{"id":343069,"date":"2025-08-14T02:34:16","date_gmt":"2025-08-14T02:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343069\/"},"modified":"2025-08-14T02:34:16","modified_gmt":"2025-08-14T02:34:16","slug":"angeklagte-gehorchte-stimme-im-kopf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343069\/","title":{"rendered":"Angeklagte gehorchte Stimme im Kopf"},"content":{"rendered":"<p>Was genau im Kopf der Angeklagten vorging, als sie an Heiligabend 2024 in der <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/psychiatrie-q7867\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Psychiatrie<\/a> des Klinikums Bremen-Ost ihre Zimmermitbewohnerin umbrachte, k\u00f6nne man nat\u00fcrlich nicht sagen, betont die medizinische Sachverst\u00e4ndige am Mittwoch im Gerichtssaal. Aber Diagnosen zum Krankheitsbild der 42-J\u00e4hrigen erstellen, das k\u00f6nne man nat\u00fcrlich schon. In diesem Fall sogar gleich zwei: Die Frau leide zum einen unter einer Borderline-Erkrankung, zum anderen unter einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung. Und in noch einer Sache legt sich die Psychologin fest: Bei der psychischen Erkrankung handele es um ein &#8222;anhaltendes St\u00f6rungsbild&#8220;. Dann folgt der Satz, der entscheidend sein d\u00fcrfte f\u00fcr das Urteil in diesem Prozess: \u00c4hnliche Straftaten seien mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wieder zu erwarten.<\/p>\n<p>Am 24. Dezember hatte die Angeklagte im <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/klinikum-bremen-ost-q1774599\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klinikum Bremen-Ost<\/a> eine 62-J\u00e4hrige get\u00f6tet, mit der sie ein Zimmer teilte. Zun\u00e4chst, indem sie versuchte, sie mit einem Kissen zu ersticken. Dann, als dies an der Gegenwehr des Opfers scheiterte, indem sie sie erw\u00fcrgte.<\/p>\n<p>Seit Mitte Juni steht die 42-J\u00e4hrige vor Gericht, in dieser Woche k\u00f6nnte der Prozess enden. Aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer Unterbringung in der forensischen Psychiatrie. Schon die Anklage ging davon aus, dass die wegen Totschlags angeklagte Frau im Zustand erheblich verminderter Schuldf\u00e4higkeit handelte und zur Tatzeit unter einer akuten psychotischen St\u00f6rung litt.<\/p>\n<p>Unkontrollierbarer Hass<\/p>\n<p>Das psychologische Gutachten \u00fcber die Frau best\u00e4tige dies. Darin wird sie als &#8222;emotional instabil&#8220; beschrieben. Es gebe zwar auch stabile Phasen. Dann aber wieder Momente h\u00f6chster affektiver Anspannung, in denen die Angeklagte Wut und Hass nicht kontrollieren k\u00f6nne. Und es sei schwer f\u00fcr sie, aus diesem Zustand wieder herauszufinden. Dies gel\u00e4nge, indem sie sich selbst &#8222;wirklich heftige Schmerzen&#8220; zuf\u00fcge. Oder, wie in diesem Fall, die Aggressivit\u00e4t gegen andere richte.<\/p>\n<p>Als Begleitsymptom k\u00f6nnten w\u00e4hrend dieser Phasen paranoide Gedanken auftreten. So habe die Angeklagte unmittelbar nach der Tat erz\u00e4hlt, dass die Stimme ihrer verstorbenen Mutter ihr befohlen habe, die Tat zu begehen. Was die 42-J\u00e4hrige allerdings sp\u00e4ter, als sie sich wieder beruhigt hatte, als L\u00fcge bezeichnet habe. <\/p>\n<p>Die Tat vom 24. Dezember bezeichnete die Sachverst\u00e4ndige als Endpunkt einer emotionalen Anspannung, die sich wahrscheinlich aufgrund kleinerer Unstimmigkeiten mit ihrer Mitbewohnerin \u00fcber mehrere Tage hinweg entwickelt hatte. Von au\u00dfen seien dieses Hochfahren, die Impulsivit\u00e4t und der Hass schwer zu erkennen. Dazu passe auch, dass sie sich \u2013 obschon innerlich immer noch hochgradig erregt \u2013 nach der Tat v\u00f6llig ruhig an die Stationsschwester wandte und dann erst mal eine Zigarette rauchen gegangen sei.<\/p>\n<p>Tat bei der Polizei angek\u00fcndigt<\/p>\n<p>Zum Krankheitsbild der Angeklagten beigetragen habe auch die st\u00e4ndige Erfahrung an, dass man ihr nicht glaube und sie nicht ernst nehme. Besonders fatal in diesem Fall: Die 42-J\u00e4hrige hatte in der Klinik angek\u00fcndigt, jemanden umbringen zu wollen \u2013 &#8222;ich sp\u00fcre diesen Drang in mir&#8220; \u2013 und deshalb sogar die Polizei angerufen. Und wieder sei ihr nicht geglaubt worden, konstatiert die Sachverst\u00e4ndige. Auch das habe zu ihrem Spannungszustand gef\u00fchrt, der sich schlie\u00dflich in der T\u00f6tung ihrer Mitbewohnerin entlud.<\/p>\n<p>Der Prozess wird am 14. August fortgesetzt.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc81xhkje6f85lgh2q2nb\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was genau im Kopf der Angeklagten vorging, als sie an Heiligabend 2024 in der Psychiatrie des Klinikums Bremen-Ost&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343070,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-343069","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115024787258164982","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343069"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343069\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343070"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}