{"id":339274,"date":"2025-08-12T15:57:12","date_gmt":"2025-08-12T15:57:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339274\/"},"modified":"2025-08-12T15:57:12","modified_gmt":"2025-08-12T15:57:12","slug":"hitzeschutz-berlin-ohne-gruen-kein-hitzeschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339274\/","title":{"rendered":"Hitzeschutz \u2013 Berlin: Ohne Gr\u00fcn kein Hitzeschutz"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img309961\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/309961.jpeg\" alt=\"Wo die B\u00e4ume fehlen, m\u00fcssen die Regenschirme herausgeholt werden, um sich vor der Sonne zu sch\u00fctzen.\"\/><\/p>\n<p>Wo die B\u00e4ume fehlen, m\u00fcssen die Regenschirme herausgeholt werden, um sich vor der Sonne zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Foto: afp\/Ralf Hirschberger<\/p>\n<p>Amtliche Warnung vor Hitze: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert an diesem Mittwoch eine starke W\u00e4rmebelastung in Berlin. \u00bbMit einer zus\u00e4tzlichen Belastung aufgrund verringerter n\u00e4chtlicher Abk\u00fchlung ist insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Berlin zu rechnen\u00ab, hei\u00dft es. Laut den Wetterberichten kann es in den kommenden Tagen sogar noch hei\u00dfer werden, die erwarteten H\u00f6chsttemperaturen liegen bei 36 Grad. \u00bbVermeiden Sie nach M\u00f6glichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenr\u00e4ume k\u00fchl\u00ab, empfiehlt der DWD.<\/p>\n<p>Und der Senat? Der hat immer noch keinen Hitzeaktionsplan, um die Berliner Bev\u00f6lkerung vor den Auswirkungen der <a data-id=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192513.hitzewelle-hitzetote-durch-klimawandel-weniger-mit-autos-heizen.html\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192513.hitzewelle-hitzetote-durch-klimawandel-weniger-mit-autos-heizen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hohen Temperaturen zu sch\u00fctzen<\/a>. Ein solcher werde derzeit erarbeitet und soll im Herbst dieses Jahres beschlossen werden, so die bisherigen Angaben aus der Landesregierung.<\/p>\n<p>Dem Umweltverband BUND Berlin dauert das im Fr\u00fchjahr 2024 beschlossene Vorhaben zu lange. \u00bbDie amtierende Koalition schreibt sich <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192351.interview-mit-niklas-schrader-linke-asog-novelle-simulation-von-sicherheit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Thema Sicherheit<\/a> gro\u00df auf ihre Fahnen. Aber seit Jahren kommt sie beim Hitzeaktionsplan nicht voran, obwohl er Leben retten kann\u00ab, teilt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Gabi Jung mit. Es brauche mehr politischen Willen aus der Regierung, au\u00dferdem ausreichend Personal und eine stabile Finanzierung. \u00bbSonst n\u00fctzt der beste Plan nichts\u00ab, so Jung zu \u00bbnd\u00ab.<\/p>\n<p>Weil der Senat nicht liefert, hat der BUND einen eigenen Sechs-Punkte-Plan aufgestellt. Erster Punkt und f\u00fcr Gabi Jung ganz besonders wichtig: der Schutz aller gr\u00fcnen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193066.volksentscheid-tempelhofer-feld-abstimmen-bis-das-ergebnis-stimmt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Freifl\u00e4chen vor Bebauung<\/a>. \u00bbEs darf jetzt nichts mehr versiegelt werden. Das l\u00e4sst sich nicht so einfach r\u00fcckg\u00e4ngig machen.\u00ab Die Gr\u00fcnfl\u00e4chen sind wichtig, um die Stadt herunterzuk\u00fchlen und um Regenwasser aufnehmen zu k\u00f6nnen, was dann wiederum den Pflanzen und dem Grundwasser zugutekommt. \u00bbDiese Fl\u00e4chen sind f\u00fcr den Notfallplan zu qualifizieren und Sofortma\u00dfnahmen zum Schutz der Vegetation einzuleiten\u00ab, hei\u00dft es im Papier des BUND.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbEs darf jetzt nichts mehr versiegelt werden.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nGabi Jung\u2003BUND Berlin<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie zentral der Faktor Bebauung f\u00fcr die Hitzeentwicklung in der Stadt ist, geht nicht nur aus der Warnung des DWD hervor. Auch in einer k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Antwort der Senatsumweltverwaltung auf eine Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux (Gr\u00fcne) wird das sehr deutlich. So wurden etwa im vergangenen Jahr am Alexanderplatz 22 Tropenn\u00e4chte gemessen: Das hei\u00dft, die Temperatur fiel nicht unter 20 Grad. Im gr\u00fcnen Ortsteil Dahlem hingegen wurden im selben Jahr nur zwei Tropenn\u00e4chte gez\u00e4hlt. \u00bbInsbesondere in <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192327.klimaanpassung-berlin-abgeordnete-uneinig-ueber-stadtbaum-gesetz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bereichen mit hohem Bebauungsgrad<\/a> und starker Versiegelung bilden sich bei hohen Lufttemperaturen und Sonnenstrahlung Hitze-Hotspots\u00ab, so die Umweltverwaltung.<\/p>\n<p>Der Senat setzt bereits einige Ma\u00dfnahmen gegen die Stadthitze um. Beispielsweise sollen \u00bbGr\u00fcne Hauptwege\u00ab ausgebaut und daf\u00fcr Fl\u00e4chen entsiegelt werden. Doch der Umbau Berlins, vor allem in der dicht bebauten Innenstadt, dauert lange. Laut Umweltverwaltung soll das Konzept \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190055.klimaanpassung-stadtentwicklung-in-berlin-ziel-schwammstadt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwammstadt Berlin<\/a>\u00ab in den Stadtentwicklungsplan Klima integriert werden und \u00bbMa\u00dfnahmen wie Fl\u00e4chenentsiegelung, Dach- und Fassadenbegr\u00fcnung sowie Regenwassermanagement beinhalten\u00ab.<\/p>\n<p>Die sechs Punkte des BUND zielen derweil darauf ab, in einem Hitzeaktionsplan kurz- und mittelfristig der \u00bbakuten Krisenbew\u00e4ltigung\u00ab und dem \u00bbdirekten Schutz vor Hitzesch\u00e4den\u00ab zu dienen. Doch in eine langfristige Klimaanpassungsstrategie m\u00fcsse noch viel mehr Geld, \u00bbHunderte Millionen Euro\u00ab, flie\u00dfen, hei\u00dft es. F\u00fcr den akuten Hitzeschutz fordert der BUND eine Erh\u00f6hung der bisher veranschlagten Mittel von 100\u2009000 Euro pro Bezirk. Stattdessen brauche es berlinweit ein j\u00e4hrliches Budget von 18,5 bis 37 Millionen Euro. \u00bbF\u00fcr einen effektiven Hitzeaktionsplan, der Menschenleben rettet und die \u00f6ffentliche Gesundheit sch\u00fctzt\u00ab, seien f\u00fcnf bis zehn Euro pro Berliner*in im Jahr \u00bbrealistisch und notwendig\u00ab, sagt Gabi Jung.<\/p>\n<p>Neben dem Schutz von Freifl\u00e4chen fordert der BUND Fr\u00fchwarn- und Kommunikationssysteme, um die Bev\u00f6lkerung zielgruppengerecht anzusprechen. Zudem brauche es ein fl\u00e4chendeckendes Netz von \u00bbK\u00fchlungszentren\u00ab, etwa Bibliotheken, B\u00fcrgerzentren, Theater und Messehallen sowie einen massiven Ausbau der \u00bbblauen Infrastruktur\u00ab wie Trinkbrunnen und Spr\u00fchnebelanlagen. Weiterhin m\u00fcssen laut BUND \u00bbeinfache, klare Anweisungen zum Hitzeschutz\u00ab verbreitet und vulnerable Gruppen besser unterst\u00fctzt werden. Daf\u00fcr brauche es \u00bbaufsuchende Sozialarbeit, die gef\u00e4hrdete Menschen in ihren Wohnungen und auf der Stra\u00dfe erreicht\u00ab. Im Jahr 2022 waren laut Senatsangaben 425 Todesf\u00e4lle mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Hitze zur\u00fcckzuf\u00fchren, im Jahr 2023 waren es 110 und im vergangenen Jahr 52 Todesf\u00e4lle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wo die B\u00e4ume fehlen, m\u00fcssen die Regenschirme herausgeholt werden, um sich vor der Sonne zu sch\u00fctzen. Foto: afp\/Ralf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":339275,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,4488,29,30,953,12031],"class_list":{"0":"post-339274","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-bund","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-naturschutz","13":"tag-umweltschutz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115016620023015451","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/339274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=339274"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/339274\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/339275"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=339274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=339274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=339274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}