{"id":34355,"date":"2025-04-15T17:00:08","date_gmt":"2025-04-15T17:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/34355\/"},"modified":"2025-04-15T17:00:08","modified_gmt":"2025-04-15T17:00:08","slug":"fressen-bis-zum-tod-wenn-extrem-essen-gefaehrlich-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/34355\/","title":{"rendered":"Fressen bis zum Tod: Wenn Extrem-Essen gef\u00e4hrlich wird"},"content":{"rendered":"<p>                    Fressen bis zum Tod<br \/>\n                Wenn Extrem-Essen gef\u00e4hrlich wird<\/p>\n<p>\t\t\t\t              15.04.2025, 18:07 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Man filmt sich selbst beim Essen. Das ist auf Social Media in den vergangenen Jahren zum Trend geworden. Extrem viel, extrem scharf, extrem eklig &#8211; Influencer setzen sich dabei keine Grenzen. Der Trend birgt Gefahren.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Tisch gef\u00fcllt mit dampfenden Gerichten, laute Schmatzger\u00e4usche &#8211; und eine Kamera: In den sozialen Medien tummeln sich Kurzvideos rund ums Thema Essen. Extreme Essenstrends sind nicht neu, und dennoch kann das Ausma\u00df leicht untersch\u00e4tzt werden. Ob besonders scharf, besonders eklig oder sehr viel am St\u00fcck &#8211; Menschen schauen anderen Menschen beim Essen zu. Das birgt auch Gefahren.<\/p>\n<p>&#8222;Im Prinzip ist das alles ja ein Wettbewerb. Und ein Wettbewerb geht oft in etwas Extremes \u00fcber&#8220;, sagt Christina Holzapfel. Sie ist Professorin an der Hochschule Fulda und Leiterin der Forschergruppe &#8222;Personalisierte Ern\u00e4hrung und E-Health&#8220; an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Gef\u00e4hrlich werden die Trends ihren Angaben nach, wenn sie untersch\u00e4tzt und nicht eingeordnet werden.<\/p>\n<p>Extrem viel, extrem scharf, extrem eklig<\/p>\n<p>Efecan K\u00fclt\u00fcr, ein t\u00fcrkischer Tiktoker, postete beinahe t\u00e4glich Videos, in denen er Unmengen an Essen vor der Kamera verspeiste &#8211; sie wurden tausendfach geklickt. &#8222;Mukbang&#8220; nennt man das Essen vor der Kamera, das K\u00fclt\u00fcr betrieb. Mit nur 24 Jahren starb er k\u00fcrzlich an seiner Fettleibigkeit, wie mehrere t\u00fcrkische Medien berichteten. Demnach hatte er zuvor l\u00e4ngere Zeit im Krankenhaus verbracht.<\/p>\n<p>Und das ist kein Einzelfall: Durch Essenstrends mit unter anderem gro\u00dfen Mengen oder extremer Sch\u00e4rfe ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gesundheitlichen Notf\u00e4llen bei Nutzern sozialer Medien gekommen.<\/p>\n<p>Die Nachahmungsgefahr ist ausgesprochen hoch, sagen Experten. &#8222;Wenn dann die Videos teils gefaked sind, kann das ein echtes Problem sein&#8220;, sagt Harald Seitz vom Bundeszentrum f\u00fcr Ern\u00e4hrung. &#8222;Kein Mensch isst im Normalfall diese Portionen. Das schaffen sie gar nicht, das schafft der K\u00f6rper gar nicht. Da ist der Magen einfach dann irgendwann voll.&#8220; Auch die Zusammensetzung der Mahlzeiten sei dabei entscheidend.<\/p>\n<p>Das, was man in vielen Videos so sehe, seien energiereiche, energiedichte Lebensmittel mit vielen Kalorien, sagt auch Expertin Holzapfel. &#8222;Diese Menge, die da gegessen wird, sollte eine Ausnahme sein und das ist nat\u00fcrlich f\u00fcr den K\u00f6rper auch eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Situation.&#8220; Esse man \u00fcber die S\u00e4ttigung hinaus, reagiere der K\u00f6rper oftmals entsprechend &#8211; mit \u00dcbelkeit, mit V\u00f6llegef\u00fchl, mit Bl\u00e4hungen bis hin zum Erbrechen. &#8222;Der K\u00f6rper wehrt sich ja auch gegen diese gro\u00dfen Mengen an Nahrung&#8220;, sagt Holzapfel.<\/p>\n<p> Ursprung: S\u00fcdkorea<\/p>\n<p>Irgendwann in den Nullerjahren ist der &#8222;Mukbang&#8220;-Trend in S\u00fcdkorea durch einen eher kuriosen Zufall entstanden: Als ein Gamer auf der beliebten, koreanischen Streaming-Plattform &#8222;AfreecaTV&#8220; Hunger bekam und vor laufender Kamera gen\u00fcsslich einen Becher Instant-Nudeln schl\u00fcrfte, soll das bei den Zuschauern derart gut angekommen sein, dass sich schon bald etliche Nachahmer fanden.<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen setzt sich aus den W\u00f6rtern &#8222;Muk-da&#8220; (essen) und &#8222;Bang Song&#8220; (Rundfunk\/senden) zusammen, und beschreibt die T\u00e4tigkeit bereits ziemlich gut: Man filmt sich selbst beim Essen.<\/p>\n<p>Dass das Ph\u00e4nomen ausgerechnet in S\u00fcdkorea begann, ist kein Zufall. Nachdem die Mahlzeiten in der streng konfuzianisch gepr\u00e4gten Kultur Koreas von strengen Ritualen gepr\u00e4gt waren, hat sich die Esskultur in den letzten Jahrzehnten mit der Modernisierung des Landes radikal gewandelt. Junge B\u00fcroangestellte, geplagt von langen Arbeitszeiten und kurzen Mittagspausen, essen unter Zeitdruck schnell aufbereitetes Fast Food. Und oft tun sie das nicht mehr in geselligen Runden, wie es in der kollektivistischen Gesellschaft als Norm galt, sondern alleine vor ihrem Laptop.<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr viele ist dieses gemeinschaftliche Essen nat\u00fcrlich auch dem sozialen Miteinander f\u00f6rderlich. Und das hat dann schon einen psychologischen Vorteil&#8220;, sagt Experte Seitz.<\/p>\n<p>Die Plattformen selbst halten sich bei der Beobachtung von Inhalten an Richtlinien &#8211; Tiktok zum Beispiel hat eine Community-Guideline, wonach potenziell gef\u00e4hrdende Inhalte mit Altersbeschr\u00e4nkungen belegt werden. Die Dienste b\u00f6ten erst einmal nur die Plattform f\u00fcr die Verbreitung an, sagt Holzapfel. Dennoch sei die fehlende Einordnung der Inhalte von Experten ein Problem.<\/p>\n<p>&#8222;Am Ende ist ja Social Media eine Plattform, \u00fcber die sich Menschen erkundigen und auch ihr Wissen holen und auch nat\u00fcrlich Informationen teilen&#8220;, sagt Holzapfel. Dabei gebe es sicher auch positive Auswirkungen, zum Beispiel, weil man sich gut vernetzen k\u00f6nne. &#8222;Es gibt beispielsweise viele Rezepte und Kochvideos zu s\u00e4mtlichen Ern\u00e4hrungsstilen.&#8220; Das Thema Ern\u00e4hrung sei in den sozialen Medien sehr pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Das Problem jedoch sei, &#8222;dass sich jeder Experte nennen kann und dann diese Botschaften eben nicht evidenzbasiert sind und nicht von der Wissenschaft kommen&#8220;, sagt Holzapfel.<\/p>\n<p>Reglementierungen seien Seitz nach nur in bestimmtem Ma\u00dfe n\u00fctzlich. Ein &#8222;erhobener Zeigefinger&#8220; habe wahrscheinlich nicht den gew\u00fcnschten Effekt. Dennoch sei die Aufkl\u00e4rung wichtig. &#8222;Es geht nur darum, zu sagen: Hier, passt mal auf, bei solchen Trends: Ja, das kann witzig sein und unterhaltend, aber lasst euch dann nicht in die Irre f\u00fchren.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fressen bis zum Tod Wenn Extrem-Essen gef\u00e4hrlich wird 15.04.2025, 18:07 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34356,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,5763,3688,30,141,18371,984,1209,5676,613,151],"class_list":{"0":"post-34355","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-ernaehrung","11":"tag-essen","12":"tag-germany","13":"tag-gesundheit","14":"tag-gesundheitsgefaehrdungen","15":"tag-international","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-soziale-netzwerke","18":"tag-suedkorea","19":"tag-tiktok"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114343052993279465","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34355","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34355"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34355\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34356"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34355"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34355"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34355"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}