{"id":343030,"date":"2025-08-14T02:09:10","date_gmt":"2025-08-14T02:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343030\/"},"modified":"2025-08-14T02:09:10","modified_gmt":"2025-08-14T02:09:10","slug":"als-kolumbianischer-soeldner-im-ukraine-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343030\/","title":{"rendered":"Als kolumbianischer S\u00f6ldner im Ukraine-Krieg"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 14.08.2025 01:23 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der Krieg in der Ukraine zieht S\u00f6ldner aus aller Welt an &#8211; auch aus Kolumbien. Doch viele wissen nicht, in welche Art von Krieg sie sich begeben. Davon aber zu berichten, ist gef\u00e4hrlich. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/marie-kristin-boese-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Marie-Kristin Boese\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/marie-kristin-boese-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs sind Bilder von der Front in der Ukraine, die Jaycob auf seinem TikTok-Kanal postet. Mal steht er in voller Kampfmontur im Sch\u00fctzengraben, im Hintergrund h\u00f6rt man Gefechte. Oder er posiert schwer bewaffnet vor der Kamera.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJaycob ist Kolumbianer, einer von vermutlich Hunderten, die in den Ukraine-Krieg gezogen sind &#8211; tausende Kilometer entfernt von seiner Heimat. Das Gehalt habe ihn gelockt, erz\u00e4hlt er. 3.000 US-Dollar monatlich zahle die Ukraine. Als Soldat in Kolumbien verdiene man trotz des Risikos nur etwa 400 Dollar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr habe endlich sorgenfrei leben wollen &#8211; doch l\u00e4nger als sechs Monate hielt Jaycob es in der Ukraine nicht aus. Der Krieg, erz\u00e4hlt er im Videointerview, sei extrem brutal. &#8222;Wenn die Ukraine sechs Drohnen schickt, antwortet Russland mit 150 Drohnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWo Jaycob sich Kolumbien aufh\u00e4lt, will er nicht verraten. Der Ex-Soldat h\u00e4lt sich aus Angst versteckt. Er habe Drohungen bekommen, weil er von der Realit\u00e4t des Kriegs erz\u00e4hle und Mittelsm\u00e4nnern in seinem Land das Gesch\u00e4ft mit den kolumbianischen S\u00f6ldnern verderbe.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Jacob beh\u00e4lt seinen Aufenthaltsort lieber f\u00fcr sich. Kritische Berichte \u00fcber den Krieg in der Ukraine st\u00f6ren die Gesch\u00e4fte derer, die S\u00f6ldner vermitteln.\n                    <\/p>\n<p>    Kampferfahren durch den Guerillakrieg<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich sind S\u00f6ldner aus dem s\u00fcdamerikanischen Land in vielen Konflikten weltweit vertreten. Aktuell k\u00e4mpfen Kolumbianer im B\u00fcrgerkrieg im Sudan. Auch mexikanische Kartelle nutzen sie als milit\u00e4rische Dienstleister, die paramilit\u00e4rische Einheiten in Taktik, milit\u00e4rischer F\u00fchrung und Waffengebrauch schulen. In der Vergangenheit k\u00e4mpften die S\u00f6ldner in Afghanistan und Irak. Und jetzt zu hunderten in der Ukraine.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele sind Ex-Soldaten, die aus dem jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt in ihrer Heimat Erfahrung mitbringen. Linke Guerillas k\u00e4mpfen in einigen Regionen Kolumbiens gegen rechte Paramilit\u00e4rs und das Milit\u00e4r. Auch Jaycob k\u00e4mpfte als Soldat in seiner Heimat gegen Guerillas und Drogenkartelle.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Ukraine umwirbt M\u00e4nner wie ihn, nennt sie &#8222;Freiwillige&#8220;, nicht S\u00f6ldner. Die Bewerbung bei der Fremdenlegion der Ukraine wirkt denkbar einfach. Man d\u00fcrfe keine Vorstrafen haben, keine chronischen Krankheiten und brauche relevante Erfahrung. Dann werde man als internationaler Legion\u00e4r Teil der Streitkr\u00e4fte der Ukraine.<\/p>\n<p>    Angriffe auch auf die Retter<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJaycob berichtet, er sei an der Front und als Sanit\u00e4ter eingesetzt worden. Doch der Konflikt in Kolumbien sei harmlos im Vergleich zum Ukraine-Krieg. Er habe viele Kameraden sterben sehen. &#8222;Man k\u00e4mpft gegen eine Weltmacht&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch ein anderer R\u00fcckkehrer, der anonym bleiben will, erz\u00e4hlt, dass er in einigen Eins\u00e4tzen nur mit M\u00fche \u00fcberlebt habe. Am Boden bewege man sich auf vermintem Gel\u00e4nde, in der Luft kreisten Drohnen. Falle ein Soldat, lasse Russland eine Drohne in seiner N\u00e4he. Falls Kameraden kommen, um den Leichnam zu bergen, w\u00fcrden auch sie angegriffen. Es sei ein Szenario wie in einem Kriegsfilm aus Hollywood, sagt der Mann.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKolumbiens linksgerichteter Pr\u00e4sident Petro ist wenig begeistert, dass Landsleute in Kriege im Ausland ziehen. Petro sieht das S\u00f6ldnertum als eine Art Menschenhandel und will ein Gesetz verabschieden, das das S\u00f6ldnertum verbieten soll.<\/p>\n<p>    Auf dem Heimflug verhaftet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Problem sei, sagt Cielo Paz, dass Soldaten in Kolumbien einfach zu wenig verdienen. Cielo sitzt in ihrem sp\u00e4rlich eingerichteten Wohnzimmer im Armenviertel von Popay\u00e1n, einer Stadt drei Stunden s\u00fcdlich von Cali. An der Wand h\u00e4ngt ein Foto von ihr und ihrem Mann, Jos\u00e9 Medina. Die Familie hat ein Haus gebaut und Schulden bei der Bank. Das Gehalt das Jos\u00e9 als Sicherheitsmann verdiente, reichte nicht, um sie zu tilgen. Davor arbeitete auch er als Soldat in Kolumbien f\u00fcr etwa\u00a0350 US-Dollar im Monat.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon einem Freund habe Jos\u00e9 von dem Einsatz in der Ukraine geh\u00f6rt, erz\u00e4hlt Cielo. Die Entscheidung, dass Jos\u00e9 in den Krieg tausende Kilometer entfernt ziehen soll, bereuten sie heute. Sie h\u00e4tten nicht gewusst, auf was sie sich einlassen, sagt Cielo.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJos\u00e9 habe von Toten erz\u00e4hlt, von Drohnen und Artillerie, und dass der Krieg ganz anders sei als der Konflikt in Kolumbien. Auch Jos\u00e9 wollte schnell wieder nach Hause, war bereits auf dem R\u00fcckweg, als er bei einer Zwischenlandung in Venezuela festgenommen wurde. Venezuelas autorit\u00e4rer Machthaber Nicolas Maduro und Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin sind Verb\u00fcndete, und Venezuela \u00fcbergab den Kolumbianer den Russen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf dem russischen Propagandasender &#8222;Russia Today&#8220; kursieren Bilder von Jos\u00e9 Medina in Handschellen. Wann Celia Paz ihren Mann wiedersieht, wei\u00df sie nicht. Wird Medina als S\u00f6ldner angeklagt, droht ihm eine hohe Haftstrafe. &#8222;Sie haben uns alle mit eingesperrt, meine Familie, meine Kinder&#8220;, sagt sie. &#8222;Wir finden keinen Frieden. Es ist extrem hart.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Cielo Paz&#8216; Mann ist nun in russischer Haft &#8211; wann er freikommt, ist ungewiss.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Kolumbianer sind h\u00e4ufig Kanonenfutter&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVor kurzem demonstrierten Angeh\u00f6rige der S\u00f6ldner in Kolumbiens Hauptstadt Bogota, um auf die Missst\u00e4nde aufmerksam zu machen. Die Informationen \u00fcber das Schicksal der K\u00e4mpfer und Gefallenen sind sp\u00e4rlich. Die R\u00fcckf\u00fchrung Gefallener in die Heimat gestaltet sich schwierig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJaycob, der R\u00fcckkehrer, r\u00e4t anderen Landsleuten davon ab, in die Ukraine zu gehen. Sie sollten sich nicht von wirtschaftlichen Versprechen locken lassen. Kolumbianer, sagt er, seien h\u00e4ufig Kanonenfutter, und das S\u00f6ldnertum sei f\u00fcr die Mittelsm\u00e4nner nicht mehr als ein Gesch\u00e4ft mit Menschen und mit dem Tod.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 14.08.2025 01:23 Uhr Der Krieg in der Ukraine zieht S\u00f6ldner aus aller Welt an &#8211; auch aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343031,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,47040,14,15,307,12,317,1700],"class_list":{"0":"post-343030","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-kolumbien","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-russland","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-ukraine","17":"tag-venezuela"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115024688988986747","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343030\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}