{"id":343896,"date":"2025-08-14T10:18:10","date_gmt":"2025-08-14T10:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343896\/"},"modified":"2025-08-14T10:18:10","modified_gmt":"2025-08-14T10:18:10","slug":"wir-muessen-jeden-tag-den-mut-aufbringen-die-freiheit-zu-verteidigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/343896\/","title":{"rendered":"Wir m\u00fcssen jeden Tag den Mut aufbringen, die Freiheit zu verteidigen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn man in diesen Tagen zu einem Vortrag eingeladen wird mit dem Titel \u201aDie Zukunft, optimistisch gesehen\u2018, dann h\u00e4lt man den Redner wahrscheinlich f\u00fcr etwas weltfremd\u201c, begann Professor Michael Rutz seine Rede im St.-Paulus-Dom. Doch er zeigte, warum trotz globaler Krisen Optimismus berechtigt sei. Ausgangspunkt war f\u00fcr ihn die \u201eAtlantic Charta\u201c von 1941, in der Churchill und Roosevelt eine Welt \u201efrei von Furcht und Not\u201c versprachen. Rutz zeichnete die davon ausgehenden positiven Entwicklungen nach: internationale Zusammenarbeit, medizinische Fortschritte, gestiegene Lebenserwartung und der Aufstieg der Europ\u00e4ischen Union als Friedensprojekt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig warnte er vor Herausforderungen: Der Westen habe an Einfluss verloren, b\u00fcrokratische L\u00e4hmung und strategische Fehler h\u00e4tten Vertrauen gekostet. Und weltweit w\u00fcrden autorit\u00e4re Modelle wieder an Attraktivit\u00e4t gewinnen. Rutz: \u201eSelbst die Vereinigten Staaten von Amerika, bisher Leuchtturm freiheitlichen Denkens und multilateralen Handelns, werden unter unseren Augen gegenw\u00e4rtig transformiert zu einem totalit\u00e4ren System. Der amerikanische Pr\u00e4sident geht dabei nach dem Lehrbuch f\u00fcr Diktatoren vor: Zuerst unterwirft er sich die Medien. Er bedroht Anwaltskanzleien, die es wagen, auch nur irgendeinen Prozess gegen ihn oder seine Regierung anzustrengen. Er untergr\u00e4bt die Gewaltenteilung, er missachtet die Justiz und unterwirft sich die Universit\u00e4ten und die Beh\u00f6rden der USA. Er f\u00e4lscht die Fakten zu seinen politischen Gunsten. Wer nicht auf seine Linie einschwenkt, wird von ihm verh\u00f6hnt und als ,Feind Amerikas\u2018 beschimpft.\u201c Das demokratische Europa, das den Vereinigten Staaten bisher eng verbunden war, werde \u201enat\u00fcrlicherweise zum Systemfeind\u201c<\/p>\n<p>Zudem gebe es auch hier aus verschiedenen Gr\u00fcnden eine wachsende Unzufriedenheit. \u201eDie N\u00f6rgelei \u00fcber die Demokratie greift um sich, autorit\u00e4re Gesellschaftsmodelle gewinnen an Attraktivit\u00e4t und\/oder an Durchsetzungskraft. Immer mehr Menschen hoffen wieder auf ein vom Staat betreutes Leben, in dem ihnen die Verantwortung f\u00fcr sich selbst abgenommen wird. Die Unm\u00fcndigkeit nimmt zu\u201c, warnte Rutz. Diesen Entwicklungen setzte er den menschlichen Freiheitsdrang entgegen. Er erinnerte an historische Freiheitsbewegungen \u2013 vom Amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg \u00fcber die Franz\u00f6sische Revolution bis zum Arabischen Fr\u00fchling. Freiheit setze jedoch Mut, Opferbereitschaft und aktive Verteidigung voraus.<\/p>\n<p>F\u00fcr Europa sieht Rutz entscheidende St\u00e4rken: eine stabile Wertebasis, die Vielfalt und Menschenw\u00fcrde betont, eine bew\u00e4hrte demokratische Ordnung, wirtschaftliche und wissenschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit sowie die F\u00e4higkeit zur Solidarit\u00e4t. Deutschland habe seine Rolle als friedliche Mitte Europas gefunden, ohne territoriale Konflikte. Aber: \u201eWir selbst m\u00fcssen jeden Tag den Mut aufbringen, diese Freiheit zu verteidigen, im Gespr\u00e4ch in der Familie, mit Freunden, mit Kollegen, kurz: \u00fcberall da, wo wir uns in sozialen Zusammenh\u00e4ngen befinden und wo der Zeitgeist gepr\u00e4gt wird\u201c, forderte Rutz.<\/p>\n<p>Demokratie sei anstrengend, aber robust. Die Bundestagswahl 2025 mit 82,5 Prozent Wahlbeteiligung wertete er als Beleg f\u00fcr das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung. \u201eDemokratie kann Krisen nicht einfach wegbefehlen und unwillkommenen Meinungen den Mund verbieten. Aber sie kann den Diskurs regeln und ordnen und Wege f\u00fcr den Konsens aufzeigen\u201c, erkl\u00e4rte er.<br \/>Er ist \u00fcberzeugt: \u201eDie Apokalypse bleibt aus. Gerade uns Christen ist es aufgegeben, einer apokalyptischen Stimmung mit Gelassenheit entgegenzutreten und f\u00fcr eine neue ,Vertrauenskultur\u2018 werben. Der B\u00fcrger und seine Republik m\u00fcssen wieder miteinander verwachsen.\u201c<\/p>\n<p>Die Vortragsreihe Domgedanken, die 2025 unter dem Titel \u201eZukunft Deutschland\u201c steht, geht am Mittwoch, 20. August, weiter mit dem Beitrag \u201eEuropa wird gelingen\u201c von Bundestagsmitglied Armin Laschet, Vorsitzender des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses und ehemaliger Ministerpr\u00e4sident von NRW. Eine Anmeldung f\u00fcr die Termine ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei, die Vortr\u00e4ge werden auf dem Youtube-Kanal des Bistums M\u00fcnster live \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Christian Breuer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWenn man in diesen Tagen zu einem Vortrag eingeladen wird mit dem Titel \u201aDie Zukunft, optimistisch gesehen\u2018, dann&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":343897,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,30,8970,18186,1209],"class_list":{"0":"post-343896","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-muenster","12":"tag-news-detail","13":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115026612194478803","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=343896"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/343896\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/343897"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=343896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=343896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=343896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}