{"id":343493,"date":"2025-08-14T06:28:10","date_gmt":"2025-08-14T06:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343493\/"},"modified":"2025-08-14T06:28:10","modified_gmt":"2025-08-14T06:28:10","slug":"brandherd-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343493\/","title":{"rendered":"Brandherd Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Berlin, 14.08.2025:\u00a0<\/strong>Angesichts der hohen Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes warnt der WWF in seiner Studie \u201eFeuerkompass \u2013 Waldbr\u00e4nde in Deutschland\u201c vor den massiven Folgen der Erderhitzung f\u00fcr die heimischen W\u00e4lder. Die Klimakrise verst\u00e4rke Trockenheit und Hitze und erh\u00f6he so das Risiko f\u00fcr Waldbr\u00e4nde deutlich. Laut der Ver\u00f6ffentlichung haben besonders die extremen Hitze- und Trockenjahre 2018, 2019 und 2022 die Waldbrandgefahr auf Rekordwerte steigen lassen. Auch der schlechte \u00f6kologische Zustand durch die intensive Waldbewirtschaftung und fehlende Baumartenvielfalt f\u00f6rdere die Brandgefahr. In diesen Jahren brannten jeweils mehr als 2.000 Hektar Waldfl\u00e4che \u2013 die h\u00f6chsten Werte seit fast 30 Jahren. Allein 2023 verbrannten 1.240 Hektar, was 157 Prozent des langj\u00e4hrigen Durchschnitts entspricht.<\/p>\n<p>\u201eDie letzten Wochen mit starken Regenf\u00e4llen waren leider nicht mehr als ein Pflaster auf einer offenen Wunde. Die Diagnose ist eindeutig: Steigende Temperaturen, weniger Niederschlag und ein hoher Anteil an naturfernen Nadelforsten sind die hochgef\u00e4hrliche Kombination, der Deutschlands W\u00e4lder immer h\u00e4ufiger und intensiver in Flammen aufgehen l\u00e4sst. Wir sind nicht darauf vorbereitet, was die Erderhitzung f\u00fcr unsere W\u00e4lder bedeutet. Was fr\u00fcher Ausrei\u00dferjahre waren, entwickelt sich zur erschreckenden Regel\u201c, warnt Albert Wotke, Programmleiter Fl\u00e4chennaturschutz beim WWF Deutschland.<\/p>\n<p>Besonders betroffen ist Brandenburg, dessen trockene B\u00f6den und hohe Anteile an leicht entz\u00fcndlichen Kiefernw\u00e4ldern ideale Bedingungen f\u00fcr Waldbr\u00e4nde bieten. 2023 entfiel etwa die H\u00e4lfte der Waldbrandfl\u00e4chen in Deutschland auf dieses Bundesland. Mit den sandigen B\u00f6den und einem sehr hohen Kiefernanteil von 69 Prozent entz\u00fcnden sich Waldbr\u00e4nde hier besonders schnell. \u00c4hnliche Risiken bestehen in angrenzenden Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen und zunehmend auch Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg, Th\u00fcringen und in Teilen Hessens wo aktuell hohe bis sehr hohe Warnstufen aufgrund von Trockenheit und Hitze ausgerufen werden. \u00a0<\/p>\n<p>Die Studie zeigt zudem, dass nur rund vier Prozent der Waldbr\u00e4nde in Deutschland einen nat\u00fcrlichen Ursprung wie zum Beispiel Blitzeinschl\u00e4ge haben. Die Mehrheit der Feuer geht auf Menschen zur\u00fcck, etwa durch Brandstiftung und vor allem Fahrl\u00e4ssigkeit wie achtlos weggeworfene Zigaretten, das Grillen im Wald, nicht vollst\u00e4ndig gel\u00f6schte Lagerfeuer oder Funkenflug von Maschinen. Besonders gef\u00e4hrlich sind ehemalige Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze, auf denen alte Kampfmittel die Brandbek\u00e4mpfung massiv erschweren. Hier kam es in der Vergangenheit wiederholt zu Gro\u00dfbr\u00e4nden, etwa bei J\u00fcterbog und in der Lieberoser Heide in Brandenburg, wo Br\u00e4nde tagelang w\u00fcteten, weil Feuerwehrkr\u00e4fte aufgrund explodierender Munition nicht nah genug herankommen konnten. Gerade hier zeige sich, wie wichtig vorbeugender Brandschutz und verantwortungsvolles Verhalten seien.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>WWF fordert Kurswechsel in der Waldpolitik<\/strong><\/p>\n<p>Um dem eskalierenden Waldbrand-Trend vorzubeugen, betont die Studie die Bedeutung des \u00f6kologischen Waldumbaus als langfristige Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme. Naturnahe Laubmischw\u00e4lder seien deutlich weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Waldbr\u00e4nde als reine Nadelw\u00e4lder. So waren zwischen 1992 und 2023 mehr als zwei Drittel der brennenden Waldfl\u00e4chen von Nadelb\u00e4umen bestanden, Laubw\u00e4lder brannten in nur 31 Prozent der F\u00e4lle. Nadelb\u00e4ume wie Kiefern und Fichten enthalten Harze und \u00d6le, die leicht entz\u00fcndlich sind. Laubw\u00e4lder hingegen bieten weniger brennbares Material und beg\u00fcnstigen durch ihr dichteres Bl\u00e4tterdach sowie ein feuchteres Mikroklima eine langsamere Ausbreitung von Feuer. Zudem kann Sickerwasser in Laubmischw\u00e4ldern besser ins Grundwasser gelangen, was zu einem besseren Wasserhaushalt und feuchteren Waldb\u00f6den beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der WWF fordert deshalb, Nadelholzmonokulturen gezielt in robuste Mischw\u00e4lder umzubauen. Alte Kiefernforste, die mit jungen Laubb\u00e4umen erg\u00e4nzt werden, verringern die Gefahr eines Gro\u00dfbrandes. \u201eWaldbrandpr\u00e4vention beginnt mit der richtigen Baumwahl. Laubmischw\u00e4lder, wie sie nat\u00fcrlicherweise in Deutschland vorkamen und vorkommen, brennen seltener und weniger heftig. Daher ist der Waldumbau die mit Abstand wichtigste Ma\u00dfnahme zur effektiven und dauerhaften Reduzierung der Brandgefahr. Hier ist die Politik gefragt. Wir brauchen verbindliche Vorgaben an die Waldbesitzenden und ausreichende finanzielle Mittel, damit der Umbau zu naturnahen Laubmischw\u00e4ldern z\u00fcgig umgesetzt wird\u201c, fordert Wotke.<\/p>\n<p>Gleichzeitig weist der WWF darauf hin, dass die zunehmende Erderhitzung das Risiko f\u00fcr Waldbr\u00e4nde zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft und Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen erschwert. Ein ambitionierter Klimaschutz, der Hitzeperioden und D\u00fcrrephasen reduziert, sei deshalb unverzichtbar, um die Waldbrandgefahr einzud\u00e4mmen. Gleichzeitig k\u00f6nne jeder einzelne durch umsichtiges Handeln Br\u00e4nde verhindern, wie das Vermeiden offener Feuer und das sichere Entsorgen von Zigaretten und anderem M\u00fcll. Auf politischer Seite bzw. Seiten der Waldbesitzenden fordert der WWF die Anlage von Waldbrandriegeln, das Verschlie\u00dfen von Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben und die F\u00f6rderung der Laubholzverj\u00fcngung. Diese Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten dazu beitragen, dass sich Feuer weniger schnell ausbreiteten, mehr Wasser im Wald erhalten bliebe und der Wald insgesamt widerstandsf\u00e4higer werde.<\/p>\n<p>Auch wirtschaftlich h\u00e4tten Waldbr\u00e4nde sp\u00fcrbare Folgen: J\u00e4hrlich entst\u00fcnden im Schnitt Sch\u00e4den von rund 1,23 Millionen Euro, in Extremjahren sogar bis zu f\u00fcnf Millionen Euro. Hinzu kommen langfristige Bodensch\u00e4den und Biodiversit\u00e4tsverluste, gesundheitliche Belastungen als auch die Freisetzung klimasch\u00e4dlicher Treibhausgase \u2013 welche wiederum die Erderhitzung bef\u00f6rdern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin, 14.08.2025:\u00a0Angesichts der hohen Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes warnt der WWF in seiner Studie \u201eFeuerkompass \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343494,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12],"class_list":{"0":"post-343493","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nachrichten-aus-deutschland","18":"tag-news","19":"tag-news-aus-deutschland","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115025707785455721","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343493"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343493\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}