{"id":339583,"date":"2025-08-12T18:43:15","date_gmt":"2025-08-12T18:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339583\/"},"modified":"2025-08-12T18:43:15","modified_gmt":"2025-08-12T18:43:15","slug":"dominik-graf-sein-oder-spielen-ueber-filmschauspielerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/339583\/","title":{"rendered":"Dominik Graf: \u201eSein oder Spielen. \u00dcber Filmschauspielerei&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Jenseits der 70, rund 50 Jahre im Filmgesch\u00e4ft, mit etwa ebenso vielen Auszeichnungen gew\u00fcrdigt: der perfekte Zeitpunkt f\u00fcr eine Autobiografie. Tats\u00e4chlich jedoch spielt Dominik Graf, als Regisseur mit allen wichtigen deutschen Film- und Fernsehpreisen geehrt (und das meist mehrfach), in seinem eigenen Buch blo\u00df eine Nebenrolle. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aachener-zeitung.de\/instagram\/der-schlaechter-literatur-podcast-zu-joyce-carol-oates\/80561444.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__awFnD RelatedTeaser_related-teaser--image__oZDce read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"80561444\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:\u201eDer Schl\u00e4chter\u201c: Literatur-Podcast zu Joyce Carol Oates<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Nat\u00fcrlich geht es auch ums Inszenieren, aber gewidmet hat er das Werk der Filmschauspielerei; ins Kino gehen die Menschen schlie\u00dflich seit 100 Jahren vor allem wegen der Stars. Trotzdem ist \u201eSein oder Spielen\u201c keine Aufz\u00e4hlung zahlloser Ber\u00fchmtheiten, sondern eine Liebeserkl\u00e4rung an den Film; und dar\u00fcber hinaus dank der in jedem Absatz sp\u00fcrbaren Leidenschaft ein Lesestoff, der \u00e4hnlich fesselt wie ein guter Roman. <\/p>\n<p>Dominik Graf: \u201eSein oder Spielen. \u00dcber Filmschauspielerei&#8220;, 391 Seiten, 90 Abb., 28 Euro, C. H. Beck.\u00a0Foto: C. H. Beck<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Nat\u00fcrlich ist es naheliegend, dass sich ein Filmemacher mit der Schauspielerei besch\u00e4ftigt, aber Graf war schon als Kind fasziniert von diesem Beruf, dem beide Eltern nachgegangen sind; sein 1966 verstorbener Vater, Robert Graf, hat in vielen Filmen mitgewirkt. Schon in jungen Jahren (und sp\u00e4ter erst recht) waren f\u00fcr den Sohn, wie er schreibt, \u201eBeruf und Leben, Spiel und Wirklichkeit unaufl\u00f6slich miteinander verquickt. Bis heute bei mir ein Kuddelmuddel.\u201c Das Buch befasst sich mit den \u201everschiedenen Quellen der Kreativit\u00e4t im Spiel\u201c, es geht um \u201etriumphale schauspielerische Ereignisse im Weltkino\u201c\u00a0sowie um \u201eden Zauber und den Schauder, den Schau-Spiel\u201c bei ihm erzeugen k\u00f6nne. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aachener-zeitung.de\/instagram\/sehr-geehrte-frau-ministerin-literatur-podcast-zu-ursula-krechel\/40610608.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__awFnD RelatedTeaser_related-teaser--image__oZDce read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"40610608\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:\u201eSehr geehrte Frau Ministerin\u201c: Literatur-Podcast zu Ursula Krechel<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Die Ausf\u00fchrungen wirken wie die Vorlesungen eines beliebten Dozenten, der genau wei\u00df, was sein Publikum von ihm erwartet: Lehrstoff bleibt umso besser haften, wenn er anschaulich und unterhaltsam dargeboten wird. Was Graf, oftmals im Dialog mit der Leserschaft, zu bieten hat, ist nicht weniger als eine Reise durch die Filmgeschichte; zumindest jenes Teils, der in den letzten gut 70 Jahren entstanden ist (leider gibt es weder Namens- noch Titelregister). <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Weil er sich herauspickt hat, was ihn selbst am meisten beeindruckt und begeistert hat, ist \u201eSein oder Spielen\u201c auf gewisse Weise doch biografisch; aber das gilt zumindest f\u00fcr jenen Teil der Leserschaft, der seine Kinosozialisation wie Graf mit den Filmen des \u201eNew Hollywood\u201c in den 70ern erlebt hat, nicht minder. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Die Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Spielstile macht naturgem\u00e4\u00df noch mehr Spa\u00df, wenn man die erw\u00e4hnten Filme kennt oder gar die entsprechenden Szenen vor Augen hat. Andererseits beschreibt Graf diese Momente so anschaulich, dass ihre Kenntnis nicht vonn\u00f6ten ist, um ihm folgen zu k\u00f6nnen, zumal sie oft durch Fotos illustriert werden (allerdings nur in grobk\u00f6rnigem Schwarzwei\u00df). <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Selbstverst\u00e4ndlich spielen auch seine eigenen Filme und deren Mitwirkende eine gro\u00dfe Rolle, allen voran die Arbeit mit G\u00f6tz George unter anderem an dem noch heute packenden Thriller \u201eDie Katze\u201c (1988). <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Dabei geht der Regisseur freim\u00fctig, zuweilen sympathisch selbstironisch und mitunter \u00fcberraschend harsch mit sich selbst ins Gericht, wenn er beispielsweise bekennt, dass er auch mal \u201eRegie-Eitelkeit\u201c und \u201eBilder-Sucht\u201c die Oberhand gewinnen lie\u00df oder aus verletzten Gef\u00fchlen \u2013 \u201ezu bl\u00f6d, zu stolz\u201c \u2013 die formidable Darbietung einer Schauspielerin \u201ezerschnitten\u201c hat. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Die gelegentlichen Abrechnungen erfolgen allerdings nicht nur in eigener Sache. Selbst bewunderte Schauspieler konnten auch mal eine \u201eLandplage\u201c sein. Menschen, die das Gl\u00fcck haben, ihre Passion f\u00fcr den Film zum Beruf machen zu d\u00fcrfen, bezeichnet er durchgehend als \u201edie Kritiker\u201c, wobei durchaus ein gewisser abwertender Unterton mitschwingt. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">\u201eInkompetente Funktion\u00e4re\u201c bekommen ebenso ihr Fett weg, wobei der Begriff neben unprofessionellen Produzenten auch TV-Redaktionen einschlie\u00dft, die nach Ansicht Grafs, sinngem\u00e4\u00df zusammengefasst, alles tun, um gutes, kreatives und \u00fcberraschendes Fernsehen zu verhindern. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Anekdoten hat er ebenfalls zu bieten, zum Teil desavouierend, aber immerhin h\u00f6flich verpackt. Wie ein von den eigenen Erinnerungen hin- und mitgerissener Erz\u00e4hler unterbricht Graf seine Ausf\u00fchrungen regelm\u00e4\u00dfig durch Exkurse, die aber nie wie \u00fcberfl\u00fcssige Abschweifungen wirken. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Von der Synchronisation \u00fcber Schauspielschulen, die aus begabten Anf\u00e4ngerinnen \u201everkrampfte H\u00fchner\u201c machten, bis hin zur Erotik gibt es praktisch keinen Aspekt des Metiers, der nicht zu Sprache kommt. \u00dcber allem steht jedoch die Schauspielerei, schlie\u00dflich trage dieser Teil einer Inszenierung die pers\u00f6nlichste Handschrift eines Regisseurs.\u00a0<\/p>\n<p>Dominik Graf <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Dominik Graf ist einer der kompromisslosesten und kreativsten deutschen Filmemacher.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Geboren 1952 als Sohn des Schauspielers Robert Graf und der Schauspielerin und Schriftstellerin Selma Urfer. Studium der Regie an der Hochschule f\u00fcr Film und Fernsehen M\u00fcnchen (HFF), danach Regisseur und Autor. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Filme u.a.: \u201eDie Katze\u201c (1987), \u201eTatort: Frau Bu lacht\u201c (1995), \u201eDer Skorpion\u201c (1997), \u201eDer rote Kakadu\u201c (2005), \u201eEine Stadt wird erpresst\u201c (2006), \u201eIm Angesicht des Verbrechens\u201c (2008\/2009), \u201eDas unsichtbare M\u00e4dchen\u201c (2011), \u201eDie geliebten Schwestern\u201c (2012), \u201eFabian oder Der Gang vor die Hunde\u201c (2020). <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Auszeichnungen u.a.: Bundesfilmpreis f\u00fcr Regie 1988 und Silberne Lola 2022, mehrere Grimme-, Bayerische und Deutsche Fernsehpreise.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jenseits der 70, rund 50 Jahre im Filmgesch\u00e4ft, mit etwa ebenso vielen Auszeichnungen gew\u00fcrdigt: der perfekte Zeitpunkt f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":339584,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-339583","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115017273047408103","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/339583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=339583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/339583\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/339584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=339583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=339583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=339583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}