{"id":340718,"date":"2025-08-13T05:12:12","date_gmt":"2025-08-13T05:12:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340718\/"},"modified":"2025-08-13T05:12:12","modified_gmt":"2025-08-13T05:12:12","slug":"koeln-sommer-sonne-sauberkeit-unterwegs-mit-grill-diplomaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/340718\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln | Sommer, Sonne, Sauberkeit: Unterwegs mit Grill-Diplomaten"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (dpa) &#8211; Vera Drewke hat eine Aufgabe, die es so auch im Vatikan geben k\u00f6nnte &#8211; bei einer Papstwahl: Sie wartet auf wei\u00dfen Rauch. Nur, dass er in ihrem Fall nicht aus einem Schornstein \u00fcber der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, sondern irgendwo zwischen Klappst\u00fchlen, Bluetooth-Boxen und Trekking-Sandalen. \u00abIch sehe Rauchschwaden!\u00bb, verk\u00fcndet Drewke nun. Zusammen mit Sabrina Scholtisseck und Nisa Bagci, ihren Kolleginnen, zieht sie los.<\/p>\n<p>Die drei jungen Frauen, neon-orange gekleidet und mit M\u00fclls\u00e4cken ausgestattet, haben einen Job mit besonderem Profil: Sie arbeiten als Grill-Scouts. Das bedeutet, dass sie im Auftrag der Abfallwirtschaftsbetriebe K\u00f6ln durch Parks streifen und Menschen ansprechen, die dort Steaks, W\u00fcrstchen oder Grillk\u00e4se brutzeln. Das Ziel: einfach mal reden &#8211; und so die Gr\u00fcnanlagen sauber halten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentliches Grillen scheidet die Geister<\/p>\n<p>Denn Grillen im \u00f6ffentlichen Raum ist in vielen deutschen St\u00e4dten aufgrund der starken Verm\u00fcllung und Rauchbel\u00e4stigung l\u00e4ngst zum Streitthema geworden. In Hamburg etwa pr\u00fcfen laut Berichten immer mehr Bezirke die Einhaltung der Regeln und gehen mit hohen Geldstrafen gegen wildes Grillen vor. In Berlin haben diesen Sommer mehrere tausend Anwohner eine Petition gestartet, welche eine \u00abrespektvolle Nutzung\u00bb der Grillwiese im Volkspark Friedrichshain fordert.\u00a0<\/p>\n<p>Der Ansatz der K\u00f6lner Grill-Scouts ist aufgrund der lockeren, nicht-konfrontativen Art ein besonderer. Sie treten so auf, dass die &#8211; unbegr\u00fcndete &#8211; Angst, einer Ordnungsmacht gegen\u00fcberzustehen, schnell verfliegt.\u00a0<\/p>\n<p>Die Abfallwirtschaftsbetriebe K\u00f6ln schreiben \u00fcber die Grill-Scouts: \u00abSie beraten die Parkbesucher hilfsbereit und auf Augenh\u00f6he zum Thema Picknick- und Grillabf\u00e4lle.\u00bb Dazu geh\u00f6re, auf \u00abEntsorgungsangebote\u00bb hinzuweisen oder M\u00fclls\u00e4cke zu verteilen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Zahlen der Truppe, die es in K\u00f6ln seit 15 Jahren gibt, sind beeindruckend. Im vergangenen Jahr verteilten die Grill-Scouts nach eigenen Angaben 31.399 M\u00fcllbeutel &#8211; und hatten 5.286 \u00abKontakte\u00bb. Die gro\u00dfe Zahl h\u00e4ngt damit zusammen, dass in K\u00f6ln viele Parks &#8211; so ein genutzter Terminus &#8211; \u00abbegrillbar\u00bb sind. Bei sommerlichem Wetter sind die Grill-Scouts, von denen es in der Stadt rund 25 gibt, an jedem Wochenende und an Feiertagen unterwegs. An einem Tag laufen sie zu Fu\u00df durchaus mal 20 Kilometer.<\/p>\n<p>Gerade sind Drewke und ihre zwei Kolleginnen auf eine Gruppe junger Leute getroffen, Typus Studenten-Clique. Ein kleiner Grill kokelt. Kurze Begr\u00fc\u00dfung, dann fragt Drewke: \u00abDie Unterflur-Container kennt ihr?\u00bb Auff\u00e4lliges Schweigen. \u00ab\u00c4h, nein, wo sind die?\u00bb, fragt der junge Mann am Grill. \u00abDie sind in diesem Park genau&#8230;\u00bb, sagt Drewke und nimmt die Haltung einer Fluglotsin an, \u00abda\u00bb. Dann l\u00e4sst sie noch einen M\u00fcllbeutel da. Dank ist ihr gewiss.\u00a0<\/p>\n<p>Die Reaktionen auf die Grill-Scouts seien \u00abdurchweg positiv\u00bb, sagt Vera Drewke zwischen zwei Stopps. Vielfach werde ihnen auch angeboten, einfach mitzuessen. Zumindest mit Wurst und Steak kann man sie allerdings kaum locken. Drewke ist Pescetarierin. Sie isst kein Fleisch, nur Fisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln (dpa) &#8211; Vera Drewke hat eine Aufgabe, die es so auch im Vatikan geben k\u00f6nnte &#8211; bei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":340719,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,4974,2507,30,1724,1420,1209,1973],"class_list":{"0":"post-340718","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-essen-und-trinken","10":"tag-freizeit","11":"tag-germany","12":"tag-gesellschaft","13":"tag-koeln","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-wetter"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115019746170693388","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=340718"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/340718\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/340719"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=340718"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=340718"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=340718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}