{"id":340285,"date":"2025-08-13T01:06:15","date_gmt":"2025-08-13T01:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340285\/"},"modified":"2025-08-13T01:06:15","modified_gmt":"2025-08-13T01:06:15","slug":"kunstakademie-duesseldorf-kriterien-fuer-erfolgreiche-bewerbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340285\/","title":{"rendered":"Kunstakademie D\u00fcsseldorf: Kriterien f\u00fcr erfolgreiche Bewerbung"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEine Trefferquote f\u00fcr die Kunst gibt es nicht. Die Faszination der Kunst und nicht zuletzt ihr Erkenntnisgewinn resultieren vielleicht aus der Fallh\u00f6he zwischen Grandiosit\u00e4t und Scheitern.\u201c Dies sagt Gregor Schneider, der den Goldenen L\u00f6wen von <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/venedig\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Venedig<\/a> gewann und heute Professor in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/duesseldorf\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">D\u00fcsseldorf<\/a> ist. Udo Dziersk, sein Kollege, best\u00e4tigt: \u201eEs gibt keine Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit dar\u00fcber, was Kunst ist. Das galt nur in der Sowjetunion.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neulich <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/nrw\/hochschulen\/duesseldorf-abgelehnte-kuenstlerin-klagt-gegen-kunstakademie-v1_aid-132276501\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">klagte eine junge Frau gegen die Akademie D\u00fcsseldorf, weil sie nicht angenommen wurde<\/a>. Heutzutage wird viel geklagt, fr\u00fcher nahm man die Ablehnung auf sich und versuchte es ein zweites Mal. Paloma Varga Weisz wurde gleich zweimal abgelehnt, schob eine Holzbildhauerlehre ein und wurde von Tony Cragg und Gerhard Merz zu ihren ersten Erfolgen gef\u00fchrt. Sabrina Fritsch wurde bei ihrem Wechsel von der Akademie in Mainz nach D\u00fcsseldorf anfangs abgelehnt, heute ist sie Malerei-Professorin in D\u00fcsseldorf. Der D\u00fcsseldorfer Udo Kittelmann kam gar ohne Akademie aus. Der Quereinsteiger startete als Augenoptiker und wurde als Direktor der Nationalgalerie Berlin pensioniert. Der Abgelehnten empfehlen sie einen neuen Versuch.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dennoch ist die Suche nach den potenziellen K\u00fcnstlern kein Vabanque-Spiel. Alle Akademien haben Zulassungskommissionen, zuweilen nach der Mappen-Vorauswahl auch noch eine Zugangspr\u00fcfung und\/oder ein Gespr\u00e4ch. In D\u00fcsseldorf werden ausschlie\u00dflich Mappen mit 20\u2005oder mehr Proben gefordert. Die Gefahr, dass den Pr\u00fcfern eine Fremdmappe untergeschoben wird, wird nicht geteilt. Udo Dziersk, seit 23\u2005Jahren Professor f\u00fcr den Orientierungsbereich, sieht das Problem zum Mogeln nicht: \u201eIn den letzten 20\u2005Jahren wurden h\u00f6chstens drei Fremdmappen eingereicht. Die D\u00fcsseldorfer Akademie ist ein so gro\u00dfes <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/schiff\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schiff<\/a>, dass sie diese drei Schummler locker verkraftet. Vielleicht k\u00f6nnen sie ihre Cleverness in den Kunstmarkt bringen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir haben eine Generation von Selbstpromotern\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den Vorwurf, am Eiskellerberg herrsche keine Transparenz, l\u00e4sst die Akademie jedoch nicht auf sich sitzen. Online erkl\u00e4rt sie: \u201eDie Kommission besteht aus k\u00fcnstlerischen Professoren und Professorinnen sowie den k\u00fcnstlerisch-wissenschaftlichen Mitarbeitern und wird jedes Jahr durch den Senat der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kunstakademie-duesseldorf\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kunstakademie D\u00fcsseldorf<\/a> neu gew\u00e4hlt.\u201c Gereon Krebber, Professor im O-Bereich, pr\u00e4zisiert: \u201eEs gibt eine Kommission f\u00fcr Architektur, Video, Foto, Malerei, Bildhauerei. Im Konferenzraum stehen zwei gro\u00dfe Tische mit je zehn Meter L\u00e4nge. Darauf liegen die Mappen ausgebreitet. Wir sehen sie auf einen Schlag, wenn wir, die Professoren und Professorinnen, die Lehrkr\u00e4fte und Werkstattleiter dort stehen oder darum herumlaufen. Das ist eine gro\u00dfe Kommission f\u00fcr ein gro\u00dfes Verfahren. Wir arbeiten eine Woche lang ganz konzentriert und wollen sehen, was der oder die gemacht hat. Wir haben eine Generation von Selbstpromotern. Aber auch die m\u00fcssen liefern.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aber was m\u00fcssen sie liefern? Offiziell fordern alle Akademien und Kunsthochschulen \u201ek\u00fcnstlerische Gestaltungsf\u00e4higkeit, k\u00fcnstlerische Realisierungsf\u00e4higkeit und k\u00fcnstlerische Konzeption.\u201c Sabrina Fritsch berichtet: \u201eJeder Kollege bringt seine eigene Art zu denken in die Deutung der eingelieferten Arbeiten und vergibt in drei Kategorien je eine Note. Wir schreiben sie auf einen Zettel und geben sie an die Vertreter des Pr\u00fcfungsamts. Wer den erforderlichen Notendurchschnitt erreicht, ist angenommen. Es gibt auch F\u00e4lle mit krassen Unterschieden in der Bewertung. Dann wird die Position noch einmal beurteilt. Aber in den allermeisten F\u00e4llen sind wir einer Meinung, obwohl wir unterschiedlich ticken.\u201c Gereon Krebber erw\u00e4hnt einen \u201eJoker\u201c. Wenn jemand eine bestimmte Bewerbung haben m\u00f6chte, dann ist sie gew\u00e4hlt. Thomas Scheibitz etwa brachte Sophie Esslinger aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wien<\/a> mit. Sie war damit gesetzt.<\/p>\n<p>Wie wird das Urteil gebildet?      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie aber kommen die Urteile zustande? Krebber ist ein gewiefter Pr\u00fcfer, der sofort die Spreu vom Weizen trennen kann: \u201eSelbst wer nicht mit Talent gesegnet ist und wessen Darstellungsgabe nicht besonders ausgebildet ist, kann eine k\u00fcnstlerische Ader haben. Es muss eine gewisse Stimme in den k\u00fcnstlerischen Konzepten zu vernehmen sein. Talent kann man haben, aber die Motivation schl\u00e4gt das Talent. Einem lahmen Kiffer wird das Talent nicht helfen. Aber wer Charakter hat, kann sich durchboxen, selbst wenn sein aktuelles Ergebnis eher krude aussieht. Das ist unabh\u00e4ngig von der Formulierungsgabe, f\u00fcr die es inzwischen Mappenkurse etwa bei Alanus gibt, wo die jungen Leute gut bedient werden.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das hei\u00dft konkret f\u00fcr Krebber: \u201eIntensit\u00e4t ist wichtig. Das ergibt sich allein daraus, wie die Person arbeitet, wie viel Output, wie viele Skizzenb\u00fccher sie hat. Ob sie sich auseinandersetzt, ob sie schon mal im Museum war. Manche Bewerber und Bewerberinnen sind unbefleckt von allem. F\u00fcr diejenigen, die angenommen werden wollen, gilt es, das Energielevel auszusch\u00f6pfen. K\u00fcnstlerische Vorbilder k\u00f6nnen sie haben, aber sie m\u00fcssen mit Material und Darstellung umgehen k\u00f6nnen.\u201c \u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich der Kollege Dziersk: \u201eGut ist, wenn sie sich selbst herausfordern, sich Zeit zum Arbeiten nehmen, neugierig sind und sich um ein Thema bem\u00fchen. Sie d\u00fcrfen kein Potpourri liefern.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der Regel gibt es 500\u2005bis 600\u2005Bewerbungen f\u00fcr die Aufnahme an die Kunstakademie in D\u00fcsseldorf. Jeder Achte wird genommen. Im letzten Jahr waren es 72. Krebber erkl\u00e4rt die harte Auswahl: \u201eWenn ich eine Bewerbung bewillige, bedeutet dies ein Stipendium vom Staat in H\u00f6he von 125.000\u2005Euro. Aber bitte nicht f\u00fcr Hobbymaler.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eEine Trefferquote f\u00fcr die Kunst gibt es nicht. 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