{"id":338316,"date":"2025-08-12T07:13:12","date_gmt":"2025-08-12T07:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338316\/"},"modified":"2025-08-12T07:13:12","modified_gmt":"2025-08-12T07:13:12","slug":"russland-auf-dem-weg-zur-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338316\/","title":{"rendered":"Russland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/mdz-moskau.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Vika-2.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"767\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Vika-2-1024x767.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22941\"  \/><\/a>in Leergutautomat an einer der Moskauer Metro-Stationen (Foto: Viktoria Nedaschkowskaja)<\/p>\n<p>F\u00fcr Mehrwegflaschen und -dosen werden beim Einkaufen in der Regel einheitlich 25 Cent Pfand f\u00e4llig, die man bei der R\u00fcckgabe zur\u00fcckerh\u00e4lt. So ist das wohl jeder gewohnt, der in Deutschland lebt oder zumindest einmal dort war. Dass es seit fast sechs Jahren ein \u00e4hnliches R\u00fccknahme-System f\u00fcr Flaschen in Russland gibt, scheint tats\u00e4chlich noch wenige Ohren erreicht zu haben.<\/p>\n<p>Der st\u00e4ndig von Hektik getriebene Moskauer merkt beim Vorbeigehen in der Metro ganz gewiss allerlei rumstehende Automaten nicht \u2013 man hat schlichtweg kaum Zeit daf\u00fcr. Davon wimmelt es aber inzwischen in den Stationsdurchg\u00e4ngen. Und zwar von Geld- und Snackautomaten bis hin zu, wie es sich nun herausstellte, Leergutautomaten. Diese sind aber in der russischen Hauptstadt eher noch eine Seltenheit. Ganz zu schweigen von den anderen St\u00e4dten.<\/p>\n<p><strong>Pionier der R\u00fccknahmeautomaten f\u00fcr Flaschen<\/strong><\/p>\n<p>Beim genauen Betrachten stellt sich heraus, dass das Ganze dem Unternehmen Ecoplatform zu verdanken ist. Dieses produziert R\u00fccknahmeautomaten f\u00fcr die Sammlung von Plastikflaschen, Aluminiumdosen und anderen Produkten zum Umweltschutz. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Moskau besteht eigenlich schon seit 2019. Es unterst\u00fctzt Unternehmen bei der Implementierung von Technologien zur Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele. Die Ger\u00e4te der Firma sind in vielen Regionen Russlands zu finden.<\/p>\n<p>Ecoplatform hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Recycling von Beh\u00e4ltern f\u00fcr Unternehmen erschwinglich und f\u00fcr Verbraucher bequem sowie verst\u00e4ndlich zu machen. Das Unternehmen verf\u00fcgt \u00fcber ein breites Ger\u00e4tenetz in ganz Russland und exportiert R\u00fccknahmeautomaten in die GUS und nach Europa. Dar\u00fcber hinaus produziert es auch Boxen f\u00fcr die Textilsammlung.<\/p>\n<p><strong>Deutscher Pfand-Weg nicht in Sicht<\/strong><\/p>\n<p>So wie in Deutschland funktioniert das Flaschen-Abgabesystem jedoch nicht. Zwar spricht man dabei von Pfandautomaten, Pfand im \u00fcblichen Sinne des Wortes ist es aber nicht. Die PR-Managerin von Ecoplatform, Marija Scheludkowa, erkl\u00e4rt auf Nachfrage, welche Prinzipien beim Unternehmen gelten und ob es vorhat, den deutschen Pfand-Weg einzuschlagen.<\/p>\n<p>\u201eIn Russland gibt es kein einheitliches Pfandsystem f\u00fcr Verpackungen wie in Deutschland, und die aktuelle Gesetzgebung sieht keine direkte finanzielle Entsch\u00e4digung f\u00fcr die R\u00fcckgabe von Beh\u00e4ltern vor. Zudem erfordert das monet\u00e4re Modell eine komplexere Logistik und Buchhaltung, was eine Skalierung unter den aktuellen Bedingungen erschwert. Deshalb haben wir ein alternatives System entwickelt, bei dem Nutzer Boni (Gutscheine \u2013 Anm. d. Red.) erhalten, die gegen n\u00fctzliche und attraktive Belohnungen eingetauscht werden k\u00f6nnen\u201c, so die Ecoplatform-Vertreterin.<\/p>\n<p>Man beobachte die Erfahrungen im Ausland aufmerksam und schlie\u00dfe eine zuk\u00fcnftige Umstellung auf neue Modelle nicht aus, sobald die Voraussetzungen daf\u00fcr gegeben seien.<\/p>\n<p><strong>Breite Palette an Partner-Angeboten<\/strong><\/p>\n<p>Welche M\u00f6glichkeiten haben dann die Flaschenr\u00fcckgeber, die f\u00fcr die Abgabe von Flaschen Gutscheine erhalten? erhalten Laut Scheludkowa die Menschen von den Partnern des Unternehmens Rabatte f\u00fcr Onlineshopping, Le\u00adbens\u00admittel- und Tierbedarfslieferungen, Rabatte in Kinderl\u00e4den und Fast-Food-Restaurants, Abonnements f\u00fcr Onlinedienste und sogar die M\u00f6glichkeit, Pr\u00e4mien auf Wohnen und kommunale Dienstleistungen zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Zu den Partnern von Ecoplatform z\u00e4hlen Unternehmen wie etwa der Lieferdienst Samokat, die Fluggesellschaft Aeroflot, die Lebensmittelgesch\u00e4fte VkusVill, Pjaterotschka, Perekrestok und andere Firmen. \u201eWir w\u00e4hlen diejenigen aus, die unsere Werte teilen, bereit sind, umweltfreundliche Ans\u00e4tze in Gesch\u00e4ftsprozesse zu implementieren und \u00d6kologie zum Alltag unserer Kunden zu machen. Uns ist es wichtig, dass die Teilnahme an diesem \u00d6ko-Projekt einfach, vertraut und zug\u00e4nglich ist \u2013 nicht nur geografisch, sondern auch hinsichtlich der Vorteile\u201c, macht die PR-Managerin deutlich. Deshalb werde das Partnernetzwerk kontinuierlich erweitert.<\/p>\n<p><strong>Anfang, Fazit und Perspektiven<\/strong><\/p>\n<p>Die Idee zu R\u00fccknahmeautomaten entstand 2019, als Maxim Kaplewitsch, der Gr\u00fcnder von Ecoplatform, bei einem Wettbewerb den Bedarf an einer russischen Alternative zu ausl\u00e4ndischen R\u00fccknahmeautomaten erkannte. Die vorhandenen Automaten haben sich entweder als zu teuer erwiesen oder waren nicht in Treueprogramme integriert.<\/p>\n<p>Mithilfe einer Auftragsfertigung und eines IT-Teams baute er den ersten R\u00fccknahmeautomaten mit Bonusintegration \u2013 und die ersten Ger\u00e4te zeigten eine viermal h\u00f6here Sammelquote als vergleichbare Ger\u00e4te. Seitdem hat sich Ecoplatform zu einem gro\u00dfen Netzwerk entwickelt: Mittlerweile gibt es \u00fcber 900 R\u00fccknahmeautomaten in \u00fcber 70 Regionen.<\/p>\n<p>Seit Projektbeginn haben Russen in 216 St\u00e4dten bereits \u00fcber 77 Millionen Flaschen und Dosen zur\u00fcckgegeben. In den f\u00fcnf Jahren der Arbeit von Ecoplatform wurden fast 16\u2005000 Tonnen CO2-\u00c4quivalente neutralisiert.<\/p>\n<p>\u201eZuk\u00fcnftig erwarten wir nicht nur eine steigende Anzahl an Ger\u00e4ten, sondern auch die Schaffung einer nachhaltigen urbanen Recyclingkultur \u2013 durch R\u00fccknahmeautomaten mit KI, digitale Beh\u00e4lterverfolgung, intelligente Routen und die Integration in gro\u00dfe Netzwerke (Einkaufszentren, Wohnkomplexe, Verkehr). Wir f\u00fchren bereits \u00d6ko-R\u00e4ume auf Festivals ein und machen die M\u00fclltrennung schrittweise von der Ausnahme zum Alltag\u201c, so Marija Scheludkowa.<\/p>\n<p>Viktoria Nedaschkowskaja<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"in Leergutautomat an einer der Moskauer Metro-Stationen (Foto: Viktoria Nedaschkowskaja) F\u00fcr Mehrwegflaschen und -dosen werden beim Einkaufen in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":338317,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-338316","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115014559685094837","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=338316"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338316\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/338317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=338316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=338316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=338316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}