{"id":339347,"date":"2025-08-12T16:38:25","date_gmt":"2025-08-12T16:38:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339347\/"},"modified":"2025-08-12T16:38:25","modified_gmt":"2025-08-12T16:38:25","slug":"wikipedia-scheitert-mit-klage-gegen-britisches-online-sicherheitsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339347\/","title":{"rendered":"Wikipedia scheitert mit Klage gegen britisches Online-Sicherheitsgesetz"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Wikimedia-Stiftung ist mit einer Beschwerde gegen Teile des britischen <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/online-safety-act-sorgt-in-grossbritannien-fuer-unmut-eine-blaupause-fuer-deutschland-li.2346010\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Online Safety Act<\/a> vor dem High Court in London gescheitert. Das Gesetz sieht strengere Vorschriften f\u00fcr Betreiber von sozialen Netzwerken vor und soll insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor \u00dcbergriffen im Internet sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Online-Enzyklop\u00e4die bef\u00fcrchtet, dass sie unter die strengste Einstufung \u2013 Kategorie 1 \u2013 fallen k\u00f6nnte. Diese gilt bislang vor allem f\u00fcr gro\u00dfe Social-Media-Plattformen wie <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/daten-krake-instagram-so-schuetzen-sie-sich-vor-dem-ki-training-von-meta-li.2328129\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Facebook<\/a> oder Instagram und bringt weitreichende Pflichten mit sich, darunter die Verifizierung der Nutzeridentit\u00e4t und zus\u00e4tzliche Berichtspflichten gegen\u00fcber der Regulierungsbeh\u00f6rde Ofcom. Wikimedia warnt, dass dies die Privatsph\u00e4re und Sicherheit ehrenamtlicher Autoren gef\u00e4hrden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Internetgesetz in Gro\u00dfbritannien: Opposition warnt vor Ende der Meinungsfreiheit<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Stiftung argumentiert, die Regeln seien zu weit gefasst und fehlerhaft, sodass sie auch auf Wikipedia angewendet w\u00fcrden, obwohl das Projekt im Gegensatz zu kommerziellen Plattformen keine Gewinnerzielungsabsicht verfolge und deutlich anders funktioniere. Um eine Einstufung als Kategorie-1-Dienst zu vermeiden, m\u00fcsste Wikipedia entweder den Zugang f\u00fcr britische Nutzer massiv einschr\u00e4nken oder zentrale Funktionen deaktivieren.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Kritiker des Online Safety Act bem\u00e4ngeln, dass das Gesetz erhebliche Risiken f\u00fcr Meinungsfreiheit und Datenschutz birgt. Menschenrechtsorganisationen warnen vor \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Regulierung, die auch harmlose oder gesellschaftlich wertvolle Inhalte betreffen k\u00f6nnte. Die Opposition im Vereinigten K\u00f6nigreich sieht mit dem neuen Internetgesetz das Ende der Demokratie.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zudem sehen Organisationen wie Index on Censorship und die Open Rights Group die Gefahr, dass kleinere oder gemeinn\u00fctzige Plattformen durch die hohen Compliance-Anforderungen faktisch vom Markt gedr\u00e4ngt werden, w\u00e4hrend gro\u00dfe Konzerne wie Meta oder <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/kritik-an-elon-musk-berliner-hochschulen-verlassen-x-ehemals-twitter-li.2288596\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">X<\/a> leichter in der Lage sind, die Anforderungen zu erf\u00fcllen. Au\u00dferdem bef\u00fcrchten die netzpolitischen NGOs, dass die weit gefassten Bestimmungen zum \u201eOverblocking\u201c f\u00fchren k\u00f6nnten \u2013 also zur L\u00f6schung legaler, aber unbequemer Inhalte \u2013 und dass verpflichtende Alters- und Identit\u00e4tspr\u00fcfungen die Anonymit\u00e4t im Netz aush\u00f6hlen werden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die sozialdemokratische Regierung in London entgegnet, man habe eine m\u00f6gliche Ausnahme f\u00fcr Wikipedia gepr\u00fcft, diese jedoch wieder verworfen. Das Gericht folgte im Ergebnis der Regierungsargumentation und lehnte die Klage ab.<\/p>\n<p>Kein \u201egr\u00fcnes Licht\u201c f\u00fcr Regulierungsbeh\u00f6rde<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Allerdings betont Richter Johnson, dass dies kein \u201egr\u00fcnes Licht\u201c f\u00fcr Ofcom sei, Wikipedia tats\u00e4chlich in Kategorie 1 einzustufen. Eine solche Einstufung m\u00fcsse die Bedeutung der Plattform f\u00fcr die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung ber\u00fccksichtigen und d\u00fcrfe diese nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einschr\u00e4nken. Damit bleibt Wikimedia die M\u00f6glichkeit, eine sp\u00e4tere Entscheidung der Regulierungsbeh\u00f6rde juristisch anzufechten.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eDie Entscheidung l\u00e4sst die T\u00fcr offen, Wikipedia von den strengeren Regeln auszunehmen\u201c, erkl\u00e4rt Mona Schroedel, Expertin f\u00fcr Datenschutz bei der Kanzlei Freeths, gegen\u00fcber der BBC. Auch Wikimedia-Jurist Phil Bradley-Schmieg sagt, dass die Regierung und Ofcom die Verantwortung tr\u00fcgen, die Arbeitsweise von Wikipedia zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Die britische Regierung begr\u00fc\u00dft das Urteil und k\u00fcndigt an, mit der Umsetzung des Online Safety Act fortzufahren, \u201eum eine sicherere Online-Welt f\u00fcr alle zu schaffen\u201c. Ofcom erkl\u00e4rt, man werde nun weiter an der Einstufung von Diensten und den zugeh\u00f6rigen Auflagen arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Wikimedia-Stiftung ist mit einer Beschwerde gegen Teile des britischen Online Safety Act vor dem High Court in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":339348,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-339347","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115016781378461410","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/339347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=339347"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/339347\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/339348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=339347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=339347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=339347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}