{"id":340689,"date":"2025-08-13T04:57:16","date_gmt":"2025-08-13T04:57:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340689\/"},"modified":"2025-08-13T04:57:16","modified_gmt":"2025-08-13T04:57:16","slug":"dresden-super-elektromotoren-aus-dem-3d-drucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340689\/","title":{"rendered":"Dresden: Super-Elektromotoren aus dem 3D-Drucker"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dresden. <b>DNN, Wirtschaftsministerium, Osts\u00e4chsische Sparkasse Dresden, Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer Dresden haben zehn Unternehmen aus der Region f\u00fcr den DNN-Wirtschaftspreis \u201eSo geht\u2019s aufw\u00e4rts\u201c nominiert. Im Herbst gibt die Jury die drei Gewinner bekannt. Bis dahin stellten wir die Nominierten vor. Heute: \u201eAdditive Drives\u201c aus Dresden<\/b><\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dass 3D-Drucker mehr k\u00f6nnen, als nur Action-Figuren aus Plaste zu formen, war den drei jungen Ingenieuren Alex Helm, Jakob Jung und Philip Arnold schon l\u00e4nger bewusst: Absolventen s\u00e4chsischer Hochschulen wissen nat\u00fcrlich, dass additive Fertigungsanlagen \u2013 wie industrielle 3D-Drucker vornehm genannt werden \u2013 allerlei ungew\u00f6hnlich geformte Bauteile auch aus Kupfer, Stahl, Titan und andere Metallen erzeugen k\u00f6nnen. Nach ein paar Jahren Arbeit im Automobilsektor z\u00e4hlten sie 1 und 1 zusammen: Solche Technologien und Werkstoffe lassen sich kombinieren und f\u00fcr den Bau innovativer Elektromotoren im Eiltempo einsetzen. Im Juli 2020 entstand \u201eAdditive Drives\u201c als Ausgr\u00fcndung der Bergakademie Freiberg. Heute sitzt der E-Motorenentwickler in Dresden \u2013 und kann sich vor Auftr\u00e4gen aus der Autoindustrie, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt kaum noch retten.<\/p>\n<p>Schon nach zehn Monaten Gewinne gemacht<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eMit unserem Versprechen, die Fertigungszeit f\u00fcr Prototypen zu halbieren, sind wir am Tag 1 zu Schaeffler hingegangen\u201c, erz\u00e4hlt Vertriebs-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Philip Arnold. Der renommierte Automobilbau-Zulieferer aus Herzogenaurach gab den Sachsen dann auch den ersten Auftrag. Als sich der Erfolg herumsprach, h\u00e4uften sich rasch die Anfragen weiterer Kunden. \u201eNach zehn Monaten waren wir bereits in der Gewinnzone\u201c, berichtet Arnold sichtlich stolz \u2013 immerhin ist das keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr ein \u201eStartup\u201c, schon gar nicht, wenn es vom ersten Tag an teure Produktionsanlagen braucht.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Inzwischen sind die Jahresums\u00e4tze auf zehn Millionen Euro gestiegen. Die Belegschaft ist von anf\u00e4nglich drei Gr\u00fcndern und einem Entwickler auf nun 70 Elektrotechniker, Materialwissenschaftler, Datenanalysten und andere Spezialisten sowie Werkstudenten gewachsen. Bereits im Mai 2022 war dem Start-up der urspr\u00fcngliche Firmensitz in Freiberg zu klein geworden. Seither residiert das Unternehmen im Xenon-Innovationszentrum im Dresdner Gewerbegebiet Cosch\u00fctz-Gittersee. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Vertriebs-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Additive Drives\u00a0Philip Arnold zeigt einen Elektromotor, dessen Komponenten teilweise von 3D-Druckern (links im Bild) erzeugt worden sind\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/LKMKGP5ZPZEUHCYXJWZXJ2NKM4.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Vertriebs-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Additive Drives\u00a0Philip Arnold zeigt einen Elektromotor, dessen Komponenten teilweise von 3D-Druckern (links im Bild) erzeugt worden sind<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Lukas G\u00fcnther f\u00fcr Additive Drives<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das \u201ehochinnovative und interdisziplin\u00e4re Team\u201c sei ein ganz wichtiges Faktor f\u00fcr die technologische Spitzenposition, die \u201eAdditive Drives\u201c im Prototypen- und Kleinserienbau von Hochleistungs- und Hocheffizienz-Elektromotoren deutschlandweit und international errungen habe, meint Arnold. Dazu kommt ein Dreiklang aus modernsten Fertigungstechnologien wie eben 3D-Druck, fortgeschrittenem Motor-Design und besonderen Materialien. <\/p>\n<p>In der Kleinserie spielt der 3D-Druck seine St\u00e4rken aus<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Hintergrund: Anders als Fr\u00e4sen, Bohrer, Stanzer und andere klassische Maschinen formen 3D-Drucker die Bauteile anhand von Computermodellen direkt aus dem Rohmaterial: Sie spulen beispielsweise lange Kupferdr\u00e4hte im Endlosbetrieb von einer Rolle ab, schmelzen sie per Laser auf und erzeugen dann mit ihrem Druckkopf Schicht f\u00fcr Schicht die gew\u00fcnschte Komponente. F\u00fcr Gro\u00dfserien ist diese Technologie zwar zu teuer.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Bei Unikaten, Prototypen oder Kleinserien aber spielt sie ihre St\u00e4rken aus: Additive Produktion ist schnell, weil vorab keine neuen Werkzeuge gebaut werden m\u00fcssen, sie ist flexibel und spart Material, weil keine Sp\u00e4ne als Abf\u00e4lle entstehen. Zudem k\u00f6nnen 3D-Drucker auch komplexe Geometrien erzeugen, f\u00fcr die CNC-Fr\u00e4sen eine halbe Ewigkeit brauchen oder ganz daran scheitern w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<blockquote><p>Wir sind der italienische Ma\u00dfanzug unter den Elektromotor-Herstellern.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 hfNZxo\">Philipp Arnold, Mitgr\u00fcnder von Additive Drives<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">F\u00fcr ihre ersten Muster setzte \u201eAdditive Drives\u201c diese Technologie massiv ein, um nachzuweisen, wie stark man in 3D-Druckern verschiedene Metalle kombinieren, daraus ganze Elektromotoren bauen und diese durch besondere Spulen-Formen zu Hochleistungen treiben kann. Inzwischen haben die Dresdner diesen \u201eadditiven\u201c Anteil aus Kostengr\u00fcnden zwar etwas reduziert \u2013 er garantiert aber weiter an ausgew\u00e4hlten Stellen im Motor einzigartige Designs.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">An diese Kerntechnologie hat das Team inzwischen weitere Alleinstellungsmerkmale angedockt: Sie entwerfen neue Motoren mit besonders modernen Simulationsprogrammen, setzen auf komplett digitalisierte Prozessketten vom Computermodell bis zum fertigen Bauteil. Damit die Motoren sp\u00e4ter unter h\u00f6herer Vollast rotieren k\u00f6nnen, verwenden besonders hitzefeste Sondermaterialien, k\u00fchlen zudem den gesamten Motor-Innenraum mit speziellen \u00d6len. Hinzu kommen weitere, besonders moderne Fertigungstechnologien f\u00fcr jene Teile, die nicht aus dem 3D-Drucker kommen.<\/p>\n<p>45 Prozent mehr Leistung pro Kilo<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Mit diesem technologischen Zusammenspiel brauen die Dresdner mittlerweile Elektromotoren, die auf Leistungsdichten von 100 Kilowatt pro Liter beziehungsweise 20 bis 35 Kilowatt pro Kilogramm kommen. Anders ausgedr\u00fcckt: Wer seine elektrischen Antriebe bei \u201eAdditive Drives\u201c bestellt, bekommt \u2013 je nach Modell \u2013 f\u00fcr jedes Kilo etwa zehn bis 45 mehr Leistung heraus<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"> Das ist vor allem im Flugzeug- und Autobau ein ganz wesentliches Kriterium, dort dort jedes Gramm Gewicht und jeder Fingerhut Platz z\u00e4hlt. Zudem bedeutet mehr Leistungsdichte auch mehr Reichweite f\u00fcr den automobilen Stromer oder das E-Bike. Im Vergleich zu handels\u00fcblichen Motoren \u201evon der Stange\u201c kommen die Dresdner Modelle sogar auf die zehnfache Leistungsdichte, sch\u00e4tzt Arnold.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Derartige Hochleistungs-Motoren entwickelt und fertigt Addive Drives mittlerweile in fast allen Leistungsklassen zwischen dem kleinen 250-Watt-Antrieb f\u00fcrs E-Fahrrad bis hin zu den megawatt-starken E-Abtrieben, die in der Luftfahrt oder vom Milit\u00e4r gebraucht werden. \u201eUnsere Motoren stecken aber auch in den humanoiden Robotern eines sehr bekannten Herstellers\u201c, sagt der Vertriebs-Chef.<\/p>\n<p>Konzentration auf anspruchsvolle Projekte<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">F\u00fcr manche Kunden \u00fcbernimmt das Tech-Unternehmen dabei \u201enur\u201c die Prototypen oder stellt seine Expertise f\u00fcr die Antriebs-Entwicklung neuer Elektroautos zur Verf\u00fcgung, f\u00fcr andere Partner fertigt Additive Drives auch \u00fcberschaubare Serien bis etwa 20.000 St\u00fcck. Die Betonung liegt dabei \u201eKleinserie\u201c: Einerseits wollen die Dresdner nicht in ein Konkurrenzverh\u00e4ltnis mit ihren Kunden geraten, von denen ein Teil selbst massenhaft Motoren f\u00fcr die gro\u00dfen Autohersteller fertigt.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eWir wollen deshalb gar nicht in die Gro\u00dfserie gehen und konzentrieren uns lieber auf die ingenieurtechnisch besonders anspruchsvollen Projekte\u201c, erkl\u00e4rt Arnold. Andererseits ist das auch eine Kostenfrage: Besonderes Spulendesign aus dem 3D-Drucker zum Beispiel macht die Dresdner Elektromotoren einzigartig, verhilft ihnen zu extremer Leistung oder wahlweise besonders niedrigen Energieverbrauch \u2013 und dies in der halben Produktionszeit, die bei der Konkurrenz \u00fcblich ist. Doch das lohnt sich nur in der kleinen Serie, danach wird diese Ansatz zu teuer. <\/p>\n<p>Dresdner rechnen mit Auftragsschub durch menschen\u00e4hnliche Roboter<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Und dieses Gesch\u00e4ftsmodell funktioniert ziemlich gut: Auftr\u00e4ge, Kundenstamm und das gesamte Unternehmen wachsen organisch und stetig, eine Verzehnfachung des Umsatzes auf 100 Millionen Euro erscheint den Gr\u00fcndern in den n\u00e4chsten Jahren als realistisches Ziel. Ein Treiber: Die Dresdner rechnen mit einem Boom menschen\u00e4hnlicher, also \u201ehumanoider\u201c Roboter, die bald in Fabriken, Lagerh\u00e4usern und sp\u00e4ter auch im Haushalt malochen. Und die werden bevorzugt E-Motoren mit extrem hoher Leistungsdichte brauchen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Neue Fabrik in USA geplant<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Beim Wachstum soll zudem eine neue Vertriebs-Niederlassung in den USA helfen, die Additive Drives demn\u00e4chst zu einer Motor-Fabrik ausbauen will. Ein Viertel ihrer Ums\u00e4tze machen die Dresdner bereits auf der anderen Seite des gro\u00dfen Teichs, bald k\u00f6nnte es noch mehr werden: Trumps Zollkrieges und \u201eAmerica First\u201c-Politik, die Re-Industrialisierungswelle in den Vereinigten Staaten, eine gewisse Eigenbezogenheit dieses Marktes sowie Impulse aus der Luftfahrt und R\u00fcstungswirtschaft sollten f\u00fcr gen\u00fcgend Impulse sorgen, sind die Gr\u00fcnder \u00fcberzeugt. Sachsen werde aber weiter der Heimathafen bleiben, so Arnold: \u201eWir investieren auch weiter hier in Dresden.\u201c<\/p>\n<p>Kurz\u00fcberblick<\/p>\n<ul class=\"Liststyled__UnorderedList-sc-1ck6pl2-1 iyAmNN\" data-testid=\"list\">\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Unternehmen: \u201eAdditive Drives\u201c<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Gesch\u00e4ftsfelder: Auftrags-Entwicklung sowie Turbo-Produktion von Hochleistungs-Elektromotoren und sparsamen Asynchron-Motoren als Prototypen und in Kleinserien<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Gr\u00fcndung: 2020 in Freiberg <\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Belegschaft: rund 70 Besch\u00e4ftige <\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Umsatz: ca. 10 Mio. \u20ac<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Hauptsitz: Dresden<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Mehr Infos im Netz: <a href=\"https:\/\/additive-drives.de\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/additive-drives.de\">additive-drives.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">DNN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dresden. 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