{"id":339471,"date":"2025-08-12T17:42:12","date_gmt":"2025-08-12T17:42:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339471\/"},"modified":"2025-08-12T17:42:12","modified_gmt":"2025-08-12T17:42:12","slug":"spielbank-und-gastronomie-im-wiesbadener-kurhaus-vor-ungewisser-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339471\/","title":{"rendered":"Spielbank und Gastronomie im Wiesbadener Kurhaus vor ungewisser Zukunft"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Kurhaus <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Wiesbaden\" data-rtr-id=\"69d5fc480fc1fc03846b046ecde7f0a239cedbcb\" data-rtr-score=\"75.9206983592764\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/thema\/wiesbaden\" title=\"Wiesbaden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wiesbaden<\/a> z\u00e4hlt zu den sch\u00f6nsten Prachtbauten seiner Art. Kaiser Wilhelm II. sprach zur Er\u00f6ffnung des f\u00fcr sechs Millionen Goldmark von Architekt Friedrich von Thiersch errichteten neoklassizistischen Geb\u00e4udes vom \u201esch\u00f6nsten Kurhaus der Welt.\u201c In dem Bau verdichtet sich noch heute das gesellschaftliche Leben der hessischen Landeshauptstadt. Doch aktuell bereitet das Kurhaus mehr Sorgen als Freude, und das nicht nur, weil absehbar eine aufwendige und kostspielige Sanierung ansteht. Es geht vielmehr um die Zukunft der Spielbank und die gastronomische Bewirtschaftung der G\u00e4ste.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Beides ist \u00fcber den Jahreswechsel hinaus mit gro\u00dfen Unsicherheiten behaftet, denn am 31. Dezember endet der Pachtvertrag der Kurhaus Wiesbaden Gastronomie GmbH &amp; Co. KG, hinter der die Unternehmerin Valeska Benner steht. Sie war vor vier Jahren in die mit der M\u00fcnchner Gastronomiefamilie Kuffler bestehenden Vertr\u00e4ge eingestiegen. Kuffler hatte sich damals aus der Rhein-Main-Region verabschiedet.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im September vergangenen Jahres hatte die kommunale Veranstaltungstochter Triwicon die Gastronomie neu ausgeschrieben, aber kein zuschlagsf\u00e4higes Angebot erhalten. Das Vergabeverfahren war deshalb Anfang Juni aufgehoben worden. Nun wird weiter gesucht. \u201eDie derzeitige P\u00e4chterin wird die Betriebsaufgabe zum 31. Dezember 2025 ein\u00adleiten\u201c, hei\u00dft es in einer Mitteilung der Stadt. Die Triwicon hat vor zwei Monaten ein weiteres Vergabeverfahren f\u00fcr die Gastronomie im Kurhaus aufgesetzt, daran hat sich die bisherige P\u00e4chterin demnach nicht mehr beteiligt. Das l\u00e4sst auf Differenzen zwischen Stadt und Benner schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Verschiedene Interessenten<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dem Vernehmen nach soll es inzwischen mehrere ernsthafte Interessenten geben. Vermutet wird, dass auch das Cateringunternehmen Gaul, das inzwischen das Kongresszentrum RMCC bewirtschaftet, ein Interesse am Kurhaus hat. Diese Konstellation h\u00e4tte schon wegen der r\u00e4umlichen N\u00e4he logistische Vorteile. Im Kurhaus hat Benner dem Vernehmen nach wegen der Betriebsaufgabe und der langen Betriebszugeh\u00f6rigkeit einiger Mitarbeiter K\u00fcndigungen ausgesprochen. Dazu hatte es Ende Juli eine Betriebsversammlung gegeben. Alle Parteien seien \u201eweiterhin bem\u00fcht, einen ordnungsgem\u00e4\u00dfen Betriebs- und Personal\u00fcbergang zum 1. Januar 2026 sicherzustellen\u201c, hei\u00dft es aus dem Rathaus.<\/p>\n<p>Silvesterparty ist nicht in Gefahr<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Was aber passiert mit der beliebten Feier zum Jahreswechsel am Kurhaus? \u201eEine Silvesterparty wird es auch zum diesj\u00e4hrigen Jahreswechsel geben\u201c, teilt die Stadt mit. Es sei davon auszugehen, dass diese Feier trotz des laufenden Vergabeverfahrens reibungslos \u00fcber die B\u00fchne gehen k\u00f6nne. Einzelheiten sollen in einigen Wochen bekannt gegeben werden. Dauern wird es auch noch, bis Klarheit besteht, ob im Dezember und Januar die Eislaufbahn vor dem Kurhaus aufgebaut und betrieben wird und, wenn ja, von wem.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ob die Besucher der im Kurhaus seit 1949 residierenden Spielbank auch k\u00fcnftig im Restaurant ihre Gewinne feiern oder ihre Verluste betrauern k\u00f6nnen, ist ebenfalls unsicher. Denn die Neuausschreibung der Spielbank-Konzession hat ihre T\u00fccken. Bei der Stadt ist im Zuge der Aufarbeitung der Kuffler-Aff\u00e4ren in Zusammenhang mit der Beg\u00fcnstigung des damaligen Oberb\u00fcrgermeisters Sven Gerich (SPD) entschieden worden, Spielbank und Kurhaus-Gastronomie k\u00fcnftig getrennt auszuschreiben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch die Spielbank-Konzession endet zum Jahresende. Die Stadt hatte sich in Einvernehmen mit dem Land Hessen sorgsam auf die Ausschreibung vorbereitet. Seit 2009 verantwortet die Spielbank Wiesbaden GmbH &amp; Co. KG das Gl\u00fccksspiel im Kurhaus und in den Kolonnaden, wo Automaten aufgestellt sind. Die Zusammensetzung der GmbH-Gesellschafter hat sich mehrfach ge\u00e4ndert, weil die Stadt Spielbank und Kurhaus-Gastronomie lange im Paket vergeben hatte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Neben John Jahr aus der Hamburger Verleger-Dynastie und der Jahr + Achterfeld Beteiligungsgesellschaft war das M\u00fcnchner Gastro-Unternehmen K\u00e4fer beteiligt, das 2017 von Kuffler abgel\u00f6st wurde. Die deutsche Spielbanken Holding der \u00f6sterreichischen Novomatic AG h\u00e4lt inzwischen ein Drittel der Anteile an der Spielbankgesellschaft. Der Einstieg kurz vor Konzessionsablauf wurde von Beobachtern so gewertet, dass der bisherige P\u00e4chter mit neuen Partnern weitermachen will. Spekuliert wird, dass Novomatic mittelfristig der bestimmende Gesellschafter werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Kein Wunder, denn die Wiesbadener Spielbank ist attraktiv. Sie z\u00e4hlt gemessen am Bruttospielertrag zu den Top F\u00fcnf in Deutschland. Wiesbaden und das Land Hessen wollen an den Gewinnen weiter \u00fcppig beteiligt werden. Im Februar hatte die Stadt in einer Datenbank die Ausschreibung ver\u00f6ffentlicht. Bis Mitte M\u00e4rz sollten potentielle Investoren darlegen, wie sie das Spiel mit Roulette, Black Jack, Baccara, Gl\u00fccksrad, W\u00fcrfelspielen, Poker und Automatenspielen organisieren und den Wunsch der Stadt nach dem \u201ebisherigen Spielmix aus klassischem Spiel wie Roulette und Kartenspielen und Automatenspiel\u201c erhalten wollen.<\/p>\n<p>J\u00e4hrlich Millioneneinnahmen f\u00fcr die Stadt<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Stadt Wiesbaden hat zudem Vorstellungen formuliert, welche Betr\u00e4ge die von 300.000 Besuchern j\u00e4hrlich frequentierte Spielbank f\u00fcr das Pfingstturnier (30.000 Euro), f\u00fcr Klimaschutzprojekte (100.000 Euro), st\u00e4dtische Preise (50.000 Euro) und das Gemeinwohl (67.000 Euro) bereitstellen soll. Jahr f\u00fcr Jahr d\u00fcrfte die Stadt insgesamt rund sieben Millionen Euro einnehmen. Die Verwaltung lie\u00df sich von Juristen beraten, damit der Zuschlag nach einem umfangreichen und gewichteten Katalog der Kriterien am Ende unangreifbar ist.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wer im Rathaus nach dem Ergebnis fragt, erh\u00e4lt allerdings eine schmallippige Antwort: Wegen des laufenden Vergabeverfahrens und unter Ber\u00fccksichtigung des \u201evergaberechtlichen Geheimwett\u00adbewerbs\u201c sowie zur Wahrung eines ordnungsgem\u00e4\u00dfen Ablaufs des Vergabeverfahrens, \u201ek\u00f6nnen die Fragen zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nach F.A.Z.-Informationen l\u00e4uft das Vergabeverfahren allerdings alles andere als reibungslos. Denn offenbar hat ein Interessent vor der Vergabekammer des Regierungspr\u00e4sidiums Darmstadt das bisherige Vorgehen der Stadt beanstandet. Vergabekammern sind f\u00fcr die Nachpr\u00fcfung der Vergabe von \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen und Konzessionen auf Landes- und Kommunalebene in Hessen zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zwar hat die Stadt dem Vernehmen nach vor der Vergabekammer recht bekommen. Doch dem Kl\u00e4ger steht der Beschwerdegang vor das Oberlandesgericht Frankfurt offen. Das k\u00f6nnte im Eilverfahren zwar z\u00fcgig entscheiden, doch gekl\u00e4rt werden muss sicherlich, ob eine Vergabe an einen der Bieter noch vor einem Urteil im Hauptsacheverfahren m\u00f6glich ist. Die Stadt wird sich wom\u00f6glich um eine Interimsl\u00f6sung bem\u00fchen m\u00fcssen, damit auch am Neujahrstag der Croupier nach dem Platzieren der Ein\u00ads\u00e4tze sagen kann: \u201eRien ne va plus.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Kurhaus Wiesbaden z\u00e4hlt zu den sch\u00f6nsten Prachtbauten seiner Art. 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