{"id":340336,"date":"2025-08-13T01:34:10","date_gmt":"2025-08-13T01:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340336\/"},"modified":"2025-08-13T01:34:10","modified_gmt":"2025-08-13T01:34:10","slug":"trauerfeier-fuer-journalistin-roschtschyna-in-kiew-absolut-einzigartig-und-mutig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340336\/","title":{"rendered":"Trauerfeier f\u00fcr Journalistin Roschtschyna in Kiew: &#8222;Absolut einzigartig und mutig&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 12.08.2025 20:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Sie recherchierte in den von Russland besetzten Gebieten der Ostukraine und kam nicht mehr zur\u00fcck: die ukrainische Journalistin Roschtschyna. Monate nach ihrem Tod wurde der Leichnam zur\u00fcckgegeben und nun in Kiew beigesetzt. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVier M\u00e4nner tragen einen schwarzen Sarg aus dem Auto. Hunderte Menschen sind zum Unabh\u00e4ngigkeitsplatz im Herzen der ukrainischen Hauptstadt Kiew gekommen. Sie wollen der Journalistin Viktoria Roschtschyna die letzte Ehre erweisen. Alle gehen auf die Knie als der Sarg vorbei getragen und auf dem Maidan Nesaleschnosti aufgestellt wird.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nImmer wieder hatte Roschtschyna aus den russisch besetzten Gebieten der Ukraine berichtet und sich damit damit selbst in gro\u00dfe Gefahr gebracht. Im August 2023 verlor sich ihre Spur im S\u00fcden der Ukraine. Monatelang ignorierten russische Beh\u00f6rden Anfragen zu ihrem Verbleib.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm April 2024 wurde best\u00e4tigt, dass sich Roschtschyna in russischer Gefangenschaft befindet. Die Nachricht \u00fcber den Tod ihrer Tochter erhielt die Familie schlie\u00dflich ein halbes Jahr sp\u00e4ter im Oktober.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Zahlreiche Menschen knien vor dem Sarg und erweisen der Journalistin die letzte Ehre.\n                    <\/p>\n<p>    Journalismus als Berufung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Vika gab nie auf&#8220;, sagt Angelina Karjakina, Chefredakteurin des Fernsehsenders Suspilne. Roschtschyna hatte f\u00fcr diesen Sender und viele andere ukrainische Medien berichtet. Auch viele Journalistinnen und Journalisten sind auf den Maidan gekommen, um von ihrer ehemaligen Kollegin Abschied zu nehmen. Manche, die an diesem Tag \u00fcber die Veranstaltung berichten, haben selbst Tr\u00e4nen in den Augen, w\u00e4hrend sie die Kamera in der Hand halten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Was ich von Vika gelernt habe, ist, mich nie zu beschweren. Mir f\u00e4llt das schwer. Ihr gelang das perfekt. Ich habe nie geh\u00f6rt, dass sie Hunger hatte, schlafen wollte oder m\u00fcde war, denn sie nahm nie Urlaub oder freie Tage. Sie arbeitete immer, denn f\u00fcr sie war das keine Arbeit, Journalismus war f\u00fcr sie eine Berufung&#8220;, berichtet Karjakina.<\/p>\n<p>    Todesursache unklar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Februar 2025 wurde Roschtschynas Leichnam \u00fcbergeben, zusammen mit vielen anderen toten K\u00f6rpern hunderter gefallener Soldaten. Roschtschyna war mit dem Vermerk &#8222;nicht identifizierte m\u00e4nnliche Person&#8220; versehen. Erst eine Recherche von Investigativjournalisten und ein DNA-Abgleich ergaben, dass es sich um die Leiche von Roschtschyna handelte. Nach Informationen der Generalstaatsanwaltschaft konnte die Todesursache nicht festgestellt werden &#8211; wegen des Zustands der Leiche und der fortgeschrittenen Verwesung, wie es hei\u00dft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMehrere Absch\u00fcrfungen, Blutungen und Knochenbr\u00fcche lassen auf Folter schlie\u00dfen. Immer wieder gibt es Berichte dar\u00fcber, dass ukrainische Zivilisten in russischen Gef\u00e4ngnissen gefoltert werden, sagt Tetjana Katrytschenko.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIhre Organisation, die Medieninitiative f\u00fcr Menschenrechte, tr\u00e4gt die Schilderungen zusammen: &#8222;Zum Beispiel wird dort jeder geschlagen. Man l\u00e4sst die Menschen nicht schlafen, sie lassen sie nicht essen und andere Dinge. Sie drohen ihnen mit sexueller Gewalt. Und dann foltern sie mit Stromschl\u00e4gen. Sie st\u00fclpen ihnen Plastikt\u00fcten \u00fcber den Kopf. Die meisten Menschen dort sind solchen Folterungen ausgesetzt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>    Folter in Gef\u00e4ngnissen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRoschtschyna ist nicht die einzige Journalistin, die von Russland gefangen gehalten wurde. Laut Reporter ohne Grenzen sitzen noch mindestens 28 andere Journalistinnen und Journalisten in russischen Gef\u00e4ngnissen. Sewhil Musajewa, Chefredakteurin der Zeitung Ukrainska Prawda fordert deshalb mehr Druck auf Russland.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum Beispiel Iryna Danylowytsch und Dmytro Chiljuk von der Nachrichtenagentur UNIAN: &#8222;Ich wei\u00df, dass viele hier Dmytro kennen. Er befindet sich in einem Gef\u00e4ngnis in der russischen Region Wladimir. Auch er hat stark an Gewicht verloren. Auch er wird gefoltert. Wir wollen Aufmerksamkeit f\u00fcr sie, wir m\u00f6chten, dass unsere Kollegen, die in Gefangenschaft sind, zur\u00fcckkehren.&#8220;Selten<\/p>\n<p>    Berichte aus besetzten Gebieten eher selten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGibt es immer noch unabh\u00e4ngige ukrainische Journalisten, die aus den besetzten Gebieten berichten? Musajewa will das weder best\u00e4tigen noch verneinen: &#8222;Ich wei\u00df, dass ukrainische Journalisten aus ukrainischen Redaktionen, die fr\u00fcher in den besetzten Gebieten gearbeitet haben, nicht mehr dort arbeiten, weil es riskant ist und es sehr schwierig ist, dorthin zu gelangen. Nun, selbst internationale Journalisten kommen dorthin nur selten, abgesehen von einigen wenigen Reportagen. Deshalb war das, was Viktoria tat, absolut einzigartig und mutig. Etwas Vergleichbares gab es nicht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViktoria Roschtschyna hat ein Verm\u00e4chtnis mit ihrer Arbeit hinterlassen, glaubt Musajewa. Unter anderem wegen ihrer Reportagen werde man sich an die Geschichte dieses Krieges erinnern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 12.08.2025 20:32 Uhr Sie recherchierte in den von Russland besetzten Gebieten der Ostukraine und kam nicht mehr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":340337,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,15,12,10,8,9,11,12461,317,95485,103,104],"class_list":{"0":"post-340336","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-news","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-topmeldungen","15":"tag-topnews","16":"tag-trauerfeier","17":"tag-ukraine","18":"tag-viktoria-roschtschyna","19":"tag-welt","20":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115018888888097070","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=340336"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340336\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/340337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=340336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=340336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=340336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}