{"id":338080,"date":"2025-08-12T05:00:12","date_gmt":"2025-08-12T05:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338080\/"},"modified":"2025-08-12T05:00:12","modified_gmt":"2025-08-12T05:00:12","slug":"nachtleben-in-stuttgart-wurde-dj-afro-punk-von-einem-tuersteher-angegriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338080\/","title":{"rendered":"Nachtleben in Stuttgart: Wurde DJ Afro Punk von einem T\u00fcrsteher angegriffen?"},"content":{"rendered":"<p>Ein Streit in einem Stuttgarter Club zwischen T\u00fcrsteher und DJ wird zu einem Kampf von Frauen, die sich beim Feiern nicht sicher f\u00fchlen. Was ist am 8. M\u00e4rz wirklich passiert?<\/p>\n<p>Sandra Moraa sitzt an ihrem Esstisch in ihrer Wohnung im Stuttgarter S\u00fcden. Sie wirkt angespannt, doch sie gibt sich M\u00fche, sich zu konzentrieren. Sie wird wieder von dem Ereignis erz\u00e4hlen m\u00fcssen, das vor wenigen Monaten ihr Leben auf den Kopf gestellt und gleichzeitig eine Solidarit\u00e4tswelle im Netz ausgel\u00f6st hat. \u201eIch habe in meinem Leben schon fr\u00fch <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Gewalt\" title=\"Gewalt\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gewalt<\/a> erlebt und bin davon traumatisiert\u201c, sagt sie. <\/p>\n<p>Moraa arbeitet seit f\u00fcnf Jahren als DJ. Unter dem Namen DJ Afro Punk tritt sie bei Hochzeiten, Partys oder Stra\u00dfenfesten wie dem Schoettlefest im Juni auf. Ihre Erfahrungen beim Feiern waren nicht immer positiv. Darum hat sie sich irgendwann dazu entschieden <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.sexismus-in-clubs-so-macht-dj-afro-punk-das-feiern-in-stuttgart-sicherer-fuer-frauen.de46cdae-b49c-46e5-a908-8be1f05ab541.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">eine eigene Partyreihe zu veranstalten<\/a>, die den Schwerpunkt hat, einen sicheren Raum f\u00fcr Frauen zu schaffen. \u201eIch wollte, dass Frauen bei meinen Partys keine Angst haben m\u00fcssen, alleine feiern zu gehen\u201c, sagt sie. Doch ausgerechnet auf ihrer eigenen Party, habe sie eine Erfahrung gemacht, die Traumata ihrer Kindheit wieder hervorgeholt h\u00e4tten. <\/p>\n<p>Was vorgefallen ist, best\u00e4tigt sie in einer eidesstattlichen Erkl\u00e4rung, die unserer Zeitung vorliegt. Ebenso haben wir mit mehreren Zeuginnen \u00fcber den Abend gesprochen, die die Version von Sandra Moraa best\u00e4tigen. Jedoch gibt es auch eine Gegenseite, die bestreitet, dass sich die Ereignisse so zugetragen haben sollen. Doch was genau ist passiert?<\/p>\n<p>Der ideale Ort f\u00fcr ihre Party <\/p>\n<p>Am Weltfrauentag am 8. M\u00e4rz hat Sandra Moraa als DJ Afro Punk in einem angesagten Stuttgarter <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Club\" title=\"Club\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Club<\/a> eine Party veranstaltet. Der Club in zentraler Lage ist bekannt daf\u00fcr, unter anderem Veranstaltungen f\u00fcr Menschen aus der LGBTQIA+ zu organisieren. Er soll ein Ort sein, der Minderheiten jeglicher Art einen sicheren Platz gibt. Die T\u00fcrsteher m\u00fcssen sich an ein Awareness-Konzept halten. Der ideale Ort f\u00fcr ihre Party dachte Moraa. <\/p>\n<p> <strong>Laut ihrer Schilderung kam es an dem besagten Abend zu einem Streit zwischen ihr und den beiden T\u00fcrstehern, die dem Clubs zugeteilt waren. Moraa habe im Vorfeld schlechte Erfahrung mit einem der T\u00fcrsteher gemacht und ihn vorher bei der Betreiberin des Clubs gemeldet. Sie wollte nicht, dass er an dem Tag arbeitet. Es handelt sich um den 39-j\u00e4hrigen Einsatzleiter der Gruppe, hier soll er Frank hei\u00dfen. \u201eFrank hat sich mir und anderen gegen\u00fcber sexistisch verhalten und er hat einmal bei einer Veranstaltung jemanden, in den Club gelassen, von dem er wusste, dass er mich bel\u00e4stigt hatte\u201c, sagt sie. Er habe beispielsweise bei einer Begegnung mit ihr offen und ungefragt dar\u00fcber gesprochen, dass er Sex mit einer bestimmten Frau haben wolle. Auch eine weitere Person sagt, dass der besagte T\u00fcrsteher, sich mit einer sexuelle Anspielungen in ihrer Anwesenheit eine Grenz\u00fcberschreitung erlaubt habe. Wir haben Frank mit den Anschuldigungen konfrontiert. Er behauptet, diese seien alle gelogen. Er habe sich nie den Frauen gegen\u00fcber falsch oder unanst\u00e4ndig verhalten.<\/strong><\/p>\n<p>Aggressiv weggeschubst? <\/p>\n<p> <strong>Der Streit an dem Abend findet zun\u00e4chst zwischen Moraa und einem anderen T\u00fcrsteher statt. Es geht darum, dass sie sich \u00fcber Frank beschwert hat. Es wird so laut gestritten, dass mehrere Menschen darauf aufmerksam werden und sich einmischen wollen. Frank O. ist nicht der T\u00fcr zugeteilt worden, hinter der Moraa auflegt, damit es zu keiner Konfrontation kommt. Er steht abseits, ihn und Moraa trennt zu diesem Zeitpunkt eine Menge von Menschen, die vor dem Club stehen. Dennoch verl\u00e4sst er irgendwann seinen Arbeitsplatz und sucht die Konfrontation mit Sandra Moraa. Zeuginnen berichten, dass er aggressiv auf sie zugelaufen sei, in seiner Wut andere beistehende Personen gewaltvoll weggeschubst habe und sich vor Moraa aufgebaut und sie angeschrien habe. <\/strong><\/p>\n<p> <strong>\u201eIch habe mich sehr erschrocken und mich sofort zur\u00fcckgezogen. Freunde von mir haben sich direkt eingemischt. Er hat eine Freundin dann weggeschubst und ich bin aus der Situation geflohen\u201c, sagt Sandra Moraa. Sie sei daraufhin v\u00f6llig schockiert gewesen, habe am ganzen Leib gezittert und habe geweint. Weil sie nicht mehr f\u00fcr ihre Sicherheit und f\u00fcr die ihrer G\u00e4ste habe garantieren k\u00f6nnen, habe sie daraufhin eine Durchsage gemacht und die Party beendet.<\/strong><\/p>\n<p> T\u00fcrsteher am Arm gepackt <\/p>\n<p>Andere Zeugen geben eine andere Version der Abl\u00e4ufe wieder. Frank erkl\u00e4rt ebenfalls in einer eidesstattlichen Versicherung, dass er sich in keiner Weise gewaltt\u00e4tig verhalten habe. Er sei an dem Abend sehr spontan eingesprungen, weil der T\u00fcrsteher, der eigentlich h\u00e4tte arbeiten sollen, ausgefallen sei. Als er aus der Distanz geh\u00f6rt habe, dass \u00fcber ihn geredet wurde, sei er auf Sandra Moraa zugelaufen, um mit ihr zu reden. Die Stimmung sei angespannt, aber nicht aggressiv gewesen. Er sei laut geworden, worauf sich Moraa sehr verst\u00f6rt und be\u00e4ngstigt zur\u00fcckgezogen habe. Eine beistehende Person habe versucht, Frank aufzuhalten und ihn am Arm gepackt. Er habe diese Hand weggesch\u00fcttelt.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte die Ereignisse des Abends als einen Vorfall unter vielen im Stuttgarter <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Nachtleben\" title=\"Nachtleben\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nachtleben<\/a> abtun. Niemand kam k\u00f6rperlich zu Schaden. Laut Polizei hat keine der beteiligten Personen an dem Abend Anzeige erstattet. Ein k\u00f6rperlich \u00fcberlegener Mann, der laut der Aussage von Zeuginnen wie Sandra Moraa m\u00f6glicherweise gewaltt\u00e4tig, m\u00f6glicherweise nur aggressiv eine Frau oder mehrere Frauen einsch\u00fcchtert. Vielleicht redet er auch nur laut mit ihr und wird missverstanden. <\/p>\n<p>Doch der Konflikt zieht weitere Kreise, als man an dem Abend h\u00e4tte ahnen k\u00f6nnen. Denn er verschiebt sich ins Netz und diskutiert dort eine Frage, mit der sich offensichtlich viele Frauen in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> identifizieren k\u00f6nnen. Wie schwer ist es als Frau Geh\u00f6r zu finden, wenn man davon erz\u00e4hlt, dass man m\u00f6glicherweise eine \u00fcbergriffige Erfahrung mit einem Mann gemacht hat? Gerade wenn es verschiedene sich widersprechende Aussagen zu einem Vorfall gibt. Im Netz stellen sich zumindest viele Nutzerinnen und Nutzer auf die Seite Moraas. Der Club wiederum ver\u00f6ffentlicht auf seiner Instagram-Seite ein Statement, in dem zugesagt wird, die Vorw\u00fcrfe ernst zu nehmen. Sp\u00e4ter wird dieses Statement wieder gel\u00f6scht. Doch die Stimmung ist schon deutlich auf der Seite von DJ Afro Punk.<\/p>\n<p> Awareness-Schulungen f\u00fcr T\u00fcrsteher <\/p>\n<p>Es gibt \u00fcber Monate mehrere Treffen zwischen Sandra Moraa und verschiedenen Beteiligten. Zu ihnen z\u00e4hlen neutrale Vermittlerinnen und Vermittlern und die Betreiberin des Clubs, die an dem eigentlichen Abend selbst nicht anwesend gewesen ist. Auch das Clubkollektiv mischt sich mit ein. Auf Nachfrage unserer Zeitung m\u00f6chte sich die Clubbetreiberin nicht erneut zu dem Geschehenen \u00e4u\u00dfern. Sie sagt jedoch: \u201eIch setze mich seit Jahren f\u00fcr sichere T\u00fcren in Stuttgarter Clubs ein. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.age-of-cage-mma-der-tuersteher-der-cagefights-in-stuttgart-organisiert.ca12adfe-ebe2-489f-acaf-03608436a34d.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Meine T\u00fcrsteher werden<\/a> zu Awareness-Schulungen geschickt.\u201c Keiner der T\u00fcrsteher war bei einem Treffen mit Sandra Moraa anwesend.<\/p>\n<p>Nach Wochen der Vermittlung sind die Fronten verh\u00e4rtet und einige Menschen haben sich in Stuttgart auf Moraas Seite gestellt. Sie spricht davon, dass man sie nicht ernst genommen habe, sie mit rassistischen und sexistischen Klischees behandelt habe und sie versucht habe, davon abzuhalten, an die \u00d6ffentlichkeit zu gehen. \u201eDabei haben sich immer mehr Menschen bei mir gemeldet, die \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht haben. Insbesondere nachdem der Club ein \u00f6ffentliches Statement abgegeben hatte\u201c, sagt sie im Gespr\u00e4ch mit unserer Zeitung. Sie fordert, dass der Club sich auf ihre Seite stellt und den fraglichen T\u00fcrsteher entl\u00e4sst. Frauen berichten in den Kommentaren zudem davon, wie schwer es sei, sich im Stuttgarter Nachtleben beim Feiern sicher zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p> Konflikt nicht ins Internet verlagern <\/p>\n<p>Hannah Japes ist Vorstandsmitglied im Clubkollektiv in Stuttgart. Sie hat in den Wochen nach dem Vorfall die Clubbetreiberin als Mitglied unterst\u00fctzt. \u201eEs ist uns wichtig zu betonen, dass man bei solchen Vorf\u00e4llen immer den Schutz der betroffenen Personen an erster Stelle sieht\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p> Es sei jedoch ebenfalls wichtig, dass sowohl die Personen, die die Vorw\u00fcrfe erheben, als auch die Gegenseite zusammenkommen und miteinander redeten. Den Konflikt im Netz auszutragen sei keine L\u00f6sung. Man sollte sich bem\u00fchen, an konstruktiven L\u00f6sungen zu arbeiten. Die Betreiberin des Clubs habe eine Verantwortung gegen\u00fcber ihren Besch\u00e4ftigten. Solange es zwei Versionen dar\u00fcber gebe, was an dem Abend passiert sei, k\u00f6nne man auch den Mitarbeiter nicht entlassen.<\/p>\n<p> \u00c4hnlicher Vorfall <\/p>\n<p>Sandra Moraa gibt sich noch immer nicht geschlagen. Sie hat sich inzwischen seelischen Beistand bei einer Hilfsorganisation gesucht. Sie stehe in Kontakt mit den Menschen, die \u00fcbergriffige und gewaltvolle Erfahrungen im Stuttgarter Nachtleben teilen wollen. Ein Mann habe sich beispielsweise bei ihr gemeldet. Verschiedene Schreiben legen nahe, dass er vor ungef\u00e4hr einem Jahr in einem Club in Stuttgart extreme Gewalt erlebt hat. Er berichtet unserer Zeitung davon, dass er ohne erkennbaren Grund von einem T\u00fcrsteher verpr\u00fcgelt worden sei. Ihm wurde die Nase gebrochen und ein Zahn ausgeschlagen. Ein Arztbrief und ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft Stuttgart best\u00e4tigen Teile seiner Aussage. Die Ermittlungen der Polizei wurden jedoch eingestellt. Es sei im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei m\u00f6glich gewesen, zu sagen, welcher der beiden T\u00fcrsteher den Mann m\u00f6glicherweise verpr\u00fcgelt habe. Diese selbst haben die Aussage verweigert. Es waren andere T\u00fcrsteher, als die, mit denen Sandra Moraa gestritten hatte. Laut Informationen unserer Zeitung arbeiten diese nicht mehr in dem Club. Der Club, in dem es zu diesem Vorfall gekommen ist, ist jedoch derselbe, in dem Sandra Moraa ihre schlechte Erfahrung mit dem T\u00fcrsteher gemacht haben will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Streit in einem Stuttgarter Club zwischen T\u00fcrsteher und DJ wird zu einem Kampf von Frauen, die sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":338081,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,5238,3364,29,94978,30,1000,24401,3652,1441,92814],"class_list":{"0":"post-338080","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-club","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-dj-afro-punk","13":"tag-germany","14":"tag-gewalt","15":"tag-nachtleben","16":"tag-stadtkind","17":"tag-stuttgart","18":"tag-topt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115014036679837054","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=338080"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338080\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/338081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=338080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=338080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=338080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}