{"id":34327,"date":"2025-04-15T16:45:08","date_gmt":"2025-04-15T16:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/34327\/"},"modified":"2025-04-15T16:45:08","modified_gmt":"2025-04-15T16:45:08","slug":"eu-kommission-laesst-neuartigen-alzheimer-wirkstoff-lecanemab-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/34327\/","title":{"rendered":"EU-Kommission l\u00e4sst neuartigen Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab zu"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 15.04.2025 17:19 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Anders als bisherige Therapien soll der Wirkstoff Lecanemab die Alzheimer-Krankheit verlangsamen. Als erstes Medikament dieser Art erhielt es nun die Zulassung der EU. Infrage kommt es allerdings nur f\u00fcr wenige Patienten.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Europ\u00e4ische Kommission hat erstmals eine Alzheimer-Therapie zugelassen, die auf zugrundeliegende Krankheitsprozesse abzielt. Der Antik\u00f6rper Lecanemab sei f\u00fcr eine Behandlung im fr\u00fchen Stadium gedacht und damit das erste Medikament dieser Art, das in der EU zugelassen werde, teilte die Kommission mit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Medikament, das in einigen Monaten verf\u00fcgbar sein k\u00f6nnte, soll die Krankheit ein wenig verlangsamen. Die Zulassung unterliegt laut EU-Kommission strengen Auflagen. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen des Arzneimittels bei einer bestimmten Gruppe von Patienten und unter bestimmten Voraussetzung die Risiken \u00fcberwiege. Die Kommission folgte mit der Zulassung der Empfehlung der Europ\u00e4ischen Arzneimittel-Agentur (EMA).<\/p>\n<p>    Lecanemab soll Krankheitsverlauf verlangsamen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBisherige Alzheimer-Therapien behandeln nur Symptome der Krankheit, nicht urs\u00e4chliche Prozesse im Gehirn. Das ist bei Lecanemab anders: Der Antik\u00f6rper richtet sich gegen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und soll dadurch den Verlauf der Krankheit in einem fr\u00fchen Stadium verlangsamen. Um Heilung oder Verbesserung geht es allerdings auch bei diesem Wirkstoff nicht &#8211; ein solches Mittel ist weiterhin nicht in Sicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHauptma\u00dfstab f\u00fcr die Wirksamkeit der Therapie war die Ver\u00e4nderung der kognitiven und funktionellen Symptome nach 18 Monaten, die anhand einer von 0 bis 18 reichenden Demenzbewertungsskala gemessen wurde, wie es von der EMA hie\u00df. Mit Lecanemab behandelte Patienten wiesen im Mittel einen etwas geringeren Anstieg des Wertes auf (1,22 gegen\u00fcber 1,75).<\/p>\n<p>    Erst in einigen Monaten einsatzbereit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFraglich ist Experten zufolge, wie alltagsrelevant diese leichte Verz\u00f6gerung ist. &#8222;Sobald das Vollbild einer Alzheimer-Erkrankung vorliegt, sind die statistisch beschriebenen Effekte f\u00fcr den Patienten und sein Umfeld zumeist nicht mehr wahrnehmbar&#8220;, sagte Walter Schulz-Schaeffer vom Universit\u00e4tsklinikum des Saarlandes in Homburg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten zufolge wird es noch einige Monate dauern, bis das Mittel wirklich eingesetzt werden kann &#8211; unter anderem, weil der Hersteller verpflichtet wurde, ausf\u00fchrliche Handreichungen und Schulungen f\u00fcr \u00c4rzte auszuarbeiten und ein Beobachtungsregister anzulegen. Das Medikament wird alle zwei Wochen intraven\u00f6s verabreicht.<\/p>\n<p>    F\u00fcr viele Patienten nicht geeignet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZugelassen ist Lecanemab nur zur Behandlung von leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung (Ged\u00e4chtnis- und Denkst\u00f6rungen) oder leichter Demenz in einem fr\u00fchen Stadium der Alzheimer-Krankheit. Der Grund ist, dass eine Entfernung der Amyloid-Plaques nichts mehr n\u00fctzt, wenn diese schon irreversible Sch\u00e4den im Gehirn angerichtet haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHinzu kommt eine weitere Einschr\u00e4nkung: Das Mittel soll nur f\u00fcr diejenigen Alzheimer-Patienten verwendet werden, die eine oder keine Kopie von ApoE4, einer bestimmten Form des Gens f\u00fcr das Protein Apolipoprotein E, haben. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr bestimmte schwerwiegende Nebenwirkungen &#8211; Schwellungen und Blutungen im Gehirn &#8211; geringer als bei Menschen mit zwei ApoE4-Kopien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon den gesch\u00e4tzt etwa 1,2 Millionen Alzheimer-Erkrankten in Deutschland kommt Experten des Deutschen Zentrums f\u00fcr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zufolge letztlich nur ein sehr kleiner Teil f\u00fcr die neue Therapie infrage. Als fr\u00fche Phase sind demnach die ersten drei Jahre zu werten. Das sind in Deutschland aktuell sch\u00e4tzungsweise etwa 250.000 Menschen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n80 Prozent davon kommen mit Blick auf ApoE4 infrage. Nicht jeder dieser Patienten erf\u00fcllt aber alle Voraussetzungen f\u00fcr die Therapie und ist zudem daran interessiert. Konservativ gesch\u00e4tzt sind es Experten zufolge etwa zehn Prozent. In der Summe dieser Faktoren k\u00f6nnten das etwa 20.000 Patienten sein.<\/p>\n<p>    Geringerer Effekt bei Frauen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei Frauen ist der beobachtete klinische Effekt allerdings noch einmal deutlich geringer als bei M\u00e4nnern, ihr Risiko f\u00fcr Nebenwirkungen hingegen h\u00f6her. Ob sie \u00fcberhaupt von einer Behandlung profitieren, ist der Alzheimer Forschung Initiative zufolge noch unklar. Rund zwei Drittel aller Menschen mit Alzheimer sind Frauen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie in Studien erfassten Schwellungen und Mikroblutungen im Gehirn von Patienten blieben zwar \u00fcberwiegend ohne Symptome und wurden meist erst durch bildgebende Verfahren bemerkt. Insbesondere bei wiederholtem Auftreten drohen jedoch eine verminderte Gehirnleistung oder Koordinationsschwierigkeiten. Mikroblutungen gelten zudem als Risikofaktor f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere, potenziell lebensbedrohliche Hirnblutungen.<\/p>\n<p>    Kosten der Behandlung noch unklar<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAusreichend Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die nun zugelassene Therapie gibt es bisher wohl nicht. &#8222;Ich gehe bei uns in K\u00f6ln von um die 100 Patienten aus, die wir pro Jahr behandeln k\u00f6nnen. Und wir sind ein gro\u00dfes Zentrum&#8220;, sagte der Neurologe \u00d6zg\u00fcr Onur von der Uniklinik K\u00f6ln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnklar sind auch die Medikamentenkosten f\u00fcr Lecanemab in Europa. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-alzheimer-medikament-100.html\" title=\"Studie belegt wirksame Behandlung: Alzheimer-Medikament Leqembi in USA zugelassen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In den USA<\/a> seien es etwa 26.500 US-Dollar (ca. 23.000 Euro) j\u00e4hrlich pro Patient, hatte Johannes Levin vom DZNE Ende letzten Jahres gesagt. Hinzu kommen demnach im Vorfeld einmalige Kosten f\u00fcr die Diagnostik in H\u00f6he von gesch\u00e4tzt 1.400 bis 5.000 Euro. Die Kosten f\u00fcr die Verabreichung des Medikaments l\u00e4gen groben Sch\u00e4tzungen zufolge bei etwa 6.000 bis 8.000 Euro j\u00e4hrlich, sagte Levin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.04.2025 17:19 Uhr Anders als bisherige Therapien soll der Wirkstoff Lecanemab die Alzheimer-Krankheit verlangsamen. 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