{"id":344015,"date":"2025-08-14T11:24:11","date_gmt":"2025-08-14T11:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344015\/"},"modified":"2025-08-14T11:24:11","modified_gmt":"2025-08-14T11:24:11","slug":"solaranlagen-gefahr-aus-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344015\/","title":{"rendered":"Solaranlagen &#8211; Gefahr aus China?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 14.08.2025 12:29 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Millionen Solaranlagen versorgen Deutschlands Haushalte. Der Gro\u00dfteil stammt aus China. Das birgt laut Fachleuten ein enormes Risiko: Kann China unsere Stromversorgung bis zum vollst\u00e4ndigen Blackout sabotieren? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Julius Baumeister, Herbert Kordes und Falk Steiner, WDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Andreas Schmitz ist es ein perfekter Tag: Die Sonne scheint, seine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) produziert Strom im \u00dcberfluss. &#8222;Wir sehen, dass jetzt ungef\u00e4hr acht Kilowatt ins \u00f6ffentliche Netz eingespeist werden&#8220;, erkl\u00e4rt der Ingenieur stolz. Die Anlage hat er selbst geplant und gebaut und nur er hat Zugriff darauf. &#8222;Ich kann alles M\u00f6gliche \u00e4ndern oder sie einfach abschalten&#8220;, demonstriert er. Sekunden sp\u00e4ter flie\u00dft kein Strom mehr ins Netz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas im Kleinen an einer einzelnen Anlage funktioniert, k\u00f6nnte im Gro\u00dfen fatale Folgen haben, warnen Fachleute. Denn in Deutschland gibt es rund drei Millionen PV-Dachanlagen. Was, wenn ein Hersteller millionenfach Ger\u00e4te gleichzeitig vom Netz n\u00e4hme?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach Recherchen des ARD-Politikmagazins Monitor ist genau das offenbar m\u00f6glich. Auch die wichtigste Beh\u00f6rde f\u00fcr IT-Sicherheit in Deutschland, das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), warnt vor einer &#8222;Manipulation von Energieinfrastruktur durch Hersteller oder Dritte&#8220; und meint dabei ausdr\u00fccklich auch Solaranlagen.<\/p>\n<p>    Schwachstelle Wechselrichter<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKontrolle \u00fcber PV-Anlagen erh\u00e4lt man \u00fcber ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleines Bauteil: den Wechselrichter. Er wandelt den erzeugten Solar-Gleichstrom in Wechselstrom und speist diesen in das Netz ein. Viele Wechselrichter sind mit dem Internet verbunden, etwa f\u00fcr eine bessere Steuerung, f\u00fcr Updates und Benutzerfreundlichkeit. Die Hersteller behalten so die Kontrolle \u00fcber das Herzst\u00fcck der PV-Anlage \u2013 Hersteller wie SMA in Kassel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Unternehmen geh\u00f6rt zu den f\u00fchrenden Herstellern von Wechselrichtern in Deutschland. Mittlerweile sind die Wechselrichter aus China um ein Vielfaches g\u00fcnstiger. Rund 80 Prozent der verbauten Wechselrichter in Europa kommen Sch\u00e4tzungen zufolge aus China. Die chinesische Marktmacht ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Netze k\u00f6nnten so von ihnen gest\u00f6rt werden oder gar zu einem Blackout f\u00fchren, sagt SMA-Vorstandschef J\u00fcrgen Reinert im Gespr\u00e4ch mit Monitor.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit seiner Warnung vor der chinesischen Konkurrenz und einem m\u00f6glichen Angriff auf das deutsche Stromnetz ist Reinert nicht allein.<\/p>\n<p>    Ein Blackout scheint m\u00f6glich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Mai dieses Jahres warnte das BSI vor m\u00f6glicher &#8222;Manipulation von Energieinfrastruktur&#8220; bis hin zu gezielten Stromausf\u00e4llen durch Cyberangriffe, auch \u00fcber &#8222;Wechselrichter&#8220; hei\u00dft es in dem Papier des BSI. Ein erfolgreicher Cyberangriff k\u00f6nne &#8222;weitreichende Folgen haben &#8211; zum Beispiel: Stromausf\u00e4lle (Blackouts) durch gezielte Angriffe auf (\u2026) private Energieanlagen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMan sehe ein &#8222;gewisses Gefahrenpotenzial, wenn wir uns \u00fcberlegen, dass es eine sehr, sehr, sehr hohe Konzentration solcher Komponenten in der Hand von gewissen Nationen gibt&#8220;, sagt die Chefin des BSI, Claudia Plattner.<\/p>\n<p>    Chinesische Hersteller zur Kooperation gezwungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben der gro\u00dfen Marktmacht Chinas beunruhigt Experten vor allem der gro\u00dfe Einfluss des Regimes auf die chinesischen Hersteller. Diese sind per Gesetz dazu verpflichtet, mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer chinesische Technologiekonzern Huawei schreibt auf Monitor-Anfrage die gesetzlichen Bestimmungen &#8222;gelten nur innerhalb der Volksrepublik Chinas und gerade nicht in Deutschland und Europa&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBart Groothuis glaubt das nicht. Er ist niederl\u00e4ndischer EU-Abgeordneter und ehemaliger Chef der Cybersicherheitsbeh\u00f6rde des Verteidigungsministeriums in den Niederlanden. Groothuis besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit chinesischer Spionage und Manipulation. &#8222;Es gibt ein klares Gesetz, das chinesische Firmen verpflichtet, zu tun, was der Staat verlangt&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nK\u00f6nnte die Macht des chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping also tats\u00e4chlich bis ins deutsche Stromnetz reichen? Bart Groothuis f\u00fcrchtet, China k\u00f6nnte die Marktmacht der Technikhersteller auf das deutsche und europ\u00e4ische Netz ganz gezielt nutzen, etwa bei geopolitischen Konflikten wie mit Taiwan. &#8222;Dann hat China Einfluss auf uns und schr\u00e4nkt unsere politische Souver\u00e4nit\u00e4t ein&#8220;, so Groothuis.<\/p>\n<p>    Dobrindt: &#8222;Ich kann das nicht verhindern&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch der IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug kritisiert die Anf\u00e4lligkeit des deutschen Stromnetzes und die Abh\u00e4ngigkeit von chinesischen Herstellern. &#8222;Mehr als 80 Prozent aller Wechselrichter stammen aus chinesischer Hand &#8211; solange keine konkreten Gegenma\u00dfnahmen ergriffen werden, ist der Zugriff schlicht gegeben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr solche Gegenma\u00dfnahmen w\u00e4re etwa das Bundesinnenministerium zust\u00e4ndig. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erkl\u00e4rt auf Monitor-Nachfrage: &#8222;Ich kann nicht verhindern, dass Solaranlagen ferngesteuert werden, vor allem nicht bei diesem hohen Aufbauma\u00df.&#8220; Man k\u00f6nne auch Zweifel haben, ob es durch fremde Eingriffe bei Balkonkraftwerken zu einem hohen Schadenspotential kommen k\u00f6nne, so Dobrindt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist eine Aussage, die im offenkundigen Widerspruch steht zu den Warnungen des BSI, der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde f\u00fcr Cybersicherheit in Deutschland. Gegenma\u00dfnahmen plant man im Innenministerium offenbar nicht.<\/p>\n<p>    Nicht auf der Liste sensibler Produkte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd die EU? Ab 2027 soll der &#8222;Cyber Resilience Act&#8220; h\u00f6here Sicherheitsstandards f\u00fcr vernetzte Ger\u00e4te vorschreiben. Doch ausgerechnet Wechselrichter stehen bisher nicht auf der Liste besonders sensibler Produkte. Die zust\u00e4ndige EU-Kommissarin Henna Virkkunen erkl\u00e4rt gegen\u00fcber Monitor, man wolle die Risiken nun gemeinsam mit der europ\u00e4ischen Cybersicherheitsagentur pr\u00fcfen. &#8222;Wir haben gemeinsam mit Kommissar Jorgensen angek\u00fcndigt, dass wir jetzt mit der Arbeit beginnen werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Experten kommt diese Ank\u00fcndigung reichlich sp\u00e4t. Es sei h\u00f6chste Zeit, sich von der Abh\u00e4ngigkeit von chinesischen Herstellern zu l\u00f6sen &#8211; gerade, um die europ\u00e4ische Souver\u00e4nit\u00e4t zu wahren, sagt der Niederl\u00e4nder Groothuis. Das sei vor allem &#8222;eine Frage des politischen Willens&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehr zu diesem und anderen Themen k\u00f6nnen Sie im Magazin Monitor um 21:45 im Ersten und in der ARD-Mediathek sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 14.08.2025 12:29 Uhr Millionen Solaranlagen versorgen Deutschlands Haushalte. Der Gro\u00dfteil stammt aus China. 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