{"id":338204,"date":"2025-08-12T06:14:10","date_gmt":"2025-08-12T06:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338204\/"},"modified":"2025-08-12T06:14:10","modified_gmt":"2025-08-12T06:14:10","slug":"stadtplanung-ohne-inklusionsgedanken-bremen-baut-barrieren-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338204\/","title":{"rendered":"Stadtplanung ohne Inklusionsgedanken: Bremen baut Barrieren auf"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Bremen taz | Bremens B\u00fcrgermeister Andreas Bovenschulte meint es ernst mit der Inklusion: \u201eBehindertenrechte gehen jede und jeden an und sind eines mit absoluter Sicherheit nicht: Nice to have\u201c, schreibt er im Vorwort des Landesaktionsplans zur UN-Behindertenrechtskonvention, der im Juli herausgekommen ist. Doch bei ihren aktuellen Planungen lasse der Senat die Barrierefreiheit au\u00dfer Acht, kritisiert die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Menschen Bremen (LAGS).<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Streitpunkt ist die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Keine-Barrierefreiheit-bei-Stationsumbau\/!5992224\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Umgestaltung der Haltestelle Domsheide<\/a> vor dem Konzerthaus Glocke: Zwei Varianten st\u00fcnden prinzipiell zur Wahl; der Senat hat sich auf eine Option festgelegt, die viele Akteure f\u00fcr nicht barrierefrei halten. W\u00e4hrend die Stadt am Dienstagabend ihre Planungen f\u00fcr die Umgestaltung pr\u00e4sentieren und damit die n\u00e4chste Phase einleiten will, plant die LAGS eine Kundgebung vor dem Konzerthaus.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Seit 2019 plant die Stadt die Umgestaltung des un\u00fcbersichtlichen Umstiegsknotenpunktes am \u00f6stlichen Eingang zur Innenstadt. Aus drei Richtungen kommen hier f\u00fcnf Stra\u00dfenbahn- und zwei Buslinien zusammen \u2013 und nutzen zwei getrennte Haltepunkte. Um von der Nord-S\u00fcd-Trasse auf die Ost-West-Verbindung umzusteigen, m\u00fcssen Bus- und Bahnfahrende ein gutes St\u00fcck laufen, dabei auf kreuzende Fahrradfahrer und abbiegende Autos achten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Auf die grunds\u00e4tzliche Ausgestaltung hatte sich der Senat bereits im Februar 2024 festgelegt. Klar ist demnach bereits: Es wird weiterhin zwei getrennte Haltepunkte geben, deren Enden noch weiter auseinanderr\u00fccken: Bis zu 185 Meter m\u00fcssen dann beim Umsteigen zur\u00fcckgelegt werden, gut 80 Meter mehr als bisher.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"5\">Es h\u00e4tte eine Variante gegeben, die auch das senatseigene Gutachten von 2019 in den meisten Aspekten besser bewertet hatte: Eine zentrale langgezogene Haltestelle vor dem Konzerthaus Glocke. Doch das soll insgesamt aufgewertet werden und eine Haltestelle vor dem Konzerthaus kann sich der Senat nicht gut vorstellen. Und so schlug am Ende die \u201ezentrale st\u00e4dtebauliche Bedeutung\u201c (Senat) des Platzes f\u00fcr die Bremer Innenstadt die Bedenken rund um Barrierefreiheit und Fahrgastfreundlichkeit.<\/p>\n<p>      Wege sind zu weit<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Das Problem ist der Weg zwischen den beiden Umstiegspunkten, erkl\u00e4rt Florian Grams, stellvertretender Gesch\u00e4ftsstellenleiter der LAGS Bremen. \u201eDie Umstiegswege, die nach den Senatspl\u00e4nen entstehen, sind f\u00fcr alle Fahrg\u00e4ste zu lang. F\u00fcr mobilit\u00e4tsbeeintr\u00e4chtigte Menschen sind sie eine echte Zumutung.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"8\">Einig ist man sich mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren: Der Sozialverband Deutschland sieht \u00e4ltere Menschen durch die geplante Variante im Nachteil; die Bremer \u00d6PNV-Initiative \u201eEinfach Einsteigen\u201c hatte im vergangenen Jahr in einer Petition nur die andere Variante als \u201efahrgastfreundlich\u201c eingestuft. Und auch das Stadtteilparlament, der Beirat Mitte, hat sich in seinem Votum klar f\u00fcr eine zentrale Haltestelle ausgesprochen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Ein Schlichtungsverfahren nach dem Bremischen Behindertengleichstellungsgesetz hat im Juni begonnen; sollte man sich dort mit der Stadt nicht einig werden, plant die LAGS Klage einzulegen. Viel Hoffnung auf eine erfolgreiche Schlichtung hat man nicht. Eine Stellungnahme, die der Richter im Schlichtungsverfahren bis Ende Juli von der Verkehrssenatorin \u00d6zlem \u00dcnsal (SPD) eingefordert hat, ist bisher nicht eingegangen, so der zweite Vorsitzende der LAGS, Bremens ehemaliger Landesbehindertenbeauftragter Joachim Steinbr\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Eine Klage ist also wahrscheinlich. Wie gro\u00df deren Aussichten auf Erfolg sind? Aus Sicht der Stadt erf\u00fcllt die gew\u00e4hlte Variante die Erfordernisse der Barrierefreiheit. Schlie\u00dflich werden an beiden Punkten die Bahnsteige h\u00f6hergelegt und erlauben damit einen ebenerdigen Einstieg in Bus und Bahn \u2013 anders als bisher.<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>            Die Umstiegswege, die nach den Senatspl\u00e4nen entstehen, sind f\u00fcr alle Fahrg\u00e4ste zu lang<\/p>\n<p class=\"typo-fotocredit pt-xsmall\">\n            Florian Grams, LAGS Bremen<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"11\">Erfolgsaussichten f\u00fcr eine Klage sehen die Verb\u00e4nde dennoch. \u201eJe mehr ich mich damit besch\u00e4ftige, desto sicherer bin ich mir\u201c, so Steinbr\u00fcck \u2013 und verweist auf Selbstverpflichtungen der Stadt: Das Haltestellenkonzept des zentralen Verkehrsverbunds Bremen Niedersachsen beruft sich demnach auf Empfehlungen von Forschern, dass Umsteigeanlagen nicht weiter als 50, im Ausnahmefall 100 Meter voneinander entfernt sein sollen. \u201eDas Land Bremen hat sich selbst an diese Empfehlungen gebunden\u201c, so Steinbr\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">Die Stadt \u00e4u\u00dfert sich am Montag vor Redaktionsschluss auf Anfrage nicht mehr dazu, warum man der Gestaltungsebene Vorrang vor der Barrierefreiheit und der Fahrgastfreundlichkeit gibt. In seiner zuvor herausgegebenen Pressemitteilung schreibt der Senat: \u201eBesondere Sorgfalt wurde auf die Integration der funktionalen, verkehrstechnischen, denkmalpflegerischen sowie auf die vom Landesbehindertenbeauftragten vertretenen Interessen gelegt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bremen taz | Bremens B\u00fcrgermeister Andreas Bovenschulte meint es ernst mit der Inklusion: \u201eBehindertenrechte gehen jede und jeden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":338205,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-338204","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115014327586815242","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=338204"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338204\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/338205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=338204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=338204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=338204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}