{"id":344509,"date":"2025-08-14T15:48:21","date_gmt":"2025-08-14T15:48:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344509\/"},"modified":"2025-08-14T15:48:21","modified_gmt":"2025-08-14T15:48:21","slug":"ukraine-gipfel-am-freitag-warum-trump-putin-in-alaska-trifft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344509\/","title":{"rendered":"Ukraine-Gipfel am Freitag: Warum Trump Putin in Alaska trifft"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>hintergrund<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 14.08.2025 05:16 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>US-Pr\u00e4sident Trump empf\u00e4ngt Putin am Freitag im hohen Norden. Das hat verschiedene Gr\u00fcnde: So sind Alaska und Sibirien nur wenige Kilometer voneinander entfernt &#8211; und die Symbolik passt. Alaska war einst russische Kolonie.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Eberhard Nembach, ARD-Studio Los Angeles\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon Alaska aus sieht die Welt in mancher Hinsicht anders aus: Russland ist hier im Westen, und es ist ein unmittelbarer Nachbar. Keine 90 Kilometer ist die russische K\u00fcste entfernt, einige kleinere Inseln sind noch viel n\u00e4her.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJahrtausendelang haben Ureinwohner die Beringstra\u00dfe \u00fcberquert und auf beiden Seiten gejagt und gefischt. Sie hatten eine gemeinsame Kultur und Sprache. Das wurde abrupt gestoppt, als der Kalte Krieg zwischen der damaligen Sowjetunion und den USA begann. Ab 1948 war die Grenze 40 Jahre lang dicht, viele Familien wurden auseinandergerissen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit der Perestrojka in den 1980er-Jahren \u00e4nderte sich das, und David Ramseur, der damals f\u00fcr die Regierung in Alaska arbeitete, sa\u00df 1988 in einem der ersten Flugzeuge, mit dem Ureinwohner erstmals wieder nach Sibirien flogen. Auf der anderen Seite warteten schon die Verwandten an der Landebahn. Ein sehr bewegender Moment sei das gewesen, sagt Ramseur, der damals seine Liebe zu Russland entdeckte, wie viele in Alaska.<\/p>\n<p>    Gemischte Gef\u00fchle in Alaska<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDieser enge Austausch endete sp\u00e4testens mit dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine. Inzwischen liegen viele der in den vergangenen Jahrzehnten aufgebauten St\u00e4dtepartnerschaften wieder auf Eis. Putins Besuch d\u00fcrfte deshalb auch gemischte Gef\u00fchle in Alaska ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie offizielle Seite gibt sich stolz. &#8222;Seit Jahrhunderten ist Alaska eine Br\u00fccke zwischen den Nationen&#8220;, schreibt Gouverneur Mike Dunleavy auf der Plattform X, und auch heute noch sind wir ein Tor f\u00fcr Diplomatie, Handel und Sicherheit in einer der kritischsten Regionen der Welt.&#8220;<\/p>\n<p>    1867 verkaufte Russland die Kolonie an die USA<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAlaska war bis vor knapp 160 Jahren Teil des russischen Reichs, die einzige \u00dcberseekolonie der Zaren. Die gaben der eigens gegr\u00fcndeten Russisch-Amerikanischen Kompagnie die Lizenz f\u00fcr den lukrativen Pelzhandel. Die Kolonie war aber weit weg und schwer zu verteidigen, vor allem gegen die Briten, die in unmittelbarer Nachbarschaft Kolonien im heutigen Kanada hatten. Russische Versuche, weiter s\u00fcdlich an der US-Pazifikk\u00fcste und sogar auf Hawaii Fu\u00df zu fassen, scheiterten auch. In St. Petersburg hatte man so das Gef\u00fchl, dass in Russisch-Amerika nicht viel zu holen war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamals seien sich die Strategen der russischen Flotte einig gewesen, dass die Briten den russischen Au\u00dfenposten in Alaska leicht mit ein bis zwei Kriegsschiffen h\u00e4tten einnehmen k\u00f6nnten, sagt der russisch-kanadische Historiker Ilya Vinkovetsky. In Alaska seien damals weniger als tausend Russen gewesen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo habe das russische Zarenreich Alaska am Ende 1867 zum Spottpreis an die Amerikaner verkauft &#8211; nicht zuletzt, um die Briten zu \u00e4rgern.<\/p>\n<p>    Erd\u00f6l und Milit\u00e4r<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie viel Geld in Alaska sp\u00e4ter mit Erd\u00f6l verdient werden w\u00fcrde, konnte damals ja noch niemand ahnen. Es waren nie viele Russen in Alaska und sie waren auch nur ein paar Jahrzehnte dort. Trotzdem haben sie Spuren hinterlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBis heute gibt es in Alaska russisch-orthodoxe Kirchen mit aktiven Gemeinden, Folkloregruppen und Restaurants, die russische Gerichte servieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRussland ist nah &#8211; das f\u00fchlt sich f\u00fcr die Menschen in Alaska manchmal auch gef\u00e4hrlich an, wenn zum Beispiel russische Milit\u00e4rflugzeuge nah vorbeidonnern. Die Region ist strategisch wichtig. Der Klimawandel l\u00e4sst hier oben das Eis schnell schmelzen. Damit werden die Meere rund um den Nordpol besser f\u00fcr Schiffe befahrbar, das steigert ihre wirtschaftliche und milit\u00e4rische Bedeutung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie ist ohnehin gro\u00df: Im Mai stand der republikanische Senator Dan Sullivan aus Alaska im Oval Office neben Donald Trump. Als der die grandiose Vision eines riesigen neuen Verteidigungssystems f\u00fcr die USA pr\u00e4sentierte. Dieser &#8222;Golden Dome&#8220; k\u00f6nnte ganz Amerika verteidigen, so Sullivan, und da spiele Alaska eine wichtige Rolle bei bodengest\u00fctzten Raketenabfangraketen und Radarsystemen, die schon jetzt dort stationiert sind.<\/p>\n<p>    Haftbefehl gegen Putin gilt nicht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gibt viel Milit\u00e4r in Alaska. Das macht es auch leichter, hier auf die Schnelle ein Hochsicherheitstreffen abzuhalten. Es gibt nur wenige Stra\u00dfen, die sich gut absperren lassen. Es gibt \u00fcberhaupt nur wenige Menschen &#8211; Protestaktionen sind schwierig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Putin ist der Besuch in den USA jedenfalls f\u00fcr sich genommen schon ein diplomatischer Erfolg und Alaska ein symbolischer Ort. Die Region ist au\u00dferdem gut gelegen, Putin muss nicht \u00fcber andere L\u00e4nder fliegen, zumal es einen internationalen Haftbefehl gibt, der in den USA allerdings keine Wirkung hat, weil die USA den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nicht anerkennen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPutin kommt hier also gefahrlos und schnell hin &#8211; und er ist im Zweifel auch schnell wieder weg. Mal sehen, ob die Einwohner von Alaska ihn \u00fcberhaupt zu sehen bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"hintergrund Stand: 14.08.2025 05:16 Uhr US-Pr\u00e4sident Trump empf\u00e4ngt Putin am Freitag im hohen Norden. 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