{"id":344805,"date":"2025-08-14T18:38:11","date_gmt":"2025-08-14T18:38:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344805\/"},"modified":"2025-08-14T18:38:11","modified_gmt":"2025-08-14T18:38:11","slug":"ukraine-vor-alaska-gipfel-die-nervositaet-ist-gross-das-vertrauen-gering","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/344805\/","title":{"rendered":"Ukraine vor Alaska-Gipfel: Die Nervosit\u00e4t ist gro\u00df, das Vertrauen gering"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 14.08.2025 19:04 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Wenn US-Pr\u00e4sident Trump und Russlands Machthaber Putin in Alaska beraten, bleibt dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenskyj nur die Zuschauerrolle. In der Ukraine ist die Sorge gro\u00df, bei den Verhandlungen \u00fcbergangen zu werden. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/vassili-golod-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Vassili Golod\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/vassili-golod-106.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn dieser Woche wird \u00fcber das Schicksal der Ukraine gesprochen. Im Tausende Kilometer entfernten Alaska &#8211; und ohne ukrainische Beteiligung. Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj ist machtlos. Auch f\u00fchrenden Staats- und Regierungschefs Europas geht es nicht anders.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron und weitere Teilnehmer werten die gemeinsame Videokonferenz mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Vorfeld des Alaska-Treffens bereits als diplomatischen Erfolg. Doch ob diese Zusammenkunft auch tats\u00e4chlich ein Erfolg war, wird sich erst am Wochenende bewerten lassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn es ist Russlands Machthaber Wladimir Putin, den Trump am Freitag f\u00fcr ein pers\u00f6nliches Treffen auf die gro\u00dfe politische B\u00fchne holt. Putin, gegen den der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wegen mutma\u00dflicher Kriegsverbrechen in der Ukraine Haftbefehl erlassen hat. Ausgerechnet ein US-Pr\u00e4sident holt Putin aus der Isolation und schenkt ihm gemeinsame Bilder f\u00fcr die eigene Propaganda.<\/p>\n<p>    Zweifel an Trumps Verl\u00e4sslichkeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der Ukraine sorgt dieses Treffen f\u00fcr gro\u00dfe Nervosit\u00e4t. Das liegt vor allem an Putin. Seit 2014 f\u00fchrt Russland auf seinen Befehl Krieg gegen die Ukraine. Mit dem Ziel, das Land zu schw\u00e4chen, zu spalten und zu kontrollieren.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit Jahren werden Ukrainerinnen und Ukrainer in den von Russland besetzten Gebieten unterdr\u00fcckt, gefoltert und ermordet. Kinder werden entf\u00fchrt und in Russland zur Adoption freigegeben. Menschen m\u00fcssen aus ihrer Heimat fl\u00fcchten, um vor alldem sicher zu sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele in der Ukraine sind davon \u00fcberzeugt, dass es dem gr\u00f6\u00dften Land der Welt nicht um Gebiete geht, sondern um die Wiederherstellung imperialer Gr\u00f6\u00dfe. Die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/ukraine-krieg-genozid-100.html\" title=\"Ist der russische Angriffskrieg ein Genozid?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vernichtung der unabh\u00e4ngigen Ukraine<\/a> sei ein Schritt auf diesem Weg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer zweite Grund zur Sorge ist Gastgeber Trump. Er macht kein Geheimnis daraus, dass Gerechtigkeit, Grenzverl\u00e4ufe und V\u00f6lkerrecht ihn nicht interessieren. Der US-Pr\u00e4sident setzt auf Deals und einen schnellen Frieden &#8211; um seinem gro\u00dfen Traum, der Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis, n\u00e4herzukommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nM\u00f6glicherweise geht es ihm aber auch um die Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland. Sein bisheriger wankelm\u00fctiger Kurs l\u00e4sst nicht nur Pr\u00e4sident Selenskyj an Trumps Verl\u00e4sslichkeit zweifeln.<\/p>\n<p>    Ukraine massiv unter Druck<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nW\u00e4hrend sich die Ukraine seit Monaten zu einer bedingungslosen Waffenruhe bereit erkl\u00e4rt, geht Russland auf diese Vorschl\u00e4ge nicht ein. W\u00e4hrend der ukrainische Pr\u00e4sident Selenskyj zu direkten Verhandlungen mit Russlands Machthaber bereit ist, geht Putin dem direkten Dialog aus dem Weg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd doch war es immer wieder die angegriffene Ukraine, die bei Trump in Ungnade fiel und zum T\u00e4ter umgekehrt wurde. Mehrfach wurden \u00fcberlebenswichtige Hilfen ausgesetzt. Ultimaten, die Trump der russischen Seite setzte, lie\u00df er wiederholt auslaufen, ohne die angedrohten Strafma\u00dfnahmen umzusetzen.<\/p>\n<p>    Russland r\u00fcckt vor und t\u00f6tet so viele Zivilisten wie noch nie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAll das hat die Ukraine geschw\u00e4cht und Russland gest\u00e4rkt. Die russische Armee r\u00fcckt an mehreren Frontabschnitten vor, das Tempo nimmt zu, es gelingen Durchbr\u00fcche. Zwar gelingen auch der Ukraine erfolgreiche Drohnenangriffe auf Milit\u00e4rbasen, R\u00fcstungsunternehmen und \u00d6lraffinerien in Russland. Doch das Leid der eigenen Zivilbev\u00f6lkerung w\u00e4chst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Juli wurden nach einem <a href=\"https:\/\/ukraine.ohchr.org\/en\/Protection-of-Civilians-in-Armed-Conflict-July-2025\" title=\"Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine auf Dreijahreshoch (Engl.)\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">UN-Bericht<\/a> durch russische Angriffe auf ukrainisch-kontrollierte Gebiete so viele Zivilisten get\u00f6tet wie in keinem anderen Monat seit Beginn des Krieges. Auch deshalb sehen sich immer mehr Familien gezwungen, \u00fcber eine Flucht ins europ\u00e4ische Ausland nachzudenken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOhne st\u00e4rkere milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine und gr\u00f6\u00dferen wirtschaftlichen Druck auf Russland d\u00fcrfte sich die Situation f\u00fcr das angegriffene Land immer weiter verschlechtern. Donald Trump kann die Zukunft der Europ\u00e4ischen Friedens- und Sicherheitsordnung entscheidend beeinflussen &#8211; sowohl positiv als auch negativ.<\/p>\n<p>    Russland-Sanktionen oder Putin-Deal?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Ukraine ist bereit, den Krieg an der bestehenden Frontlinie einzufrieren und mit Russland zu verhandeln &#8211; auch \u00fcber territoriale Fragen. Teile des eigenen Staatsgebiets als Vorbedingung an Russland verschenken werde man jedoch nicht. Das machte der ukrainische Pr\u00e4sident in dieser Woche mit Verweis auf das V\u00f6lkerrecht und die eigene Verfassung klar. Eine juristische Anerkennung russischer Besetzungen bleibt daher ausgeschlossen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie entscheidende Frage ist nun: Was macht Trump, wenn Putin Waffenruhe und ernsthafte Friedensgespr\u00e4che mit Selenskyj weiter blockiert?<\/p>\n<p>    Drei denkbare Szenarien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit Sanktionen k\u00f6nnte er den Druck auf den Kreml deutlich erh\u00f6hen und damit auch dessen Bereitschaft, sich auf ernsthafte Verhandlungen einzulassen &#8211; ein solches Szenario w\u00fcrde die Ukraine und auch Europa st\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSollte Putin wiederum Trump von einem wirtschaftlich lukrativen Deal \u00fcberzeugen und russische Maximalforderungen auf diese Weise durchsetzen, k\u00f6nnte das einmal mehr zu einer T\u00e4ter-Opfer-Umkehr f\u00fchren &#8211; ein bedrohliches Szenario f\u00fcr die Ukraine und den europ\u00e4ischen Kontinent.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nM\u00f6glich ist auch, dass Trump sich f\u00fcr keinen der beiden Wege entscheidet &#8211; das w\u00fcrde ein Weiterso des Abnutzungskriegs bedeuten. Fakt ist: Zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt handelt es sich bei diesen Szenarien um reine Spekulationen. Niemand wei\u00df, wie das Treffen ausgeht.<\/p>\n<p>    Mehrheit f\u00fcr Verhandlungen und Sicherheitsgarantien<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Entwicklungen an der Front deuten darauf hin, dass Russland weiter Krieg f\u00fchren will, um die eigenen Ziele milit\u00e4risch durchzusetzen. Der ukrainische Staat hat keine Alternative, als sich weiter dagegen zu verteidigen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Mehrheit der Ukrainerinnen und Ukrainer w\u00fcnscht sich den baldigen Beginn eines seri\u00f6sen Verhandlungsprozesses. <a href=\"https:\/\/www.kiis.com.ua\/?lang=eng&amp;cat=reports&amp;id=1543&amp;page=1\" title=\"Kyiv International Institute of Sociology (Engl.)\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Repr\u00e4sentative Umfragen<\/a> zeigen, dass Sicherheitsgarantien von den USA und Europa dabei als entscheidendes Kriterium gesehen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKonkret gemeint ist damit eine nachhaltige Unterst\u00fctzung der ukrainischen Armee, westliche Investitionen in die heimische R\u00fcstungsindustrie, m\u00f6gliche Truppenkontingente der europ\u00e4ischen Partner sowie die freie B\u00fcndniswahl. Aber auch scharfe Sanktionsmechanismen, die Russland vor zuk\u00fcnftigen Angriffen abschrecken sollen. Diese Positionen werden auch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-ukraine-verhandlungen-100.html\" title=\"Europa fordert &quot;eiserne Sicherheitsgarantien&quot; f\u00fcr die Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Politikerinnen und Politikern<\/a> vertreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 14.08.2025 19:04 Uhr Wenn US-Pr\u00e4sident Trump und Russlands Machthaber Putin in Alaska beraten, bleibt dem ukrainischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":344806,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,3115,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-344805","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-alaska","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115028578418522527","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344805","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=344805"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344805\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/344806"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=344805"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=344805"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=344805"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}