{"id":340229,"date":"2025-08-13T00:36:13","date_gmt":"2025-08-13T00:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340229\/"},"modified":"2025-08-13T00:36:13","modified_gmt":"2025-08-13T00:36:13","slug":"maennermangel-nordkoreaner-als-arbeitssklaven-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340229\/","title":{"rendered":"M\u00e4nnermangel: Nordkoreaner als Arbeitssklaven in Russland"},"content":{"rendered":"<p>Ein Geheimnis war es auch bisher nicht, dass Nordkoreaner in Russland eingesetzt werden, und zwar nicht nur im Krieg. Voriges Jahr hatten Russland und Nordkorea ein Abkommen \u00fcber eine \u201eumfassende strategische Partnerschaft\u201c geschlossen. Im April best\u00e4tigte Pj\u00f6ngjang auch erstmals die Truppenentsendungen zur Unterst\u00fctzung des Kremls, nachdem Seoul und Kiew bereits Alarm geschlagen hatten.<\/p>\n<p>Inzwischen k\u00e4mpfen etliche tausend Soldaten aus Nordkorea gegen die Ukraine. Doch die strategische Partnerschaft umfasst auch Tausende \u201eWiederaufbaukr\u00e4fte\u201c aus Nordkorea. Denn Russlands M\u00e4nner sind oft entweder an der Front, tot oder desertiert. Im Land selbst versch\u00e4rfte sich so der Arbeitskr\u00e4ftemangel enorm.<\/p>\n<p>Untragbare Bedingungen<\/p>\n<p>Die BBC konnte mit mehreren Nordkoreanern sprechen, die die Flucht aus Russland geschafft haben. S\u00fcdkoreanische Regierungsbeamte, Forschende und Fluchthelfer best\u00e4tigten die Angaben. Die Arbeiter berichteten, dass sie meist auf Baustellen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Ihre Lebensbedingungen seien entsetzlich, so die BBC am Dienstag. Sie seien Tag und Nacht auf den Baustellen isoliert und \u00fcberwacht, schliefen in schmutzigen \u00fcberf\u00fcllten Schiffscontainern voller Ungeziefer oder auf dem Boden unfertiger Wohnbl\u00f6cke. Die T\u00fcren seien mit Planen abgedeckt, um die K\u00e4lte abzuhalten. Im Jahr h\u00e4tten sie zwei Tage frei.<\/p>\n<p>\u201eAls w\u00fcrden wir sterben\u201c<\/p>\n<p>Einer der Arbeiter erz\u00e4hlte, dass er nach seiner Landung im fernen Osten Russlands von einem nordkoreanischen Sicherheitsbeamten vom Flughafen zu einer Baustelle begleitet wurde. Dieser befahl ihm, mit niemandem zu sprechen und nichts anzusehen. \u201eDie Au\u00dfenwelt ist unser Feind\u201c, habe der Beamte gesagt. Er sei sofort auf der Hochhausbaustelle eingesetzt worden, mehr als 18 Stunden pro Tag.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%203715%202477'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2730269_bigpicture_1051588_ukraine_russland_nordkorea_sklaven__body01_ap.jpg\"  alt=\"Kim Jong Un und Wladimir Putin\"\/><\/p>\n<p>   AP\/KNCA (Archivbild)<\/p>\n<p>      \u201eKriegsfreundschaft\u201c: Putin l\u00e4sst sich vom Verb\u00fcndeten Kim unterst\u00fctzen<\/p>\n<p>Ein weiterer Interviewpartner sagte: \u201eManche verlie\u00dfen tags\u00fcber ihren Posten, um zu schlafen, oder sie schliefen im Stehen ein. Aber die Aufseher fanden und schlugen sie. Es war wirklich, als w\u00fcrden wir dort sterben.\u201c Ein weiterer Mann erkl\u00e4rte, er habe sich beim Sturz von einem Bauger\u00fcst das Gesicht zerschmettert, habe aber nicht ins Krankenhaus gehen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>\u201eDie Bedingungen sind wirklich miserabel\u201c, so Kang Dong Wan, Professor an der s\u00fcdkoreanischen Dong-A-Universit\u00e4t. Er konnte in Russland mehrfach mit Nordkoreanern sprechen. \u201eDie Arbeiter sind sehr gef\u00e4hrlichen Situationen ausgesetzt. Nachts wird das Licht ausgeschaltet, und sie arbeiten im Dunkeln, es gibt kaum Sicherheitsausr\u00fcstung.\u201c<\/p>\n<p>Seltene Flucht<\/p>\n<p>Eine Flucht ist schwer. Nach einigen Vorf\u00e4llen habe das nordkoreanische Regime strenge \u00dcberwachung veranlasst, so die BBC. Gehirnw\u00e4schesitzungen, in denen die Arbeiter ihre vermeintlichen Verfehlungen offenlegen und ihre Loyalit\u00e4t zu Machthaber Kim Jong Un bekunden m\u00fcssen, w\u00fcrden durchgef\u00fchrt, so Professor Kang. Die Baustellen zu verlassen sei nur noch in Gruppen m\u00f6glich, damit nie jemand alleine ist, berichtete Kim Seung Chul. Der s\u00fcdkoreanische Aktivist hilft nordkoreanischen Arbeiter aus Russland heraus.<\/p>\n<p>Einigen wenigen gelingt es doch, mit Hilfe. Einer der Arbeiter erz\u00e4hlte etwa, er habe sich zur Flucht entschlossen, als er im Internet erfuhr, wie viel Arbeiter in S\u00fcdkorea verdienten. Eines Nachts habe er seine Habseligkeiten in einen M\u00fcllsack gepackt und eine Decke unter seine Tuchent gesteckt, um vorzugaukeln, es w\u00fcrde jemand im Bett schlafen. Nach einer Odyssee traf er einen Anwalt, der ihm weiterhalf, nach Seoul zu gelangen.<\/p>\n<p>Mehr werden erwartet<\/p>\n<p>Schon in fr\u00fcheren Jahren waren wiederholt Nordkoreaner im Arbeitseinsatz, bis die UNO das 2019 untersagte. Denn das Geld, das die Menschen dort verdienten, wanderte umgehend in die klammen Kassen des diktatorischen Regimes und dessen Atomwaffenproduktion.<\/p>\n<p>Laut s\u00fcdkoreanischen Angaben wurden im vergangenen Jahr erneut mehr als 10.000 Arbeiter nach Russland geschickt. Und weit mehr werden noch erwartet. Seoul erwartet, dass sie bald auch bei Wiederaufbauprojekten in den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten eingesetzt werden d\u00fcrften.<\/p>\n<p>\u201eRussland leidet derzeit unter einem schweren Mangel an Arbeitskr\u00e4ften, und die Nordkoreaner bieten die perfekte L\u00f6sung. Sie sind billig, flei\u00dfig und geraten nicht in Schwierigkeiten\u201c, wurde Andrei Lankow von der Kookmin-Universit\u00e4t in Seoul zitiert. Die Arbeiter blieben das \u201eErbe der Kriegsfreundschaft\u201c zwischen Kim und Kreml-Chef Wladimir Putin. Denn sie w\u00fcrden weiter nach Russland geschickt, auch wenn der Krieg irgendwann ende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Geheimnis war es auch bisher nicht, dass Nordkoreaner in Russland eingesetzt werden, und zwar nicht nur im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":340230,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-340229","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115018660983145147","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=340229"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340229\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/340230"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=340229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=340229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=340229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}