{"id":343028,"date":"2025-08-14T02:08:19","date_gmt":"2025-08-14T02:08:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343028\/"},"modified":"2025-08-14T02:08:19","modified_gmt":"2025-08-14T02:08:19","slug":"kein-land-tut-mehr-fuer-die-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343028\/","title":{"rendered":"Kein Land tut mehr f\u00fcr die Ukraine"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Am Freitag wollen Trump und Putin \u00fcber das Schicksal der Ukraine verhandeln. Europ\u00e4er f\u00fcrchten einen Diktatfrieden. Doch tun sie selbst wirklich genug?<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Er verspricht, sie liefert: D\u00e4nemark nimmt unter Mette Frederiksen (rechts) eine herausragende Rolle bei der Ukraine-Hilfe ein. Deutschland ist auf Rang 14.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4394\" height=\"2931\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ddacd0af-a942-45c8-950e-a66cfc7549a0.jpg\" loading=\"eager\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Er verspricht, sie liefert: D\u00e4nemark nimmt unter Mette Frederiksen (rechts) eine herausragende Rolle bei der Ukraine-Hilfe ein. Deutschland ist auf Rang 14. <\/p>\n<p>Omer Messinger \/ Getty<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j21os4951\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Wenn es um Worte geht, sind die Staatschefs der grossen europ\u00e4ischen L\u00e4nder stets vorne mit dabei. Nur mit Druck auf Russland und einer substanziellen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine k\u00f6nne der Krieg beendet werden, schrieben Emmanuel Macron, Keir Starmer, Friedrich Merz, Giorgia Meloni und Donald Tusk in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung, nachdem Donald Trump angek\u00fcndigt hatte, Putin in Alaska zu bilateralen Gespr\u00e4chen zu treffen. Doch ausgerechnet an dieser substanziellen Unterst\u00fctzung der Grossen hapert es.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Das hat mehrere Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p>Der politische Wille<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2c3t5r80\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Kopenhagen hat erkannt: Kleine L\u00e4nder k\u00f6nnen nur \u00fcberleben, wenn die Welt nach bestimmten Regeln und nicht nach dem Recht des St\u00e4rkeren funktioniert. Russland bedroht diese regelbasierte Ordnung \u2013 und es d\u00fcrfte so schnell nicht damit aufh\u00f6ren. Schon gar nicht, wenn der Kreml Erfolg hat. D\u00e4nemark sieht durch den russischen Angriff die eigene Sicherheit und Demokratie in Gefahr, den Freiheitskampf der Ukraine betrachtet es daher auch als seinen eigenen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2cn155h0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Russland f\u00fchrt schon heute einen Schattenkrieg gegen den Westen. Die Gefahr von Sabotageakten wird in den n\u00e4chsten Jahren weiter zunehmen, davor warnt der d\u00e4nische Verteidigungsnachrichtendienst. Je nach Kriegsverlauf in der Ukraine k\u00f6nne Russland in zwei bis f\u00fcnf Jahren auch genug milit\u00e4rische St\u00e4rke aufgebaut haben, um die Nato glaubw\u00fcrdig zu bedrohen, heisst es im letzten <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.fe-ddis.dk\/globalassets\/fe\/dokumenter\/2024\/intelligenceoutlook.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Jahresbericht<\/a>. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass D\u00e4nemark das erste Ziel einer milit\u00e4rischen Aggression w\u00e4re. Wenn sich der Krieg jedoch ausweitet, wird das alle europ\u00e4ischen L\u00e4nder treffen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2cohorn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Seit Russlands brutaler Invasion hat sich die d\u00e4nische Ministerpr\u00e4sidentin Mette Frederiksen als eine der lautesten Unterst\u00fctzerinnen der Ukraine hervorgetan. Zugleich betont sie immer wieder, dass Worte allein keinen Frieden br\u00e4chten. Die Freiheit kostet. Und weil D\u00e4nemark im Zweifelsfall nicht allein dastehen m\u00f6chte, ist es bereit, f\u00fcr die Ukraine mit gutem Beispiel voranzugehen. Die D\u00e4ninnen und D\u00e4nen tragen die Politik der Regierung mit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"D\u00e4nemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen nimmt an einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Rustem Umerow teil. Der Besuch in Kiew findet am dritten Jahrestag (Montag, 24. Februar 2025) des russischen Einmarsches in die Ukraine statt.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"8640\" height=\"5278\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    D\u00e4nemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen nimmt an einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Rustem Umerow teil. Der Besuch in Kiew findet am dritten Jahrestag (Montag, 24. Februar 2025) des russischen Einmarsches in die Ukraine statt. <\/p>\n<p>Bo Amstrup \/ Imago<\/p>\n<p> Die n\u00f6tigen Mittel<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2eljad60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">D\u00e4nemark kann helfen, weil es die Mittel dazu hat. Wirtschaftlich steht das Land besser da als seine nordischen Nachbarn. Das Bruttoinlandprodukt w\u00e4chst st\u00e4rker als im Durchschnitt der EU, und die Besch\u00e4ftigung ist stabil. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine gab D\u00e4nemark etwa <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/um.dk\/en\/foreign-policy\/danish-support-for-ukraine\" rel=\"nofollow noopener\">9 Milliarden Euro f\u00fcr milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung<\/a> und etwa 867 Millionen Euro f\u00fcr zivile Hilfe aus.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2evo2k71\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Bei der Unterst\u00fctzung der Ukraine kommt es jedoch nicht allein auf die wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten an. Entscheidend sind vor allem die milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten. Zu Beginn des Krieges sagte die d\u00e4nische Regierung zu, die H\u00e4lfte ihrer schweren Waffen in die Ukraine zu liefern. D\u00e4nemark spendete sogar seine gesamte Artillerie \u2013 bestehend aus 18 Caesar-Haubitzen \u2013 an Kiew. Bei den eigenen Streitkr\u00e4ften f\u00fchrte das zu Engp\u00e4ssen. Die leere Armeekasse sorgte international f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/daenemarks-armee-in-der-krise-einsparungen-gefaehrenden-bereitschaft-ld.1840335\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlagzeilen<\/a>. Das Geld reichte im letzten Sommer nicht einmal mehr f\u00fcr gen\u00fcgend Schreibbl\u00f6cke und Putzmittel.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2f2ok7d0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das ist auf die Vers\u00e4umnisse der letzten Jahrzehnte zur\u00fcckzuf\u00fchren. Wie viele seiner europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten hat auch D\u00e4nemark erst nach Donald Trumps zweitem Einzug in das Weisse Haus ernsthaft damit begonnen aufzur\u00fcsten. Ein \u00abBeschleunigungsfonds\u00bb soll es nun richten. Zus\u00e4tzlich zum ordentlichen Verteidigungshaushalt werden 50 Milliarden d\u00e4nische Kronen (6,7 Milliarden Euro) bereitgestellt. Damit gibt D\u00e4nemark in diesem Jahr \u00fcber 3 Prozent des BIP f\u00fcr die Verteidigung aus. Das Geld aus dem neuen Fonds soll vor allem f\u00fcr die eigene Verteidigung genutzt werden. Die d\u00e4nische Regierung kann damit aber auch Waffen f\u00fcr die Ukraine finanzieren.<\/p>\n<p>Innovative Ideen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2euioa71\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die europ\u00e4ischen Vorr\u00e4te sind knapp, die R\u00fcstungsfirmen \u00fcberlastet. D\u00e4nemark hat einen Weg gefunden, beide Probleme zu umgehen. Das sogenannte d\u00e4nische Modell sieht vor, dass Waffen und Ausr\u00fcstung direkt bei ukrainischen Produzenten gekauft werden. Diese liefern das Material ohne Umwege an die Front. Das ist nicht nur schneller und g\u00fcnstiger, sondern hat auch den Vorteil, dass die Ukraine selbst Ersatzteile herstellen kann.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2f0v3ed0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">L\u00e4nder wie Schweden, Norwegen, Island und Kanada beteiligen sich bereits finanziell am d\u00e4nischen Modell. Ein grosser Teil der finanziellen Mittel stammt aus aufgelaufenen Zinsen auf eingefrorene russische Verm\u00f6genswerte. Kopenhagen rechnet damit, dass im Jahr 2025 mindestens 1,2 Milliarden Euro f\u00fcr die ukrainische R\u00fcstungsindustrie bereitstehen werden \u2013 also bereits doppelt so viel wie letztes Jahr.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2eo42qa0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Im Juli unterzeichneten Kopenhagen und Kiew zudem ein Abkommen, das es ukrainischen R\u00fcstungsunternehmen erm\u00f6glicht, Produktionsst\u00e4tten in D\u00e4nemark zu er\u00f6ffnen. Auch hier nehmen die D\u00e4nen eine Pionierrolle ein. Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodimir Selenski hofft, dass andere L\u00e4nder nachziehen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Freitag wollen Trump und Putin \u00fcber das Schicksal der Ukraine verhandeln. Europ\u00e4er f\u00fcrchten einen Diktatfrieden. 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