{"id":343619,"date":"2025-08-14T07:44:12","date_gmt":"2025-08-14T07:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343619\/"},"modified":"2025-08-14T07:44:12","modified_gmt":"2025-08-14T07:44:12","slug":"trump-putin-treffen-welche-hilfen-die-ukraine-jetzt-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343619\/","title":{"rendered":"Trump-Putin-Treffen: Welche Hilfen die Ukraine jetzt braucht"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eSchon die Gestaltung des Treffens ist sehr besorgniserregend\u201c, findet Olga Pindyuk. Die Ukraine-Expertin beim Wiener Institut f\u00fcr Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) zeigt sich wie viele Beobachter wenig optimistisch bez\u00fcglich des bevorstehenden Gespr\u00e4chs in Alaska, \u201eda die Ukraine als wichtiger Akteur und auch andere Verb\u00fcndete aus dem Westen wie die <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\" title=\"Europ\u00e4ische Union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> nicht mit am Tisch sitzen\u201c, sagt sie im Gespr\u00e4ch mit F.A.Z. PRO Weltwirtschaft.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die \u00d6konomin ist \u00fcberzeugt davon, dass die Chancen f\u00fcr einen Waffenstillstand oder Frieden sehr gering sind, weil der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin seine Absichten nicht ge\u00e4ndert habe. Selbst wenn die Ukraine die russisch besetzten Ostgebiete abtrete, w\u00fcrde das den Kremlchef ihrer Ansicht nach nicht zum endg\u00fcltigen Kriegsende bewegen. \u201eSein ultimatives Ziel ist es, die vollst\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber das Territorium der Ukraine zu erlangen. Er will die <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ukraine\" title=\"Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> zu einem Vasallenstaat, \u00e4hnlich wie Belarus, machen\u201c, meint Pindyuk. Die Ukraine d\u00fcrfe kein erfolgreicher, prosperierender demokratischer Staat sein.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Treffen mit US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" title=\"Donald Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> diene wahrscheinlich dazu, Zeit zu gewinnen, sch\u00e4tzt sie. \u201ePutin m\u00f6chte eine Art Illusion aufrechterhalten, dass er weiter Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Trump hat, damit dieser keine strengeren Sanktionen gegen Russland verh\u00e4ngt und es m\u00f6glicherweise sogar zu einer Wiederbelebung der Wirtschaftsbeziehungen der beiden L\u00e4nder kommt.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Russland, da sind sich Beobachter einig, hat gen\u00fcgend Ressourcen, um seinen imperialistischen Krieg gegen die Ukraine noch lange fortzusetzen. Die gesamte Wirtschaft ist auf den Krieg ausgerichtet. Und auch wenn die Ausgaben f\u00fcr Waffen und vor allem Soldaten immer weiter steigen und sich das Wirtschaftswachstum nun abschw\u00e4cht, kann Russland sich dies nach Meinung von \u00d6konomen weiterhin leisten, da es makro\u00f6konomisch in stabiler Verfassung sei.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Russlands Schuldenlast ist im internationalen Vergleich sehr niedrig: Sie d\u00fcrfte laut <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/iwf\" title=\"IWF\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Internationalem W\u00e4hrungsfonds<\/a> (IWF) dieses Jahr bei gut 21 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die russische Kriegswirtschaft funktioniere aber auch nur deshalb so gut, weil China Unterst\u00fctzung leiste, betont die \u00d6konomin aus <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/wien\" title=\"Wien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wien<\/a>. Die Volksrepublik kauft nicht nur das vom Westen sanktionierte \u00d6l aus Russland, sondern beliefere das Putin-Regime auch mit modernen Waffen und Bauteilen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eRussland verf\u00fcgt nicht \u00fcber alle erforderlichen hoch entwickelten Teile und Ausr\u00fcstungen, wie sie beispielsweise f\u00fcr Drohnen und Flugzeuge ben\u00f6tigt werden.\u201c Dieses hochmoderne Equipment liefern ihnen die Chinesen und teils auch Nordkorea und Iran. \u201eOhne diese Hilfe w\u00e4re die russische Wirtschaft meiner Meinung nach in einer schwierigen Lage.\u201c<\/p>\n<p>Ukraines Wirtschaft leidet<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Wirtschaft der Ukraine zeigte sich bislang trotz des mehr als drei Jahre w\u00e4hrenden Angriffskriegs relativ resilient. Nach dem ersten Kriegsschock im Jahr 2022 erholte sie sich und \u00fcberschritt beinahe wieder die Marke von 200 Milliarden Dollar, die erstmals 2021 erreicht wurde. Der Zerm\u00fcrbungskrieg hinterl\u00e4sst jedoch seine Spuren, und das reale Wachstum f\u00e4llt geringer als erwartet aus.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr das Jahr 2025 gehen die Analysten von einem verlangsamten BIP-Wachstum zwischen 2,0 und 2,6 Prozent aus. 2024 wuchs die Wirtschaft um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit w\u00fcrde die symboltr\u00e4chtige Marke von 200 Milliarden Dollar \u00fcberschritten und k\u00f6nnte 2025 bei 210 Milliarden Dollar liegen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr das abgeschw\u00e4chte Wachstum machten die Experten vom CES die verst\u00e4rkten russischen Angriffe verantwortlich wie auch den R\u00fcckgang der landwirtschaftlichen Produktion infolge von Extremwetter, das zu Ernteausf\u00e4llen f\u00fchrte. Auch das verarbeitende Gewerbe litt unter Einbu\u00dfen aufgrund der verlorenen Minen in den besetzten Ostgebieten, so die CES-\u00d6konomen. Es liege im langfristigen wirtschaftlichen Interesse der Ukraine, die Erz- und Kohlebergwerke im Osten des Landes wieder betreiben zu k\u00f6nnen und potentielle Vorkommen kritischer Rohstoffe unter Kontrolle zu bekommen, erkl\u00e4rt Pindyuk.<\/p>\n<p>Drohende Finanzierungsl\u00fccke<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Sorgen bereitet den \u00d6konomen die Frage der weiteren Finanzierung. Die Ukraine hat ein massives Haushaltsdefizit, das voraussichtlich hoch bleiben und 2026 bei 19 Prozent des BIP liegen wird. Da mehr als die H\u00e4lfte des Haushalts f\u00fcr Verteidigungsausgaben aufgewendet wird, rechnen die Analysten f\u00fcr 2025 und 2026 mit weiteren gro\u00dfen Finanzierungsl\u00fccken.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Nationalbank der Ukraine geht zwar davon aus, dass gen\u00fcgend internationale Finanzhilfen zur Verf\u00fcgung stehen werden, doch bestehe derzeit zus\u00e4tzlich zu den schon zugesagten und gesicherten 22 Milliarden US-Dollar f\u00fcr 2026 eine erhebliche \u201eunbekannte\u201c Finanzierungsl\u00fccke von etwa 13 Milliarden US-Dollar. Finanzanalysten gehen noch von h\u00f6heren Betr\u00e4gen aus und sch\u00e4tzen, dass 2026 fast 29 Milliarden Dollar fehlen werden. Amerika hat seine finanzielle Hilfe seit dem Amtsantritt Trumps fast vollst\u00e4ndig eingestellt. Auch die milit\u00e4rische Hilfe wurde zwischenzeitlich auf Eis gelegt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Mai erlaubten die USA wieder gr\u00f6\u00dfere R\u00fcstungsexporte an die Ukraine \u2013 allerdings nicht als milit\u00e4rische Hilfsleistungen, sondern als regul\u00e4re Verk\u00e4ufe, die Kiew selbst, auch etwa \u00fcber Verb\u00fcndete, finanzieren muss. Die europ\u00e4ischen L\u00e4nder setzten ihre umfangreiche Unterst\u00fctzung fort. Deutschland wies f\u00fcnf Milliarden Euro zu \u2013 die bisher gr\u00f6\u00dfte bilaterale Unterst\u00fctzung. Neu laut dem \u201eUkraine Support Tracker\u201c des Kiel Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW) ist dabei, dass fast die H\u00e4lfte der Auftr\u00e4ge im Mai und Juni nicht mehr aus Lagerbest\u00e4nden entnommen werden, sondern direkt an R\u00fcstungsunternehmen flie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eDie Auftr\u00e4ge gehen vor allem an Unternehmen in Europa sowie der Ukraine und sind ein deutliches Signal f\u00fcr die wachsende Bedeutung der R\u00fcstungsindustrie im Bereich der milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung\u201c, schreibt das IfW. Seit Beginn des Krieges bis einschlie\u00dflich Juni 2025 hat Europa Milit\u00e4rhilfen im Wert von mindestens 35,1 Milliarden Euro \u00fcber Beschaffungsvertr\u00e4ge mit der R\u00fcstungsindustrie bereitgestellt \u2013 das sind 4,4 Milliarden mehr als die USA. Damit \u00fcbertrifft die europ\u00e4ische R\u00fcstungshilfe mittlerweile die der Amerikaner.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u00d6konomin Pindyuk hofft f\u00fcr das Alaska-Treffen, dass es den Europ\u00e4ern nun im Vorfeld noch gelingt, Pr\u00e4sident Trump zu erkl\u00e4ren, was auf dem Spiel steht und welche Fehler er gegen\u00fcber Putin nicht machen sollte. Dazu geh\u00f6rt f\u00fcr sie, dass es keine weitreichenden Zugest\u00e4ndnisse an Russland \u2013 etwa Gebietsabtretungen oder das Ende der B\u00fcndnisfreiheit der Ukraine \u2013 geben sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eSchon die Gestaltung des Treffens ist sehr besorgniserregend\u201c, findet Olga Pindyuk. 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