{"id":340656,"date":"2025-08-13T04:37:13","date_gmt":"2025-08-13T04:37:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340656\/"},"modified":"2025-08-13T04:37:13","modified_gmt":"2025-08-13T04:37:13","slug":"kasachstan-und-russland-starten-arbeiten-am-ersten-kasachischen-kernkraftwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340656\/","title":{"rendered":"Kasachstan und Russland starten Arbeiten am ersten kasachischen Kernkraftwerk"},"content":{"rendered":"<p>        Am 8. August 2025 fiel in der N\u00e4he des Dorfes Ulken am Ufer des Balchaschsees der symbolische Startschuss f\u00fcr den Bau des ersten kasachischen Kernkraftwerks. Vertreter des kasachischen Atomwirtschaftsfonds und der russischen Atombeh\u00f6rde Rosatom setzten dabei eine sogenannte \u201eAtomkapsel\u201c \u2013 ein feierlicher Akt, der den Beginn der technischen Arbeiten markiert. Noch handelt es sich vor allem um vorbereitende Ma\u00dfnahmen: Bohrungen, Bodenanalysen sowie seismische und hydrogeologische Untersuchungen sollen die Eignung des Gel\u00e4ndes kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die geplante Anlage wird mit Kosten von rund 15 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Sie soll mit zwei VVER-1200-Reaktoren der Generation 3+ ausgestattet werden, die zu den modernsten Druckwasserreaktortypen z\u00e4hlen. Der Bau basiert auf einem landesweiten Referendum im Oktober 2024, bei dem rund 71 Prozent der teilnehmenden Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Nutzung der Kernenergie gestimmt hatten. Im Juni 2025 entschied sich Kasachstan nach einem internationalen Auswahlverfahren f\u00fcr Rosatom als Hauptauftragnehmer. Parallel dazu wird China mit dem staatlichen Unternehmen CNNC ein zweites Kernkraftwerk im Land errichten.<\/p>\n<p>Atomares Cluster bis 2050<\/p>\n<p>Ein zentrales Ziel Kasachstans ist es, den Betrieb der neuen Anlage vollst\u00e4ndig in eigener Hand zu behalten \u2013 inklusive Herstellung und Verarbeitung des Uranbrennstoffs. Das Land, einer der weltweit f\u00fchrenden Uranproduzenten, verfolgt damit eine langfristige Strategie zur St\u00e4rkung seiner Energieautonomie und zur Reduzierung seiner Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energietr\u00e4gern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/31_Kasachstan-und-Russland-starten-Arbeiten-am-ersten-kasachischen-Kernkraftwerk_02.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-72675\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/31_Kasachstan-und-Russland-starten-Arbeiten-am-ersten-kasachischen-Kernkraftwerk_02.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"630\"  \/><\/a>Die Regierung hat f\u00fcr 2025 einen klaren Fahrplan: Bis November soll ein zwischenstaatliches Abkommen mit Russland unterzeichnet werden, das den Bau und den k\u00fcnftigen Betrieb des Kernkraftwerks regelt. Bis 2050 will man in Kasachstan einen \u201eatomaren Cluster\u201c entwickeln \u2013 ein umfassendes System aus Kraftwerken, Brennstoffproduktion und Forschungseinrichtungen. Begleitet wird das Vorhaben von Umwelt- und Sicherheitspr\u00fcfungen, \u00f6ffentlichen Anh\u00f6rungen und einer \u00dcberwachung durch die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO).<\/p>\n<p>Der Bau des Kraftwerks ist nicht nur ein Meilenstein f\u00fcr die kasachische Energiepolitik, sondern auch ein Signal in der internationalen Arena. Die enge Kooperation mit Russland unterstreicht die seit Sowjetzeiten bestehenden wirtschaftlichen Verbindungen, w\u00e4hrend Kasachstan zugleich seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit weiteren Partnern wie China, S\u00fcdkorea und Frankreich betont.<\/p>\n<p>Kernenergie und Klimaschutz<\/p>\n<p>Bef\u00fcrworter verweisen darauf, dass Kernkraftwerke im laufenden Betrieb nahezu kein Kohlendioxid aussto\u00dfen und daher als klimafreundliche Alternative zu Kohle- oder Gaskraftwerken gelten. Auch \u00fcber den gesamten Lebenszyklus \u2013 vom Bau \u00fcber die Brennstoffherstellung bis zum R\u00fcckbau \u2013 bleibt der CO\u2082-Fu\u00dfabdruck deutlich unter jenem, der beim Betreiben von Kraftwerken mit fossilen Energietr\u00e4gern entsteht, und ist daher eher vergleichbar mit dem CO\u2082-Fu\u00dfabdruck von Windkraftanlagen. Zudem k\u00f6nnen Kernkraftwerke unabh\u00e4ngig von Wetter und Tageszeit konstant gro\u00dfe Mengen Strom liefern und so erneuerbare Energien stabil erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Kritiker hingegen warnen vor den ungel\u00f6sten Problemen der Endlagerung hochradioaktiver Abf\u00e4lle und den potenziell katastrophalen Folgen schwerer Unf\u00e4lle, wie sie in Tschernobyl und Fukushima geschehen sind. Hinzu kommen die hohen Baukosten und langen Projektlaufzeiten.<\/p>\n<p>Mit dem Projekt will Kasachstan dennoch die wachsende Stromnachfrage infolge von Industrialisierung und Bev\u00f6lkerungswachstum decken und zugleich seinen CO\u2082-Aussto\u00df senken. Der symbolische Akt am 8. August steht damit am Anfang eines ehrgeizigen Vorhabens: den Einstieg in eine klimafreundlichere, zugleich strategisch selbstbestimmte Energiezukunft.<\/p>\n<p>aro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 8. 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