{"id":343345,"date":"2025-08-14T05:03:20","date_gmt":"2025-08-14T05:03:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343345\/"},"modified":"2025-08-14T05:03:20","modified_gmt":"2025-08-14T05:03:20","slug":"braucht-es-europa-fuer-ein-ukraine-friedensabkommen-dw-13-08-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343345\/","title":{"rendered":"Braucht es Europa f\u00fcr ein Ukraine-Friedensabkommen? \u2013 DW \u2013 13.08.2025"},"content":{"rendered":"<p>Die Gem\u00fcter in Br\u00fcssel und den\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/vorschlag-eu-frieden-ukraine-russland-treffen-donald-trump-wladimir-putin-krim-gebietsabtretungen-v2\/a-73582324\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten<\/a> d\u00fcrften sich in der Zwischenzeit etwas beruhigt haben. Nachdem das f\u00fcr Freitag geplante\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine-worum-geht-es-beim-geplanten-putin-trump-treffen\/a-73575342\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treffen zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und seinem russischen Amtskollegen<\/a>\u00a0Wladimir Putin in Alaska bekannt wurde, begann sofort die Kommunikation zwischen den USA und europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs.<\/p>\n<p>Nach einem ersten Gespr\u00e4ch der Europ\u00e4er am Wochenende mit US-Vizepr\u00e4sident J.D. Vance\u00a0soll es auf Initiative des deutschen\u00a0Bundeskanzlers Friedrich Merz am Mittwoch Beratungen europ\u00e4ischer Staats- und Regierungschefs mit Wolodymyr Selenskyj und Trump geben.<\/p>\n<p>Auch k\u00fcndigte Trump an, dass\u00a0bei dem Treffen kein Friedensabkommen zu erwarten sei. Au\u00dferdem erkl\u00e4rte der amerikanische Pr\u00e4sident, dass er nach dem Treffen seine europ\u00e4ischen Amtskollegen und Selenskyj informieren werde. Zudem solle es zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu einem Treffen zwischen Selenskyj und Putin kommen.<\/p>\n<p>Eine Sorge in Br\u00fcssel ist, dass die Ukraine zu <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/rutte-gespr\u00e4che-\u00fcber-ukrainische-gebiete-wohl-unvermeidbar\/a-73596031\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abtretungen von durch Russland besetzte Gebiete<\/a> gezwungen wird. Ein &#8222;gerechter und anhaltender Frieden&#8220;\u00a0m\u00fcsse internationales Recht, wie etwa die territoriale Unversehrtheit der Ukraine, achten und sicherstellen dass Grenzen nicht durch Gewalt ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen, erkl\u00e4rten die EU-Staats- und Regierungschefs am Dienstag. Ungarn schloss sich der Erkl\u00e4rung nicht an.<\/p>\n<p>Doch wie viel Einfluss haben die EU-Staaten, samt ihrer Verb\u00fcndeter wie Gro\u00dfbritannien und Norwegen &#8211; und in welchen Bereichen werden sie f\u00fcr einen m\u00f6glichen Friedensdeal gebraucht?\u00a0<\/p>\n<p>Die Sicherheit der Ukraine als Frage europ\u00e4ischer\u00a0Sicherheit\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Europas Sicherheitsarchitektur kann nicht diskutiert werden, ohne dass Europa mit am Tisch sitzt&#8220;, sagt Tinatin Akhvlediani der DW. Mit Europa meint die Politikanalystin, die am Centre for European Policy Studies (CEPS)\u00a0forscht, auch die Ukraine.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die EU-Staats-\u00a0und Regierungschefs sich in ihrer Erkl\u00e4rung vom Dienstag bem\u00fchen, den USA ihre Unterst\u00fctzung zuzusichern, kommt dieser Gedanke doch deutlich zum Tragen. So habe der russische Angriffskrieg weitreichende Auswirkungen f\u00fcr Europa und die internationale Sicherheit. Auch die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas sprach davon, dass Europas Kerninteressen auf dem Spiel st\u00fcnden.<\/p>\n<p>Das Interesse am Schicksal der Ukraine liege nicht nur an der geografischen N\u00e4he, so Akhvlediani &#8211; mit Polen, der Slowakei, Ungarn und Rum\u00e4nien grenzen vier EU-L\u00e4nder an die Ukraine &#8211; sondern die Ukraine k\u00e4mpfe auch f\u00fcr EU-Werte.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gilt in der EU der\u00a0Konsens, dass Putin in der Ukraine nicht erfolgreich sein d\u00fcrfe &#8211; auch, um weiteren Gebietsanspr\u00fcchen, etwa auf EU-Territorium, einen Riegel vorzuschieben.<\/p>\n<p>Trump-Putin-Gipfel: Was kann die Ukraine erwarten?<video id=\"video-73571434\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"73571434\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73563769_605.webp\" data-duration=\"03:20\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>Europa ist derzeit st\u00e4rkster Ukraine-Unterst\u00fctzer<\/p>\n<p>Derzeit sei Europa &#8222;der entscheidende Partner f\u00fcr die Ukraine&#8220;. Dies liege auch daran, dass es substanzielle finanzielle Hilfen zum ukrainischen Haushalt beisteuere, sagt die Volkswirtin Elina Ribakova im Gespr\u00e4ch mit der DW.<\/p>\n<p>Laut dem Ukraine-Support-Tracker des Kieler Weltwirtschaftsinstituts handelt es sich bei Europa (EU-Staaten sowie\u00a0Island, Schweiz, Norwegen und das Vereinigte K\u00f6nigreich)\u00a0um den gr\u00f6\u00dften Geldgeber\u00a0sogenannter Regierungshilfen an\u00a0die Ukraine. Auch bei Milit\u00e4rhilfe, die unmittelbar durch die Waffenindustrie abgewickelt werde, habe Europa die USA \u00fcberholt.<\/p>\n<p>Die Einflussm\u00f6glichkeiten, die sich f\u00fcr die europ\u00e4ischen Staaten\u00a0daraus ergeben, sind\u00a0allerdings beschr\u00e4nkt. Denn die USA versorgten\u00a0die Ukraine mit milit\u00e4rischem Know-how, das derzeit nicht ersetzbar sei, sagt Tinatin Akhvlediani. Genau diese Karte spiele Trump aus, wenn er sich alleine mit Putin treffe, so die Politikanalystin.<\/p>\n<p>Wer wird einen Friedensdeal absichern?<\/p>\n<p>Eine der gro\u00dfen Fragen, die mit einem m\u00f6glichen Friedensdeal einhergehen, ist, welche Sicherheitsgarantien man der Ukraine geben k\u00f6nnte.\u00a0In der Vergangenheit hatten einige Staaten, wie Frankreich und das Vereinigte K\u00f6nigreich, signalisiert, dass sie bereit seien, Friedenstruppen in die Ukraine zu schicken. Im Juli\u00a0sprach der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron von &#8222;bis zu 50.000 Soldaten&#8220;\u00a0und der britische Premier Keir Starmer von einer\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/koalition-der-willigen-gro\u00dfbritannien-frankreich-ukraine-eu-krieg-russland-usa-v3\/a-71815512\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Koalition der Willigen&#8220;<\/a>, welcher 30 europ\u00e4ische Staaten angeh\u00f6rten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.\u00a0<\/p>\n<p>Am Dienstag erkl\u00e4rten die EU-Staats- und Regierungschefs, dass eine verteidigungsf\u00e4hige Ukraine Bestandteil zuk\u00fcnftiger Sicherheitsgarantien sei. Auch w\u00fcrden die EU und die Mitgliedstaaten &#8211; entsprechend ihrer F\u00e4higkeiten &#8211; weiter zu Sicherheitsgarantien beitragen. Dieses Thema soll auch bei dem Telefonat am Mittwoch besprochen werden.<\/p>\n<p>Die glaubw\u00fcrdigste Sicherheitsgarantie, einen Beitritt der Ukraine zur NATO, h\u00e4lt Politikanalystin Akhvlediani f\u00fcr ausgeschlossen. Auch k\u00f6nne die EU als Institution\u00a0keine Sicherheitsgarantien bereitstellen. Den gangbarsten Weg sieht Akhvlediani darin, dass einzelne Staaten oder eine &#8222;Koalition der Willigen&#8220;\u00a0die Sicherheit der Ukraine garantieren.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72500031\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72500031_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (l.), mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj (M.) und dem britischen Premier Keir Starmer (r.)\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (l.), mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj (M.) und dem britischen Premier Keir Starmer (r.)Bild: Ludovic Marin\/Pool Photo\/AP\/picture alliance<\/p>\n<p>Europa als Garant f\u00fcr Stabilit\u00e4t<\/p>\n<p>Auch wenn es einen echten Friedensplan geben sollte, werde die Ukraine aufgrund ihres gro\u00dfen Au\u00dfenhandels- und Haushaltsdefizits f\u00fcr den Wiederaufbau weiter auf Hilfe angewiesen sein, sagt Ribakova, die unter anderem\u00a0an der Kyjiw School of Economics und bei der Bruegel Denkfabrik\u00a0t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p>Insbesondere brauche das Land weiterhin eine starke Armee und Waffenproduktion, um Russland von einem erneuten Einmarsch abzuhalten. Mit einer solchen glaubhaften Abschreckung h\u00e4lt Ribakova eine boomende Wirtschaft in der Ukraine f\u00fcr wahrscheinlich. Dies w\u00fcrde auch zu mehr ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen in der Ukraine f\u00fchren, sagt die Volkswirtin. Ribakova h\u00e4lt eine solche Entwicklung nur in Zusammenarbeit mit den Europ\u00e4ern f\u00fcr m\u00f6glich, da die USA auf sich und eine Ann\u00e4herung an Russland fokussiert seien.<\/p>\n<p>Auch ein m\u00f6glicher Beitritt der Ukraine zur EU d\u00fcrfte auf lange Sicht zu wirtschaftlicher Stabilit\u00e4t in der Ukraine f\u00fchren. Derzeit laufen Beitrittsverhandlungen, deren Fortschritt allerdings durch Ungarn blockiert wird.<\/p>\n<p>Europa hat einen gewissen wirtschaftlichen Einfluss auf Russland<\/p>\n<p>Gegen Russland sind mehrere Sanktionspakete der EU in Kraft. Am Montag k\u00fcndigte die EU-Au\u00dfenbeauftragte <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/news-kompakt-neue-eu-sanktionen-gegen-russland-in-aussicht\/a-73607888\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaja Kallas ein 19. Paket<\/a> an. Auch wenn die Sanktionen nicht hundertprozentig effektiv seien, h\u00e4tten sie wichtige Auswirkungen auf die russische Volkswirtschaft, sagt Volkswirtin Ribakova.<\/p>\n<p>Als besonders gro\u00df sch\u00e4tzt sie den Einfluss Europas im Bereich Gas- und Energie ein. In der Vergangenheit sei Europa der Hauptabnehmer dieser Erzeugnisse gewesen. Diese nun nach Indien oder China zu verschiffen, sei schwieriger f\u00fcr Russland. Gleichzeitig beobachtet die Politikanalystin, dass man zwar das Tempo der wirtschaftlichen Kriegf\u00fchrung erh\u00f6hen k\u00f6nnte, Russland aber bereit zu sein scheine, viele Einschr\u00e4nkungen in Kauf zu nehmen, um seine geostrategischen Ziele zu erreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Gem\u00fcter in Br\u00fcssel und den\u00a0europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten d\u00fcrften sich in der Zwischenzeit etwas beruhigt haben. 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