{"id":338900,"date":"2025-08-12T12:35:11","date_gmt":"2025-08-12T12:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338900\/"},"modified":"2025-08-12T12:35:11","modified_gmt":"2025-08-12T12:35:11","slug":"presseschau-zu-alaska-treffen-1938-war-die-tschechoslowakei-das-opfer-nun-koennte-es-die-ukraine-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/338900\/","title":{"rendered":"Presseschau zu Alaska-Treffen: &#8222;1938 war die Tschechoslowakei das Opfer, nun k\u00f6nnte es die Ukraine sein&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    Presseschau zu Alaska-Treffen<br \/>\n                &#8222;1938 war die Tschechoslowakei das Opfer, nun k\u00f6nnte es die Ukraine sein&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t              12.08.2025, 13:01 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p>Am Freitag will US-Pr\u00e4sident Donald Trump in Alaska Russlands Machthaber Wladimir Putin treffen. Die Presse blickt mit Sorge auf die geplante Verhandlungsrunde &#8211; auch weil weder der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj noch europ\u00e4ische Vertreter eingeladen sind. Nur eine Zeitung st\u00f6rt das nicht. <\/p>\n<p>Vor dem geplanten Treffen macht die &#8222;Neue Z\u00fcrcher Zeitung&#8220; auf eine &#8222;symbolische Bedeutung&#8220; aufmerksam, die der Ort f\u00fcr die USA und f\u00fcr Russland habe: &#8222;1867 kauften die USA den Russen das unwirtliche, riesige Gebiet f\u00fcr 7,2 Millionen US-Dollar ab. R\u00fcckblickend betrachtet war das einer der besten &#8218;Deals&#8216;, die die Amerikaner je abgeschlossen haben, weil sp\u00e4ter bedeutende \u00d6lvorkommen und weitere Bodensch\u00e4tze in Alaska entdeckt wurden. (\u2026) <b>Aus europ\u00e4ischer Sicht weckt die Erinnerung an den Kaufvertrag von 1867 aber vor allem d\u00fcstere Bef\u00fcrchtungen: dass hier erneut zwei Kolonialm\u00e4chte \u00fcber die K\u00f6pfe der einheimischen Bev\u00f6lkerung hinweg Land aufteilen, das ihnen gar nicht geh\u00f6rt. <\/b>Der Verkauf von Alaska wurde damals ohne Beteiligung der indigenen Einwohner des Gebiets durchgef\u00fchrt. Die Politiker in Washington und der Zar in St. Petersburg gingen ganz selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dass sie \u00fcber die riesigen Landstriche frei verf\u00fcgen k\u00f6nnen. Die Sorge in der Ukraine, dass Trump und Putin 8000 Kilometer von Kiew entfernt bald einen \u00e4hnlichen Kolonialvertrag aushandeln, der vor allem ihre eigenen Interessen ber\u00fccksichtigt, ist jedenfalls gro\u00df.&#8220; <\/p>\n<p>Die konservative Zeitung &#8222;Lidove noviny&#8220; aus Tschechien schreibt: &#8222;Es fallen Vergleiche mit dem M\u00fcnchner Abkommen, denn es scheint, dass sich Trump und Putin eines Problems auf Kosten des Opfers entledigen wollen. <b>Im Jahr 1938 war die Tschechoslowakei das Opfer, in diesem Jahr k\u00f6nnte es die Ukraine sein. <\/b>Falls die politische F\u00fchrung aus Kiew bei den Verhandlungen fehlt, wird der Grundsatz &#8218;Nicht ohne uns \u00fcber uns&#8216; wieder einmal gebrochen.&#8220; <\/p>\n<p>&#8222;Die Hysterie um das geplante Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska kennt keine Grenzen. <b>Die Welt f\u00fcrchtet einen Verrat, und diese Angst ist durchaus berechtigt. <\/b>Im schlimmsten Fall k\u00f6nnte das bedeuten, dass sich die F\u00fchrer der beiden Gro\u00dfm\u00e4chte nicht nur \u00fcber den Kopf des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj, sondern auch \u00fcber die K\u00f6pfe der europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten der Ukraine hinweg verst\u00e4ndigen. Und was noch wichtiger ist: (Eine Einigung) k\u00f6nnte die territorialen Verluste der Ukraine zugunsten Russlands legitimieren, entgegen der g\u00e4ngigen Regel der Unverletzlichkeit der Grenzen. Mit anderen Worten, Donald Trump w\u00fcrde der Ukraine mit einer unsicheren und wahrscheinlich nur kurzzeitigen Waffenruhe ein modernes Jalta bescheren. In Kiew m\u00fcsste dies als Niederlage interpretiert werden, was Selenskyj in eine schwierige Lage bringen w\u00fcrde. Denn selbst eine bedingte Akzeptanz eines f\u00fcr die Ukraine ung\u00fcnstigen Abkommens k\u00f6nnte zu Aufst\u00e4nden und brutalen Abrechnungen f\u00fchren. Und wir in Warschau, Paris, Berlin oder London h\u00e4tten das berechtigte Gef\u00fchl, dass unsere Position in der internationalen Politik auf die einer Drittliga-Mannschaft reduziert worden ist&#8220;, kommentiert die polnische Tageszeitung &#8222;Rzeczpospolita&#8220;. <\/p>\n<p>Auch der Londoner &#8222;Guardian&#8220; kritisiert die Tatsache, dass der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj nicht zu dem Treffen eingeladen wurde: <b>&#8222;Aus moralischer und praktischer Sicht bedeutet die Abwesenheit des ukrainischen Pr\u00e4sidenten am Freitag, dass jedweder &#8218;Deal&#8216;, den Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska vereinbaren, keine Legitimit\u00e4t hat.<\/b> Kiew bef\u00fcrchtet jedoch verst\u00e4ndlicherweise, dass es von Washington und Moskau unter Druck gesetzt wird, einseitig Gebiete im Osten des Landes abzutreten und weitere Zugest\u00e4ndnisse zu machen, um eine Kampfpause zu erreichen. Damit w\u00fcrde nat\u00fcrlich Putins illegale Invasion belohnt und eine Nation verraten werden, deren Schicksal mit der Sicherheit Europas insgesamt verbunden ist. F\u00fcr Putin ist allein schon das Zustandekommen dieses Gipfels, von dem die europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs ausgeschlossen sind, ein v\u00f6llig unverdienter diplomatischer Erfolg. (&#8230;) Der ukrainische Pr\u00e4sident hat bereits deutlich gemacht, dass es keine territorialen Zugest\u00e4ndnisse an die russischen Okkupanten geben wird. Im Vorfeld des Gipfels in Alaska und auch danach muss Europa sicherstellen, dass seinen Worten durch eine einheitliche und entschlossene Forderung nach einem gerechten Frieden &#8211; im Gegensatz zu einem Frieden, den man der Ukraine gegen ihren Willen aufzwingen will &#8211; Nachdruck verliehen wird.&#8220; <\/p>\n<p>Das &#8222;Wall Street Journal&#8220; zeigt sich ebenfalls pessimistisch. F\u00fcr einen echten Frieden m\u00fcsse Trump den Druck auf den Kreml erh\u00f6hen: &#8222;Es ist schwer vorstellbar, wie ein realistischer Frieden ausgehandelt werden kann, ohne dass Selenskyj und seine Regierung am Verhandlungstisch sitzen. Trump sagte am Montag, Selenskyj werde zu seinem n\u00e4chsten Treffen mit Putin eingeladen. (&#8230;) Die Realit\u00e4t ist jedoch, dass Putin nicht will, dass die Ukraine aus diesem Krieg als unabh\u00e4ngiges Land hervorgeht, das der Europ\u00e4ischen Union beitreten kann, wenn seine Bev\u00f6lkerung dies w\u00fcnscht. Er m\u00f6chte, dass die Ukraine Teil eines gro\u00dfrussischen Blocks wird, ein zweites Belarus. Er k\u00f6nnte eine kurzfristige Waffenruhe akzeptieren, wenn er ausreichend g\u00fcnstige Bedingungen erh\u00e4lt. Einen echten Waffenstillstand wird er jedoch nur akzeptieren, wenn er glaubt, dass der Krieg seine politische Kontrolle in Russland zu gef\u00e4hrden beginnt. <b>Der beste Weg, ein solches Ergebnis zu erreichen, besteht darin, den wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erh\u00f6hen und der Ukraine gleichzeitig die Mittel zur Selbstverteidigung zu geben<\/b>&#8222;, schreibt die Zeitung. <\/p>\n<p>Die &#8222;N\u00fcrnberger Zeitung&#8220; warnt vor einem Ausschluss der Ukraine: &#8222;Die Ukraine aber war und ist kein Aggressor. Wenn sie nun trotzdem in Alaska nicht oder bestenfalls am Katzentisch teilnehmen darf, zeigt das \u00fcberdeutlich, dass die Welt sich vorerst an eine Ordnung wird gew\u00f6hnen m\u00fcssen, in der das Recht des St\u00e4rkeren gilt. Die Konsequenzen daraus sind unabsehbar. <b>Die Hoffnung auf einen Frieden, der kein Diktatfrieden ist, kann Europa wohl begraben.<\/b> Hier zeigt sich exemplarisch, dass der Rest der Welt weitgehend hilflos zuschauen muss, wie wenige M\u00e4chtige mit ihr umgehen. Es kommt eben doch auf milit\u00e4rische St\u00e4rke an.&#8220;<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Trump k\u00f6nnte nach dem Gespr\u00e4ch mit Putin mit leeren H\u00e4nden dastehen, bef\u00fcrchtet die &#8222;Neue Z\u00fcrcher Zeitung&#8220;. &#8222;Putin sucht vor allem einen Zeitgewinn und die Chance, die Ukrainer als Friedenshindernis darzustellen. Es ist keineswegs so, dass er um dieses Treffen gebettelt h\u00e4tte. Monatelang zierte er sich, auf Trumps Avancen f\u00fcr einen Gipfel einzugehen. Erst jetzt, konfrontiert mit dem amerikanischen Ultimatum, zog er diese Jokerkarte und konnte das Wei\u00dfe Haus prompt bes\u00e4nftigen. <b>Nichts deutet darauf hin, dass er von seinen Kriegszielen abr\u00fccken m\u00f6chte.<\/b> Trump wiederum verspricht sich wohl vor allem einen Prestigegewinn als Friedensvermittler. Aber nach seinem Gespr\u00e4ch mit Putin k\u00f6nnte er mit leeren H\u00e4nden dastehen. Diese Situation sollten die Unterst\u00fctzer der Ukraine in Europa und Amerika nutzen, um im Wei\u00dfen Haus f\u00fcr eine realistischere Politik zu werben. Worin diese bestehen m\u00fcsste, ist seit langem klar: Nur unter dem Druck von umfangreicheren Waffenlieferungen an die Ukraine und h\u00e4rteren Sanktionen wird Putin seinen Feldzug aufgeben. Westliches Appeasement dagegen wird ihn darin best\u00e4rken, dass er seinen Kriegskurs noch lange durchhalten kann.&#8220;<\/p>\n<p>Der regierungsnahe ungarische Tageszeitung &#8222;Magyar Nemzet&#8220; hingegen bef\u00fcrwortet, dass die EU und die Ukraine nicht mit am Verhandlungstisch sitzen: &#8222;Es mag viele auf der politischen Gegenseite geben, die sowohl Donald Trump als auch Wladimir Putin zutiefst ablehnen, doch heute m\u00fcssen sie zugeben: Ein Treffen der beiden ist die einzige Chance, dass in unserem Nachbarland Ukraine nach dreieinhalb Jahren endlich Frieden erreicht wird. Oder, wenn schon kein Frieden, dann zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, etwa ein dauerhafter Waffenstillstand: dass die Parteien nicht aufeinander schie\u00dfen. Die Welt &#8211; also deren besserer Teil &#8211; w\u00fcrde sich dar\u00fcber freuen. (&#8230;) Der Schl\u00fcssel zum Frieden liegt wahrscheinlich in der territorialen Aufteilung und den Sicherheitsgarantien f\u00fcr Kiew und Moskau. Es ist kaum zu \u00fcbersehen, dass die Europ\u00e4ische Union keinen Platz am Verhandlungstisch hat. Ihre Vertreter aus Berlin, Br\u00fcssel und Paris wiederholen wie die Kiebitze am Spieltisch immer wieder: Sie w\u00fcrden es nicht hinnehmen, dass Entscheidungen \u00fcber ihre K\u00f6pfe oder die der Ukrainer hinweg getroffen werden. Die Teilung unseres Kontinents in Jalta 1945 steht ihnen vor Augen. <b>Doch seitdem Trump den franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Macron beiseitegeschoben hat, ist die Realit\u00e4t heute: Was sie (die EU) sagt, spielt keine Rolle, weil es nichts \u00e4ndert.<\/b>&#8220; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Presseschau zu Alaska-Treffen &#8222;1938 war die Tschechoslowakei das Opfer, nun k\u00f6nnte es die Ukraine sein&#8220; 12.08.2025, 13:01 Uhr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":338901,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,3115,661,508,106,13,14,15,16,6845,12,317,306],"class_list":{"0":"post-338900","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-alaska","11":"tag-angriff-auf-die-ukraine","12":"tag-diplomatie","13":"tag-donald-trump","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politik","18":"tag-pressestimmen","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-ukraine","21":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115015825925047955","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338900","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=338900"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/338900\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/338901"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=338900"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=338900"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=338900"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}