{"id":342455,"date":"2025-08-13T20:56:20","date_gmt":"2025-08-13T20:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342455\/"},"modified":"2025-08-13T20:56:20","modified_gmt":"2025-08-13T20:56:20","slug":"bornheim-miscanthus-kulturen-sollen-niederschlagswasser-zurueckhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342455\/","title":{"rendered":"Bornheim: Miscanthus-Kulturen sollen Niederschlagswasser zur\u00fcckhalten"},"content":{"rendered":"<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"0\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">F\u00fcr Robert Dreesen ist es eine Frage der Solidarit\u00e4t: \u201eWenn es mir gut geht, kann ich daf\u00fcr sorgen, dass es auch anderen gut geht\u201c, meinte der Sechtemer Landwirt, der sich in seinem Familienbetrieb auf Kr\u00e4uteranbau spezialisiert hat und nun mit der Stadt Bornheim und der Universit\u00e4t Bonn ein besonderes Pilotprojekt zur Starkregenvorsorge und zum Erosionsschutz auf den Weg gebracht hat, um die Bev\u00f6lkerung m\u00f6glichst vor weiteren Sch\u00e4den durch Flutmassen zu bewahren. Das Zauberwort hei\u00dft Miscanthus oder Chinaschilf.<\/p>\n<blockquote class=\"dm-blockquote__quote-text\" data-v-3a231a3f=\"\"><p>Bornheim hat oft mit Starkregenabfl\u00fcssen zu tun, deshalb haben wir stark erosionsgef\u00e4hrdete Fl\u00e4chen<\/p><\/blockquote>\n<p>Wolfgang Paulus, Leiter Umweltamt Bornheim<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"2\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Oberhalb Roisdorfs, direkt am Sportplatz des TuS Roisdorf gelegen, bewirtschaftet Dreesen gemeinsam mit seiner Tochter Linda Dreesen drei Ackerfl\u00e4chen von insgesamt 2,5 Hektar. Allerdings eignen sich die sandigen B\u00f6den und die trockene Hanglage nicht gut, um dort Kr\u00e4uter wie B\u00e4rlauch oder Beifu\u00df wirtschaftlich anzupflanzen. Im Februar kam es zu einem Treffen mit verschiedenen Landwirten. Dreesen suchte nach alternativen Anbaumethoden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"4000\" height=\"3003\" alt=\"Oberhalb von Roisdorf hat Landwirt Robert Dreesen zweieinhalb Hektar Fl\u00e4che mit Miscanthus bepflanzt. Die Uni Bonn begleitet das Pilotprojekt.\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"current-image dm-figure__image dm-figure__image--undefined undefined\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ab6b0578-1ae7-4e78-a7c9-b53073b3a067.jpeg\"  \/><\/p>\n<p class=\"dm-figure__subline\" data-v-72e429ff=\"\">Oberhalb von Roisdorf hat Landwirt Robert Dreesen zweieinhalb Hektar Fl\u00e4che mit Miscanthus bepflanzt. Die Uni Bonn begleitet das Pilotprojekt.<\/p>\n<p class=\"dm-figure__copyright\" data-v-72e429ff=\"\">Copyright: Frank Engel-Strebel<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"4\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Zuvor hatte er bereits Kontakt zu Professor Ralf Pude vom Institut f\u00fcr Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Landwirtschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bonn aufgenommen, der wissenschaftlicher Leiter am Campus Klein-Altendorf in Rheinbach ist.  Dort wird bereits seit geraumer Zeit mit Miscanthus gearbeitet.<\/p>\n<p>Die Miscanthus-Wurzeln mindern Bodenerosion<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"6\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Die Gew\u00e4chse aus Asien sollen daf\u00fcr sorgen, dass es auf den stark erosionsgef\u00e4hrdeten Fl\u00e4chen nicht dazu kommt, dass bei Starkregen wie im Juli 2021 Wassermassen von Roisdorf den Hang hinunter ins Dorf flie\u00dfen. Im Mai bepflanzte Dreesen also seine drei Ackerfl\u00e4chen mit 20.000 Pflanzen pro Hektar, insgesamt also 50.000.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"4000\" height=\"3003\" alt=\"Landwirt Robert Dreesen.\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"current-image dm-figure__image dm-figure__image--undefined undefined\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/f108bf9f-9e2a-4e32-b857-174cc949e4de.jpeg\"  \/><\/p>\n<p class=\"dm-figure__subline\" data-v-72e429ff=\"\">Landwirt Robert Dreesen.<\/p>\n<p class=\"dm-figure__copyright\" data-v-72e429ff=\"\">Copyright: Frank Engel-Strebel<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"8\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Wie das Prinzip funktioniert, erl\u00e4uterte Friederike tho Seeth, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Rheinbacher Institut. Die Miscanthus-Pflanze, eine nicht invasive Art, mindere durch ihre Wurzeln und die sich bildenden Mulchauflagen die Bodenerosion. Die langen Bl\u00e4tter bilden kleine D\u00e4mme, die bei Starkregen das Niederschlagswasser zur\u00fcckhalten, bremsen und dadurch die Flie\u00dfwege unterbrechen.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"9\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Durch die Mulchbildung werde der Boden stabilisiert und \u00dcberschwemmungen im Tal w\u00fcrden abgemindert. Der Miscanthus-Mulch halte zudem Unkraut ab und speichere Feuchtigkeit besser, so dass die Erde vorm Austrocknen besser gesch\u00fctzt bleibe. Als sogenannte C4-Pflanze binde Miscanthus zudem effizient CO2 \u2013 etwa 30 Tonnen pro Hektar und Jahr und f\u00f6rdere den Klimaschutz. Zu den C4-Pflanzen geh\u00f6ren vor allem Gr\u00e4ser, aber auch Nutzpflanzen wie Amaranth, Mais oder Hirse.<\/p>\n<p>Lebens- und R\u00fcckzugsraum f\u00fcr Insekten, M\u00e4use oder Niederwild<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"11\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Da sie eine effizientere Form der Photosynthese betreiben, passen sich diese Gew\u00e4chse gut an warme und sonnige Standorte an und produzieren viel Biomasse, erl\u00e4uterte tho Seeth. Miscanthus biete auch einen Lebens- und R\u00fcckzugsraum f\u00fcr Insekten, M\u00e4use oder Niederwild, erg\u00e4nzte  Robert Dreesen. Wird die Pflanze geerntet, kann Miscanthus beispielsweise als Bau- und Handwerksmaterial, Tiereinstreu oder Biomasse f\u00fcr Energie und Biokraftstoffe genutzt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"3000\" height=\"4000\" alt=\"Die Wurzeln mindern Bodenerosion.\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"current-image dm-figure__image dm-figure__image--undefined undefined\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/b44dac48-058c-440e-b772-074636b3c722.jpeg\"  \/><\/p>\n<p class=\"dm-figure__subline\" data-v-72e429ff=\"\">Die Wurzeln mindern Bodenerosion.<\/p>\n<p class=\"dm-figure__copyright\" data-v-72e429ff=\"\">Copyright: Gabriele von T\u00f6rne<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"13\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Dreesen wird die Fl\u00e4chen mindestens zehn Jahre lang mit Miscanthus bewirtschaften: \u201eBornheim hat oft mit Starkregenabfl\u00fcssen zu tun, deshalb haben wir stark erosionsgef\u00e4hrdete Fl\u00e4chen untersucht, darunter die am Roisdorfer Sportplatz\u201c, erkl\u00e4rte der Leiter des Bornheimer Umweltamtes, Wolfgang Paulus.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"14\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">F\u00fcr die Stadt Bornheim ist dies ein Pilotprojekt, um praktische Erfahrungen mit dem Gew\u00e4chs zu sammeln \u2013 und das bei geringem Verwaltungsaufwand: \u201eDie Erkenntnisse k\u00f6nnen ein kommunales F\u00f6rderprogramm begr\u00fcnden und Vertrauen bei weiteren Landwirten in Bornheim schaffen, deren Fl\u00e4chen f\u00fcr Erosionsschutz infrage kommen\u201c, betonte Klimaanpassungsmanagerin Lena Sauer. Die Uni Bonn begleitet das Projekt.<\/p>\n<p>Miscanthus Society<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"17\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Professor Dr. Ralf Pude, wissenschaftlicher Leiter des Campus Klein-Altendorf (CKA), ist auch Vorstandsmitglied der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.miscanthus-society.com\">Miscanthus Society<\/a>, offiziell der Internationale Verein f\u00fcr Miscanthus und mehrj\u00e4hrige Energiegr\u00e4ser (MEG), die 2003 in Bonn gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"18\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Der Verein mit seinen aktuell rund 100 Mitgliedern setzt sich aktiv f\u00fcr den Ausbau einer nachhaltigen Bio\u00f6konomie in Deutschland und Europa ein. Ziel ist es, Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis im Bereich mehrj\u00e4hriger und grasartiger Biomassepflanzen zu vernetzen. Der Verein mit Sitz in Klein-Altendorf nimmt gerne neue Mitglieder auf. Weitere Infos im Internet.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr Robert Dreesen ist es eine Frage der Solidarit\u00e4t: \u201eWenn es mir gut geht, kann ich daf\u00fcr sorgen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":342456,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1842],"tags":[1741,3364,29,30,1209],"class_list":{"0":"post-342455","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bonn","8":"tag-bonn","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115023458181350802","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=342455"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342455\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/342456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=342455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=342455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=342455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}