{"id":340472,"date":"2025-08-13T02:53:19","date_gmt":"2025-08-13T02:53:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340472\/"},"modified":"2025-08-13T02:53:19","modified_gmt":"2025-08-13T02:53:19","slug":"warum-die-boersen-trotz-trump-von-rekord-zu-rekord-eilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340472\/","title":{"rendered":"Warum die B\u00f6rsen trotz Trump von Rekord zu Rekord eilen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herr Stephan, die Welt macht sich Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Politik von <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Donald Trump\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" data-rtr-score=\"293.3231005372218\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" title=\"Donald Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> \u2013 und die B\u00f6rsen eilen zum Teil von einem Rekord zum n\u00e4chsten. Was ist da los?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Zollpolitik der Vereinigten Staaten ist sicherlich nicht dazu geeignet, mehr Wachstum und Wohlstand zu erzeugen. Dass die Aktienm\u00e4rkte dennoch mit einer gewissen Gelassenheit auf die Entwicklungen blicken, h\u00e4ngt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Zum einen spricht die amerikanische Regierung vehemente Drohungen aus, die aber meist wieder abgeschw\u00e4cht oder zur\u00fcckgenommen werden. Am Markt hat sich der Ausdruck \u201eTACO\u201c (\u201eTrump always chickens out\u201c, \u201eTrump kneift immer\u201c) etabliert. Zum anderen blicken die Marktteilnehmer nicht nur auf die wachstumsd\u00e4mmende Handelspolitik, sondern auch auf die wachstumsf\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen. Da sind in den Vereinigten Staaten die Steuersenkungen und die Deregulierung zu nennen, in Europa die Fiskalpolitik. Insgesamt k\u00f6nnte sich dadurch im kommenden Jahr ein h\u00f6heres Wachstum ergeben. Und schlie\u00dflich haben die Unternehmen eine hervorragende Berichtsaison hingelegt. Die Gewinne der Unternehmen des amerikanischen Aktienindex S&amp;P 500 sind im zweiten Quartal gegen\u00fcber dem Vorjahr um 13,2 Prozent gestiegen, 8,8 Prozent st\u00e4rker als erwartet worden war. Beim Index <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Stoxx 600\" data-rtr-id=\"7a809f23646149781c40e5f5aa28bee312d8fba5\" data-rtr-score=\"45.69762087490407\" data-rtr-etype=\"product\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/stoxx-europe-600\" title=\"Stoxx 600\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stoxx 600<\/a> sind die Gewinne zwar nur um 3,1 Prozent gestiegen, lagen aber auch um 5.5 Prozent h\u00f6her, als zuvor erwartet worden war. In den Vereinigten Staaten wurden die Gewinnerwartungen f\u00fcr das Gesamtjahr sogar nach oben revidiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ulrich Stephan ist Chefanlagestratege der Deutschen Bank f\u00fcr Privat- und Firmenkunden.\" height=\"3000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ulrich-stephan.jpg\" width=\"1996\" class=\"sm:w-content-xs w-full\" tabindex=\"0\"\/>Ulrich Stephan ist Chefanlagestratege der Deutschen Bank f\u00fcr Privat- und Firmenkunden.Picture Alliance<\/p>\n<p><strong>Sollten Anleger vorsichtig sein, weil die M\u00e4rkte die Risiken wom\u00f6glich gerade untersch\u00e4tzen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Mit einem Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis f\u00fcr die erwarteten Gewinne der kommenden zw\u00f6lf Monate von mehr als 22 f\u00fcr den S&amp;P 500 und mehr als 14 f\u00fcr den Stoxx 600 sind die M\u00e4rkte sicherlich nicht preiswert. Korrekturen sind jederzeit m\u00f6glich. Jedoch differenziert der Markt. Bei Sektoren mit strukturellen Schw\u00e4chen oder st\u00e4rkerer Zollbelastung sind die Gewinnerwartungen stark nach unten korrigiert worden. Beispielsweise wurden die Gewinnentwicklungen f\u00fcr europ\u00e4ische Autohersteller und Zulieferer in den vergangenen sechs Monaten um fast 30 Prozent nach unten genommen. F\u00fcr europ\u00e4ische Banken wurden die Erwartungen hingegen um mehr als f\u00fcnf Prozent angehoben. Eine Entwicklung, die sich auch an den B\u00f6rsenkursen widerspiegelt. W\u00e4hrend der Stoxx 600 \u201eAutos und Autoteile\u201c in diesem Jahr um knapp zwei Prozent gefallen ist, konnte der Stoxx 600 \u201eBanken\u201c um rund 50 Prozent zulegen. Der Markt differenziert folglich. Langfristig orientierte Anleger sollten sich dieser Differenzierung bewusst sein und entsprechend gezielt die Risiken eingehen, die mit ihren Risikopr\u00e4ferenzen kompatibel sind.<\/p>\n<p><strong>Sehr gut entwickelt sich derzeit der amerikanischen Technologieindex Nasdaq. Ist der Schwung durch die K\u00fcnstliche Intelligenz so stark, dass er alle Trump-Risiken locker aush\u00e4lt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Index Nasdaq 100 liegt in den ersten sieben Monaten des Jahres in Dollar knapp 13 Prozent im Plus. Tats\u00e4chlich haben viele Big-Tech-Unternehmen sehr gute Quartalsberichte vorgelegt. Hinzu kommt, dass diese Quasi-Monopolisten vielfach kaum von den Zolldiskussionen betroffen sind \u2013 insbesondere, wenn sie etwa Software oder Cloud-Dienstleistungen anbieten. Im Gegenteil, der schw\u00e4chere Dollar l\u00e4sst die im Ausland erzielten Gewinne in Dollar steigen. Ich gehe davon aus, dass wir immer noch am Anfang der AI-Revolution stehen. Entsprechend sind die Gewinnaussichten der Technologiewerte auch weiterhin gut. Ich setze trotz m\u00f6glicher h\u00f6herer Schwankungen weiterhin auf digitale Gewinne.<\/p>\n<p><strong>Man sagt oft, der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"DAX\" data-rtr-id=\"a379317eef4b9a759fbba8da886a9ecbcdcf8099\" data-rtr-score=\"39.04834996162701\" data-rtr-etype=\"product\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/dax\" title=\"DAX\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dax<\/a> h\u00e4nge gar nicht mehr so stark von der Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland ab, sondern eher von der in Amerika. Warum l\u00e4uft der Dax dann gut?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Kursentwicklung des Dax weist tats\u00e4chlich keine Korrelation zum deutschen Bruttoinlandsprodukt auf. Der Dax spiegelt die offene deutsche Wirtschaft wider. Entsprechend ist der Dax sehr viel st\u00e4rker von der Weltkonjunktur abh\u00e4ngig als von Deutschland. Nichtsdestotrotz unterst\u00fctzt die Erholung der deutschen Wirtschaft. Analysten prognostizieren, dass das Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent, dass ich kommendes Jahr f\u00fcr Deutschland sehe, die Gewinne der Dax-Unternehmen um sechs Prozent steigern sollten. Zudem hat sich das Wachstumspaket aus Berlin positiv auf die Bewertungen ausgewirkt. Auch die Sektorstruktur des Dax ist zyklisch, also konjunkturabh\u00e4ngig ausgelegt. 30 Prozent der Marktkapitalisierung werden der Industrie zugesprochen, 22 Prozent den Finanzwerten, 17 Prozent der Technologie und acht Prozent dem zyklischen Konsum , zu dem Automobile und Sportbekleidung z\u00e4hlen. Da Infrastruktur und Modernisierung nicht nur in Deutschland vorangetrieben werden sollen, d\u00fcrften diese Sektoren von den entsprechenden Konjunkturprogrammen profitieren. Denn die Unternehmen des Dax sind auch mit Beschaffung, Produktion und Absatz global aufgestellt.<\/p>\n<p><strong>Was kann man Anlagern raten, denen das alles etwas unheimlich ist?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Klassischerweise bieten sich Anleihen f\u00fcr risikoaversere Anleger an. Staatsanleihen werden als erstes in den Blick genommen, weisen aber momentan niedrige Renditen aus. Bei Unternehmensanleihen sind die Risikoaufschl\u00e4ge auf Staatsanleihen stark gesunken. Anleger sollten deshalb grunds\u00e4tzlich diversifizieren. Das bedeutet, dass neben Aktien und Anleihen auch in andere Anlageklassen investiert werden sollte. Dazu geh\u00f6ren sicherlich auch sogenannte Alternative Investments, die Investitionen in Infrastruktur oder Private Equity m\u00f6glich machen. Die Mischung der Anlageklassen h\u00e4ngt von den Risikopr\u00e4ferenzen der Anleger ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Stephan, die Welt macht sich Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Politik von Donald Trump \u2013 und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":340473,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,171,174,173,172],"class_list":{"0":"post-340472","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-unternehmen","16":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115019199476692639","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=340472"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340472\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/340473"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=340472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=340472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=340472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}