{"id":342085,"date":"2025-08-13T17:37:16","date_gmt":"2025-08-13T17:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342085\/"},"modified":"2025-08-13T17:37:16","modified_gmt":"2025-08-13T17:37:16","slug":"oestrogene-schuetzen-vor-einer-akuten-nierenschaedigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342085\/","title":{"rendered":"\u00d6strogene sch\u00fctzen vor einer akuten Nierensch\u00e4digung"},"content":{"rendered":"<p>    <a href=\"http:\/\/www.umm.uni-heidelberg.de\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"EmbeddedImage\" style=\"max-height:200px; max-width: 200px;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/institutionlogo21936\" border=\"0\" alt=\"institution logo\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"LinkedIn\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&amp;url=http:\/\/www.idw-online.de\/-DRKYAA','Share on LinkedIn', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/bluesky_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"Twitter\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/twitter.com\/share?url=http:\/\/www.idw-online.de\/-DRKYAA&amp;text=%C3%96strogene+sch%C3%BCtzen+vor+einer+akuten+Nierensch%C3%A4digung','Share on Twitter', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/x_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <a title=\"Bluesky\" href=\"#\" onclick=\"window.open('https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=%C3%96strogene+sch%C3%BCtzen+vor+einer+akuten+Nierensch%C3%A4digung%20http:\/\/www.idw-online.de\/-DRKYAA','Share on Bluesky', 'status=1, width=800, height=600, resizable=0, top=100, left=100')\"><img decoding=\"async\" style=\"width:20px;height:20px;visibility:hidden;\" src=\"https:\/\/idw-online.de\/images\/bluesky_mbsw.svg\"\/><\/a><\/p>\n<p>\n            Teilen:\u00a0\n        <\/p>\n<p>    13.08.2025 18:07<\/p>\n<p>    \u00d6strogene sch\u00fctzen vor einer akuten Nierensch\u00e4digung <\/p>\n<p>\n    Hormonabh\u00e4ngiger weiblicher Schutz der Nieren funktioniert \u00fcber ein vielschichtiges Abwehrsystem gegen Ferroptose \/ Aktuelle Arbeit im renommierten Journal Nature ver\u00f6ffentlicht \/ Dimension der neuen Erkenntnisse weitreichend<\/p>\n<p>\n    Akutes Nierenversagen ist eine klinische Herausforderung, da das Ereignis h\u00e4ufig auftritt und es keine zielgerichtete Therapie gibt. Dass Frauen weniger anf\u00e4llig f\u00fcr akutes Nierenversagen sind als M\u00e4nner, ist keine neue Erkenntnis. Bereits seit 1940 gibt es diese Beobachtung, belegt auch durch epidemiologische Studien. Was diesem Ph\u00e4nomen zugrunde liegt, ist jedoch bis heute ein R\u00e4tsel. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universit\u00e4t Heidelberg, an der Medizinischen Fakult\u00e4t Mannheim, sind der L\u00f6sung dieses R\u00e4tsels auf der Spur. In einer aktuell im renommierten Fachjournal Nature ver\u00f6ffentlichten Arbeit liefern sie eine \u00fcberzeugende Erkl\u00e4rung f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen. <\/p>\n<p>Die Forscher r\u00fccken das weibliche Sexualhormon \u00d6strogen sowie den Vorgang der Ferroptose, eine von Eisen abh\u00e4ngige Form des regulierten Zelltods, in den Fokus. Sie fanden heraus, dass \u00d6strogene die Ferroptose blockieren. Dies steht im Einklang mit der Beobachtung, dass der Schutz der Nieren von Frauen mit der Menopause, wenn die Produktion der Geschlechtshormone abnimmt, verlorengeht. <\/p>\n<p>Interessant ist dabei, dass \u00d6strogen, und insbesondere dessen hydroxylierte Derivate wie 2-Hydroxyestradiol, Schl\u00fcsselmediatoren eines vielschichtigen weiblichen Schutzes sind: Das Hormon entfaltet seine Funktion als Ferroptose-Abwehrsystem in verschiedener Art und Weise, \u00fcber genomische und nicht-genomische Mechanismen. <\/p>\n<p>Es zeigte sich, dass das nat\u00fcrliche Hormon wie ein k\u00f6rpereigenes Medikament gegen Ferroptose wirkt. Zus\u00e4tzlich initiiert \u00d6strogen \u00fcber den \u00d6strogen-Rezeptor im Zellkern verschiedene biologische Systeme, die als Abwehrmechanismen gegen Ferroptose zu werten sind. So reguliert der Rezeptor beispielsweise die Produktion von Hydropersulfiden, die als Radikalf\u00e4nger die Ferroptose in Schach halten. Dar\u00fcber hinaus wirkt \u00d6strogen-Rezeptorstimulation auch der Ver\u00e4nderung bestimmter Fette in der Zellmembran entgegen, sogenannte Etherlipide, und hemmt auch auf diese Weise Ferroptose.<\/p>\n<p>Diese Beobachtungen bieten interessante Ansatzpunkte f\u00fcr die Therapie von Nierenerkrankungen. Aber nicht nur! Die Ferroptose hat f\u00fcr eine Vielzahl von Krankheitsprozessen eine Bedeutung. \u201eUnsere Erkenntnisse k\u00f6nnen auch weit \u00fcber die Niere hinaus Auswirkungen haben, sogar auf die Krebsforschung. Sie r\u00fccken die Ferroptose in den Blick der Geschlechtsunterschiede von Mann und Frau auch in Bezug auf Herzerkrankungen und Schlaganfall, vor denen Frauen im Vergleich zu M\u00e4nnern eher gesch\u00fctzt sind, bis hin zur bekanntlich h\u00f6heren Lebenserwartung von Frauen\u201c, erl\u00e4utert Professor Dr. Andreas Linkermann, Direktor der V. Medizinischen Klinik an der Universit\u00e4tsmedizin Mannheim und Letztautor der Nature-Publikation.<\/p>\n<p>Die Dimension, die die vorliegende Arbeit auch f\u00fcr andere Erkrankungen, und ebenso in anderem Kontext haben kann, l\u00e4sst sich also noch kaum ermessen. Auch ethische Fragestellungen k\u00f6nnen davon betroffen sein, etwa in der Transplantationsmedizin, wo sich die Frage stellen k\u00f6nnte, ob Organe weiblicher Spenderinnen \u2013 vor der Menopause \u2013 \u201ewertvoller\u201c sind als die von m\u00e4nnlichen Spendern, weil sie gegen\u00fcber dem chirurgischen Prozess der Organ\u00fcbertragung weniger anf\u00e4llig sind. \u201eUm die Bedeutung der Ferroptose er\u00f6ffnet sich tats\u00e4chlich ein ganz neues Forschungsfeld\u201c, folgert Andreas Linkermann daraus.<\/p>\n<p>News and Views<br \/>Wie weitreichend die Erkenntnisse der Mannheimer, an der Universit\u00e4t Heidelberg forschenden Nephrologen sein k\u00f6nnen, hat auch der weltweit anerkannte Experte auf diesem Gebiet, Tom Vanden Berghe, erkannt. In seinen \u201eNews and Views\u201c, ver\u00f6ffentlicht in derselben Ausgabe von Nature unter dem Titel \u201cOestrogen defends against kidney damage caused by iron-dependent cell death\u201d, zieht er den folgenden Schluss: <br \/>\u201cDie Arbeit stellt einen Meilenstein in unserem Verst\u00e4ndnis der Geschlechtsunterschiede beim akuten Nierenversagen dar und erweitert die physiologische Relevanz der Ferroptose \u00fcber Krebs und Neurodegeneration hinaus. Wichtig ist, dass diese Ergebnisse dazu beitragen k\u00f6nnen, die erh\u00f6hte Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr eine akute Nierensch\u00e4digung bei Frauen nach der Menopause zu erkl\u00e4ren und eine rationale Grundlage f\u00fcr die Erforschung \u00f6strogener Metaboliten oder Ferroptosehemmer als Therapeutika zu schaffen. Da die Ferroptose als zentraler Mechanismus von Gewebeverletzungen an Bedeutung gewinnt, unterstreicht diese Studie die Bedeutung des Geschlechts als biologische Variable bei ihrer Regulierung.\u201c<\/p>\n<p>F\u00f6rderung<br \/>Die Arbeiten wurden sowohl von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als auch vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rdert.\n    <\/p>\n<p>    Wissenschaftliche Ansprechpartner:<\/p>\n<p>Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Linkermann, FASN<br \/>Direktor V. Medizinische Klinik &#8211; Nephrologie\/Hypertensiologie\/Transplantationsmedizin<br \/>Endokrinologie\/Diabetologie\/Lipidologie\/Rheumatologie\/Pneumologie<br \/>Facharzt f\u00fcr Innere Medizin, Nephrologe, Transplantationsmediziner<br \/>Medizinische Fakult\u00e4t Mannheim der Ruprecht-Karls-Universit\u00e4t Heidelberg<br \/>Universit\u00e4tsklinikum Mannheim GmbH<br \/>Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68167 Mannheim<br \/>Telefon 0621\/383-5172<br \/>Andreas.linkermann@medma.uni-heidelberg.de<\/p>\n<p>    Originalpublikation:<\/p>\n<p>Tonnus, W., Maremonti, F., Gavali, S. et al.  <br \/>Multiple oestradiol functions inhibit ferroptosis and acute kidney injury.<br \/>DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41586-025-09389-x\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41586-025-09389-x<\/a><br \/>News and Views: Oestrogen defends against kidney damage caused by iron-dependent cell death<br \/>DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/d41586-025-02422-z\" target=\"_new\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/d41586-025-02422-z<\/a><br \/>Nature (2025)<\/p>\n<p><b>Bilder<\/b><\/p>\n<p class=\"widescreenhide\"><a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal1\" href=\"#\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755106632_357_newsimage\" width=\"180\" height=\"120\" alt=\"Prof. Dr. med. Andreas Linkermann und zwei der drei Erstautor:innen der im Journal Nature ver\u00f6ffentlichten Arbeit: Shubhangi Gavali, PhD (li.) und Francesca Maremonti, PhD.\" title=\"Prof. Dr. med. Andreas Linkermann und zwei der drei Erstautor:innen der im Journal Nature ver\u00f6ffentlichten Arbeit: Shubhangi Gavali, PhD (li.) und Francesca Maremonti, PhD.\" border=\"0\" id=\"image_410681_thumb\"\/><\/a><br \/>\n<a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal\"\/><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/image?id=410681&amp;size=screen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>Prof. Dr. med. Andreas Linkermann und zwei der drei Erstautor:innen der im Journal Nature ver\u00f6ffentl <a class=\"main\" data-reveal-id=\"imgModal1\" href=\"#\">&#8230;<\/a><br \/>Quelle: FGV-Medienzentrum<br \/>Copyright: Medizinische Fakult\u00e4t Mannheim der Universit\u00e4t Heidelberg<\/p>\n<p>    <b>Anhang<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/attachment110750\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" style=\"border:none;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1748257212_82_pdf.png\" alt=\"attachment icon\"\/>   Pressemitteilung <\/a><\/p>\n<p>\n    <strong>Merkmale dieser Pressemitteilung: <br \/><\/strong><br \/>\n     Journalisten<br \/>Biologie, Ern\u00e4hrung \/ Gesundheit \/ Pflege, Medizin<br \/>\u00fcberregional<br \/>Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen<br \/>Deutsch\n    <\/p>\n<p>    \u00a0<\/p>\n<dl class=\"sub-nav green maincontent\">\n<dd class=\"active\">\n    <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/javascript:history.back()\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur\u00fcck<\/a>\n    <\/dd>\n<\/dl>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/loading.gif\" width=\"128\" height=\"128\"\/><\/p>\n<p>    <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Teilen:\u00a0 13.08.2025 18:07 \u00d6strogene sch\u00fctzen vor einer akuten Nierensch\u00e4digung Hormonabh\u00e4ngiger weiblicher Schutz der Nieren funktioniert \u00fcber ein vielschichtiges&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":342086,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-342085","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115022675788765132","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=342085"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342085\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/342086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=342085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=342085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=342085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}