{"id":342523,"date":"2025-08-13T21:33:17","date_gmt":"2025-08-13T21:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342523\/"},"modified":"2025-08-13T21:33:17","modified_gmt":"2025-08-13T21:33:17","slug":"kulturelle-ukraine-hilfe-bremer-kunsthalle-zeigt-werke-aus-odessa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342523\/","title":{"rendered":"Kulturelle Ukraine-Hilfe: Bremer Kunsthalle zeigt Werke aus Odessa"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kunsthallebremen-102.webp\" alt=\"Eine Druckgrafik: William Wynne Ryland nach Fran\u00e7ois Boucher: Sch\u00e4ferin und Sch\u00e4fer, 18. Jh.\" title=\"Eine Druckgrafik: William Wynne Ryland nach Fran\u00e7ois Boucher: Sch\u00e4ferin und Sch\u00e4fer, 18. Jh. | Museum f\u00fcr westliche und \u00f6stliche Kunst, Odessa\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Kunsthalle Bremen zeigt Druckgraphik aus Odesa (5 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 13.08.2025 13:48 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Die Bremer Kunsthalle pr\u00e4sentiert in der Ausstellung &#8222;Spuren der Zeit&#8220; Druckgrafiken des 16. bis 19. Jahrhunderts &#8211; Werke, die aus dem Museum f\u00fcr westliche und \u00f6stliche Kunst Odessa stammen.<\/p>\n<p class=\"\">\nDer russische \u00dcberfall auf die Ukraine und die Zerst\u00f6rung ukrainischer Kunst und Kultur haben deutsche Museen auf den Plan gerufen &#8211; erst hat die Berliner Gem\u00e4ldegalerie in der ersten Jahresh\u00e4lfte Malerei gezeigt, nun zeigt die Bremer Kunsthalle gut zwei Monate lang Druckgraphiken. Ein Gespr\u00e4ch mit dem Direktor der Kunsthalle, Christoph Grunenberg.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/coverodesa100.webp\" alt=\"Cover: Von Odesa nach Berlin - From Odesa to Berlin\" title=\"Cover: Von Odesa nach Berlin - From Odesa to Berlin | Hirmer\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die gleichnamige Ausstellung in der Berliner Gem\u00e4ldegalerie zeigt Bilder aus der Ukraine, die in Sicherheit gebracht wurden.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Herr Grunenberg, wie transportiert man Kunstwerke aus einem Kriegsgebiet ab?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Christoph Grunenberg:<\/strong> Das ist eine komplexe Herausforderung. Die B\u00fcrokratie auf beiden Seiten ist nicht einfach, bis man endlich die gesamten Genehmigungen hat, um diese Werke, die nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Ukraine wichtig sind, aus dem Land herauszuf\u00fchren. Und wenn es dann soweit ist, ist ein Transport von wertvollen Kunstwerken durch Kriegsgebiete auch eine Herausforderung. Da ist dann eine Polizei-Eskorte bis zur Grenze dabei. Wir sind sehr gl\u00fccklich, dass das alles gut geklappt hat und dass die Werke hier sicher angekommen sind.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Wie ist \u00fcberhaupt der Kontakt aus Odessa zur Kunsthalle in Bremen entstanden?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Grunenberg:<\/strong> Bremen und Odessa sind ja Partnerst\u00e4dte seit wenigen Jahren, seit Beginn des Krieges. Aber es sind dann oft pers\u00f6nliche Kontakte, und in diesem Fall war es einer der Gr\u00fcnder des Osteuropainstituts an der Universit\u00e4t Bremen, Wolfgang Eichwede, der mich dem Direktor des Museums f\u00fcr Westliche und \u00d6stliche Kunst in Odessa vorgestellt hat, Herrn Poronyk. So entwickelte sich dann ein Gespr\u00e4ch. Es gab ja bereits eine gro\u00dfe Ausstellung in Berlin mit Gem\u00e4lden. Es ist ein sehr umtriebiger Direktor, der immer wieder versucht, Aufmerksamkeit auf den Krieg in der Ukraine zu ziehen. Und so haben wir uns dann entschlossen, auch hier in Bremen eine Ausstellung zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Jener Direktor hat auch erw\u00e4hnt, dass es neben den Finanzierungsfragen b\u00fcrokratische H\u00fcrden gab. Wo muss man denn da Antr\u00e4ge stellen, wenn man Kunst retten will?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Grunenberg:<\/strong> Man muss Antr\u00e4ge bei den relevanten ukrainischen Autorit\u00e4ten, Beh\u00f6rden stellen, also dem Kulturministerium. Man muss erstmal eine Ausfuhrgenehmigung bekommen &#8211; das ist eine der gro\u00dfen H\u00fcrden. Aber gleichzeitig muss man garantieren, dass die Werke wieder zur\u00fcckgehen. Der Senator f\u00fcr Kultur in Bremen ist involviert, auch das Bundeskulturministerium in Berlin. Da sind schon einige Formulare auszuf\u00fcllen, und das hat alles erstaunlich lange gedauert, es ist sehr kompliziert.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/jamfactory104.webp\" alt=\"Ein gro\u00dfes wei\u00dfes Geb\u00e4ude mit der Aufschrift &quot;Jam Factory Arts Center&quot;\" title=\"Ein gro\u00dfes wei\u00dfes Geb\u00e4ude mit der Aufschrift &quot;Jam Factory Arts Center&quot; | Jam Factory Arts Center, Lviv\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Eine ehemalige Lebensmittelfabrik im Industriegebiet der ukrainischen Stadt Lviv ist zu einem Kultur-Zentrum umgebaut worden.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>125 der besten Grafiken sind an einen sicheren Ort gebracht worden, 40 Werke kann man jetzt bei Ihnen im Museum in Bremen sehen. Insgesamt soll es aber 4.500 grafische Arbeiten geben in Odessa. Wo sind denn die restlichen? Sind die noch in Gefahr?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Grunenberg:<\/strong> Ich hoffe, dass sie es nicht sind. Odessa ist eine Stadt, die unter st\u00e4ndigem Angriff steht. Das Museum ist teilweise besch\u00e4digt worden, aber im Gro\u00dfen und Ganzen steht es noch. Aber man hat direkt nach Beginn des Krieges die Werke evakuiert. Wo sie genau sind, kann ich nicht sagen, und ich nehme an, das Museum will es auch nicht sagen. Sie sind hoffentlich in Sicherheit. Sie sind ausgelagert, wie auch die Best\u00e4nde, die nach Bremen gekommen sind, bereits ausgelagert waren. Viele der Werke sind nach Berlin gebracht worden und werden bald in Heidelberg gezeigt, der zweiten Station. Auch diese Werke sind erst einmal in Sicherheit und werden f\u00fcr die n\u00e4here Zukunft hier in Deutschland bleiben.<\/p>\n<p class=\"\"><strong>Das Thema Druckgrafiken, Kupferstiche, Holzschnitte, Radierungen &#8211; das ist nicht unbedingt ein Blockbuster-Ausstellungsthema, sondern eher etwas f\u00fcr Spezialisten. Wie w\u00fcrden Sie Menschen in die Kunsthalle locken? Was lohnt sich an dieser Ausstellung besonders?<\/strong><\/p>\n<p class=\"\"><strong>Grunenberg:<\/strong> Uns war es wichtig, einen anderen Aspekt dieses wichtigen Museums zu zeigen und auch die Verbundenheit der Ukraine mit Deutschland, mit Westeuropa, dass es da gemeinsame kulturelle Traditionen und ein gemeinsames kulturelles Erbe gibt. Das Museum ist ja f\u00fcr westliche und \u00f6stliche Kunst, also Kunst aus Europa wie auch Kunst aus Asien. Es gibt auch Best\u00e4nde von antiker Kunst. F\u00fcr uns als Kunsthalle ist Druckgrafik sehr wichtig. Am Beginn der Sammlung und der Gr\u00fcndung des Kunstvereins 1823 stand Druckgrafik, sodass es da auch ganz klare Parallelen gibt. Wir wollten gerade diesen manchmal etwas \u00fcbersehenen Aspekt von Sammlungen in den Fokus stellen.<\/p>\n<p class=\"\">Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/mischa-kreiskott,kreiskott112.html\" title=\"Mischa Kreiskott\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mischa Kreiskott<\/a>.<\/p>\n<p>        Schlagw\u00f6rter zu diesem Artikel<\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/kunst\/museen,museen201.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Museen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Kunsthalle Bremen zeigt Druckgraphik aus Odesa (5 Min) Stand: 13.08.2025 13:48 Uhr Die Bremer Kunsthalle pr\u00e4sentiert in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":342524,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,5561,95851,30,2699,2134,57367,1794,2147,38743,215],"class_list":{"0":"post-342523","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-festival","12":"tag-freden","13":"tag-germany","14":"tag-gespraech","15":"tag-interview","16":"tag-kammermusik","17":"tag-kunst-und-design","18":"tag-museen","19":"tag-musiktage","20":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115023603748503348","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=342523"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342523\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/342524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=342523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=342523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=342523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}