337966\/"},"modified":"2025-08-12T03:53:23","modified_gmt":"2025-08-12T03:53:23","slug":"aix-en-provence-feiert-das-grosse-cezanne-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/337966\/","title":{"rendered":"Aix-en-Provence feiert das gro\u00dfe Cezanne-Jahr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aix-en-Provence<\/strong> ohne Paul C\u00e9zanne? Geht gar nicht. Sein Name findet sich in Stra\u00dfennamen, an Hausw\u00e4nden und auf den Speisekarten der beliebten Kultur- und Studentenstadt. In einigen Lokalen finden sich \u201eStillleben auf dem Teller\u201c: kunstvoll arrangierte Fr\u00fcchte, Gem\u00fcse und K\u00e4se \u2013 wie in seinen Bildern.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/46-217542687.jpg\"  data- alt=\"46-217542687\"\/><\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler malte langsam \u2013 und korrigierte seine Bilder immer wieder neu.<\/p>\n<p>            \u00a9Gabriele Kuhn        <\/p>\n<p>    Hundert Meisterwerke<\/p>\n<p>Wer tiefer blickt, entdeckt jedoch mehr als Touristenrummel. Allem voran eine Landschaft, die das Sehen lehrt. Und die Geschichte eines Mannes, der die Kunst neu dachte, indem er sie verlangsamte. C\u00e9zanne war kein flinker Skizzenzeichner. F\u00fcnfzehn bis zwanzig Minuten dauerte es manchmal von Pinselstrich zu Pinselstrich. Immer wieder \u00fcberdachte er sein Werk.<\/p>\n<p>2025 ist das gro\u00dfe C\u00e9zanne-Jahr: Aix-en-Provence feiert seinen ber\u00fchmtesten Sohn mit einer umfangreichen Ausstellung im <strong>Mus\u00e9e Granet<\/strong>. Unter dem Titel \u201eC\u00e9zanne au Jas de Bouffan\u201c werden <strong>noch bis zum 12. Oktober<\/strong> rund hundert Meisterwerke gezeigt, darunter etwa neunzig Gem\u00e4lde von C\u00e9zanne und mehrere Leihgaben von gro\u00dfen Museen.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/46-217542650.jpg\"  data- alt=\"46-217542650\"\/><\/p>\n<p>Der Landsitz \u201eJas de Bouffan\u201c, in dem C\u00e9zanne mit seiner Familie lebte, wurde renoviert.<\/p>\n<p>            \u00a9Gabriele Kuhn        <\/p>\n<p>Zugleich \u00f6ffnet das frisch <strong>restaurierte Familienanwesen Jas de Bouffan<\/strong> seine Tore: Ein Ort, der f\u00fcr Paul C\u00e9zanne weit mehr war als nur ein Zuhause. Dort erprobte er sich als junger Mann in Farbe, Form und Fantasie. In das <strong>Landhaus <\/strong>zog seine Familie im Jahr 1859, es lag damals noch vor den Toren der Stadt, samt riesigem Garten und Schwimmbecken, das immer noch besteht. Da der Duft von Zypressen, dort das Pl\u00e4tschern des Wassers, m\u00e4chtige Kastanienb\u00e4ume, die Ger\u00e4uschkulisse der Natur. Und: das legend\u00e4re Licht der Provence. Sowie \u00fcberall: satter Lavendel. Ein Ort, an dem die Zeit bed\u00e4chtiger dahinflie\u00dft.<\/p>\n<p>    Spurensuche<\/p>\n<p>C\u00e9zanne sollte, so wie Herr Papa, ins Bankwesen gehen. Der fr\u00fchere Hutmacher hielt von der Malerei wenig, erlaubte seinem Sohn dennoch, den Grand Salon im Erdgescho\u00df als Atelier zu nutzen. Paul bemalte dort die Innenmauern, w\u00e4hrend der Renovierungsarbeiten entdeckte man Spuren einer bisher unbekannten Wandmalerei. Wer heute durch Aix spaziert, folgt unweigerlich den Spuren des ber\u00fchmten K\u00fcnstlers. Die Stadt ist ein lebendiger Ort, in dem C\u00e9zanne organisch mitl\u00e4uft: durch die schattigen Gassen der Altstadt, vorbei an pl\u00e4tschernden Brunnen, an bunten M\u00e4rkten, \u00fcber sonnenwarmes Kopfsteinpflaster. Bronzefarbene Markierungen auf dem Boden weisen auf den offiziellen C\u00e9zanne-Rundgang hin. Der <strong>\u201eCours Mirabeau\u201c<\/strong> ist das pulsierende Wohnzimmer von Aix: mit Kaffeeh\u00e4usern, Brunnen, Stadtpalais und viel provenzalischem Flair. Auch C\u00e9zanne spazierte hier als junger Mann, bevor er sich vom st\u00e4dtischen Trubel abwandte.<\/p>\n<p>    Steinbruch und Steilk\u00fcste<\/p>\n<p>Weiter drau\u00dfen finden sich, mitten in Pinienw\u00e4ldern, die klaren Linien des <strong>Bib\u00e9mus-Steinbruchs<\/strong>, aus dessen Steinen Teile der Stadt errichtet wurden. C\u00e9zanne liebte diesen Ort. Zwischen den Felsen entwickelte er seine Bildsprache weiter. Heute f\u00fchren Shuttlebusse in das gesch\u00fctzte Gebiet, das zauberhafte Ausblicke bietet. Und, im besten Fall Stille, inmitten wilder Natur und warmer Farben. Was den K\u00fcnstler von anderen unterschied, war sein Umgang mit Licht. Inspiriert von den Impressionisten, vor allem durch seine Aufenthalte in <strong>L\u2019Estaque<\/strong>, ein malerischer <strong>Stadtteil von Marseille<\/strong>, direkt an der K\u00fcste gelegen. Das Mittelmeer, das Flirren der Sonne pr\u00e4gten ihn.<\/p>\n<p><strong>Anreise <\/strong>Direktflug Wien\u2013 Marseille. Von dort mit einem Shuttle, Auto oder Zug nach Aix-en-Provence\u00a0(ca. 40 Min.) Co2-Kompensation via atmosfair.de: 29 \u20ac<\/p>\n<p><strong>Sehenswert <\/strong>Im ehemaligen unterirdischen Steinbruch Carri\u00e8res de Lumi\u00e8res bei \u00a0Les-Baux-de-Provence werden 14 Meter hohe W\u00e4nde als animierte Kunstkulisse genutzt. <a href=\"https:\/\/www.carrieres-lumieres.com\/en\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">carrieres-lumieres.com\/en<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00dcbernachten <\/strong>\u2013 Aquabella H\u00f4tel &amp; Spa, Aix-en-Provence mit Pool, \u00a0 DZ ca. 250 \u20ac. <a href=\"https:\/\/www.aquabella.fr\/en\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">aquabella.fr\/en<\/a><br \/>\u2013 Besonders charmant: Hotel Gounod, Saint\u2011R\u00e9my\u2011de\u2011Provence, mit Pool, DZ ab 170 \u20ac, <a href=\"https:\/\/hotel-gounod.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hotel-gounod.com\u00a0<\/a><\/p>\n<p>    Formen und Farben<\/p>\n<p>Paul C\u00e9zanne baute sich schlie\u00dflich ein Atelier in <strong>Les Lauves<\/strong>, einem Stadtteil im Norden von Aix-en-Provence. Ab 1902 arbeitete er hier t\u00e4glich im lichtdurchfluteten Raum mit Blick aus dem Nordfenster auf die <strong>Montagne Sainte-Victoire<\/strong>. Jenen markanten Berg, den er in zahlreichen Gem\u00e4lden verewigte.<\/p>\n<p>Besucher erleben hier heute noch Atmosph\u00e4risches. Da liegt er, sein Hut, da liegt sie, die Malbluse. 1906 starb C\u00e9zanne an den Folgen einer Lungenentz\u00fcndung, die er sich beim Malen unter freiem Himmel zugezogen hatte. Zu Lebzeiten nicht anerkannt, lehrt er Menschen heute noch, zu schauen. Nicht zu scannen, nicht zu liken, nicht zu eilen. Sondern still zu werden, um die Welt in Formen, Linien und Farben zu \u00fcbersetzen. Die Provence ist nicht nur eine Landschaft, sondern ein Seinszustand. Genau darin liegt ihr besonderer Reiz. In diesem Sinne f\u00fchrt die Reise weiter nach <strong>St-R\u00e9my-de-Provence<\/strong>.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/46-217530845.jpg\"  data- alt=\"46-217530845\"\/><\/p>\n<p>Saint-Paul-de-Mausole, wo Van Gogh ein Jahr verbrachte.<\/p>\n<p>            \u00a9Gabriele Kuhn        <\/p>\n<p>    Van Goghs Geist<\/p>\n<p>In der ehemaligen <strong>Klosterpsychiatrie Saint-Paul-de-Mausole <\/strong>wandelt man auf den Spuren eines weiteren \u201eGro\u00dfen\u201c. Vincent van Gogh fand hier nach seinem psychischen Zusammenbruch Zuflucht. Er war freiwillig gekommen, nach dem Vorfall mit dem Ohr. Seine \u201eIrises\u201c, die \u201eSternennacht\u201c und viele andere Werke entstanden hier. Heute ist der Ort weiterhin eine psychiatrische Einrichtung sowie <strong>Museum und Gedenkst\u00e4tte.<\/strong> Im malerischen Garten atmet man immer noch Vincents Geist. Die Stadt <strong>Arles<\/strong>, das Tor zur <strong>Camargue<\/strong>, ist ebenso Teil seiner Geschichte. Dort malte er seine ber\u00fchmtesten Werke \u2013 die Sonnenblumen, das gelbe Haus, das n\u00e4chtliche Caf\u00e9 \u2013 und hoffte vergeblich auf eine K\u00fcnstlergemeinschaft. Heute lockt die Stadt mit antiker Architektur, verwinkelten Gassen und dem Verm\u00e4chtnis eines weiteren weltber\u00fchmten K\u00fcnstlers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aix-en-Provence ohne Paul C\u00e9zanne? Geht gar nicht. Sein Name findet sich in Stra\u00dfennamen, an Hausw\u00e4nden und auf den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":337967,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-337966","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115013773583431620","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=337966"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/337966\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/337967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=337966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=337966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=337966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}