{"id":344403,"date":"2025-08-14T14:52:13","date_gmt":"2025-08-14T14:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344403\/"},"modified":"2025-08-14T14:52:13","modified_gmt":"2025-08-14T14:52:13","slug":"leipzigs-grosse-kulturbetriebe-haben-gerade-am-augustusplatz-erstaunliches-vor-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344403\/","title":{"rendered":"Leipzigs gro\u00dfe Kulturbetriebe haben gerade am Augustusplatz Erstaunliches vor \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Was im Rahmen des Doppelhaushalts 2025\/2026 abgeht, erinnert fatal an Vorg\u00e4nge, die vor 15 Jahren die Leipziger Haushaltspolitik bestimmten. Die Haushalte waren knapp bemessen, die Landesdirektion verh\u00e4ngte rigide Sparauflagen und die Stadt sparte und k\u00fcrzte \u2013 vor allem beim Personal, was dann in vielen Bereichen jahrelangen Stillstand bedeutete.<\/p>\n<p>Und auch die Leipziger Hochkultur stand auf einmal unter Optimierungsdruck. Mancher wollte gleich ganze H\u00e4user schlie\u00dfen. Der OBM beauftragte deshalb die Beratungsgesellschaft actori mit einem Gutachten.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/b1e68d74654f49e7b5a1e52f21515c2a.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/theater\/2025\/08\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/theater\/2025\/08\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Das Ergebnis war dann f\u00fcr die Verfechter von K\u00fcrzungen und Fusionen eine regelrechte Ohrfeige, denn das Gutachten belegte, dass die Leipziger Kulturbetriebe mit den verf\u00fcgbaren Geldern wirtschaftlich umgehen und Fusionen das Angebot und die Qualit\u00e4t der Programme deutlich schm\u00e4lern w\u00fcrden. Was wiederum gar nicht gut war f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t der Kulturstadt Leipzig, denn zur \u00fcberregionalen Ausstrahlung der Stadt geh\u00f6ren nun einmal auch die Angebote in Gewandhaus, Oper, Theater der jungen Welt, Schauspiel, Ballett und Operette.<\/p>\n<p>Es gab zwar in den Folgejahren immer wieder Sparauflagen. Aber w\u00e4hrend es noch 2010 die wildesten Vorschl\u00e4ge zu Streichungen und Fusionen aus diversen Ratsfraktionen gab, hat sich diese teils heillose Debatte beruhigt. Kaum jemand streitet im Leipziger Stadtrat noch ab, dass die Kulturbetriebe Stadt eine erhebliche Rolle f\u00fcr den Tourismus und die Ausstrahlung der Kulturstadt spielen.<\/p>\n<p>Ein neues Gutachten<\/p>\n<p>Aber 2022 beschloss der Stadtrat trotzdem. Ein weiteres Gutachten zu den Leipziger Kulturbetrieben in Auftrag zu geben. Es h\u00e4tte ja sein k\u00f6nnen, dass sich Entscheidendes ge\u00e4ndert hatte. Und auch diesmal wurde actori mit dem Gutachten beauftragt, das dann 2023\/2024 in enger Zusammenarbeit mit den Kulturbetrieben umgesetzt wurde. Und wieder einmal zu einem Ergebnis kam, das eigentlich nur deutlich macht: Die Struktur, wie sie ist, funktioniert.<\/p>\n<p>Und<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2023412&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> die Informationsvorlage, die das Kulturdezernat jetzt dem Stadtrat vorlegt,<\/a> betont: \u201eDie f\u00fcnf Institutionen Oper Leipzig, Gewandhaus Leipzig, Schauspiel Leipzig, Theater der jungen Welt und die Musikschule Leipzig streben danach, h\u00f6chste Standards in ihrem k\u00fcnstlerischen Angebot, der kulturellen Bildung und Vermittlung sowie den unterst\u00fctzenden Querschnittsbereichen wie Personal und Digitalisierung zu erf\u00fcllen. Sie engagieren sich zudem f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel u. a. durch inklusive Angebote, F\u00f6rderung der Diversit\u00e4t und nachhaltige Ressourcennutzung.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/finanzierung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-631335 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/finanzierung.jpg\" alt=\"Zur Entwicklung der Kosten f\u00fcr die st\u00e4dtischen Kulturbetriebe im Vergleich zum Haushalt der Stadt Leipzig. Grafik: actori\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Entwicklung der Kosten f\u00fcr die st\u00e4dtischen Kulturbetriebe im Vergleich zum Haushalt der Stadt Leipzig. Grafik: actori<\/p>\n<p>So weit, so gut. Aber Leipzig ist verdonnert zum Sparen, auch wenn es nicht die Kulturbetriebe sind, die den Haushalt zum Platzen bringen. Doch sie geh\u00f6ren zu den sogenannten freiwilligen <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2024\/06\/was-leipziger-stadtrat-entscheiden-darf-was-nicht-592871\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Aufgaben der Stadt.<\/a><\/p>\n<p>\u201eAngesichts einer angespannten Haushaltssituation, dem Neustart nach der Corona-Pandemie und der bereits erfolgreich vollzogenen Umsetzung von Optimierungsma\u00dfnahmen aus vorangegangenen Strategien haben die Eigenbetriebe im Jahr 2023 in einem von actori moderierten Prozess begonnen, eine neue Strategie bis 2030 zu entwickeln\u201c, geht das Kulturdezernat nun auf das ein, was im zweiten actori-Prozess seit 2023 passierte.<\/p>\n<p>\u201eDie Strategie zielt darauf ab, die kulturelle Vielfalt und k\u00fcnstlerische Exzellenz Leipzigs langfristig zu erhalten und die Spitzenposition der Stadt in Kultur und Bildung zu sichern. Sie konzentriert sich auf die Bereiche Audience Development, Personalentwicklung und Digitalisierung und stellt sich damit den wesentlichen Trends und gesellschaftlichen Entwicklungen. Eine (wirtschaftliche) Bewertung und Optimierung der Betriebe als Ganzes war nicht Teil der Aufgabenstellung.\u201c<\/p>\n<p>Mehr Angebote f\u00fcr kulturinteressierte Leute<\/p>\n<p>Wichtigste Grundbedingung: Was man sich gemeinsam ausdenkt, darf keine \u201ekonkreten zus\u00e4tzlichen Stellen und Budgets\u201c erfordern. \u201eZudem sollten die wesentlichen Strukturen der Eigenbetriebe erhalten bleiben.\u201c<br \/>Worum ging es dann also in der neuen \u201eStrategie 2030\u201c? Letztlich um mehr Angebote an ein kunstinteressiertes Publikum auch au\u00dferhalb der klassischen Standardprogramme.<\/p>\n<p>Insgesamt sechs strategische Ziele setzen sich die Eigenbetriebe bis 2030.<\/p>\n<p>Strategisches Ziel 1: <strong>Teilhabe f\u00f6rdern:<\/strong> Die Kultureigenbetriebe passen ihre Angebote regelm\u00e4\u00dfig an die sich ver\u00e4ndernde (Stadt-)Gesellschaft an. Sie entwickeln und initiieren Angebote f\u00fcr verschiedene Bev\u00f6lkerungsschichten, unabh\u00e4ngig von beispielsweise Herkunft, Alter oder sozialem Status, und implementieren gemeinsam eine regelm\u00e4\u00dfige Evaluation ihrer Angebote.<\/p>\n<p>Strategisches Ziel 2: <strong>Zug\u00e4nglichkeit erh\u00f6hen:<\/strong> Die Kultureigenbetriebe pr\u00fcfen die M\u00f6glichkeiten, ihre R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr eine breitere Nutzung, beispielsweise im Sinne eines dritten Ortes, zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Strategisches Ziel 3: <strong>Vermittlung koordinieren:<\/strong> Die Kultureigenbetriebe koordinieren ihre Kulturvermittlungsangebote und entwickeln eine \u00fcbergeordnete gemeinsame Vermittlungsstrategie.<\/p>\n<p>Strategisches Ziel 4: <strong>Attraktivit\u00e4t steigern:<\/strong> Die Kultureigenbetriebe steigern ihre Attraktivit\u00e4t als Arbeitgeber.<\/p>\n<p>Strategisches Ziel 5: <strong>Personal gewinnen:<\/strong> Die Kultureigenbetriebe optimieren ihre Personalgewinnung und -entwicklung.<\/p>\n<p>Strategisches Ziel 6:<strong> IT-Governance etablieren:<\/strong> Die Kultureigenbetriebe digitalisieren konsequent ihre Prozesse, optimieren ihre IT -Systemlandschaften und etablieren eine h\u00e4user\u00fcbergreifende IT-Governance-Struktur.<\/p>\n<p>Der Augustusplatz soll zur B\u00fchne werden<\/p>\n<p>Einiges war auch schon 2011 in der Diskussion \u2013 etwa die \u00d6ffnung der st\u00e4dtischen B\u00fchnen auch f\u00fcr Projekte der Freien Szene. Oder die B\u00fcndelung der Marketingma\u00dfnahmen aller H\u00e4user. Bis hin zu niederschwelligen Angeboten f\u00fcr alle Menschen, die mit der Hohen Kultur (noch) Ber\u00fchrungs\u00e4ngste haben. Denn darunter leiden zumindest einige der Kultureigentriebe: Sie werden von Teilen der Stadtgesellschaft als elit\u00e4r und abgehoben empfunden.<\/p>\n<p>Aber man merkt an den Vorstellungen auch, dass vieles, was im actori-Prozess 2011 diskutiert wurde, in den beteiligten H\u00e4usern nicht vergessen wurde. Dass man nur noch nicht den richtigen Weg gefunden hat, solche Angebote auf die Beine zu stellen. Bei Ziel Nr. 2 k\u00f6nnte es sogar spannend werden, denn insbesondere Oper und Gewandhaus sehen am Augustusplatz k\u00fcnftig viel mehr M\u00f6glichkeiten, die H\u00e4user auch tags\u00fcber f\u00fcr Kulturinteressierte zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>\u201eDer Augustusplatz ist einer der zentralen Pl\u00e4tze Leipzigs. Historisch bedeutsam ist er als einer der Ausgangspunkte der friedlichen Revolution von 1989. Der Platz wird von der Oper Leipzig und dem Gewandhaus flankiert, was insbesondere zu verkehrs\u00e4rmeren Zeiten die Chance bietet, ein weiterer attraktiver Ort f\u00fcr das gesellschaftliche Leben in der Stadt zu werden. Aktuell sind die Kulturbetriebe am Platz tags\u00fcber in der Regel geschlossen und bieten kein Programm an. Damit wird das Potenzial dieser Lebensader Leipzigs derzeit noch nicht ausgesch\u00f6pft\u201c, hei\u00dft es in der Vorlage des Kulturdezernats.<\/p>\n<p>\u201eDas soll sich k\u00fcnftig \u00e4ndern. So plant das Gewandhaus, sich im Rahmen der bestehenden R\u00e4umlichkeiten und der Gegebenheiten eines Veranstaltungsbetriebs tags\u00fcber zu einem \u2018dritten Ort\u2019 zu \u00f6ffnen. Das Gewandhaus mit seiner gro\u00dfen Glasfassade scheint f\u00fcr diese Funktion gut geeignet. Der Augustusplatz wird so um das Foyer des Gewandhauses erweitert.<\/p>\n<p>Die niedrigschwellige Einladung baut Barrieren ab und soll daf\u00fcr sorgen, dass aus Gewandhausbesuchenden auch Konzertbesuchende werden, wenn sie spannende Veranstaltungshinweise angeboten bekommen. Dar\u00fcber hinaus soll durch eine \u00dcberbauung des Innenhofes Raum f\u00fcr eine Vielzahl an musikvermittelnden Formaten, f\u00fcr Vortr\u00e4ge, Ausstellungen etc. geschaffen werden. Damit wird die Attraktivit\u00e4t des Gewandhauses langfristig gesteigert.\u201c<\/p>\n<p>Und: \u201eDie Oper Leipzig hat einen weiteren Blick auf den Platz. Durch den Treppenaufgang zum Haus bieten sich hier sogar szenische M\u00f6glichkeiten. Dementsprechend m\u00f6chte man vor allem im Sommer die Schauseite der Oper Leipzig \u00f6ffnen und die Treppe als B\u00fchne nutzen und bespielen. Damit gewinnt der Augustusplatz neben dem Weihnachtsmarkt und Sonderveranstaltungen ein weiteres belebendes Element.\u201c<\/p>\n<p>Da darf man wohl wirklich gespannt sein, was sich gerade die beiden gro\u00dfen H\u00e4user am Augustusplatz ausdenken werden, um auch Menschen anzusprechen, die bislang Scheu haben, sich Tickets f\u00fcr die klassischen Programme im Haus zu kaufen.<\/p>\n<p>Der Stadtrat soll das Ergebnis des neuen actori-Prozesses jetzt als Informationsvorlage auf den Tisch bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was im Rahmen des Doppelhaushalts 2025\/2026 abgeht, erinnert fatal an Vorg\u00e4nge, die vor 15 Jahren die Leipziger Haushaltspolitik&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":344404,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[96242,3364,29,30,3700,71,29968,859],"class_list":{"0":"post-344403","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-actori","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-gewandhaus","13":"tag-leipzig","14":"tag-oper-leipzig","15":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115027689125307826","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=344403"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344403\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/344404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=344403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=344403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=344403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}