{"id":343400,"date":"2025-08-14T05:36:14","date_gmt":"2025-08-14T05:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343400\/"},"modified":"2025-08-14T05:36:14","modified_gmt":"2025-08-14T05:36:14","slug":"muenchen-das-kanu-des-manitu-nostalgie-mit-gags-und-viel-gefuehl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343400\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen | \u00abDas Kanu des Manitu\u00bb &#8211; Nostalgie mit Gags und viel Gef\u00fchl"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Als Michael Bully Herbig vor mehr als 25 Jahren mit der Idee f\u00fcr eine Western-Parodie kam, winkten viele erst mal ab. Sie fanden \u00abDer Schuh des Manitu\u00bb nicht lustig und glaubten nicht an den wirtschaftlichen Erfolg. Herbig machte den Film dennoch &#8211; und das Publikum war begeistert. Nach dem Kinostart im Sommer 2001 brach der Streifen Rekorde und gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Kinofilme. Fast ein Vierteljahrhundert sp\u00e4ter folgt die Fortsetzung. Was erwartet die Fans in \u00abDas Kanu des Manitu\u00bb und lohnt sich der Film?<\/p>\n<p>Voll auf den \u00abNostalgiebutton\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Um es kurz zu machen: Wer vom Schuh begeistert war, wird auch das Kanu lieben. Von der ersten Einstellung an geht es gef\u00fchlt nahtlos da weiter, wo der alte Film aufgeh\u00f6rt hat. Man habe \u00abkrass den Nostalgiebutton gedr\u00fcckt\u00bb, wie es Herbig bei der Weltpremiere formulierte. Nat\u00fcrlich gibt es wieder Spr\u00fcche ohne Ende, viele in sch\u00f6nstem Bairisch. Auch einige vertraute Figuren mischen mit: Michael Bully Herbig als Abahachi und dessen Zwillingsbruder Winnetouch, Christian Tramitz als sein Blutsbruder Ranger, Rick Kavanian als griechischer Tavernenwirt Dimitri (und s\u00e4chselnder Sheriff-Gehilfe) und sogar B\u00f6sewicht Sky du Mont, f\u00fcr den der Film eine besondere Bedeutung hat, aber davon sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Legende, Chaos und die Liebe<\/p>\n<p>Dieses Mal dreht sich alles um ein Kanu, das der Legende nach unsterblich machen kann. Der \u00d6lprinz (du Mont) wittert ein Riesengesch\u00e4ft. Um das Boot zu klauen, engagiert er den Boss (Jessica Schwarz) und ihre chaotische Bande. Um das gut versteckte Kanu zu finden, brauchen sie die Hilfe von Abahachi. Der ist aber gerade verhindert, werden er und Ranger doch gerade vom Sheriff (Friedrich M\u00fccke) und dessen liebeskranken Gehilfen (Kavanian) gejagt. Als auch noch Dimitri mit Mary (Jasmin Schwiers) auftaucht, die ein brisantes Geheimnis aufdeckt, wird es richtig turbulent. Auch Winnetouch wird in das Chaos reingezogen und offenbart Superkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Gags mit dem Streckungsvollbeamten<\/p>\n<p>In bew\u00e4hrter Manier jagt eineinhalb Stunden lang ein Gag den n\u00e4chsten, etwa gleich zu Beginn, wenn Ranger und Abahachi sich mit Jodlern \u00fcber die Pr\u00e4rie hinweg unterhalten. Und auch so manche Spr\u00fcche und Dialoge besitzen das Potenzial, als Zitate verewigt zu werden, so wie der Satz des Dauergrantlers Ranger: \u00abIch bin mit der Gesamtsituation unzufrieden\u00bb, der dieses Mal in abgewandelter Form auftaucht. Und Dimitri verdreht wieder aufs Sch\u00f6nste die Worte und schafft so den Streckungsvollbeamten oder die Bl\u00fcmcheng\u00e4nse.\u00a0<\/p>\n<p>Dazu gibt es Tanzeinlagen und Songs unter anderem von Stefan Raab und Herbig (\u00abWeil wir so supergeil drauf sind\u00bb), auch ein Kultsong darf nicht fehlen. Und es gibt Parodien, nat\u00fcrlich auf die 1960er-Jahre-Western nach den Karl May-Romanen inklusive \u00dcberraschungsauftritt eines Helden, aber auch auf die Abenteuerreihe \u00abIndiana Jones\u00bb, die Werke des franz\u00f6sischen Filmemachers Louis de Fun\u00e8s und einen Kinderfilm.\u00a0<\/p>\n<p>Tanzender Winnetouch<\/p>\n<p>Regisseur Herbig spielt lustvoll mit Klischees. Winnetouch ist wie schon im ersten Film das Stereotyp eines affektierten Schwulen. Ein Umstand, f\u00fcr den es schon vor Jahren Kritik gab. Deshalb auf ihn verzichten? Das kam f\u00fcr Herbig und die Co-Drehbuchautoren Tramitz und Kavanian nicht infrage, wie sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur erkl\u00e4rten. \u00abWas w\u00e4re denn passiert, wenn wir den Winnetouch jetzt gecancelt h\u00e4tten?\u00bb, fragte Herbig. \u00abWir h\u00e4tten unseren besten Mann verloren!\u00bb Schon in Teil eins sei er die emanzipierteste Figur gewesen. Und ein gro\u00dfer Teil der Gay-Community liebe diese Parodie.<\/p>\n<p>So ist Winnetouch auch dieses Mal wieder dabei, unverbl\u00fcmt und offenherzig wie eh und je, als Inhaber einer Tanz- und Fechtschule. Als der Sheriff und sein Deputy bei ihm auflaufen, bringt er die beiden Gesetzesh\u00fcter mit viel Geschick so ganz nebenbei dazu, ihm zu helfen, seinen Bruder zu finden, der in Not ist.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abIrgendeiner regt sich immer auf\u00bb<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt wollten sich Herbig, Tramitz und Kavanian nicht allzu sehr mit dem Zeitgeist besch\u00e4ftigen, der k\u00f6nne in einer Woche schon wieder ein ganz anderer sein. \u00abDiese Drehbuchentwicklung ging ja \u00fcber Monate und ich kann mich nicht erinnern, dass wir in irgendeiner Form mal gravierende Zweifel hatten.\u00bb Allen k\u00f6nne man eh nicht gerecht werden, findet Tramitz: \u00abEs ist vollkommen wurscht, was man macht. Irgendeiner regt sich immer auf. Also wenn man danach gehen w\u00fcrde, d\u00fcrfte man nichts mehr entwickeln\u00bb.<\/p>\n<p>Ein paar Anpassungen waren dennoch notwendig. \u00abEinen Film, den man vor 25 Jahren gemacht hat, wirst du heute nicht mehr eins zu eins machen, weil ja auch nicht jede Pointe gut gealtert ist, weil du dich humoristisch auf andere Dinge beziehst, weil du dich weiterentwickelt hast und weil du Gags vielleicht auch noch besser machen willst\u00bb, sagt Herbig. Tramitz spricht gar von einem \u00abGiftschrank\u00bb: \u00abDa ist ganz viel drin, dass man so nicht mehr machen wird, aber das ist eine normale zeitgeschichtliche Entwicklung\u00bb.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Gef\u00fchle und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung<\/p>\n<p>In einem anderen Licht erscheinen die amerikanischen Ureinwohner. Sie reden in ihrer Sprache und nicht mehr in einem Fantasiekauderwelsch. \u00abDas hat einfach nicht in die Geschichte gepasst. Hat sich auch nicht mehr witzig genug angef\u00fchlt\u00bb, sagt Herbig. F\u00fcr eine sehr emotionale Szene, die in Santa Fe gedreht wurde, engagierte er M\u00e4nner und Frauen mehrerer St\u00e4mme, darunter den US-Schauspieler Alan Tafoya. Der Jicarilla Apache der Red Side Plains People sah den Dreh als Chance, f\u00fcr V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung zu werben. Er sei gl\u00fccklich, dem Publikum die Welt der Apachen etwas n\u00e4herzubringen.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Abschied und ein Traum<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist dieser Film von Wehmut durchzogen, vielleicht auch, weil es f\u00fcr du Mont ein Abschied war. Der 78-J\u00e4hrige will danach keine Filme mehr drehen. Zu seiner letzten Szene hatten sich alle am Set versammelt, dann lief Musik. \u00abIch hatte mir f\u00fcr diesen Moment ein paar Worte zurechtgelegt und wollte ein paar nette Sachen sagen\u00bb, erinnert sich Herbig. \u00abAber schon nach zwei S\u00e4tzen hatte ich einen Frosch im Hals.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Ob es auch ohne du Mont noch eine Fortsetzung geben wird? \u00abJetzt schauen wir mal, was und wie und ob und wann\u00bb, sagt Kavanian. Und Herbig erg\u00e4nzt: \u00abIm Moment kann ich es mir nicht vorstellen, aber wenn Sie mich dann in drei Jahren wieder fragen\u2026\u00bb. Am Ende tr\u00e4umt Abahachi davon, dass er mit Ranger alt werden will. Und sein Blutsbruder antwortet lakonisch: \u00abWir sind alt!\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Als Michael Bully Herbig vor mehr als 25 Jahren mit der Idee f\u00fcr eine Western-Parodie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343401,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,92,30,95,1268,96034],"class_list":{"0":"post-343400","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-film","11":"tag-germany","12":"tag-kino","13":"tag-muenchen","14":"tag-zum-14-august"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115025502819891814","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343400","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343400"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343400\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343401"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343400"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343400"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343400"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}