{"id":343175,"date":"2025-08-14T03:30:11","date_gmt":"2025-08-14T03:30:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343175\/"},"modified":"2025-08-14T03:30:11","modified_gmt":"2025-08-14T03:30:11","slug":"exkursion-nach-wuppertal-offenbart-parallelen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343175\/","title":{"rendered":"Exkursion nach Wuppertal offenbart Parallelen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Dass es zwischen einer Kleinstadt wie dem neuen \u201eLuftkurort\u201c Wassenberg im flachen deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenzland und der bergischen Industriemetropole <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wuppertal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wuppertal<\/a> etliche Verbindungslinien gibt, mag Au\u00dfenstehende erstaunen. Einer Exkursion des Heimatvereins Wassenberg mit rund 40 Teilnehmenden nach Wuppertal gelang es jetzt, diese Verbindungen anschaulich machen. Zwei Stichworte kennzeichnen sie vor allem: die mit der Elberfelder Firma Frowein verbundene Weberei\/Textilindustrie-Geschichte Wassenbergs und in j\u00fcngster Zeit die Skulptur des Wuppertaler Bildhauers Tony Cragg in der Gartenachse. Aber auch der Elberfelder Orgelbauer Teschemacher (1711\u20131782) hinterlie\u00df Spuren: Von ihm stammt die Orgel in der Wassenberger Evangelischen Hofkirche.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon bei der Hinfahrt informierten Heimatvereins-Vorsitzender Walter Bienen und Gunther Stoldt ausf\u00fchrlich \u00fcber die Frowein-Zeit (ab 1932) in Wassenberg, mit 290 Webst\u00fchlen 1939 und 1988 immer noch 150 Besch\u00e4ftigten, sowie die Geschichte der aus vielen Orten 1929 entstandenen Stadt Wuppertal mit ihren beiden Zentren Elberfeld und Barmen. Bienen, dessen Eltern selbst bei Frowein besch\u00e4ftigt waren, nahm die Gruppe mit auf einen Ritt durch die Weberei-Geschichte Wassenbergs mit ihrem zweiten Exponenten, der Krefelder Firma Krahnen &amp; Gobbers, und etlichen kleineren Betrieben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Heute kn\u00fcpfe einzig die Sch\u00e4rerei Heinrich Essers noch an diese Tradition an. Sp\u00e4ter sah die Gruppe in Wuppertal unter anderem die markante Frowein-Villa, heutige Musikschule, und das Glanzstoff-Hochhaus (eine \u201eGlanzstoff\u201c-Niederlassung hatte Oberbruch), h\u00f6chstes Haus der Stadt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine F\u00fclle von Infos dann beim ausgedehnten Rundgang durch das Elberfelder Stadtzentrum, dem nat\u00fcrlich auch eine Fahrt mit der Schwebebahn vorangegangen war. All das kann hier nur mit einigen Akzenten wiedergegeben werden. Stadtplaner Stoldt und ein Kollege lie\u00dfen die Wassenberger daran teilhaben, wie sich das Zentrum ab Hauptbahnhof rund um die Stra\u00dfe D\u00f6ppersberg in den vergangenen zwei Jahrzehnten, nach tiefgreifender Umgestaltung des Verkehrsknotenpunktes, gleichsam neu erfunden hat. Und die nachhaltige und energieeffiziente Umgestaltung der Innenstadt werde weitergef\u00fchrt im Entwicklungsplan \u201eElberfeld 2030\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass durch die Erschlie\u00dfung des Zentrums f\u00fcr Fernw\u00e4rme pl\u00f6tzlich wohl auch die Mittelalter-Geschichte Elberfelds ab der Frankenzeit, etwa die Lage von Burg und Siedlung Elberfeld, korrigiert werden muss, erfahren wir im Planungsb\u00fcro. Die Arch\u00e4ologen kann man bei der Arbeit an alten Fundamenten mitten in der City beobachten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Leider blieb f\u00fcr den zweiten H\u00f6hepunkt der Exkursion am Nachmittag etwas weniger Zeit, als sich Kunstfreunde wohl gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Kondition war gefragt beim Aufstieg \u00fcber den schon mit einigen Kunstwerken von Tony Cragg (76) flankierten Serpentinenweg zum Skulpturenpark Waldfrieden \u00fcber dem Tal der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wupper\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wupper<\/a> zwischen Elberfeld und Barmen. Der zur Weltspitze seiner Zunft z\u00e4hlende britisch-deutsche Bildhauer und Sch\u00f6pfer der seit 2020 in der Wassenberger Gartenachse stehenden Skulptur \u201eWild Relatives, 2013\u201c lebt seit 1977 in Wuppertal. 2006 hatte Cragg das geschichtstr\u00e4chtige, aber schon l\u00e4nger verwaiste fr\u00fchere Anwesen des Wuppertaler Lackfabrikanten Kurt Herberts (1901\u20131989) mit dessen denkmalgesch\u00fctzter, nur aus geschwungenen Formen bestehenden Villa (Architekt: Franz Krause) erworben mit der Absicht, Plastiken von sich und anderen K\u00fcnstlern in enger Verbindung zur Natur erlebbar zu machen. 2008, so erfahren wir bei der F\u00fchrung, wurde der heute knapp 15 Hektar umfassende Skulpturenpark in Tr\u00e4gerschaft der Cragg-Stiftung er\u00f6ffnet. Insgesamt rund 40 Werke von Cragg und namhaften Kollegen \u2013 von Henry Moore bis <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/markus-luepertz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Markus L\u00fcpertz<\/a> \u2013 sind derzeit dort zu sehen. Drei Pavillons sind Wechselausstellungen und Sonderveranstaltungen vorbehalten. Die Wassenberg Gruppe h\u00f6rt auch die hochinteressante Geschichte des kunstsinnigen Vorbesitzers Kurt Herberts, der den von den Nazis als \u201eundeutsch\u201c verfemten K\u00fcnstlern Willi Baumeister und Oskar Schlemmer unter trickreichen Vorw\u00e4nden k\u00fcnstlerischen Unterschlupf bot.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nat\u00fcrlich stehen f\u00fcr die Wassenberger Gruppe Craggs Arbeiten im Vordergrund. Auffallender Blickfang auf einer Lichtung im Wald sind drei miteinander kommunizierende monumentale Bronzes\u00e4ulen (2007), die wie in die H\u00f6he z\u00fcngelnde Schlangen heftig bewegt erscheinen. Und die \u2013 wie so oft bei Cragg \u2013 bei l\u00e4ngerer Betrachtung und Umrundung von verschiedenen Seiten aus pl\u00f6tzliche Assoziationen an menschliche Gesichtsprofile wecken. Je nach Blickwinkel: \u201ePoints of View\u201c lautet denn auch der Titel. Eine Cragg-Zeichnung in der Brosch\u00fcre zum Park zeigt dieses Prinzip geschichteter Kopfprofile ganz deutlich \u2013 eine Idee, die einer Reihe von Skulpturen des vielfach ausgezeichneten K\u00fcnstlers und fr\u00fcheren Rektors der Kunstakademie D\u00fcsseldorf zugrunde liegt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u00dcbrigens auch der Wassenberger Plastik, die zu einer Skulpturen-Serie mit dem Titel \u201eWilde Relatives\u201c (Wilde Verwandte) geh\u00f6rt. Eine Variation davon sieht man unterhalb des Park-Caf\u00e9s, in dem wir einkehren \u2013 zum Abschluss eines eindrucksvollen Tages.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass es zwischen einer Kleinstadt wie dem neuen \u201eLuftkurort\u201c Wassenberg im flachen deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenzland und der bergischen Industriemetropole&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343176,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,16373,8917,96001,30,2989,96002,31391,1209,11838,31185,42610,40241,96000,23428,4418],"class_list":{"0":"post-343175","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-elberfeld","11":"tag-exkursion","12":"tag-frowein","13":"tag-germany","14":"tag-geschichte","15":"tag-geschichteter","16":"tag-heimatverein","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-skulptur","19":"tag-skulpturenpark","20":"tag-tony-cragg","21":"tag-wassenberg","22":"tag-wassenberger","23":"tag-wupper","24":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115025007401076581","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343175"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343175\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}