{"id":339000,"date":"2025-08-12T13:28:14","date_gmt":"2025-08-12T13:28:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339000\/"},"modified":"2025-08-12T13:28:14","modified_gmt":"2025-08-12T13:28:14","slug":"wie-der-met-intendant-mit-oper-die-demokratie-verteidigen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339000\/","title":{"rendered":"Wie der Met-Intendant mit Oper die Demokratie verteidigen will"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 12.08.2025 13:19 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Mit H\u00e4rte versucht Pr\u00e4sident Trump, Kultureinrichtungen in den USA nach seinen W\u00fcnschen umzukrempeln. F\u00fcr den Intendanten der Metropolitan Opera, Gelb, ist Neutralit\u00e4t keine Option. Von Europa fordert er mehr Verantwortung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Von Julia Sch\u00f6lzel, BR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBayreuth, Salzburg, Luzern: Der Sommer in Europa ist Hochsaison f\u00fcr Klassikfestivals. Der 71-j\u00e4hrige Met-Intendant Peter Gelb nutzt diese Wochen f\u00fcr eine Reise quer durch den Kontinent. Der Chef der renommierten Metropolitan Opera in New York hat dabei eine wichtige Botschaft im Gep\u00e4ck: Neutralit\u00e4t ist keine Option.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Es ist die problematischste Zeit in der Geschichte&#8220;, sagt Gelb, seit 20 Jahren Intendant der Metropolitan Opera, im Gespr\u00e4ch mit dem BR. Angesichts des Erstarkens rechtsgerichteter autokratischer Bewegungen warnt er: &#8222;Kulturschaffende im heutigen Europa m\u00fcssen begreifen, dass das Leben, so wie sie es kennen und wie ihr Publikum es kennt, gef\u00e4hrdet ist.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Peter Gelb ist seit 20 Jahren Intendant der Metropolitan Opera. Seine Kollegen in Europa warnt er vor den Folgen rechtsgerichteter autokratischer Bewegungen.\n                    <\/p>\n<p>    Trump taufte das Kennedy Center um<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin drastisches Szenario spielt sich derzeit in den USA ab. Pr\u00e4sident Donald Trump verspricht &#8222;ein goldenes Zeitalter von Kunst und Kultur&#8220;. Zugleich will er alles eliminieren, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/trump-diversitaet-100.html\" title=\"Aus f\u00fcr Diversit\u00e4tsprogramme: Trump sagt &quot;Wokeness&quot; den Kampf an\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">was er als &#8222;woke&#8220;<\/a> bezeichnet. Kurz nach seinem Amtsantritt verk\u00fcndete er: &#8222;Wir haben das Kennedy Center \u00fcbernommen. Uns gefiel nicht, was sie dort zeigen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas John F. Kennedy Center for the Performing Arts ist das gr\u00f6\u00dfte Kulturzentrum Washingtons, mit \u00fcber 2.000 Auff\u00fchrungen und mehr als zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern pro Jahr. Bis dahin hatte kein US-Pr\u00e4sident direkten Einfluss auf das Programm genommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-trump-kennedy-center-100.html\" title=\"\u00dcbernahme des Kennedy Center: Trump will die Kultur auf Linie bringen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trump entlie\u00df<\/a> die demokratischen Mitglieder des Aufsichtsrats und lie\u00df sich selbst zum Vorsitzenden w\u00e4hlen. Ende Juli k\u00fcndigte er zudem eine Namens\u00e4nderung an: Das Opernhaus des Kennedy Centers soll k\u00fcnftig First Lady Melania Trump Opera House hei\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Donald und Melania Trump im Kennedy Center Washington D.C. Der US-Pr\u00e4sident lie\u00df sich selbst zum Vorsitzenden des Kulturzentrums w\u00e4hlen.\n                    <\/p>\n<p>    Gelb hofft auf neue Finanzierungsquellen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine \u00dcbernahme durch die Trump-Administration bef\u00fcrchtet Peter Gelb f\u00fcr die Met nicht. Anders als das Kennedy Center ist sie privat finanziert. Neben Ticketverk\u00e4ufen st\u00fctzt sich das Opernhaus vor allem auf Spenden. Dennoch sieht Gelb Risiken: Das Opernhaus hat j\u00e4hrliche Ausgaben von \u00fcber 300 Millionen US-Dollar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer R\u00fcckgang des internationalen USA-Tourismus dr\u00fcckt auf die Ticketverk\u00e4ufe, die Spendenbereitschaft ist unberechenbar geworden. Die wirtschaftliche Lage ist instabiler als vor Trumps zweiter Amtszeit. Der schwankende Aktienmarkt verunsichert selbst wohlhabende US-Amerikaner.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGleichzeitig sieht Gelb Vorteile in der Unabh\u00e4ngigkeit: &#8222;Es gibt Unterst\u00fctzer der Demokratie und der Freiheit, die wissen, dass Kultur in einer demokratischen, zivilisierten Welt eine Rolle spielen muss. Insofern k\u00f6nnten sich neue Finanzierungsquellen auftun.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Au\u00dfenansicht der Metropolitan-Opera in New York. Neben Ticketverk\u00e4ufen st\u00fctzt sich das Opernhaus vor allem auf Spenden.\n                    <\/p>\n<p>    Met-Chef will sich nicht g\u00e4ngeln lassen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMet-Chef Gelb hat f\u00fcr eines der \u00e4ltesten Opernh\u00e4user der USA einen Weg gefunden, weiter auf Diversit\u00e4t zu setzen, obwohl die Trump-Regierung ein Ende der Programme verh\u00e4ngt hat. &#8222;Es hindert die Met nicht daran, auf Basis von Gleichheit und Fairness einzustellen. Wir verwenden einfach das Wort Diversit\u00e4t nicht mehr. Es \u00e4ndert nichts an dem, was wir tun.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Debatten der letzten Jahre, etwa rund um &#8222;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-fuenf-jahre-tod-von-george-floyd-100.html\" title=\"F\u00fcnfter Jahrestag Tod von George Floyd: Was von &quot;Black Lives Matter&quot; \u00fcbrig blieb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Black Lives Matter<\/a>&#8220; und &#8222;Social Change&#8220;, haben auch bei den \u00fcber 3.000 Mitarbeitenden der Met zu einem Bewusstseinswandel gef\u00fchrt. Dazu geh\u00f6rte in der Saison 2021\/22 auch die Auff\u00fchrung der Oper &#8222;Fire Shut Up in My Bones&#8220; von Terence Blanchard &#8211; dem ersten schwarzen Komponisten, der an der Met engagiert und gefeiert wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass gerade bei aller Experimentierfreude und Lust auf Neues weiterhin der Anspruch besteht, k\u00fcnstlerische Exzellenz auf Weltklasseniveau zu bieten, betont Gelb: &#8222;Das wird sich unter dieser Regierung oder irgendeiner anderen Regierung nicht \u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Eine Probe der Oper Probe &#8222;Fire Shut Up in My Bones&#8220; in der Metropolitan Opera. Komponist ist Terence Blanchard &#8211; dem ersten schwarzen Komponisten, der an der Met engagiert und gefeiert wurde.\n                    <\/p>\n<p>    Mozart, Puccini und Verdi als Vorbilder<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngesichts der Entwicklungen in den USA fordert Gelb auch von Europa mehr Verantwortung &#8211; politisch, wie kulturell. Der Aufgabe eines Opernhauses misst er hohe Bedeutung zu: &#8222;Wenn Kultur das Fundament einer demokratischen Gesellschaft ist, m\u00fcssen wir das in unserem Alltag vertreten und sichtbar machen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOpernkomponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi setzten sich in ihren Werken mit den dr\u00e4ngenden Fragen ihrer Zeit auseinander. In Ludwig van Beethovens &#8222;Fidelio&#8220; geht es um den Protest gegen Tyrannei, in Puccinis &#8222;Tosca&#8220; um Faschismus. Diese Tradition will Gelb lebendig halten und fortf\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum Saisonauftakt bringt die Met deshalb Ende September die Oper &#8222;The Amazing Adventures Kavalier &amp; Clay&#8220; des zeitgen\u00f6ssischen US-Komponisten Mason Bates auf die B\u00fchne: Die Handlung beginnt im von den Nazis besetzten Prag und f\u00fchrt nach Amerika. F\u00fcr Gelb, der sein Haus auch f\u00fcr ein j\u00fcngeres Publikum \u00f6ffnen m\u00f6chte, ist das ein hochaktueller Stoff: &#8222;Wir sehen uns erneut autokratischer Herrschaft gegen\u00fcber, von der die Welt dachte, sie w\u00fcrde sie nicht wiedersehen.&#8220;<\/p>\n<p>    Auftrittsverbot f\u00fcr Netrebko in der Met<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch zu Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 bezog Gelb klar Stellung. Er beendete die Kooperation mit dem Moskauer Bolschoi-Theater und lie\u00df die ukrainische Nationalhymne im Saal spielen. Er unterst\u00fctzte die Gr\u00fcndung des Ukrainian Freedom Orchestras &#8211; und l\u00e4sst die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gesellschaft\/netrebko-berlin-100.html\" title=\"Operns\u00e4ngerin Netrebko: Putin-Freundin oder missverstandene K\u00fcnstlerin?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">russische Sopranistin Anna Netrebko<\/a> bis heute nicht auftreten, da sie sich nicht von Putins Krieg distanziert hat. Netrebko hat die Met deshalb wegen Diskriminierung verklagt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDemn\u00e4chst wird ein Auftragswerk der Met die Gr\u00e4uel des Krieges thematisieren: &#8222;The Mothers of Kherson&#8220;. &#8222;30.000 ukrainische Kinder werden immer noch vermisst, sie wurden von den Russen gestohlen&#8220;, sagt Gelb. &#8222;Diese Oper handelt von zwei mutigen M\u00fcttern, die sich auf die Suche machen, ihre Kinder zu retten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer geb\u00fcrtige New Yorker Peter Gelb baut darauf, dass seine Botschaften geh\u00f6rt werden &#8211; vom Publikum, wie von den Kolleginnen und Kollegen in Europa. &#8222;Der Unterschied zwischen Politik und Kultur ist geringer als je zuvor. Wir m\u00fcssen alle zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die kulturelle Freiheit unserer L\u00e4nder gesch\u00fctzt ist.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 12.08.2025 13:19 Uhr Mit H\u00e4rte versucht Pr\u00e4sident Trump, Kultureinrichtungen in den USA nach seinen W\u00fcnschen umzukrempeln. 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