{"id":338611,"date":"2025-08-12T09:56:12","date_gmt":"2025-08-12T09:56:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338611\/"},"modified":"2025-08-12T09:56:12","modified_gmt":"2025-08-12T09:56:12","slug":"regionale-firmen-befuerchten-marktverluste-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338611\/","title":{"rendered":"Regionale Firmen bef\u00fcrchten Marktverluste in den USA"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr die <strong>K\u00e4ssbohrer Gel\u00e4ndefahrzeug AG<\/strong> hat das Zollabkommen dagegen erhebliche Auswirkungen, \u201einsbesondere auf die Umsatz- und Ertragssituation\u201c. Denn Pistenbully und Powerbully werden in Laupheim produziert und in die USA verschifft, daher muss das Unternehmen f\u00fcr Fahrzeuge und Ersatzteile entsprechende Z\u00f6lle abf\u00fchren. \u201eEs besteht ein hohes Risiko f\u00fcr einen sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang bei Absatz, Umsatz und Ergebnisbeitrag im US-amerikanischen Markt\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Finanzvorstand Heiko St\u00e4hle<\/strong>. Dieser sei der gr\u00f6\u00dfte Einzelmarkt und trage ma\u00dfgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Man habe zwar in den vergangenen Monaten verschiedene Ma\u00dfnahmen ergriffen, um sich auf m\u00f6gliche Szenarien vorzubereiten. \u201eDie Unsicherheit, Unzuverl\u00e4ssigkeit und Kurzfristigkeit der aktuellen Zollpolitik\u201c bezeichnet St\u00e4hle daher als gr\u00f6\u00dfte Herausforderungen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der Finanzvorstand skizziert zwei Szenarien, wie sich das aktuelle Zollabkommen auf den Pistenbully-Produzenten auswirken k\u00f6nnte. Beim ersten w\u00fcrde das Unternehmen die Z\u00f6lle an die Kunden weitergegeben, was \u201emit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Nachfrager\u00fcckgang f\u00fchren d\u00fcrfte\u201c. Zus\u00e4tzlich sei eine hohe Inflation in den USA zu erwarten, die sich indirekt auf den Tourismus und den Skibetrieb auswirke. Im zweiten Szenario w\u00fcrde das Unternehmen die Zollkosten teils oder ganz \u00fcbernehmen. Dies w\u00fcrde jedoch die nordamerikanische Gesellschaft sowie die Gesamtprofitabilit\u00e4t der Gruppe belasten. \u201eBeide Szenarien haben weitreichende Folgen \u2013 unter anderem auf Produktionsauslastung, Effizienz und letztlich auf Besch\u00e4ftigung und Investitionen\u201c, erkl\u00e4rt St\u00e4hle. \u201eEin R\u00fcckgang der Produktionsmenge wirkt sich unmittelbar auf die Produktivit\u00e4t aus und gef\u00e4hrdet mittelfristig die wirtschaftliche Stabilit\u00e4t des Unternehmens.\u201c<\/p>\n<p>Ausnahme Luftfahrtkomponenten<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dagegen ist Diehl Aviation mit Hauptsitz in Laupheim vom aktuellen Zollstreit weitgehend ausgenommen, erkl\u00e4rt <strong>Guido van Geenen, Pressesprecher von Diel Aviation<\/strong>. Denn auf Luftfahrtkomponenten erheben die USA keine Z\u00f6lle. \u201eDie Luftfahrtbranche ist eine globale, und was die Komponenten betrifft, eine sehr spezialisierte Industrie. Und Boeing profitiert von der Zur\u00fccknahme der Z\u00f6lle und der Zollpolitik der US-Regierung\u201c, so van Geenen. Auf Komponenten Z\u00f6lle zu erheben, h\u00e4tte auch f\u00fcr US-Hersteller negative Effekte. Im September nimmt Diehl in Mexiko ein neues Werk in Betrieb, \u201edaher sind uns stabile Verh\u00e4ltnisse wichtig\u201c. Dennoch bedeuteten die Z\u00f6lle weit weniger Druck f\u00fcr Diehl als beispielsweise f\u00fcr die Automobilbranche. \u201eGenerell sind Z\u00f6lle f\u00fcr freies Wirtschaften hinderlich, aber zumindest gibt es jetzt f\u00fcr uns Planungssicherheit.\u201c<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-50 tw-py-2 tw-border-b tw-mb-0 tw-text-sm tw-font-medium tw-border-solid tw-border-b-neutral-80 tw-font-primary\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/regional\/biberach\/laupheim\/so-bewerten-firmen-in-der-region-die-neuen-us-zoelle-3803922\" class=\"sve-teaser_small sve-teaser_image-right\" aria-label=\"So bewerten Firmen in der Region die neuen US-Z\u00f6lle\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"319\" height=\"239\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dc5b8359-ef33-45c0-9d18-76e9e43802bc.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"So bewerten Firmen in der Region die neuen US-Z\u00f6lle\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bei <strong>Texmo Blank in Riedlingen<\/strong> ist die Meinung zweigeteilt: \u201eAus unseren europ\u00e4ischen Werken werden Exporte in die USA nun mit einem Zoll von 15 Prozent belegt, was Druck auf Preise und Wettbewerbsf\u00e4higkeit aus\u00fcbt, insbesondere bei Pr\u00e4zisionsgussteilen f\u00fcr Branchen wie die Luft- und Raumfahrt und die Automobilindustrie. Unsere US-amerikanischen Betriebe werden jedoch von einem stabileren und vorhersehbareren Handelsumfeld profitieren, was es uns erm\u00f6glicht, unsere Marktpr\u00e4senz vor Ort zu st\u00e4rken\u201c, teilt eine Unternehmenssprecherin mit.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch strategisch und bei internen Abl\u00e4ufen m\u00fcsse sich das  Unternehmen anders aufstellen: \u201eDie Balance zwischen Kosteneffizienz, Qualit\u00e4t und Zollkonformit\u00e4t erfordert erhebliche strategische Anpassungen, insbesondere bei der Entscheidung, welche Produktionsstufen in den USA angesiedelt werden sollen.\u201c Dar\u00fcber hinaus erh\u00f6hten die komplexen Ursprungsregeln und die Dokumentation von Zollbefreiungen oder Pr\u00e4ferenzbehandlungen den Verwaltungsaufwand. Die Abstimmung interner Prozesse an Standorten in der EU, den USA und Indien werde von entscheidender Bedeutung sein. Neben Marktanteilsverlusten in den USA k\u00f6nnten die Z\u00f6lle die transatlantische Zusammenarbeit bei gemeinsamen Entwicklungsprojekten behindern, da die Kosten f\u00fcr den grenz\u00fcberschreitenden Transport von Teilen steigen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Einen Vorteil sieht die Sprecherin von Texmo Blank aber dennoch: \u201eUnser US-Standort gewinnt an strategischer Bedeutung, da er den lokalen Markt nun zollfrei bedienen kann. Das verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil gegen\u00fcber EU-Partnern ohne US-Pr\u00e4senz.\u201c M\u00f6glich seien auch Investitionen in die lokale Verarbeitung oder in die Endmontage in den USA.<\/p>\n<p>Eigene Produktion in den USA?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Unterschiedliche Einfl\u00fcsse haben die Z\u00f6lle auf das Gesch\u00e4ft der <strong>Unternehmensgruppe Handtmann<\/strong> in Biberach. F\u00fcr die Gesch\u00e4ftsbereiche Leichtmetallguss und Systemtechnik rechnet die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung aktuell mit keinen Auswirkungen. \u201eMittel- und langfristig rechnen wir mit mehr Lokalisierung unserer Kunden in den USA, was einen Volumenverlust f\u00fcr unser Gesch\u00e4ft in Europa bedeuten w\u00fcrde\u201c, teilt eine Sprecherin des Unternehmens mit. Die st\u00e4rkere Verschiebung der Wertsch\u00f6pfungsketten in die Zielm\u00e4rkte bedeute einen R\u00fcckgang der Globalisierung. Eventuell k\u00f6nnte es durch die Senkung des Zollsatzes von 30 auf 15 Prozent eine kurzfristige Marktbelebung geben. \u201eDies sehen wir aber aktuell noch nicht in der Abrufzahlen\u201c, so die Sprecherin.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Im Handtmann-Gesch\u00e4ftsbereich Processing, der F\u00fcll- und Portioniermaschinen f\u00fcr die Lebensmittelindustrie herstellt, herrscht aktuell Abwarten, ob und in welchem Ausma\u00df die Z\u00f6lle die Kaufkraft und die Investitionsbereitschaft der Kunden einschr\u00e4nkt. \u201eF\u00f6rderlich sind sie jedenfalls nicht\u201c, hei\u00dft es bei Handtmann. \u201eDie Herausforderung wird sein, wie der Markt und damit die Endkunden reagieren, wenn durch die erhobenen Z\u00f6lle die Verkaufspreise zwangsweise ansteigen m\u00fcssen\u201c, so die Firmensprecherin. Die hochqualitativen Produkte des Gesch\u00e4ftsbereichs Processing h\u00e4tten eine hohe Ertragskraft, \u201edaher hoffen wir, dass die Z\u00f6lle keine allzu gro\u00dfen Auswirkungen haben werden\u201c.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Handtmann-Processing unterhalte in Chicago eine eigene Vertriebs- und Serviceniederlassung mit entsprechender Kundenn\u00e4he, \u201esodass wir rasch feststellen werden, wie unsere Kunden reagieren\u201c, sagt die Firmensprecherin. Weil auch die Hauptwettbewerber alle in Europa produzieren, sehe man hier zumindest noch keinen gro\u00dfen Nachteil, \u201ezumal unsere Produkt-Technologie lokal noch nicht verf\u00fcgbar ist\u201c. Mittel- bis langfristig k\u00f6nnte eine eigene Produktion in den USA von Vorteil sein. Das h\u00e4nge aber von der weiteren Gesch\u00e4ftsentwicklung dort ab.<\/p>\n<p>Unsicherheit und schwacher US-Dollar<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eDas hilft der Wirtschaft nicht weiter, weder in der EU noch in den USA\u201c, kommentiert Thorsten Seehars, CEO der <strong>S\u00fcdpack-Gruppe in Ochsenhausen<\/strong> das Zollabkommen. Seit 2017 unterh\u00e4lt der Folienhersteller einen Standort in der N\u00e4he von Chicago, an dem er seine Produkte weiterverarbeitet und damit den amerikanischen Markt bedient. \u201eDie Vorprodukte kommen jedoch zum Gro\u00dfteil hier aus Ochsenhausen und werden zuk\u00fcnftig mit den h\u00f6heren Z\u00f6llen belegt. Das wird sich auf jeden Fall im Preis niederschlagen und unseren Absatz auf dem US-Markt erschweren\u201c, so Seehars. Er rechnet mit zehn Prozent h\u00f6heren Preisen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung sehen wir in der Unsicherheit, die die st\u00e4ndig wechselnde Verhandlungssituation mit sich bringt. Das nehmen auch unsere Kunden in den USA wahr. Langfristige Liefervereinbarungen sind schwer zu realisieren\u201c, sagt der S\u00fcdpack-Chef. Hinzu komme der derzeit schwache Dollarkurs, der Waren aus der EU zus\u00e4tzlich verteuere. \u201eAus unserer Sicht w\u00e4ren eine finale Entscheidung und einkehrende Ruhe wichtig, um stabile Handelsbeziehungen aufbauen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr die K\u00e4ssbohrer Gel\u00e4ndefahrzeug AG hat das Zollabkommen dagegen erhebliche Auswirkungen, \u201einsbesondere auf die Umsatz- und Ertragssituation\u201c. 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