{"id":338694,"date":"2025-08-12T10:42:11","date_gmt":"2025-08-12T10:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338694\/"},"modified":"2025-08-12T10:42:11","modified_gmt":"2025-08-12T10:42:11","slug":"abt-johannes-eckert-schreibt-buch-zur-ueber-1-500-jahre-alten-regel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338694\/","title":{"rendered":"Abt Johannes Eckert schreibt Buch zur \u00fcber 1.500 Jahre alten Regel"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Frieden ist m\u00f6glich&#8220; &#8211; ganz sch\u00f6n mutig, wer sich in Zeiten wie diesen traut, das Anfangs-Kapitel <a href=\"https:\/\/www.herder.de\/religion-spiritualitaet\/shop\/p3\/91195-suche-frieden-und-jage-ihm-nach-gebundene-ausgabe\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>seines neuen Buches<\/strong><\/a> unter dieses Motto zu stellen. Und nicht nur das: Der Abt von Sankt Bonifaz-M\u00fcnchen und Kloster Andechs, Johannes Eckert, hat sogar das ganze 190 Seiten starke Werk mit dem Psalm &#8222;Suche den Frieden und jage ihm nach&#8220; \u00fcberschrieben.\u00a0<\/p>\n<p>Frieden habe man nun mal nicht, man k\u00f6nne ihn nicht besitzen, r\u00e4umt der Ordensmann freim\u00fctig ein. Dieser verlange Einsatz, ja Arbeit. &#8222;Immer wieder muss er neu geschaffen oder ausgehandelt werden.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Benediktiner lohnt es sich, dazu beim Ordensgr\u00fcnder, dem heiligen Benedikt von Nursia, nachzuschlagen. Seine mehr als 1.500 Jahre alte Regel bildet das Grundger\u00fcst f\u00fcr ein gelingendes Zusammenleben von M\u00f6nchen. Benedikt kennt die menschlichen Schw\u00e4chen nur zu gut: Mit Strenge und Barmherzigkeit, vor allem aber mit dem Prinzip des Ma\u00dfhaltens gibt er einen erfolgreichen F\u00fchrungsstil vor.<\/p>\n<p>In seiner im Jahr 2000 ver\u00f6ffentlichten Doktorarbeit hat Eckert bereits aufgezeigt, wie damit selbst Manager eine erfolgreiche Unternehmenskultur etablieren k\u00f6nnen. Seither wird die Benediktsregel auch au\u00dferhalb der Klostermauern gesch\u00e4tzt; entsprechende Seminare sind nach wie vor gefragt.<\/p>\n<p>Von Monte Cassino blieb nicht viel<\/p>\n<p>&#8222;Pax&#8220; ist das lateinische Wort f\u00fcr Frieden. Es stand auch auf dem Torbogen der Klosterpforte von Monte Cassino, wie der Abt erinnert.<\/p>\n<p>Der Torbogen war auch das einzige, was von der benediktinischen Mutterabtei \u00fcbrig blieb, alles andere zerst\u00f6rten die Alliierten im Zweiten Weltkrieg 1944.<\/p>\n<p>In der Benediktsregel findet sich das Wort \u00fcbrigens nur an sechs Stellen. Das ist nicht gerade viel. Aber man sollte sich nicht t\u00e4uschen. Allein wie Benedikt Probleme l\u00f6st, verbl\u00fcfft. Als ihn andere vergiften oder betr\u00fcgen wollen, f\u00e4ngt er nicht an zu toben, sondern \u00fcberrascht mit seiner Reaktion stets aufs Neue. Selbst m\u00e4chtige Heiden wie den ostgotischen K\u00f6nig Totila versteht er f\u00fcr sich einzunehmen. Dabei bleibt er ein Lernender und Zuh\u00f6render.<\/p>\n<p>Wie einen Novizen nimmt einen der Abt an die Hand und f\u00fchrt den Leser hinein in diese benediktinische Gedankenwelt. Dabei dienen vor allem die Legenden um den M\u00f6nchsvater, die Papst Gregor der Gro\u00dfe in seinem &#8222;Zweiten Buch der Dialoge&#8220; niedergeschrieben hat, als Grundlage.<\/p>\n<p>&#8222;Durch das Ma\u00df zum Frieden finden&#8220; sei eine Erfahrung, die nicht nur Benedikt selbst, sondern auch dieser Papst wohl gemacht habe, f\u00fchrt Eckert an. Das Frappierende: Auch Gregor lebte in einer Zeitenwende.<\/p>\n<p>Eine Krise folgte der n\u00e4chsten, instabil war die Weltordnung geworden, so wie es heute wieder der Fall ist.<\/p>\n<p>Innerer Reifungsprozess<\/p>\n<p>Angesichts dieser Ereignisse f\u00fchlen sich die meisten Menschen ohnm\u00e4chtig. Verst\u00e4ndlich, dass sich mancher, solange es ihm noch einigerma\u00dfen gut geht, ins Privatleben verabschiedet und nichts mehr von den Katastrophen h\u00f6ren will. Benedikt zog sich auch zur\u00fcck, in eine H\u00f6hle. Reduziert auf das Wesentliche, versuchte er mit sich Frieden zu finden. In diesem inneren Reifungsprozess schreibt er laut Eckert seine Regel f\u00fcr die Gemeinschaft. &#8222;Meide das B\u00f6se und tue das Gute; suche Frieden und jage ihm nach&#8220; h\u00e4lt er im Prolog fest. F\u00fcr Benedikt fange der Friede stets bei jedem Einzelnen an, seine ganze Regel verstehe er als Friedensordnung.<\/p>\n<p>Charmant an diesem Buch ist, dass der 56-j\u00e4hrige Autor auch aus seinem eigenen Leben und von seinen Schw\u00e4chen erz\u00e4hlt. Die Bandbreite reicht vom Eckerl-Stehen im Religionsunterricht als Sch\u00fcler bis zum Nicht-Konzentrieren-K\u00f6nnen aufs Gebet, wovor auch ein Abt nicht gefeit ist. &#8222;M\u00f6nch ist man nicht, M\u00f6nch wird man sein Leben lang&#8220;, bekennt Eckert. Und das gleiche gelte f\u00fcr einen Friedensstifter.<\/p>\n<p>Vieles sei aber auch Gnade. Aber jeder k\u00f6nnen seinen Beitrag zum Frieden leisten, &#8222;wenn wir nur an ihn glauben&#8220;. Dazu geh\u00f6re es, immer wieder neu anzufangen.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/glossar\/kloster-andechs\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>      Kloster Andechs<\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Das Kloster Andechs, von weither sichtbar auf dem Heiligen Berg \u00fcber dem Ostufer des Ammersees gelegen, ist der \u00e4lteste Wallfahrtsort Bayerns und seit 1850 Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in M\u00fcnchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Frieden ist m\u00f6glich&#8220; &#8211; ganz sch\u00f6n mutig, wer sich in Zeiten wie diesen traut, das Anfangs-Kapitel seines neuen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":338695,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-338694","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115015381603482975","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338694","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=338694"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338694\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/338695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=338694"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=338694"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=338694"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}