{"id":342606,"date":"2025-08-13T22:16:34","date_gmt":"2025-08-13T22:16:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342606\/"},"modified":"2025-08-13T22:16:34","modified_gmt":"2025-08-13T22:16:34","slug":"wim-wenders-wunderbare-ausstellung-zum-80-geburtstag-film","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/342606\/","title":{"rendered":"Wim Wenders wunderbare Ausstellung zum 80. Geburtstag &#8211; Film"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Wim Wenders in der Bundeskunsthalle in Bonn:   Es geht um den Filmemacher, den Maler, den Zeichner, den Fotografen, seine 3D-Installationen und sechs gro\u00dfe Leinw\u00e4nde.<\/b><\/p>\n<p>Sein sch\u00f6nster Film ist  \u201eDer Himmel \u00fcber <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Berlin\" data-rtr-id=\"d0f8ca37195d12bf55f612c03cb5ae6e0ea21dfa\" data-rtr-score=\"22.283422459893046\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"19\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/berlin?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin<\/a>\u201c (1987). Weltweit ber\u00fchmt wurde er mit \u201e<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Paris\" data-rtr-id=\"d478ed98b98a8afb46c18cee97fb913bc7e45f3e\" data-rtr-score=\"22.0572192513369\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"24\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/paris?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paris<\/a> Texas\u201c, mit dem er 1984 das Festival von Cannes gewann. Seine drei Oscar-Nominierungen bekam er f\u00fcr die Dokus \u201ePina\u201c (2012, in 3D), \u201eDas Salz der Erde\u201c (2015 ) und \u201eBuena Vista Social Club\u201c (2000). Zurzeit dreht er eine 3D-Doku \u00fcber den Architekten Peter Zumthor.<\/p>\n<p> Heute wird Wim Wenders 80 \u2013  und wie beginnt dieser bescheidene Mann, der immer seine Worte sorgsam abw\u00e4gt und so bed\u00e4chtig spricht,  den Audiokommentar zu seiner Ausstellung in der Bundeskunsthalle? \u201eIch wurde am Heiligabend 1944 gezeugt,  und zwar weil meine Mutter sich auf einer wagemutigen Reise aus eigener Initiative befand und sich bis zur <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Eifel\" data-rtr-id=\"3dd7459e4ef17cd833c9b2aab9412f897563e99c\" data-rtr-score=\"6.3497326203208555\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"28\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/eifel?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eifel<\/a> durchschlug, wo mein Vater als Chirurg von fr\u00fch bis sp\u00e4t im Feldlazarett an vorderster Linie arbeitete. Ich wurde im dritten Friedensmonat, am 14. August 1945, in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"D\u00fcsseldorf\" data-rtr-id=\"5e212f4557c84475d0db1cba0a489aff1e052512\" data-rtr-score=\"6.07860962566845\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"10\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/duesseldorf?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">D\u00fcsseldorf<\/a> geboren, am Rhein. Als Nachkriegskind wuchs ich in einem Land auf,  das es nicht mehr gab.  Der Blick aus den Fenstern unserer Kindheitstage ist das erste Kino in unserem Leben. Diese Bilder pr\u00e4gen einen sehr tief.\u201c Wim Wenders hat eine Stimme, die genauso charismatisch ist wie die von Werner Herzog, das ist die erste gro\u00dfe \u00dcberraschung. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6815057_2_articledetail_img_9638.webp.webp\" alt=\"\u201eDer Himmel \u00fcber Berlin\u201c als immersives Erlebnis in seinem Raum mit sechs Leinw\u00e4nden ist der H\u00f6hepunkt der Ausstellung zu Wim We\" title=\"\u201eDer Himmel \u00fcber Berlin\u201c als immersives Erlebnis in seinem Raum mit sechs Leinw\u00e4nden ist der H\u00f6hepunkt der Ausstellung zu Wim We\" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> \u00bbDer Himmel \u00fcber Berlin\u00ab als immersives Erlebnis in seinem Raum mit sechs Leinw\u00e4nden ist der H\u00f6hepunkt der Ausstellung zu Wim Wenders 80. Geburtstag in der Bundeskunsthalle in Bonn.Foto: Andrea Dittgen<\/p>\n<p>Die Malerei war f\u00fcr ihn das Gegenbild zu der Tristesse in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Oberhausen\" data-rtr-id=\"13b9cad2120eea70be3866917fe94e6eccd94780\" data-rtr-score=\"5.387165775401069\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"11\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/oberhausen?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oberhausen<\/a>, wo er aufgewachsen ist. \u201eIch war das einzige Kind, das seine Eltern ins Museum schleppte, nicht umgekehrt.\u201c Als Kind und Jugendlicher hat Wenders gezeichnet und aquarelliert, mit  sechs begann er zu fotografieren, mit zw\u00f6lf drehte er Super-8-Filme.   <\/p>\n<p>Schon nach den ersten drei Minuten der Ausstellung, in denen Wenders erz\u00e4hlt und man vorbeigeht an  dem riesigen Wandbild,  in dem  Bruno Ganz als Engel von der Siegess\u00e4ule auf  Berlin herunterblickt, ist  klar: Hier ist nichts so,  wie es \u00fcblich ist.  Es gab schon Wenders-Ausstellungen  in vielen St\u00e4dten, aber noch nie hat er so viel von sich erz\u00e4hlt, noch nie sah man seine malerischen Anf\u00e4nge, die Kinderzeichnung, auf der ein Ritter mit einem Drachen k\u00e4mpft, seine drei  schwarz-wei\u00dfen Pinselzeichnungen aus den 60er-Jahren, mit einem Tanzpaar, mal voll im Schwung, mal innig ineinander verschlungen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6815058_2_articledetail_img_9592.webp.webp\" alt=\"Tuschezeichnung zweier T\u00e4nzer aus den 60er-Jahren. \" title=\"Tuschezeichnung zweier T\u00e4nzer aus den 60er-Jahren. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Tuschezeichnung zweier T\u00e4nzer aus den 60er-Jahren.Foto: Andrea Dittgen<\/p>\n<p>Collagen aus W\u00f6rtern, die er aus der Zeitung ausgeschnitten und zu T\u00fcrmen geklebt hat, sind dabei, und auch ein erstes Aquarell mit Engelsfl\u00fcgeln. 1966 ging Wenders  nach Paris, um Maler zu werden, und lernte bei dem Grafiker Johnny Friedlaender. Doch bald schon tat er das, was man auch von Volker Schl\u00f6ndorff kennt: Er ging in die  Cin\u00e9math\u00e8que und schaute den ganzen Tag lang Filme, 1000 im Jahr. Das war seine Schule des Sehens, bevor er 1967 zum ersten Jahrgang der neuen M\u00fcnchner Hochschule f\u00fcr  Film und Fernsehen geh\u00f6rte, und entt\u00e4uscht war, weil es nichts zur Filmgeschichte gab, keine Regievorbereitungen, keine Schauspielerf\u00fchrung oder etwas  zur Filmsprache \u2013 und nur eine einzige Filmkamera f\u00fcr alle 20 Studenten.  Zum Gl\u00fcck hatte Musikfan Wenders vorher schon sein Saxofon gegen eine Filmkamera, eine Bolex, getauscht. \u201eWir haben uns fast alles gegenseitig beigebracht\u201c, sagt er r\u00fcckblickend.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich werden Ausschnitte aus einen Filmen an die W\u00e4nde projiziert, man sieht Fotos von Dreharbeiten, auch Drehb\u00fccher und wie er sie bearbeitet hat, alles sorgsam in Kapitel  eingeteilt wie Anf\u00e4nge, Vorbilder, Aufbruch, Literatur, Kunst, Musik, 3D-Technik, Amerika, Japan und Archiv. Das  Spannendste aber  sind die Dinge, die man nur selten sieht, Werke f\u00fcr  Kunstgalerien wie seine Monumentalfotos von amerikanischen Landschaften und St\u00e4dten und   seine  3D-Installationen (\u201eTwo or Three Things I Know about Edward Hopper\u201c, 2020 und \u201ePr\u00e9sence\u201c \u00fcber die K\u00fcnstler Claudine Drai, 2022). <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6815059_2_articledetail_img_9559.webp.webp\" alt=\"Monumentalfoto: Beetle Cemetary in Coober Party, Australia, im Original 1,78 mal 4,47 Meter. \" title=\"Monumentalfoto: Beetle Cemetary in Coober Party, Australia, im Original 1,78 mal 4,47 Meter. \" width=\"753\" height=\"502\" class=\"nfy-mobile-first\"\/> Monumentalfoto: Beetle Cemetary in Coober Party, Australia, im Original 1,78 mal 4,47 Meter.Foto: Andrea Dittgen<\/p>\n<p>Und dann hat er, mit 79,  mal wieder etwas total Neues gemacht:  einen immersiven Raum. Auf acht Meter hohen W\u00e4nden mit sechs gro\u00dfen Fl\u00e4chen \u2013 man muss sich  auf den Boden legen f\u00fcr den Rundumblick \u2013  gibt es vier Arbeiten:    Die mit dem \u201eHimmel \u00fcber Berlin\u201c enth\u00e4lt unver\u00f6ffentlichte Szenen des Nick-Cave-Konzerts, das im Film drin ist. Die  Traumsequenzen aus \u201eBis ans Ende der Welt\u201c sind aneinandergereiht, es gibt Szenen aus \u201eParis Texas\u201c und eine Kompilation aus 21 Filmen zum Thema \u201eOn the  Road Again\u201c, denn Wenders versteht sich in erster Linie nicht als Filmemacher, sondern als \u201eReisender, der sucht und findet\u201c, wie man in dem wunderbaren Audioguide (124 Minuten) h\u00f6rt, der den Katalog ersetzt, und den man unbedingt als Audiobuch herausbringen sollte. <\/p>\n<p>Die Ausstellung<\/p>\n<p class=\"rhp-closing-credits\">W.I.M. Die Kunst des Sehens, eine Wim Wenders Ausstellung, Bundeskunsthalle Bonn, bis 11. Januar 2026. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wim Wenders in der Bundeskunsthalle in Bonn: Es geht um den Filmemacher, den Maler, den Zeichner, den Fotografen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":342607,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1842],"tags":[296,1741,88971,20934,3364,29,3405,1418,30,5527,80,1209,3728,319,95867,5206,31340],"class_list":{"0":"post-342606","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bonn","8":"tag-berlin","9":"tag-bonn","10":"tag-bundeskunsthalle","11":"tag-cannes","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-duesseldorf","15":"tag-eifel","16":"tag-germany","17":"tag-heiligabend","18":"tag-kultur","19":"tag-nordrhein-westfalen","20":"tag-oberhausen","21":"tag-paris","22":"tag-peter-zumthor","23":"tag-rhein","24":"tag-wim-wenders"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115023772784359204","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342606","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=342606"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342606\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/342607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=342606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=342606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=342606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}